Ministerium löst Fanclubs auf

Finkos
8.04.2008 - Paris SG

Paris/Metz: Fanclubs durch Innenministerium aufgelöst

Medienberichten zufolge hat das französische Innenministerium die „Boulogne Boys“ aufgelöst. Die Fangruppierung des Hauptstadtclubs Paris Saint-Germain war durch ein Spruchband beim Ligapokalfinale gegen Lens in die Schlagzeilen geraten.

Darauf standen Beschimpfungen gegen den Gegner aus der Stadt an der belgischen Grenze: „Pädophile, Arbeitslose und Inzest-Gezeugte, willkommen in Nordfrankreich". Auf der Pressekonferenz vom gestrigen Donnerstag ging es zudem um einen weiteren Club. Die Auflösung des Fanclubs „Faction Metz“ vom momentanen Tabellenletzten FC Metz wurde von der Innenministerin unterzeichnet. Hier werden mehrere Vorfälle bei den Spielen des Tabellenletzten als Grund angegeben.


Quelle: ICQ-Nachricht von einem Bekannten, vllt. weiß jemand genaueres. Hab nix zu dem Thema gefunden, falls bereits vorhanden, einfach in den Mülleimer, danke.
RE Wolle
Nach Skandalspiel in Paris: Berüchtigte "Boulogne Boys" aufgelöst

Nach dem Skandalspiel im Ligapokal am vergangenen Samstag gab es in Paris erste Verhaftungen und drei große Fangruppen erklärten ihre Auflösung.

Paris. Sie sorgten regelmäßig für Schlagzeilen, die 1985 gegründet Paris Saint Germain Fangruppe "Boulogne Boys". Am Donnerstag erklärt sich die Gruppe (gemeinsam mit zwei weiteren) überraschend nach 23-jähriger "Tätigkeit" für aufgelöst.

Sie zog damit die Konsequenz aus dem Skandalspiel vom Samstag, bei dem auf einem Spruchband alle Nordfranzosen als "pädophil, arbeitslos, inzestuös" bezeichnet worden waren und schließlich sogar eine Aberkennung des Titels für Paris im Raum stand. Gleichzeitig schwebte ein Verbot der Gruppe von Seiten des Innenministeriums im Raum, das bereits bei den letzten Zwischenfällen hart durchgreifen wollte und das primär die "Bolougne Boys" als Urheber dieser Aktion sah.

Drei Verhaftungen

Unterdessen konnte die Polizei drei Verdächtige festnehmen, die mit den Spruchbändern in Verbindung gebracht werden. Sie sollen allerdings keiner aktiven Fangruppe angehören.

Der Französische Fußballverband hat in dem Fall noch keine Entscheidung getroffen. Nach dem Spruchband ging ein lauter Aufschrei durch die französische Medienwelt und Politiker sprachen von "Rassismus" und "Aufruf zur Gewalt".

Quelle: http://www.goal.com/de/Articolo.aspx?ContenutoId=647350

Fanclubs werden aufgelöst

Französische Innenministerin kündigte Maßnahme wegen Rassismus gegen Anhängergruppierungen von PSG und Metz an
Paris - Nach den jüngsten rassistischen Zwischenfällen bei Fußball-Spielen in Frankreich hat das Innenministerium die Auflösung von zwei Fanclubs beschlossen. Es handelt sich um die "Boulogne Boys" von Paris Saint-Germain (PSG) und die "Faction Metz" des FC Metz, gab Innenministerin Michele Alliot-Marie am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Paris bekannt.

"Ich habe die verwaltungsmäßigen Auflösungsdekrete unterzeichnet und sie an den Premierminister weiter geleitet", sagte Alliot-Marie und fügte hinzu, dass sich der nationale Ausschuss zur Vorbeugung von Gewaltakten im Sport am Mittwoch zugunsten dieser Auflösung ausgesprochen hatte. Die Auflösung der "Boulogne Boys" wurde beschlossen, nachdem beim Ligacupfinale gegen den RC Lens am 29. März im Stade de France ein Spruchband mit Beschimpfungen gegen die Nordfranzosen ausgehängt worden war.

Was Metz anlangt, so wurde die Entscheidung laut Alliot-Marie infolge "schwerwiegender und wiederholter Zwischenfälle am Rande der Spiele des FC Metz beschlossen". Zuletzt war der marokkanische Verteidiger Abdeslam Ouaddou von Valenciennes im Ligaspiel am 16. Februar von Zusehern rassistisch beschimpft worden. (APA)

Quelle: http://derstandard.at/?url=/?id=3306642
GreenWhiteBoy
Zitat:
Original von Finkos
8.04.2008 - Paris SG

Paris/Metz: Fanclubs durch Innenministerium aufgelöst

Medienberichten zufolge hat das französische Innenministerium die „Boulogne Boys“ aufgelöst. Die Fangruppierung des Hauptstadtclubs Paris Saint-Germain war durch ein Spruchband beim Ligapokalfinale gegen Lens in die Schlagzeilen geraten.

Darauf standen Beschimpfungen gegen den Gegner aus der Stadt an der belgischen Grenze: „Pädophile, Arbeitslose und Inzest-Gezeugte, willkommen in Nordfrankreich". Auf der Pressekonferenz vom gestrigen Donnerstag ging es zudem um einen weiteren Club. Die Auflösung des Fanclubs „Faction Metz“ vom momentanen Tabellenletzten FC Metz wurde von der Innenministerin unterzeichnet. Hier werden mehrere Vorfälle bei den Spielen des Tabellenletzten als Grund angegeben.


Quelle: ICQ-Nachricht von einem Bekannten, vllt. weiß jemand genaueres. Hab nix zu dem Thema gefunden, falls bereits vorhanden, einfach in den Mülleimer, danke.



Quelle
Bene_NRW
http://www.boulogne-boys.org/

Ich kann zwar kein Französisch aber man munkelt, dass sich die Bolougne Boys von dem Spruchband distanzieren (also von dem Inhalt, bzw. sagen nicht dafür verantwortlich zu sein) und auch sagen, dass ein Verbot der Gruppe durch das Innenministerium zwar im Raum steht aber die Gruppe noch existiert. (Bitte um Verbesserung falls es mir falsch übersetzt worden sein sollte.)
nucleo
Zitat:
Eklat im Fußballstadion

Pöbelplakat gegen Nordfranzosen

Weil Fußballfans von Paris St. Germain im Pokalspiel gegen Lens ein Schmäh-Plakat gegen Nordfranzosen entrollten, muss sich Präsident Sarkozy einschalten. VON DOROTHEA HAHN

PARIS taz Über die Chtis, die Bewohner des platten und regenreichen Grenzgebietes zu Belgien, haben die übrigen Franzosen bis vor kurzem vor allem Witze gerissen. Jetzt stehen die Chtis plötzlich im Zentrum des nationalen Geschehens. Dafür sorgen zwei Großereignisse: die Filmkomödie "Bienvenue chez les Chtis", die mit l7 Millionen ZuschauerInnen binnen weniger Wochen sämtliche Kino-Rekorde der letzten Jahrzehnte geschlagen hat - und ein gemeines, 20 Meter langes Spruchband, das Fußballfans am vergangenen Samstag beim Pokalendspiel von Paris St. Germain gegen Racing Club de Lens im Stade de France entfaltet haben: "Pädophil, arbeitslos, inzestuös", stand darauf, "Willkommen bei den Chtis".

Ganz Frankreich hat das Spruchband gesehen. Und sämtliche Autoritäten der Republik - von Sportfunktionären über Minister, Spitzen der Opposition bis hin zum Regierungschef - verurteilen den Eklat im Fußballstadion. Sie sprechen von einem "Aufruf zu Hass und Gewalt" und von "Rassismus". Die Empörung ist lauter als jener Aufschrei, der ertönte, als kürzlich ein aus Marokko stammender Fußballer im Stadion von Metz rassistisch beschimpft wurde.

Gestern Mittag erreicht die nationale Bewegung auch den obersten Franzosen. Nicolas Sarkozy empfing den Bürgermeister der Stadt Lens, aus der die beschimpfte Fußballmannschaft kommt, im Elysée-Palast. Kurz vor der Audienz erklärte der Bürgermeister der Provinzstadt, zugleich Parlamentsabgeordneter der oppositionellen PS und selbst ein Chti, die Vorkommnisse im Fußballstadion seien "schlimmer als die Unruhen in der Banlieue". Guy Delcourt sprach von "subversiven Aktionen", von "einflussreichen Hintermännern", mahnte vor "Netzwerken" und wollte einen "gefährlichen internationalen Kontext" erkannt haben. Er zog sogar eine Parallele zu der "Action Directe", die in den 70er-Jahren den bewaffneten Kampf in Frankreich probte. In seiner Pressekonferenz verlangte er, dass das Fußballspiel vom vergangenen Samstag für ungültig erklärt und neu ausgetragen wird.

Die Justiz rätselt darüber, wie das Spruchband unerkannt ins Stadion gelangen konnte. Gegenwärtig untersuchen Experten den Stoff auf Genspuren. Sie vermuten, dass er in viele Einzelteile zerlegt und direkt auf den Oberkörpern von Fans an den Kontrollen vorbei ins Stadion geschmuggelt wurde. Ihr Hauptverdacht richtet sich gegen die "Boulogne Boys". Diese Hooligan-Gruppierung des PSG ist schon bei anderen Gelegenheiten gewalttätig aufgetreten, unter anderem mit Hitlergruß und rechtsradikalen Parolen. Mindestens 50 Mitglieder der Boulogne Boys sind der Polizei als potenziell gefährlich bekannt.

Die für die Sicherheit des PSG zuständige Truppe "Copp" (Cellule opérationelle du Parc des Princes) hatte laut einem Bericht der Zeitung Libération längst ein Stadionverbot für diese 50 Fans beantragt. Doch umgesetzt wurde es nur in 8 Fällen. Die 42 anderen waren, so das Blatt, am Samstag an der Aktion im Stade de France beteiligt. Ihnen droht jetzt ein Stadionverbot sowie die Auflösung ihrer Gruppe.

Der Bürgermeister von Lens verlangt aber mehr als ein Stadionverbot. Er forderte den Staatspräsidenten auf, mehr Geld für Streetworker bereitzustellen, die rund um die Fußballstadien und in ihrem Inneren für Sicherheit sorgen sollen. Zusammen mit Dutzenden anderer Lokalpolitiker aus Frankreichs Norden soll der Staatspräsident zudem die Ehre der Chtis verteidigen. So sei das nicht gemeint gewesen, sagt jetzt auch Dany Boon, der Regisseur des Erfolgsfilms "Bienvenue chez les Chtis", der selbst Asterix geschlagen hat.



http://www.taz.de/1/sport/artikel/1/poeb...Hash=333d4ead7a