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Hitlergruß im Weserstadion
Lazio-Fans bestätigen ihren zweifelhaften Ruf / Affengeschrei gegen Boubacar Sanogo / Serie-A-Klub muss UEFA-Sanktionen fürchten
BREMEN (WAT). Diese Woche ist FARE-Woche bei der UEFA. FARE, das ist die Abkürzung für "Football Against Racism in Europe", Fußball gegen Rassismus in Europa. Gestern und vorgestern, am dritten Spieltag der Champions League, sind die Kapitäne aller Klubs mit einer "Unite against Racism"Armbinde aufgelaufen, der Schriftzug (Zusammen gegen Rassismus) prangte auch auf den Trikots der Einlaufkinder, die die Profis auf den Rasen begleiteten. Bei einem Großteil der Lazio-Anhänger im Weserstadion ist die Botschaft nicht angekommen.
Schon kurz vor Beginn der Partie gab es den ersten Eklat im Gästeblock. Als über Lautsprecher die bei Champions-League-Spielen übliche Aufforderung zu Fairness und gegen Rassismus verlesen wurde, streckten im Oberrang der Westkurve italienische Fans den rechten Arm in den Bremer Himmel. "Ich hab’ zur Seite geguckt und nur noch Arme gesehen", schilderte eine im Block nebenan sitzende Bremerin die Szene. Andere Augenzeugen bestätigen: Die Mehrheit der Lazio-Anhänger - laut Werder waren 485 Karten an die Gäste verkauft worden - habe den Hitlergruß gezeigt.
Dabei blieb es während der 90 Minuten nicht. Mehrfach hallten Affenrufe aus dem Gästeblock aufs Feld, Adressat war Werders ivorischer Stürmer Boubacar Sanogo. Nach dem Anschlusstor der Römer durch Christian Manfredini feierte der Anhang mit "Duce, Duce"-Rufen den früheren faschistischen Diktator Italiens, Benito Mussolini.
Lazio Rom ist mit seinen faschistischen Fans nicht zum ersten Mal auffällig geworden. Der Serie-A-Klub gilt als eine Hochburg der Rechtsextremen, die europäische Fußballbühne hatten sie zuletzt am 25. November 2004 genutzt. Beim UEFA-Cup-Spiel gegen Partizan Belgrad war es zu rassistischen Beschimpfungen von Spielern gekommen, außerdem flogen Gegenstände und Leuchtraketen aufs Feld. Die UEFA verdonnerte Lazio zu 32 300 Euro Geldstrafe und einer Heimpartie vor leeren Rängen, die der Klub im Juli 2005 im UI-Cup gegen Tampere United absaß.
Wie die UEFA gestern auf Anfrage des WESER-KURIER bestätigte, könnte Lazio - je nach Bewertung der Vergehen - erneut ein Abend der verschlossenen Stadiontüren drohen. Allerdings wartet die Zentrale der Europäischen Fußball-Union noch auf die schriftlichen Berichte des portugiesischen Schiedsrichters und des französischen UEFA-Delegierten, die heute erwartet werden.
Während der Bremer Polizei gestern keine Erkenntnisse über die Ausfälle im Lazio-Fanblock vorlagen, hatten die UEFA und Werder sie sehr wohl registriert. "Das ist im De-Briefing erwähnt worden", bestätigte Werders Mediendirektor Tino Polster. Bei dieser Nachbesprechung, die Verband und gastgebender Klub routinemäßig noch am Abend des Spiels durchführen, geht es unter anderem um die Sicherheitslage.
Werder indes will die UEFA, hieß es gestern unter der Hand aus Vereinskreisen, nicht direkt zu einer Bestrafung Lazios auffordern. Man wolle beim Rückspiel in zwei Wochen "keine Nachteile erleiden" - der Klub befürchtet Ausschreitungen gegen Mannschaft und mitreisende Fans.
Quelle: Weserkurier
Lazio-Fans bestätigen ihren zweifelhaften Ruf / Affengeschrei gegen Boubacar Sanogo / Serie-A-Klub muss UEFA-Sanktionen fürchten
BREMEN (WAT). Diese Woche ist FARE-Woche bei der UEFA. FARE, das ist die Abkürzung für "Football Against Racism in Europe", Fußball gegen Rassismus in Europa. Gestern und vorgestern, am dritten Spieltag der Champions League, sind die Kapitäne aller Klubs mit einer "Unite against Racism"Armbinde aufgelaufen, der Schriftzug (Zusammen gegen Rassismus) prangte auch auf den Trikots der Einlaufkinder, die die Profis auf den Rasen begleiteten. Bei einem Großteil der Lazio-Anhänger im Weserstadion ist die Botschaft nicht angekommen.
Schon kurz vor Beginn der Partie gab es den ersten Eklat im Gästeblock. Als über Lautsprecher die bei Champions-League-Spielen übliche Aufforderung zu Fairness und gegen Rassismus verlesen wurde, streckten im Oberrang der Westkurve italienische Fans den rechten Arm in den Bremer Himmel. "Ich hab’ zur Seite geguckt und nur noch Arme gesehen", schilderte eine im Block nebenan sitzende Bremerin die Szene. Andere Augenzeugen bestätigen: Die Mehrheit der Lazio-Anhänger - laut Werder waren 485 Karten an die Gäste verkauft worden - habe den Hitlergruß gezeigt.
Dabei blieb es während der 90 Minuten nicht. Mehrfach hallten Affenrufe aus dem Gästeblock aufs Feld, Adressat war Werders ivorischer Stürmer Boubacar Sanogo. Nach dem Anschlusstor der Römer durch Christian Manfredini feierte der Anhang mit "Duce, Duce"-Rufen den früheren faschistischen Diktator Italiens, Benito Mussolini.
Lazio Rom ist mit seinen faschistischen Fans nicht zum ersten Mal auffällig geworden. Der Serie-A-Klub gilt als eine Hochburg der Rechtsextremen, die europäische Fußballbühne hatten sie zuletzt am 25. November 2004 genutzt. Beim UEFA-Cup-Spiel gegen Partizan Belgrad war es zu rassistischen Beschimpfungen von Spielern gekommen, außerdem flogen Gegenstände und Leuchtraketen aufs Feld. Die UEFA verdonnerte Lazio zu 32 300 Euro Geldstrafe und einer Heimpartie vor leeren Rängen, die der Klub im Juli 2005 im UI-Cup gegen Tampere United absaß.
Wie die UEFA gestern auf Anfrage des WESER-KURIER bestätigte, könnte Lazio - je nach Bewertung der Vergehen - erneut ein Abend der verschlossenen Stadiontüren drohen. Allerdings wartet die Zentrale der Europäischen Fußball-Union noch auf die schriftlichen Berichte des portugiesischen Schiedsrichters und des französischen UEFA-Delegierten, die heute erwartet werden.
Während der Bremer Polizei gestern keine Erkenntnisse über die Ausfälle im Lazio-Fanblock vorlagen, hatten die UEFA und Werder sie sehr wohl registriert. "Das ist im De-Briefing erwähnt worden", bestätigte Werders Mediendirektor Tino Polster. Bei dieser Nachbesprechung, die Verband und gastgebender Klub routinemäßig noch am Abend des Spiels durchführen, geht es unter anderem um die Sicherheitslage.
Werder indes will die UEFA, hieß es gestern unter der Hand aus Vereinskreisen, nicht direkt zu einer Bestrafung Lazios auffordern. Man wolle beim Rückspiel in zwei Wochen "keine Nachteile erleiden" - der Klub befürchtet Ausschreitungen gegen Mannschaft und mitreisende Fans.
Quelle: Weserkurier