RE Wolle
Die Differenzen zwischen Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge und Trainer Ottmar Hitzfeld scheinen nur mühsam gekittet, und auch sonst herrscht beim Spitzenreiter der Bundesliga Reizklima. So platzte Uli Hoeneß auf der Jahreshauptversammlung der Münchner der Kragen. Der Bayern-Manager reagierte auf Kritik einiger Mitglieder an der Stimmung im neuen Stadion mit einem Wutausbruch: "Was glaubt Ihr denn, wer Ihr seid?", schrie Hoeneß erregt, sprach von "populistischem Scheiß" und sah sich und den Vorstand zu Unrecht angegriffen: "Es kann doch nicht sein, dass wir kritisiert werden, die wir uns hier jahrelang den Arsch aufreißen."
Bessere Atmosphäre in der Tiefgarage?
Am Thema Stimmung hatten sich die Gemüter erhitzt. Zwei Fans beschwerten sich auf der Versammlung, es sei "in der Tiefgarage eine bessere Stimmung als in der Arena", berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Einige hätten sich sogar die Mühe gemacht, die Dauer der Fangesänge in den jüngsten Spielen zu stoppen - und waren auf sechs Minuten gegen Frankfurt und acht Minuten gegen Bolton gekommen. Andere monierten, sie würden vom FC Bayern zu sehr als Kunden und nicht mehr als Fans betrachtet. Auch die Eintrittspreise seien zu hoch. Hoeneß hielt dem mit hochrotem Kopf entgegen, dass nicht der Vorstand für die Stimmung in der Arena zuständig sei. Zur Kritik an Sektglas schwenkenden VIPs konterte Hoeneß: "Wer glaubt ihr eigentlich, wer euch finanziert? Das sind die Leute in den Logen, denen wir das Geld aus der Tasche ziehen."
Halbherzige Versöhnung der Kontrahenten
Zuvor hatten die Münchner halbherzig die Weichen für eine harmonische Versammlung gestellt. Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge reichte dem gefeierten Ottmar Hitzfeld symbolisch die Hand, aber das Verhältnis zum beliebten Trainer des FC Bayern München bleibt angespannt. Rummenigge suchte auf der Jahreshauptversammlung des mit einer Umsatz-Bestmarke von 225,8 Millionen Euro und einem Rekordgewinn von 18,9 Millionen Euro glänzenden Bundesliga-Krösus öffentlich den Schulterschluss mit dem Übungsleiter. Nach seiner jüngsten Trainer-Schelte verkündete Rummenigge: "Mir ist der Kragen geplatzt. Aber ich bin auch der Erste, der zu Ottmar sagt: 'Vergiss es'. Wir sorgen jetzt gemeinsam dafür, dass die Dinge hier wieder anders laufen."
Giftiger Nachsatz von Bayern-Chef Rummenigge
Der Umgang der Bayern-Führung mit dem bislang unantastbaren Trainer aber hat sich geändert, Hitzfeld soll sich mehr Kontrolle und Einmischung gefallen lassen. "Ich betone ausdrücklich, dass bei uns nur ein Mann für Training, Taktik und Aufstellung verantwortlich ist: Ottmar Hitzfeld", rief Rummenigge in den mit 1105 Mitgliedern gefüllten Saal auf dem Münchner Nockherberg. Die Brisanz verbarg sich im Nachsatz, als er nach der missglückten Rotation des Trainers bei den letzten zwei Spielen gegen die Bolton Wanderers (2:2) und beim VfB Stuttgart (1:3) hinzufügte: "Aber ich denke, dass es nicht unklug ist, bei gewissen Entscheidungen die Verantwortlichen im Vorfeld mit einzubeziehen und mit ihnen zu diskutieren."
Kein klares Signal pro Hitzfeld
Ob Hitzfeld sich einen derartigen Eingriff in seine Kompetenzen gefallen lassen wird und seine Zukunft über die Saison hinaus noch in München sieht, erscheint ungewisser denn je. Der Trainer äußerte sich nicht. Tief blicken ließ aber, dass er Rummenigge bei einer gemeinsamen Aussprache am Mittag gefragt hatte, ob dieser "ein Problem damit hätte", wenn er auf der Versammlung erscheine. "Du bist immer willkommen", entgegnete der Bayern-Chef, der weitere Gespräche mit dem Coach ankündigte. Ein klares Pro-Hitzfeld-Signal in Form einer Absichtserklärung zur Vertragsverlängerung gab es nicht. "Wir werden im Januar die Dinge besprechen und keinen Tag früher", erklärte Rummenigge kurz und unverbindlich nach der Versammlung.
Beckenbauer ergreift Partei
Während Manager Uli Hoeneß in der Trainer-Debatte weiterhin schwieg, bemühte sich Franz Beckenbauer als Moderator. Der Kaiser zeigte Verständnis für Rummenigges Unmutsäußerungen, aber zugleich auch für Hitzfelds Rotations-System. Den lang anhaltenden Applaus der Mitglieder gönnte der Vereinspräsident dem Coach: "Ich denke, Ottmar, der Beifall tut dir gut - und den hast du auch verdient", rief Versammlungsleiter Beckenbauer vom Podium aus Hitzfeld zu. Der Präsident sieht in Hitzfeld weiter "einen großartigen Trainer und genau den Richtigen, der eine solche Weltauswahl betreuen kann".
Von Gegnern umzingelt?
Angesagt beim FC Bayern bleibt jedoch bayerische Streitkultur, wie Rummenigge ankündigte: "Sie hat uns stark gemacht, weil wir hier die Dinge nicht aussitzen." Nach der Rekordinvestition von 70 Millionen Euro in neue Spieler sind Erfolge Pflicht. "Wir haben wahnsinnig viel Geld investiert. Wir haben nicht nur eine Mannschaft, die Meister werden kann, sondern Meister werden muss", betonte Rummenigge, der den FC Bayern im Kampf gegen die gesamte Bundesliga sieht: "Wir spielen in diesem Jahr nicht nur gegen den Gegner am Samstag, sondern gegen die ganze Republik." Allen Gegnern und Bayern-Jägern versprach der Vorstandsvorsitzende kämpferisch: "Wir werden die Herbstmeisterschaft unter dem Tannenbaum feiern."
"Ich bin nicht immer ein angenehmer Mensch"
Dafür packen die Verantwortlichen nach Jungstars wie Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski nun auch Hitzfeld härter an. "Wenn Dinge zu diskutieren sind, werden wir sie diskutieren - basta", sagte Rummenigge: "Ich bin nicht immer ein angenehmer Mensch." Die neue Vereinspolitik, mit teuren Stars wie Franck Ribéry oder Luca Toni den Erfolg zu suchen, muss Früchte tragen und soll konsequent fortgeführt werden. Geld genug ist da, auch ohne Champions-League-Teilnahme. "Wir sind weiterhin finanziell extrem stark", betonte Rummenigge.
Quelle: http://onsport.t-online.de/c/13/38/83/40/13388340.html
Bessere Atmosphäre in der Tiefgarage?
Am Thema Stimmung hatten sich die Gemüter erhitzt. Zwei Fans beschwerten sich auf der Versammlung, es sei "in der Tiefgarage eine bessere Stimmung als in der Arena", berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Einige hätten sich sogar die Mühe gemacht, die Dauer der Fangesänge in den jüngsten Spielen zu stoppen - und waren auf sechs Minuten gegen Frankfurt und acht Minuten gegen Bolton gekommen. Andere monierten, sie würden vom FC Bayern zu sehr als Kunden und nicht mehr als Fans betrachtet. Auch die Eintrittspreise seien zu hoch. Hoeneß hielt dem mit hochrotem Kopf entgegen, dass nicht der Vorstand für die Stimmung in der Arena zuständig sei. Zur Kritik an Sektglas schwenkenden VIPs konterte Hoeneß: "Wer glaubt ihr eigentlich, wer euch finanziert? Das sind die Leute in den Logen, denen wir das Geld aus der Tasche ziehen."
Halbherzige Versöhnung der Kontrahenten
Zuvor hatten die Münchner halbherzig die Weichen für eine harmonische Versammlung gestellt. Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge reichte dem gefeierten Ottmar Hitzfeld symbolisch die Hand, aber das Verhältnis zum beliebten Trainer des FC Bayern München bleibt angespannt. Rummenigge suchte auf der Jahreshauptversammlung des mit einer Umsatz-Bestmarke von 225,8 Millionen Euro und einem Rekordgewinn von 18,9 Millionen Euro glänzenden Bundesliga-Krösus öffentlich den Schulterschluss mit dem Übungsleiter. Nach seiner jüngsten Trainer-Schelte verkündete Rummenigge: "Mir ist der Kragen geplatzt. Aber ich bin auch der Erste, der zu Ottmar sagt: 'Vergiss es'. Wir sorgen jetzt gemeinsam dafür, dass die Dinge hier wieder anders laufen."
Giftiger Nachsatz von Bayern-Chef Rummenigge
Der Umgang der Bayern-Führung mit dem bislang unantastbaren Trainer aber hat sich geändert, Hitzfeld soll sich mehr Kontrolle und Einmischung gefallen lassen. "Ich betone ausdrücklich, dass bei uns nur ein Mann für Training, Taktik und Aufstellung verantwortlich ist: Ottmar Hitzfeld", rief Rummenigge in den mit 1105 Mitgliedern gefüllten Saal auf dem Münchner Nockherberg. Die Brisanz verbarg sich im Nachsatz, als er nach der missglückten Rotation des Trainers bei den letzten zwei Spielen gegen die Bolton Wanderers (2:2) und beim VfB Stuttgart (1:3) hinzufügte: "Aber ich denke, dass es nicht unklug ist, bei gewissen Entscheidungen die Verantwortlichen im Vorfeld mit einzubeziehen und mit ihnen zu diskutieren."
Kein klares Signal pro Hitzfeld
Ob Hitzfeld sich einen derartigen Eingriff in seine Kompetenzen gefallen lassen wird und seine Zukunft über die Saison hinaus noch in München sieht, erscheint ungewisser denn je. Der Trainer äußerte sich nicht. Tief blicken ließ aber, dass er Rummenigge bei einer gemeinsamen Aussprache am Mittag gefragt hatte, ob dieser "ein Problem damit hätte", wenn er auf der Versammlung erscheine. "Du bist immer willkommen", entgegnete der Bayern-Chef, der weitere Gespräche mit dem Coach ankündigte. Ein klares Pro-Hitzfeld-Signal in Form einer Absichtserklärung zur Vertragsverlängerung gab es nicht. "Wir werden im Januar die Dinge besprechen und keinen Tag früher", erklärte Rummenigge kurz und unverbindlich nach der Versammlung.
Beckenbauer ergreift Partei
Während Manager Uli Hoeneß in der Trainer-Debatte weiterhin schwieg, bemühte sich Franz Beckenbauer als Moderator. Der Kaiser zeigte Verständnis für Rummenigges Unmutsäußerungen, aber zugleich auch für Hitzfelds Rotations-System. Den lang anhaltenden Applaus der Mitglieder gönnte der Vereinspräsident dem Coach: "Ich denke, Ottmar, der Beifall tut dir gut - und den hast du auch verdient", rief Versammlungsleiter Beckenbauer vom Podium aus Hitzfeld zu. Der Präsident sieht in Hitzfeld weiter "einen großartigen Trainer und genau den Richtigen, der eine solche Weltauswahl betreuen kann".
Von Gegnern umzingelt?
Angesagt beim FC Bayern bleibt jedoch bayerische Streitkultur, wie Rummenigge ankündigte: "Sie hat uns stark gemacht, weil wir hier die Dinge nicht aussitzen." Nach der Rekordinvestition von 70 Millionen Euro in neue Spieler sind Erfolge Pflicht. "Wir haben wahnsinnig viel Geld investiert. Wir haben nicht nur eine Mannschaft, die Meister werden kann, sondern Meister werden muss", betonte Rummenigge, der den FC Bayern im Kampf gegen die gesamte Bundesliga sieht: "Wir spielen in diesem Jahr nicht nur gegen den Gegner am Samstag, sondern gegen die ganze Republik." Allen Gegnern und Bayern-Jägern versprach der Vorstandsvorsitzende kämpferisch: "Wir werden die Herbstmeisterschaft unter dem Tannenbaum feiern."
"Ich bin nicht immer ein angenehmer Mensch"
Dafür packen die Verantwortlichen nach Jungstars wie Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski nun auch Hitzfeld härter an. "Wenn Dinge zu diskutieren sind, werden wir sie diskutieren - basta", sagte Rummenigge: "Ich bin nicht immer ein angenehmer Mensch." Die neue Vereinspolitik, mit teuren Stars wie Franck Ribéry oder Luca Toni den Erfolg zu suchen, muss Früchte tragen und soll konsequent fortgeführt werden. Geld genug ist da, auch ohne Champions-League-Teilnahme. "Wir sind weiterhin finanziell extrem stark", betonte Rummenigge.
Quelle: http://onsport.t-online.de/c/13/38/83/40/13388340.html
A Hund isser scho, der Uli.