BB '95: 7 Stadionverbote im Aalen-Fall - Nicht mit uns!

kopfnuss
7 Stadionverbote im Aalen-Fall - Nicht mit uns!

Am vergangenen Freitag erreichte die Gruppe eine Schreckensnachricht. 3 weitere Stadionverbote und damit ein weiterer Rückschlag im Kampf gegen Willkür und Repression.

Nach fünf Stadionverboten für Fans der Stuttgarter Kickers und zwei an unsere Freunde aus Regensburg, reißt uns entgültig der Geduldsfaden. Nicht zuletzt weil 3 der unschuldigen Opfer Mitglieder unserer Gruppe sind und damit nun 40% unserer Gruppe sich die Spiele von außerhalb anschauen darf, wird es Zeit für uns, endlich zu reagieren. Bis zum Ende der Saison wird BB95 sich nicht als Gruppe bei Spielen der ersten Mannschaft blicken lassen, weder akustisch noch visuell durch eine Zaunfahne. Dafür wird man nun verstärkt Spiele der zweiten Mannschaft besuchen, sodass auch die SVler Gelegenheit haben, wieder am Support teilzunehmen.

Wir sehen die Unterstützung einer derart desolat aufgestellten Mannschaft mittlerweile sowieso als sinnlos an! Es fehlt nun mal nicht nur am Können, sondern leider auch am Kampf. Danke an Herrn Cast und Konsorten für eine Söldnertruppe ohne Traditionsbewusstsein und Stolz, danke an Herrn Unsicherheitsbeauftragten Kim Stehle & Co für das Nichteinhalten bezüglich Absprachen ums Thema Stadionverbote und danke an den Vorstand für nichts!

Freiheit STEHLEn und CASTrieren? Nicht mit uns!

Den Ausgeschlossenen gedachten einige „Chaoten“ mit reichlich Rauch hinter dem G-Block, zudem gab es ein Spruchband mit der Aufschrift „40% SV = 100% Stimmungstod – BB95 + UR01“, wobei „BB95 + UR01“ ausschließlich mit ACAB-Aufklebern geformt wurde.

Dazu wurde im Stadion folgendes Pamphlet verteilt:

„Liebe Fans der Stuttgarter Kickers,

in Zeiten des Schäubleschen Sicherheitswahns und der vermehrt zu beobachtenden Repression gegenüber Fußballfans seitens der staatlichen Stellen und der Vereine, hat der moderne Fußball ein weiteres Mal seine hässliche Fratze über unserem schönen Degerloch gezeigt. So trauten drei treue Kickers-Fans am gestrigen Freitag ihren Augen nicht, als ihnen ein Brief des Vereins ins Haus flatterte, in dem gegen sie ein bundesweites Stadionverbot bis zum 30. Juni 2009 verhängt wurde.

Was war geschehen? Vor geraumer Zeit wurden besagte Fans nach einer Auseinandersetzung mit Anhängern eines anderen Vereins von der Polizei als mutmaßliche Tatbeteiligte ermittelt. Zwischenzeitlich wurde sogar Anklage gegen sie erhoben, obwohl keinerlei Belastungszeugen existieren und sogar mehrere Zeugen aussagten, dass sie an der Auseinandersetzung gänzlich unbeteiligt waren. Unter diesen Voraussetzungen erscheint es schon höchst unverständlich, dass das eingeleitete Strafverfahren nicht längst eingestellt wurde. Dass nun aber zusätzlich ein Stadionverbot erteilt wurde, obwohl die Schuld der Drei in keiner Weise erwiesen ist, schlägt aus unserer Sicht dem Fass den Boden aus!!!

Leider ist es in Deutschland mittlerweile fast schon gängige Praxis, beim geringsten Verdacht eines Vergehens oder gar eines Verstoßes gegen die Stadionordnung ein bundesweites Stadionverbot auszusprechen. Ob sich dieser Verdacht später erhärtet oder bestätigt, interessiert letztlich niemanden, da es den zuständigen Stellen lediglich darum geht, jeden potentiellen Störer präventiv aus dem Stadionumfeld zu verbannen. Dass damit der Rechtsgedanke der Unschuldsvermutung, welcher unter anderem in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen und der Europäischen Menschenrechtskonvention seinen Niederschlag gefunden hat, mit Füßen getreten wird, wird hierbei geflissentlich ignoriert.

Diese Praxis verwundert jedoch, da den Vereinen laut Stadionverbots-Richtlinie des DFB ein Ermessen zugestanden wird, ob sie letztendlich ein Stadionverbot erteilen oder nicht. Statt von diesem Ermessen Gebrauch zu machen und sich entgegen vorheriger Absprachen (!) zwischen Fans und Verein mit den Betroffenen zusammenzusetzen oder sich gar hinter diese zu stellen, sind die Vereinsverantwortlichen (unter dem Druck der Polizei?) eingeknickt und haben die Stadionverbote ausgesprochen.

Wir als Gruppe werden diese Stadionverbote jedoch nicht einfach hinnehmen! Um ein erstes Zeichen der Solidarität gegenüber den unschuldig Ausgesperrten zu setzen und unseren Unmut zu bekunden, haben wir uns entschlossen das Stadion beim heutigen Heimspiel gegen München nicht zu betreten. Wir bedauern sehr, damit der Mannschaft einen Teil der so bitter benötigten Unterstützung zu rauben, zumal wir selbst alle mehr als heiß auf diese so wichtige Rückrunde sind! Wir bitten daher um Verständnis für unser Tun, da wir nicht tatenlos zusehen können und werden wie unsere Fankultur mehr und mehr zerstört wird. Wir betonen folglich nochmals ausdrücklich, dass es uns in keiner Weise darum geht der Mannschaft oder dem Trainer zu schaden, was wir diesen auch im Vorfeld mitteilen werden.

Blaue Bomber 95“

Des weiteren hier noch der eigentlich für das Spiel gegen die kleinen Bayern angedachte NotizB-Block, in dem im Spielbericht von Regensburg ebenfalls eine Episode im Rahmen des Themas „Sicherheitswahn – Jetzt oder nie!“ zu finden ist.

„22. SPIELTAG, STUTTGARTER KICKERS – FC BAYERN AMATEURE

NOTIZBLOCK JETZT ANDERS
Aufgrund dessen, dass wir, die Gruppe Blaue Bomber 1995, es nicht länger als sinnvoll empfinden, zu jedem Spieltag ein Stadionheft von Fans für Fans verteilen, wird der NOTIZB-BLOCK in Zukunft nur noch bei ausgewählten Spielen erscheinen. Eine weitere Konsequenz aus der teilweise derben Kritik, ausbleibenden Unterstützung und starken Ablehnung bezüglich des In-haltes wird sein, dass der NOTIZB-BLOCK fortan nicht mehr an den Eingängen verteilt wird, sondern nur noch am FadSKi-Stand hinterm B-Block ausliegt oder direkt bei den Blauen Bombern abzuholen ist. Dazu bleibt zu sagen, dass der NOTIZB-BLOCK kurz vor seinem Ende stand. Dankeschön.

Also gebt alles! – BB95

NEUE WOLLMUETZEN
Am FadSKi-Stand werden heute dunkelblaue Wollmützen mit dem aufgestickten B-Block Stuttgart Logo verkauft. Kostenpunkt: 12€. Der Erlös davon fließt in Choreographien, neue Doppelhalter und neue Fahnen! Also shoppen für einen farbenfrohen B-Block!

SPIEBERICHT: JAHN REGENSBURG : SVK
Ausnahmsweise soll bei diesem Spielbericht aufgrund der vorgefallenen Ereignisse nicht auf das Spielgeschehen eingegangen werden. Wieder einmal wurden die angereisten Kickersfans Opfer von Repression und Sicherheitswahn.
Gegen unsere Freunde aus Regensburg arbeiteten die Blauen Bomber zwei Wochen lang mehrere Stunden an einer Freundschafts-Choreographie, die aus einem zwei Meter hohen und zehn Meter langen Spruchband und einem Doppelhalter mit zwei Meter Durchmesser bestand. Die Choreo wurde sachgemäß bereits zwei Wochen davor angemeldet, sodass man uns am Eingang des Regensburger Gästeblocks von Seiten des Sicherheitspersonal natürlich erst mal ganz schön dumm anschaute und uns von oben bis unten mit überflüssigen, da eigentlich bereits geklärten Fragen durchlöcherte. „Ist das genehmigt?“, „Was steht auf dem Spruch-band?“, „Wurde das mit dem Sicherheitschef abgesprochen?“. Nach zehnminütiger Hin- und Herfunkerei durften wir dann endlich ins Stadion und standen nun natürlich unter extremen Zeitdruck. Kurz vor Spielbeginn war dann alles bereit. Die Mannschaften liefen ein und zwei unserer Fans machten sich auf, um – wie bereits vorher doppelt abgeklärt (!) – auf den Zaun zu steigen und den Doppelhalter, auf denen die beiden Vereins-wappen verschmolzen waren, in Richtung Regens-burger Zuschauer zu präsentieren. Doch so weit sollte es gar nicht erst kommen. Auf halbem Weg nach oben wurden die beiden von ein unfähigen Sicherheitsmann vom Zaun gerissen, worauf einer der Fans hart auf den Boden fiel und der etwa 30€ teure Doppelhalter kaputt ging. Zwei Wochen Arbeit waren zerstört. Auf die Frage, was das Ganze denn solle, reagierte der Sicherheitsmann zu seinem Verhängnis mit einer Handgreiflichkeit.
Wenn sich Ordner nicht an Abmachungen halten, wieso sollten wir das dann tun? Der zunehmende Sicherheitswahn sollte mittlerweile auch für den normalen Zuschauer erkennbar sein. Erst die neuen Regelungen im eigenen Stadion, unsinnige Spruch-bandverbote von Manager Cast, die übertriebenen Sicherheitsvorkehrungen beim Spiel in Aalen und dann das. Mit pyrotechnischen Mitteln machten die Auswärtsfans schließlich ihren aufgestauten Frust deutlich und die Sicherheitskräfte waren auch hier maßlos überfordert.
Lediglich die anschließende Party mit Regensburger Fans in der Innenstadt tröstete über das Spiel hinweg. Von hier aus Grüße an die angereisten Linzer – denen es übrigens verboten wurde, eine Zaunfahne ihres Fanclubs aufzuhängen.“

Danke an die tolle Unterstützung der alten Garde und der Blue Boys, ein großer F*** Euch an alle unsere Dauergegner und Petzen (Regensburg Pyro…), eure Meinung ist und war uns schon immer egal, und wird es auch immer sein!
Wir geben ab jetzt schon mal Vollgas in Liga 4 und stimmen uns auf Gegner wie Mannheim und Ulm ein! – BB95

PS: Leute die im Vereinsforum pöbeln verdienen unsere Bewunderung… Werdet erwachsen!

PSS: Dafür, dass das Commando Cumshot uns auf ihrer Website als lächerlich und nicht beachtenswert beschreibt, wird doch regelmäßig ein relativ großer Aufwand betrieben, unser Vereinsgelände mit lustigen, gar kindlichen Kritzeleien zu beschmieren. Das zeugt von wahrer Größe, genauso wie sinnige Scherzanrufe mit Texten wie "Kickers Juden, Kichers Fotzen. *aufleg*"...

Quelle: http://blaue-bomber.blog.de/
kopfnuss
Zu den in der vergangenen Woche ausgesprochenen Stadionverboten nimmt der Verein wie folgt Stellung:

Zum Sachverhalt:
Am Samstag, den 25. November 2006 fand im GAZi-Stadion auf der Waldau die Regionalligapartie zwischen den Stuttgarter Kickers und dem VfR Aalen statt. Auf der Anreise zum Stadion um 13.40 Uhr griff eine ca. 20köpfige Gruppe, bestehend aus Fans der Stuttgarter Kickers und des SSV Jahn Regensburg, an der U-Bahnhaltestelle "Bopser", Hohenheimerstraße in Stuttgart, eine ca. 10köpfige Gruppe aus Fans des VfR Aalen an. Es kam zu Körperverletzungshandlungen sowie zum Raub eines Fanschals.
Am 8. Juni 2007 wurde der Staatsanwaltschaft Stuttgart die Strafanzeige wegen gefährlicher Körperverletzung vorgelegt. Das Polizeipräsidium Stuttgart Dezernat 1.4 beantragte am 14. Juni 2007 gegen zwanzig beschuldigte Fans ein bundesweites Stadionverbot. Nach Rücksprache mit unseren Fanbeauftragten und Rechtsanwälten entschied sich der Verein, den Fortgang bzw. den Abschluss der Ermittlungen abzuwarten. Das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (ZIS) erstattete nach Informationen der zuständigen Polizeidienststelle Meldung an den Deutschen Fußball Bund, dass der Verein trotz mehrmaliger Aufforderung noch keine Stadionverbote ausgesprochen habe. Der Verein erhielt am 26. November 2007 Post von der Rechtsabteilung des Verbandes, in dem unmissverständlich klargemacht wurde, dass der Verein sich an die Richtlinien zu halten habe und diese Verbote zeitnah auszusprechen sind. Stadionverbote sind laut DFB Maßnahmen zur Gefahrenabwehr, die Unschuldsvermutung findet daher keine Anwendung. Die gerichtlichen Ermittlungen wurden am 7. Dezember 2007 abgeschlossen, es wurde Anklage gegen sieben Kickers-Fans und zwei Regenburg-Fans erhoben. Am 13. März 2008 mussten die Stadionverbote gegen die angeklagten Personen ausgesprochen werden. Allen Beschuldigten wurde im Schreiben eingeräumt, dass bei einem Freispruch das Stadionverbot selbstverständlich wieder aufgehoben wird.

Wenn man sich alleine mal den zeitlichen Ablauf vor Augen führt, dürfte einem sofort auffallen, dass die Verantwortlichen hier nicht willkürlich oder gar gegen Personen aus der aktiven Fanszene vorgegangen sind, ganz im Gegenteil. Letztendlich blieb uns aber keine andere Wahl diese Entscheidungen zu treffen.

Wir haben aus unserer Sicht nach verschiedenen konstruktiven und fruchtbaren Aussprachen in der jüngeren Vergangenheit unter Beweis gestellt, dass wir grundsätzlich den offenen Dialog mit den Fans führen möchten. Daher ist es wirklich schade, dass in dieser Angelegenheit ohne Rücksprache Aktionen gegen den Verein bzw. deren Verantwortliche durchgeführt wurden. Wir hatten vereinbart, dass wir hinsichtlich Spruchbändern/Transparenten etc. im Vorfeld des Heimspiels gemeinsame Absprachen treffen. Leider ist dies am vergangenen Samstag nicht geschehen! Es wurde gar noch der Sicherheitsdienst angelogen. Zudem kam es zu Beginn des Spiels zu unerfreulichen und unnötigen Entgleisungen (Stichworte: "Rauchbomben", "vermummte Personen") am Parkplatz hinter dem G-Block, bei denen nur mit viel Glück keine Sachschäden entstanden sind. Über den Info-Flyer der "Blauen Bomber" wurde zudem nicht informiert.
Wir bitten zukünftig um Einhaltung der Absprachen!

Wir können voll und ganz nachvollziehen, dass momentan eine große Unzufriedenheit in der blauen Fanszene herrscht. Wir appellieren gerade in dieser Angelegenheit dennoch an die Solidarität unserer Fangemeinde und hoffen, dass die angeklagten Kickers-Fans bald freigesprochen werden.

In diesem Sinne hoffen wir den Sachverhalt umfassend und nachvollziehbar aufgeklärt zu haben.

Für ein persönliches Gespräch stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung!

Sportliche Grüße
SV Stuttgarter Kickers e.V.

Joachim Cast
Manager

Kim Stehle
Sicherheitsbeauftragter

Quelle: http://forum.stuttgarter-kickers.de/viewtopic.php?t=8115
Dicht
Zitat:
Original von kopfnuss
7 Stadionverbote im Aalen-Fall - Nicht mit uns!

[...]



Das nenne ich eine schön knackige Stellungnahme, die sich angenehm von den vor Selbstmitleid triefenden Gruppen-Statements unterscheidet, die man sonst so zu lesen bekommt. Hut ab!

Zitat:
Commando Cumshot


Hier konnte ich mir doch ein kurzes Kichern nicht verkneifen.
Dicht
Zitat:
Original von kopfnuss
Zu den in der vergangenen Woche ausgesprochenen Stadionverboten nimmt der Verein wie folgt Stellung:

[...]

Das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (ZIS) erstattete nach Informationen der zuständigen Polizeidienststelle Meldung an den Deutschen Fußball Bund, dass der Verein trotz mehrmaliger Aufforderung noch keine Stadionverbote ausgesprochen habe. Der Verein erhielt am 26. November 2007 Post von der Rechtsabteilung des Verbandes, in dem unmissverständlich klargemacht wurde, dass der Verein sich an die Richtlinien zu halten habe und diese Verbote zeitnah auszusprechen sind.


Das ist ja hochinteressant und wird bei nächstbester Gelegenheit den Herren vom DFB aufgetischt werden. Was die DFB-Rechtsabteilung da macht, widerspricht nämlich ein klitzeklein wenig dem, was der DFB in Sachen Stadionverbote zuletzt öffentlich und in den Gesprächen mit Fanvertretern kundgetan hat.

Dass die Bezeichnung "Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste" irgendwie nicht zur Abkürzung "ZIS" passt, hätte den Autoren übrigens auffallen müssen. Ansonsten finde ich aber auch diese Stellungnahme angenehm sachlich und unaufgeregt. Sowas wäre aus der Feder unserer Herren Polster und Fischer ja völlig undenkbar. Auch die Stadionverbote gehen wohl unter diesen Umständen (Anklageerhebung) in Ordnung.