Kuddel
Münster - Es ist der 22. Februar, Freitagabend. Gerade hat der SC Preußen das Oberligaspiel gegen Eintracht Rheine mit 2:0 gewonnen. Langsam leert sich das Stadion. Kein Grund zur Aufregung, die Begegnung zählt nicht zu den sogenannten Problemspielen. Und doch kommt es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Mitgliedern der Preußen-Fangruppe „Curva Monasteria“ und der Polizei beziehungsweise Ordnern.
Vorangegangen war der Versuch zunächst zweier Stadionordner, eine zuvor entwendete Fahne eines gegnerischen Fans zurückzuerlangen. Aufgrund von Videoaufnahmen, die die Polizei gestern während einer Pressekonferenz zeigte, ist die darauf folgende Eskalation deutlich zu sehen. Es handelt sich dabei um unbearbeitetes Filmmaterial der Polizei.
Derweil die beiden Ordner augenscheinlich nicht zum Erfolg kommen, stoßen vier – nach Aussage von Norbert Westphal, Leiter der Polizei-Inspektion Münster, – Streifenpolizisten hinzu. Die Beamten führen weder Helm noch Schlagstock mit, das zeigt das Video deutlich. Plötzlich fliegen Fahnenstangen und Getränkebecher, es kommt zu Handgreiflichkeiten, es wird geschubst. Warum die Situation eskaliert, wird nicht klar. Aber, dass sie eskaliert. Aus der „homogenen Masse wird geschlossen vorgegangen“, kommentiert Polizeipräsident Hubert Wimber die 6:40 Minuten lange Videosequenz.
Polizei reagiert mit Hausdurchsuchung und Festnahmen auf Gewalt im Preußen-Stadion
Szenenwechsel, gut zwei Wochen später: Zwei Einsatzzüge der Polizei mit je 30 Beamten fahren vor dem SCP-Heimspiel gegen Schalke 04 II zu einem Gebäude in der Nieberdingstraße, dem Domizil der „Curva Monasteria“, und verschaffen sich gewaltsam Zutritt. Ein Hausdurchsuchungsbefehl der Staatsanwaltschaft liegt vor. Die angetroffenen Bewohner und Gäste werden zum Teil auf dem Boden liegend mit so genannten Kabelbindern gefesselt.
Sieben Personen werden erkennungsdienstlich behandelt. Gegen drei werde wegen des Verdachts des schweren Landfriedensbruchs ermittelt. Geringe Mengen an pyrotechnischem Material werden sichergestellt. Ob auch nur dessen Besitz strafbar ist? Im vorliegenden Fall handele es sich um im Ausland hergestelltes Material – und das zu besitzen, sei sehr wohl verboten, heißt es.
„Die Polizei hat, was ich mitbekommen habe, zwei oder drei Silvesterraketen mitgenommen“, schilderte gestern Thomas K (20), einer der beiden Bewohner des Hauses. Nach einer „langen Nacht“ sei er morgens um kurz nach elf Uhr in seinem Zimmer von einem Polizisten mit den eindringlichen Worten geweckt worden, die Hände vorzuzeigen und auf dem Rücken zu verschränken. Es wurden ihm Kabelbinder angelegt. So gefesselt, verharrt er etwa eine Stunde bäuchlings auf dem Bett liegend. Fragen nach dem Warum, dem Tatvorwurf, seien zunächst unbeantwortet geblieben, schildert er. „Wir haben wohl mit einer Polizeiaktion zum Spiel gegen Schalke gerechnet, aber nicht mit solch einer. Ich habe mich wie ein Verbrecher gefühlt.“ Nach Aufnahme seiner Personalien war er wieder frei.
Am Motnagmittag also die Video-Vorführung der Polizei. Warum? „Wir wollen den Vorstand des SC Preußen und die Öffentlichkeit informieren“, sagt Wimber. Zwischenzeitlich wurde der Vorwurf laut, die Polizei sei „unverhältnismäßig vorgegangen und würde die Fans kriminalisieren.“ Wimber: „Es gibt für einige dieser Fans ein Selbstverständnis, nach dem sie allein die Regeln im Stadion bestimmen. Doch wir sind uns einig mit dem Preußen-Vorstand: Es gibt keinen rechtsfreien Raum, auch nicht im Stadion.“
//admin.edit: Das nächste mal bitte vorher Formatieren. Und wo ist die Quelle?
Vorangegangen war der Versuch zunächst zweier Stadionordner, eine zuvor entwendete Fahne eines gegnerischen Fans zurückzuerlangen. Aufgrund von Videoaufnahmen, die die Polizei gestern während einer Pressekonferenz zeigte, ist die darauf folgende Eskalation deutlich zu sehen. Es handelt sich dabei um unbearbeitetes Filmmaterial der Polizei.
Derweil die beiden Ordner augenscheinlich nicht zum Erfolg kommen, stoßen vier – nach Aussage von Norbert Westphal, Leiter der Polizei-Inspektion Münster, – Streifenpolizisten hinzu. Die Beamten führen weder Helm noch Schlagstock mit, das zeigt das Video deutlich. Plötzlich fliegen Fahnenstangen und Getränkebecher, es kommt zu Handgreiflichkeiten, es wird geschubst. Warum die Situation eskaliert, wird nicht klar. Aber, dass sie eskaliert. Aus der „homogenen Masse wird geschlossen vorgegangen“, kommentiert Polizeipräsident Hubert Wimber die 6:40 Minuten lange Videosequenz.
Polizei reagiert mit Hausdurchsuchung und Festnahmen auf Gewalt im Preußen-Stadion
Szenenwechsel, gut zwei Wochen später: Zwei Einsatzzüge der Polizei mit je 30 Beamten fahren vor dem SCP-Heimspiel gegen Schalke 04 II zu einem Gebäude in der Nieberdingstraße, dem Domizil der „Curva Monasteria“, und verschaffen sich gewaltsam Zutritt. Ein Hausdurchsuchungsbefehl der Staatsanwaltschaft liegt vor. Die angetroffenen Bewohner und Gäste werden zum Teil auf dem Boden liegend mit so genannten Kabelbindern gefesselt.
Sieben Personen werden erkennungsdienstlich behandelt. Gegen drei werde wegen des Verdachts des schweren Landfriedensbruchs ermittelt. Geringe Mengen an pyrotechnischem Material werden sichergestellt. Ob auch nur dessen Besitz strafbar ist? Im vorliegenden Fall handele es sich um im Ausland hergestelltes Material – und das zu besitzen, sei sehr wohl verboten, heißt es.
„Die Polizei hat, was ich mitbekommen habe, zwei oder drei Silvesterraketen mitgenommen“, schilderte gestern Thomas K (20), einer der beiden Bewohner des Hauses. Nach einer „langen Nacht“ sei er morgens um kurz nach elf Uhr in seinem Zimmer von einem Polizisten mit den eindringlichen Worten geweckt worden, die Hände vorzuzeigen und auf dem Rücken zu verschränken. Es wurden ihm Kabelbinder angelegt. So gefesselt, verharrt er etwa eine Stunde bäuchlings auf dem Bett liegend. Fragen nach dem Warum, dem Tatvorwurf, seien zunächst unbeantwortet geblieben, schildert er. „Wir haben wohl mit einer Polizeiaktion zum Spiel gegen Schalke gerechnet, aber nicht mit solch einer. Ich habe mich wie ein Verbrecher gefühlt.“ Nach Aufnahme seiner Personalien war er wieder frei.
Am Motnagmittag also die Video-Vorführung der Polizei. Warum? „Wir wollen den Vorstand des SC Preußen und die Öffentlichkeit informieren“, sagt Wimber. Zwischenzeitlich wurde der Vorwurf laut, die Polizei sei „unverhältnismäßig vorgegangen und würde die Fans kriminalisieren.“ Wimber: „Es gibt für einige dieser Fans ein Selbstverständnis, nach dem sie allein die Regeln im Stadion bestimmen. Doch wir sind uns einig mit dem Preußen-Vorstand: Es gibt keinen rechtsfreien Raum, auch nicht im Stadion.“
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