Dr. Steif
Weser Kurier 31.12.2007
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| Simple Selbstgerechtigkeit Es ist bemerkenswert, mit welch simpler, den gesellschaftlichen Zustand völlig ausblendender Selbstgerechtigkeit Herr Krug in seinem Leserbrief von Kriminellen spricht. Menschen, die er nicht kennt, werden von ihm in eine bestimmte Ecke gedrängt. Lösung von Herrn Krug: Hau drauf und Schluss mit diesen Hohlköpfen, in dem man sie zum Abkühlen in die Weser jagt. Gewalt mit mehr Gewalt lösen zu wollen, daran sind schon ganze Diktaturen gescheitert. Und trotzdem ist dieses Schmalspurdenken nicht aus den Köpfen zu bekommen. Auch einem gewissen Kreis der Anwohnerschaft scheint es nicht klar zu werden, dass der Preis für ein hohes Niveau im soziokulturellen Umfeld auch damit zu tun hat, dass sich Werder erdreistet, dort im Jahr etwa 25 Fußballspiele auszutragen. Natürlich ist die Anwohnerzone zu klein, Frau Wehr, und ich kann den Unmut über die stinkenden Busse verstehen. Deshalb soll das neue Verkehrskonzept fortentwickelt werden. Deshalb sind, wie nirgends sonst in ganz Bremen, Bürger, Beirat und Bücking auch in der Beteiligung. Ich bitte aber zu verstehen, dass jeder einzelne Mensch es doch wohl für sich entscheiden darf, was für ihn eine "wirklich wichtige soziale und kulturelle Einrichtung" ist. Es soll Fußballfans geben, die für Kammerkonzerte und staatlich geförderte Intellektuellenkultur keinen Cent investieren würden. Auch diese Einstellung ist falsch. Sie sollten nicht so vermessen sein, alleinig zu wissen, was in unserer Stadt als erhaltenswert an öffentlich unterstützten Einrichtungen zu gelten hat. Kultur ist die Pflege des Körpers und des Geistes - niemand wird bestreiten, dass auch Fußball beides geben kann. UWE JAHN, BREMEN |