kopfnuss
Zwar schon etwas älter, ist aber immer noch passend.
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| Paparazzi töteten Lady Di Oder warum wir nicht wollen, dass wir fotografiert/gefilmt werden. Würde ich nicht in einem Stadion stehen – ich glaube ich hätte mittlerweile Starallüren. Teilweise kommt es mir vor, als wenn mehr (Handy-)Kameras die Luft durchpflügen als Hände, obwohl vom Podest nach Letzteren gefragt wurde. Ein Teil müht sich ab, sing feuert an und fiebert und wieder Andere, im selben Block stehend halten lieber den Mund: Den sonst würden sie auf ihrem Handyvideo störend reinblöken. Währenddessen steht irgend ein Hobbyfotograph, den niemand kennt vor der Gruppe und knippst aus nächster Nähe Gesichter. Könnt ihr euch vorstellen hier abzugehen? Wir nicht und hier folgen die Gründe: 1. Aufnehmen? Nein, Abgehen! Unser erstes Argument gegen den Filmwahn ist ein ganz simpler: Wer mit aufnehmen und Konsumieren beschäftigt hat, hat in einem Fanblock nichts zu suchen. Wir sind hier, weil wir Sankt Pauli unterstützen wollen. Wir sammeln uns hier, weil wir gemeinsam lauter sind, weil es nicht so einfach ist, zwischen lauter schweigenden Menschen zu singen. Und somit sollte an deinem Platz vielleicht jemand anders stehen, wenn du deine Zeit eh nur mit Aufnehmen verbringst. Wenn alle nur auf die „record“-Taste drücken würden, gäbe es nichts mehr abzuspeichern. 2. Bin ich hier im Zoo? Wer schon länger in diesem Fanblock steht, kennt sie sicherlich: Ständig werden Vokabeln wie „Freak“ oder „durchdrehen“ gebracht, der Block zum anfeuern und „komplett aus sich herausgehen“ aufgefordert. Wer aber „alles geben“ will, muss erstmal zahlreiche soziale Grenzen übersteigen, was zum Glück bei vielen hier mittlerweile funktioniert. Allerdings ist das ein ganzes Stück schwieriger, wenn dich dabei 10 Handys abfilmen, wäre bei dir auch nicht anders, oder? 3.Ich will da nicht zu sehen sein! Eigentlich das Wichtigste. Die Meisten hier im Block wollen nicht gefilmt werden. Und fertig ist. Vom allgemeinen Unwohlsein, was das Wieder finden des eigenen Gesichts auf diversen Internetseiten oder bei Youtube angeht – was natürlich ebenfalls ausreichen würde, um das dauergefilme zu beenden – ist es für viele Leute in unserem Block eben auch aus tieferen Gründen nicht angenehm, veröffentlicht zu werden. Die Anzahl der politisch Aktiven Menschen ist sehr hoch, diesen zu ermöglichen, weiterhin ihrem Hobby nachzugehen, ohne befürchten zu müssen, von AntiAntifaaktivisten abgeknipst zu werden oder denen die Fotos über Fanpages zu liefern ist ein weiterer Beweggrund für unsere Antifotokampagne. Auch unseren Flüchtlingen, die wir mit ans Millerntor bringen, ist mit Veröffentlichungen nicht wirklich geholfen. 4. Deine Aufnahmen sind scheiße! Sorry, aber ist so. Ein eklig verpixeltes Video mit übersteuertem Ton auf Youtube oder das Handykamerafoto aus dem Block in einer Bildergalerie: Gute Werbung für unsere Fanszene ist das wirklich nicht. Da lohnt es sich eher, die Fotos der Altbewährten Fotografen, denen auch bewusst ist, wie sie mit dem Material umzugehen haben, abzuwarten. Weniger wäre wirklich mehr, gerade auch bei Youtube! Oder glaubt ihr, dass der Sankt Pauli aufgeschlossene Mensch sich gerne durch 20 Schrottvideos klickt, um irgendwann was Mitreißendes zu finden? Gemeinsam statt Gegeneinander! Da wir über diese Dinge schon lange diskutieren und auch schon in anderen Medien Texte über unsere Wünsche und Kritik was das filmen/abfotografieren angeht verbreitet haben, ist der Frustfaktor, ob der teilweise wirklich einfach ignoranten Haltung sehr hoch. Wir wissen, dass in Einzelfällen filmende oder fotografierende Sankt Paulianer zu harsch angegangen wurden und hoffen, dass dies auch nicht wieder passiert. Allerdings hoffen wir gleichzeitig auf euer Verständnis unseren Wunsch das Filmen zu unterlassen betreffend. Danke fürs lesen, bei Gesprächswunsch entweder hier (vor dem Spiel) oder am Mittwoch im LIZ melden. Und nun auf drei Punkte, Forza Sankt Pauli! http://www.ultra-stpauli.com/diverses/ladydi.pdf |
