Vereinen droht der Entzug der Gemeinnützigkeit

xytobiyx
Vereinen droht der Entzug der Gemeinnützigkeit

Den Fußballvereinen der ersten und zweiten Bundesliga droht der Verlust der Gemeinnützigkeit. Dies würde erhebliche finanzielle Einbußen bedeuten. Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums erklärte, bei der Betriebsprüfung von Vereinen sei eine zunehmende Kommerzialisierung des Fußballs festgestellt worden. Deshalb wolle das Ministerium das Thema mit den Vertretern der obersten Finanzbehörden der Länder demnächst „ergebnisoffen“ erörtern. Er bestätigte damit einen „Spiegel“-Bericht. Die Abteilung Bundesbetriebsprüfung des Bundeszentralamtes für Steuern vertritt dem Magazin-Bericht zufolge die Auffassung, dass den Vereinen in den meisten Fällen die Gemeinnützigkeit zu entziehen ist.


Quelle
Werder1899
hab da auch ma was von gehört. ich mein das hansa rostock da auch betroffen were wenn ichmich net irre
aXliner
Welcher Verein wäre davon denn nicht betroffen, wenn man Werbung für irgendwelche Firmen macht?
Erik
Es geht bestimmt um die Ausmaße. Spontan habe ich mich über Millionensummen gefreut, die den deutschen Fußball ins Mittelalter befördern. Scheint ja dann doch nicht so drastisch zu sein.

Hier bei kicker online.
mazzo
Gilt das dann nur für die Vereine, die ihre Profiabteilungen noch nicht in GmbHs (respektive AGs/aAs) ausgegliedert haben?
RE Wolle
Warum macht Werder wohl die Aktion 100 Vereine - 100 Schulen? Über solche Projekte wollen sie noch ihre Gemeinnützigkeit hervorheben oder böse gesagt retten. Die Clubs handeln doch heute alle nicht mehr wie Vereine im eigentlichen Sinne wie auf dem Dorf, sondern als Unternehmen.
Janfred
Zitat:
Original von RE Wolle
Warum macht Werder wohl die Aktion 100 Vereine - 100 Schulen? Über solche Projekte wollen sie noch ihre Gemeinnützigkeit hervorheben oder böse gesagt retten. Die Clubs handeln doch heute alle nicht mehr wie Vereine im eigentlichen Sinne wie auf dem Dorf, sondern als Unternehmen.



Ist das denn eine Aktion des Sport Verein "Werder" von 1899 e.V. oder von der Werder Bremen GmbH & Co KG aA ???
Erik
Das ist in erster Linie eine Aktion um aus dem relativ schwachen Umfeld schon in jungen Jahren Fans zu rekrutieren. Sehe ich zumindest so.
Herr-0in
Ich weis gar net wo das Problem ist???Profi-Fussballvereine wollen und sind nun mal wirtschaftliche Unternehen, warum also diese steuerlichen Vorteile? Wenn ein FCB 18 Millionen Gewinnmachen kann? Das müssen die "Vereine" mal einem Mittelständischenbetrieb erklären.
evil uncle
Zitat:
Original von mazzo
Gilt das dann nur für die Vereine, die ihre Profiabteilungen noch nicht in GmbHs (respektive AGs/aAs) ausgegliedert haben?


Jo, so sollte das sein.
Ich hab mich schon lange gefragt, wie der FC Gasprom Veltins noch als gemeinnütziger Verein geführt werden kann...
Bene_NRW
Soziale Verantwortung: "Kids Club" und "60 Plus" werden eingeführt

Auch der sozialen Verantwortung von Werder Bremen will das neue, alte Präsidium der Grün-Weißen weiterhin Rechnung tragen. So soll das vor einer Woche mit dem 20.000 Euro dotierten NordWestAward preisgekrönte Projekt "100 Schulen – 100 Vereine" ausgebaut werden. Zudem plant Fischer die Einführung eines "Kids-Club" für die jüngsten Werderaner und eine Initiative für Ältere unter dem Namen "60 Plus". Mit dieser Erweiterung des Angebotes will die Vereinsführung auch auf die stark gestiegene Mitgliederzahl reagieren, die in diesem Sommer die 30.000er-Marke durchbrochen hat.

In seiner Rede rief Fischer alle Mitglieder dazu auf, die Herausforderungen der kommenden Jahre positiv anzunehmen und versprach, sich auch weiterhin dafür einzusetzen, dass "Werder ein lebendiger, aktiver und gesunder Verein bleibt, der sich seiner Tradition bewusst ist." Fischer weiter: "Tradition heißt bei Werder nicht, die Asche der Vergangenheit zu bewachen, sondern die Glut und das Feuer für die Zukunft von grün-weiß immer wieder neu zu entfachen."

http://www.werder.de/aktuelles/news/meldung.php?id=11986

ein Schelm, der da einen Zusammenhang erkennt ...
mazzo
dazu auch:

Zitat:

Fußballvereine
Zu viel Kommerz
Den Bundesligavereinen droht die Aberkennung der Gemeinnützigkeit - und damit der Verlust von Steuerprivilegien. Für die millionenschweren Fußballklubs könnte das teuer werden.
Von Claus Hulverscheidt

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, in welch unterschiedlichen Welten die Bundesligavereine und der gemeine Fan gut 100 Jahre nach Gründung des Deutschen Fußballbundes leben, dann hat ihn Uli Hoeneß mit seiner Brandrede von vergangener Woche geliefert. Von teuren Stadien war da die Rede, von teuren Spielern und teuren VIP-Logen.

Und von Fans, die gerade einmal sieben Euro für ihren Stehplatz bezahlen und dennoch die Dreistigkeit besitzen, sich über die lahme Stimmung in der hypermodernen Allianz-Arena zu beklagen. Selbst die deutschen Finanzämter haben jetzt bei Betriebsprüfungen von Erst- und Zweitligaclubs festgestellt, dass der Fußball von einer "zunehmenden Kommerzialisierung" geprägt sei - wobei das eigentlich Erstaunliche ist, dass sie die Welt mit dieser Feststellung bis zum Jahr 2007 warten ließen.

Was klingt wie ein Allgemeinplatz, birgt für die Vereine Sprengstoff, denn es geht nicht nur darum, ob sie ihr Image eines Horts des Sports, der Geselligkeit und der Traditionspflege endgültig ad acta legen müssen. Es geht vor allem um eine Menge Geld. Denn die beklagte Kommerzialisierung steht im Widerspruch dazu, dass die Clubs als gemeinnützig gelten.

Nachforderungen in Millionenhöhe

In der Praxis bedeutet das, dass zwar die Profiabteilungen, die häufig in Kapitalgesellschaften ausgelagert sind, Körperschaft- und Gewerbesteuer zahlen, nicht aber die Vereine selbst. Ohne dieses Privileg kämen auf viele Clubs jedoch nicht nur jährliche Beträge im sechsstelligen Bereich, sondern womöglich sogar Nachforderungen in Millionenhöhe zu.

Nach Ansicht des Bundeszentralamts für Steuern, das die Debatte losgetreten hat, ist bei vielen Clubs der wirtschaftliche Geschäftsbetrieb "zum Selbstzweck geworden". Der "ideelle Bereich", also die Förderung des Sports und der Jugendhilfe, sei dagegen in vielen Fällen "völlig in den Hintergrund gerückt", heißt es in einem Schreiben der Behörde an das Bundesfinanzministerium, aus dem das Hamburger Nachrichtenmagazin Der Spiegel zitiert.

Das Thema soll nun bei einem Treffen der zuständigen Referatsleiter von Bund und Ländern Anfang kommenden Jahres erörtert werden.

Wie die Debatte ausgeht, ist offen - wobei die unwahrscheinlichste Variante die ist, dass sich gar nichts ändert. Zwar ist es gemeinnützigen Vereinen nicht verboten, sich wirtschaftlich zu betätigen. Bei den Steuerprivilegien bleibt es nach Darstellung der Oberfinanzdirektion Hannover aber nur, wenn diese wirtschaftliche Betätigung "in ihrer Gesamtrichtung dazu dient, die steuerbegünstigten satzungsmäßigen Zwecke des Vereins zu verwirklichen". Daran kann man bei Bundesligaclubs durchaus Zweifel haben.

Laut Finanzministerium ist es sowohl denkbar, dass die Vereine ihren Status der Gemeinnützigkeit vollständig verlieren, als auch, dass einzelne Sparten privilegiert bleiben. "Tatsache ist, dass viele Bundesligaclubs längst wie Konzerne agieren", sagt ein Ministeriumssprecher.

Die Zahlen geben ihm recht: Die FC Bayern München AG etwa, an der der Verein FC Bayern 90 Prozent und der Sportartikelhersteller Adidas zehn Prozent der Anteile halten, verbuchte im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 226 Millionen und einen Gewinn nach Steuern von fast 19 Millionen Euro.

Tatsache ist allerdings auch, dass am Ende nicht Referatsleiter über die Frage entscheiden werden, sondern Politiker. Und ob die Lust haben, sich mit den ebenso mächtigen wie populären Bundesligagrößen anzulegen, muss sich erst noch zeigen.

(SZ vom 19.11.2007/aho)
http://www.sueddeutsche.de/,tt7m1/wirtsc...kel/755/143435/


ich hab auch jemanden gelesen, der den Fall mit dem ADAC vergleicht. Die profitablen Abteilungen (Reisen, Versicherungen) sind in GmbHs ausgelagert. Da wird ja auch nicht dran gerüttelt.
Sven
Zitat:
6,5 Millionen für Diegos Beine

Werder Bremen hat sein vielleicht wertvollstes Kapital versichert: Spielmacher Diego.

Der Brasilianer ist der meistgefoulte Spieler der Liga und wurde in dieser Saison bereits 113-mal unfair gestoppt. Die Werder-Verantwortlichen schlossen nun eine Versicherung für die Beine des 22-Jährigen über rund 6,5 Millionen Euro ab. Der Jahresbeitrag an die Versicherung beträgt etwa 98.000 Euro.

"Wir machen das, weil wir eine Kapitalgesellschaft sind. Dabei geht es um Anlagevermögen. Diego gehört dazu", so Geschäftsführer Manfred Müller zur "Sport Bild"


Sport1.de


passt wunderbar zum Thema !
Erik
Das Ding steht schon bei Diego.

Nachdem ich mir mal Werders Satzung durchgelesen habe, scheint es aber alles mit rechten Dingen zuzugehen Sofern die Profiabteilung normalen Bedingungen unterliegt und davon gehe ich aus.