Stellungnahme der Boyz Mosella – Ultras Trier

kopfnuss
Stellungnahme der Boyz Mosella – Ultras Trier

Wenn Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht!!

Lange Zeit haben wir uns vor diesem Schritt und dem mit ihm verbundenen Folgen geziert und andere Wege gesucht und gefunden. Aber Samstag wurde der Punkt erreicht, der das Fass endgültig zum Überlaufen brachte.

Wir sehen uns gezwungen damit an die Öffentlichkeit zu gehen und mit allen uns gegebenen (zur Verfügung stehenden) Mitteln dagegen vorzugehen.

Die Spitze des Eisberges von Repression und Willkür wurde Samstag auf der Rückfahrt vom Auswärtsspiel in Idar-Oberstein erreicht.

Den Hinweg hatte man zusammen im Bus bewältigt, nachdem man aber bereits im Stadion erfuhr, dass die 10 Zugfahrer auf dem Hinweg schon massiv in Saarbrücken von hiesigen Fans bedrängt und bedroht wurden, entschied man sich nach dem Spiel zur gemeinsamen Rückfahrt per Zug.

Diese wurde auch von ca. 30 Personen der Ultraszene ohne Vorfälle bis nach Saarbrücken bewältigt. Dort angekommen wurde man von einem Großaufgebot der hiesigen Polizei direkt am Gleis eingekesselt und in Empfang genommen.

Und man sollte Recht behalten, während dem einstündigen Aufenthalt auf dem Bahnsteig, im Kessel der Polizei kam es kurz vor Abfahrt zum Angriff der Saarbrücker von der gegenüberliegenden Seite. Nach kurzzeitiger Rennerei und teilweise chaotischen Szenen, trennte die Polizei beide Gruppen und drängte die Saarbrücker zurück in den Hauptbahnhof.

Die anwesenden Trierer Ultras reagierten auf fortwährenden Knüppel- und massiven Hundeeinsatz -sich den möglichen Folgen bewusst- besonnen, deeskalierend und ruhig. Nachdem sich alle Trierer in der Mitte des Bahnsteigs einfanden, kehrte wieder Ruhe ein. Dann aber wurde bemerkt, dass ein Trierer im vorhergegangen Chaos verschwunden war und von der Polizei im inneren des Hauptbahnhofes festgehalten wurde, woraufhin man geschlossen am Bahnsteig wartete und dies den anwesenden Zivilpolizisten aus Trier sowie Uniformierten aus Saarbrücken ruhig mitteilte.

Je näher die Abfahrt des bereit gehaltenen Zuges aber rückte umso unmissverständlicher ging von der Polizei aus, „wir hätten uns zu verpissen“. Dies lehnten wir jedoch vollkommen friedlich und ruhig weiterhin ab. Das sah der Einsatzleiter als Startsignal, den Kessel der Polizei enger zu ziehen und ohne Bekanntgabe einer Maßnahme oder Einsatzzieles die anwesenden Trierer in den Zug zu treiben.

Bilder ähnlich einer Viehjagd brachen aus und in purer Panik stürzten und fielen Menschen übereinander, in den Zug oder zwischen die Gleise getrieben von Schlagstöcken und Hunden….

Bilder, die sich tief in die Köpfe der anwesenden Jugendlichen gebrannt haben dürften, die doch friedlich und ohne jeglichen gegebenen Anlass auf die Rückkehr ihres Freundes warteten.

Personen, die Verletzen und Gestürzten auf halfen, wurden zu Boden geknüppelt und gewaltsam von mehreren Staatsdienern festgenommen und zu Boden geworfen, was für die bis dato friedlichen und arg gescholtenen Anhänger zu aktiver und fast panischer Gegenwehr trieb zur Selbstverteidigung gegen vollkommen emotionslose „Freunde und Helfer“.

Leider musste es soweit kommen, damit überhaupt noch mal Ruhe einkehren konnte und man sich in das innere des Zuges zurückziehen konnte.

Hier stellte sich das Ergebnis dar: 4 Festnahmen durch die Polizei, 1 leicht verletzter Polizist sowie mehrere Platzwunden, Prellungen und Beulen bei den verbliebenen Zugfahrern. Aber trotz noch im stehenden Zug folgender Provokationen der Diensthabenden Beamten verhielten sich die restlichen Personen ruhig und gaben nicht wie gewollt weitere „Rechtfertigungen“ zur Gewalt Ihnen gegenüber.

Stattdessen kümmert man sich um die Verwundeten, wobei die Polizei dies nach allen Mitteln der Kunst schikanierte und die Versorgung der Verletzten ablehnte.

Eine davon betroffene Person wurde, während ich diese Zeile schreibe, ins Krankenhaus überwiesen, von mehreren Schlagstöcken am Kopf getroffen, brach er bereits im Zug zusammen. Die Ärzte wissen noch nicht was er hat….

Unsere Gedanken gelten ihm!

Nichtsdestotrotz entsprach das weitere Verhalten nicht dem Verhalten der von Medien und Polizei gepredigten gewalttätigen Ultras und trotz leider genügender Gründe setzte man gewaltlos seinen Heimweg fort.

Der endgültige traurige Höhepunkt sollte aber noch Folgen, als man kurz hinter Saarbrücken seine Gefangen 2 Std. später abholte.

Diese konnte von weiteren der menschlichen Würde vollkommen fraglichen Vorfällen berichten und keiner verlies das Gefängnis ohne beleidigt, gedemütigt oder geschlagen worden zu sein. Schockierende Berichte und Erinnerungen der Betroffenen nehmen seid dem nicht ab. Mehrere mussten sich in Ärztliche Behandlung geben, bei dem zum Teil schwere Wirbelsäulenschäden festgestellt wurden sowie geprellte Rippen.

Das ist der heutige Stand und eine damit verbundene Situation, die für uns als Gruppe endgültig nicht mehr tragbar ist!

Eine Polizeieinheit die auf ganzer Linie versagte, überforderte Zivilpolizisten aus Trier als stille und scheinbar handlungsunfähige Beobachter. Mehrere ernsthaft Verletzte oder geschädigte Fußballanhänger, auf die am Ende der Fahnenstange noch mehrere Anzeigen sowie vielleicht langjährige Stadionverbote warten.

Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um dem entgegen zu wirken und dagegen anzukämpfen.

Selten wurde uns in einer solchen schonungslosen Realität die Willkür und Repression der Polizei aufgezeigt.

Der Schock sitzt immer noch tief und man hofft auf die Unterstützung des Vereins, der sich endlich mal auf das, was ihn doch wirklich ausmacht besinnen sollte – nämlich uns, seine treuen Anhängern. Der Verein sollte nicht länger der Spielball für scheinbar nicht (immer) an Gesetze gebundene „Exekutive“-Kräfte zu sein!

Dies soll keine Rechtfertigung für irgendwelche im Affekt geschehen Taten oder gar Aufruf zu Gewalt oder Ähnlichem darstellen.

Nur für uns ist endgültig der Zeitpunkt erreicht, an dem zu viel passiert ist, eine Zeit in der Ultras ohne jegliche Kenntnisse oder Fakten doch von Hause vorverurteilt sind in diesem Staat.

Es gilt weiterhin mit jeglichen gebotenen Mitteln dagegen vorzugehen, Freiräume zu erkämpfen und für seine (Menschen-)rechte einzustehen.

In diesen Tagen, in denen man scheinbar als Menschen zweiter Klasse gilt, liegt es vielleicht auch ein wenig in den Händen des Vereins, auf welche Seite er sich stellt. Ob man endlich einmal anfängt seine Fans zu verteidigen, oder kritisch zu hinterfragen.

Hierfür wäre sicher auch sehr interessant eine Begutachtung der Videoaufnahmen des Saarbrücker HBF….

Aber ob das Menschen, die scheinbar danach verurteilt werden, was auf Ihren Kleidern steht, 2008 im Rechtsstaate Deutschland möglich sein wird, wird die Zukunft zeigen…….

Trier den 10. März 2008

Boyz Mosella – Ultras Trier

- Nur die Sache ist verloren, die man aufgibt -
kopfnuss
Miral
Immer und immer wieder fehlen einem bei sowas die Worte.
Marvin -NNBE-
Einfach nur KRASS! Mir fällt da NIX mehr zu ein.
Oblivion
Ich vermute mal dass die Kameras im Bahnhof leider defekt waren bzw. gerade nicht in Betrieb.
El Patricio
Zitat:
Original von Oblivion
Ich vermute mal dass die Kameras im Bahnhof leider defekt waren bzw. gerade nicht in Betrieb.


Wenn man die Aufnahmen sehen will muß man da wohl anfragen. Von selbst werden Mehdorns Knechte nicht kommen und fragen, wer die Videos sehen will.
Da kann nicht jeder x-beliebige fragen. Das sollte schon ein Richter, ein Staatsanwalt oder ein Rechtsanwalt beantragen. So lange das niemand tut bleibt es ein Geheimis, was auf den Bändern ist. Und sicherlich werden die das da keine zwei Jahre aufbewahren sondern nach ner Zeit überschreiben.
Nur vom schreiben weinerlicher Artikel passiert da nix.
~Sangue Verde~
Zitat:
Original von Oblivion
Ich vermute mal dass die Kameras im Bahnhof leider defekt waren bzw. gerade nicht in Betrieb.


Gegen den Überwachungsstaat und so..
Schiller
Zitat:
Original von El Patricio
Nur vom schreiben weinerlicher Artikel passiert da nix.


Was hat das bitteschön mit weinerlichen Artikeln zutun??? Kein bisschen!
El Patricio
Ganz einfach (meine Meinung):
Artikel wie dieser häufen und häufen sich, überall im Netz findet man sie.
Was aber bitte wollen die Autoren damit erreichen?
Sind wir doch mal ehrlich: Vielen (nicht allen) dieser Artikel fehlt es an Objektivität. Wie z.B. würde der entsprechende Einsatzbericht der Cops oder der Artikel der SB´ler aussehen? Dann hätten wir wohl drei verschiedene Versionen....
Das ein oder andere Mal habe auch ich solche Aktionen mehr oder weniger nah am eigenen Leib mitbekommen. Da gab es jedesmal einen Haufen Pappnasen, die bewusst provoziert haben und den Starken gemacht haben, weil es ja cool ist sich mit der Polizei anzulegen. So welche gibts in fast jeder Gruppe.
Mich stört der Artiel als solcher:
30 Mann am HBF Saarbrücken weil man zehn Zugfahrer nicht alleine zurück fahren lassen wollte. Warum steigen 20 Mann vom Bus für die Rückfahrt auf den Zug um (was jedem ja auch Mehrkosten bereitet) wegen 10 Kumpels? Warum teilt man statt dessen die zehn nicht auf die vorhandenen Busse und Pkw auf? (wenn man nicht "erlebnisorientiert" ist)
Warum meint man, mit einer großen Gruppe von 30 Mann fahren zu müssen? Weil man schon mit Stress rechnet und diesen ja indirekt sucht.
Von I.-O. zurück nach Trier gibts wohl auch Wege, die nicht über SB führen.
TR <--> SB ist wie Werder / H?V oder BVB/Scha?ke, nur im kleineren Rahmen.

Fragen über Fragen stellen sich mir da.......
FreakOut
Zitat:
Warum steigen 20 Mann vom Bus für die Rückfahrt auf den Zug um (was jedem ja auch Mehrkosten bereitet) wegen 10 Kumpels?


Weil es Freunde sind und man so einen Zusammenhalt symblisiert!
Ich finde es selbstverständlich seine Freunde nicht zurückzulassen.
Knackebrot
ja, einen oder zwei. Aber eine Gruppe von 10 Leuten, die nicht jünger als 15 sind, kann man wohl ohne weiteres alleine fahren lassen.

Zurücklassen ist auch ein tolles Wort dafür. Wir leben hier ja auf einem Schlachtfeld und dürfen unsere Kameraden nicht den Feinden in die Hände fallen lassen. Kameraden werden nicht zurückgelassen. Ja, Fußball insb. in Deutschland ist wirklich Krieg.

Der Beitrag von El Patricio geht schon in die richtige Richtung. Ein Vorfall zwei Meinungen und die Mitte wird meistens stimmen.
UTB-TimORoggy
Zitat:
Original von El Patricio
Ganz einfach (meine Meinung):
Artikel wie dieser häufen und häufen sich, überall im Netz findet man sie.
Was aber bitte wollen die Autoren damit erreichen?
Sind wir doch mal ehrlich: Vielen (nicht allen) dieser Artikel fehlt es an Objektivität. Wie z.B. würde der entsprechende Einsatzbericht der Cops oder der Artikel der SB´ler aussehen? Dann hätten wir wohl drei verschiedene Versionen....
Das ein oder andere Mal habe auch ich solche Aktionen mehr oder weniger nah am eigenen Leib mitbekommen. Da gab es jedesmal einen Haufen Pappnasen, die bewusst provoziert haben und den Starken gemacht haben, weil es ja cool ist sich mit der Polizei anzulegen. So welche gibts in fast jeder Gruppe.
Mich stört der Artiel als solcher:
30 Mann am HBF Saarbrücken weil man zehn Zugfahrer nicht alleine zurück fahren lassen wollte. Warum steigen 20 Mann vom Bus für die Rückfahrt auf den Zug um (was jedem ja auch Mehrkosten bereitet) wegen 10 Kumpels? Warum teilt man statt dessen die zehn nicht auf die vorhandenen Busse und Pkw auf? (wenn man nicht "erlebnisorientiert" ist)
Warum meint man, mit einer großen Gruppe von 30 Mann fahren zu müssen? Weil man schon mit Stress rechnet und diesen ja indirekt sucht.
Von I.-O. zurück nach Trier gibts wohl auch Wege, die nicht über SB führen.
TR <--> SB ist wie Werder / H?V oder BVB/Scha?ke, nur im kleineren Rahmen.

Fragen über Fragen stellen sich mir da.......


geb ich dir vollkommen recht.

wenn man so eine aktion bringt muss man eben auch mit den konsequenzen leben und jeder, der solch eine oder eine ähnliche situation einmal mitgemacht hat, muss eigentlich sagen, dass man das risiko doch indirekt in kauf nimmt. man weiß was passiert. um so schlimmer ist es, dass man sich hinterher immer beschwert.
manchmal frage ich mich, wo die leute ihren sinn für die realität haben! Ein jeder weiß was passieren kann und von daher muss/kann/will man es in kauf nehmen und muss somit auch mit dem nachspiel rechnen.

Ob nun die Aktion der Grünen Grundsätzlich richtig ist, ob das politische System in diesem Zusammenhang versagt hat, ist da eine ganz andere frage. Sicherlich ist dies auch nicht in ordnung. Brauchen wir nicht drüber zu diskutieren, aber ich gebe dir vollkommen recht, ein bißchen weniger rumgeweine und ein bißchen mehr selbstkritik ist wirklich einmal angebracht. Da ich ganz ehrlich sagen muss, ich kann es nicht mehr hören, alle sind die bösen nur die ultras nicht. sorry aber wer so denkt hat jeglichen sinn für die realität verloren!

Beste Grüße, Roggy
King<of>Queens
ohne worte.....