Kripo-Razzia bei DFB und DFL

Maximus
Zitat:
Verdacht auf Kartellverstöße

Kripo-Razzia bei DFB und DFL
Die Geschäftsräume des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der Deutschen Fußball-Liga (DFL) in Frankfurt/Main sind am Dienstag (26.02.08) von Beamten der Kriminalpolizei und des Bundeskartellamtes untersucht worden. Dabei wurden Unterlagen beschlagnahmt. Es werde untersucht, ob DFB, DFL und die Vereine beim Sponsoring Absprachen getroffen haben, teilte das Kartellamt in Bonn mit. DFB und DFL haben alle Vorwürfe empört zurückgewiesen.

Die Durchsuchung erfolgte aufgrund eines auf Antrag des Bundeskartellamtes erlassenen Beschlusses des Amtsgerichts Bonn. Die Aktion wurde im Rahmen eines gegen DFB und DFL eingeleiteten Ordnungswidrigkeiten-Verfahrens wegen "des Verdachts wettbewerbsbeschränkender Absprachen" durchgeführt. Nach Darstellung des Bundeskartellamtes sollen der DFB und die DFL eine Arbeitsgruppe für den Bereich des Sponsorings mit dem Ziel gebildet haben, den Wettbewerb zwischen dem DFB und den Lizenzvereinen um Sponsoren auszuschließen.

"Begründeter Verdacht"
Auslöser der Ermittlungen war nach Angaben des Bundeskartellamts ein vor knapp einem Jahr erschienener Bericht in der Sport-Bild, in dem ein Konflikt zwischen Bayer Leverkusen und dem DFB um den damaligen Leverkusener Sponsor geschildert wird. Darin wurde Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser mit den Worten zitiert: "Es kann nicht sein, dass der DFB und der Ligaverband oder auch seine Vereine sich gegenseitig Konkurrenz bei den Sponsorenverhandlungen machen."

Die Wettbewerbshüter wollen nun offenbar prüfen, ob Holzhäusers Forderung auf Gehör gestoßen ist und DFB und Liga womöglich Arrangements getroffen haben, sich bei der Suche nach Sponsoren nicht mehr gegenseitig in die Quere zu kommen. "Es besteht ein begründeter Verdacht, dass der Wettbewerb um Sponsoren zwischen DFB, DFL und den Vereinen ausgeschaltet wurde", erklärte Kartellamts-Sprecherin Silke Kaul auf Anfrage des Sport-Informations-Dienstes (sid).

DFB und DFL wiesen Vorwürfe zurück
DFB und DFL, denen das Ordnungswidrigkeiten-Verfahren und der darin geschilderte Verdacht nach eigener Aussage bislang völlig unbekannt waren, weisen die Vorwürfe zurück. Der DFB teilte mit, dass er alle Facetten der Rechtmäßigkeit dieser Ermittlungsmaßnahme überprüfen lassen werde, insbesondere die Verhältnismäßigkeit der Durchsuchung. Kartellamts-Sprecherin Kaul wies den Vorwurf der Unverhältnismäßigkeit zurück: "Wir haben unsere Gründe dafür, warum wir die Form einer Hausdurchsuchung gewählt haben. Es gibt auch die Möglichkeit, sich schriftlich Sachverhalte darstellen zu lassen, aber wir haben bewusst darauf verzichtet."

Niersbach: "Für uns alle unfassbar"
"Dieser Vorfall ist für uns alle unfassbar", sagte DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach. "Da wir stets korrekt und fair mit allen Behörden zusammenarbeiten gibt es nicht den geringsten Grund, etwas zu verschleiern. Hätte uns das Bundeskartellamt direkt kontaktiert, hätte es eine saubere Antwort mit allen gewünschten Unterlagen erhalten. Wir erkennen nicht den Hauch eines Ansatzes für unrechtmäßiges Verhalten bei uns."


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