Fango
Schaaf ist längst der bessere Rehhagel
`Ich bin nicht so für das Grelle.´ Ein kurzer Satz, eine perfekte Selbsteinschätzung - so bringt Thomas Schaaf seine Lebensphilosphie exakt auf den Punkt. Einst als Kopie von Otto Rehhagel gebrandmarkt und als graue Trainer-Maus abgestempelt, hat der 46-Jährige nicht erst seit seiner Vertragsverlängerung in der vergangenen Woche bis 2010 `Hellenenkönig Otto´ längst in den Schatten gestellt und sein Image als erfolgreicher Fußball-Lehrer aufpoliert.
Ein eher altmodischer Begriff, den Schaaf aber nicht ungern hört: `Ein Vorbild zu sein, ist für mich äußerst wichtig. Ich kann ja nicht von meinen Spielern auf dem Platz Konzentration verlangen, wenn ich draußen nur rumkaspere. Man muss sich manchmal bremsen, um nicht zu emotional zu reagieren. Sonst macht man schnell Dinge, die nicht gut überlegt sind.´
Darin weiß sich Schaaf, seit dem 10. Mai 1999 Chefcoach an der Weser, mit Rehhagel, der 13 Jahre lang sein Trainer war, einig. `Pünktlichkeit und Disziplin sind Werte, die auch ihr voraussetze und vorlebe´, sagt der Meistertrainer. Mit seiner Frau Astrid tauscht er sich gelegentlich über das Bild, das seine Spieler in der Öffentlichkeit abgeben, aus, `weil sie als Frau eine andere Wahrnehmung hat´. Beate Rehhagel hingegen, so wird glaubhaft kolportiert, soll sogar bei so manchem Transfer ihres Mannes das letzte Wort gehabt haben.
Was Schaaf und Rehhagel aber am meisten unterscheidet, ist eine Souveränität, die von innen kommt. Ungeachtet seiner zahlreichen Triumphe ist der Europameister-Trainer bis heute eine weitgehend humorfreie und chronisch misstrauische Person geblieben. Sein Nach-Nach-Nach-Nachfolger hingegen machte beispielsweise in der Meistersaison 2003/2004 mit feiner Selbstironie aus einem grauen Kapuzen-Shirt eine Kultbekleidung, die in der Hansestadt wochenlang vergriffen war.
Da passt es ins Bild, dass der Vater einer 17 Jahre alten Tochter die TV-Komödianten Piet Klocke und Rüdiger Hoffmann besonders schätzt. Hintergründiger Witz, der beim ersten Hinhören etwas norddeutsch-dröge daherkommt, ist ein Markenzeichen, das Schaaf durchaus gerne pflegt: `Wenn es sich anbietet, bekommt auch die Mannschaft manchmal so einen Spruch zu hören.´
Da kam er zu seiner aktiven Zeit im grün-weißen Dress ganz anders und oft auch gar nicht rüber. In 262 Spielen zwischen 1978 und 1995 gab der ehemalige Junioren-Nationalspieler auf der rechten Außenbahn den soliden, aber unspektakulären Verteidiger. Dass er so nebenbei schon mit 26 Jahren die Bremer A-Junioren betreute, galt eher als schrullige Marotte des Fußball-Handwerkers an der Seitenlinie.
Seit über 35 Jahren gehört der gebürtige Mannheimer nun schon dem SV Werder an und wenn diese gefühlte Ewigkeit doch einmal zu Ende gehen sollte, hat er nur einen einzigen Wunsch: `Als Trainer hat man beim Amtsantritt bereits die Kündigung mit unterschrieben, das weiß ich. Wenn der Vorstand meint, es passt nicht mehr, soll er das sofort sagen und nicht lange rumeiern.´
http://www.11freunde.de/newsticker/105586
`Ich bin nicht so für das Grelle.´ Ein kurzer Satz, eine perfekte Selbsteinschätzung - so bringt Thomas Schaaf seine Lebensphilosphie exakt auf den Punkt. Einst als Kopie von Otto Rehhagel gebrandmarkt und als graue Trainer-Maus abgestempelt, hat der 46-Jährige nicht erst seit seiner Vertragsverlängerung in der vergangenen Woche bis 2010 `Hellenenkönig Otto´ längst in den Schatten gestellt und sein Image als erfolgreicher Fußball-Lehrer aufpoliert.
Ein eher altmodischer Begriff, den Schaaf aber nicht ungern hört: `Ein Vorbild zu sein, ist für mich äußerst wichtig. Ich kann ja nicht von meinen Spielern auf dem Platz Konzentration verlangen, wenn ich draußen nur rumkaspere. Man muss sich manchmal bremsen, um nicht zu emotional zu reagieren. Sonst macht man schnell Dinge, die nicht gut überlegt sind.´
Darin weiß sich Schaaf, seit dem 10. Mai 1999 Chefcoach an der Weser, mit Rehhagel, der 13 Jahre lang sein Trainer war, einig. `Pünktlichkeit und Disziplin sind Werte, die auch ihr voraussetze und vorlebe´, sagt der Meistertrainer. Mit seiner Frau Astrid tauscht er sich gelegentlich über das Bild, das seine Spieler in der Öffentlichkeit abgeben, aus, `weil sie als Frau eine andere Wahrnehmung hat´. Beate Rehhagel hingegen, so wird glaubhaft kolportiert, soll sogar bei so manchem Transfer ihres Mannes das letzte Wort gehabt haben.
Was Schaaf und Rehhagel aber am meisten unterscheidet, ist eine Souveränität, die von innen kommt. Ungeachtet seiner zahlreichen Triumphe ist der Europameister-Trainer bis heute eine weitgehend humorfreie und chronisch misstrauische Person geblieben. Sein Nach-Nach-Nach-Nachfolger hingegen machte beispielsweise in der Meistersaison 2003/2004 mit feiner Selbstironie aus einem grauen Kapuzen-Shirt eine Kultbekleidung, die in der Hansestadt wochenlang vergriffen war.
Da passt es ins Bild, dass der Vater einer 17 Jahre alten Tochter die TV-Komödianten Piet Klocke und Rüdiger Hoffmann besonders schätzt. Hintergründiger Witz, der beim ersten Hinhören etwas norddeutsch-dröge daherkommt, ist ein Markenzeichen, das Schaaf durchaus gerne pflegt: `Wenn es sich anbietet, bekommt auch die Mannschaft manchmal so einen Spruch zu hören.´
Da kam er zu seiner aktiven Zeit im grün-weißen Dress ganz anders und oft auch gar nicht rüber. In 262 Spielen zwischen 1978 und 1995 gab der ehemalige Junioren-Nationalspieler auf der rechten Außenbahn den soliden, aber unspektakulären Verteidiger. Dass er so nebenbei schon mit 26 Jahren die Bremer A-Junioren betreute, galt eher als schrullige Marotte des Fußball-Handwerkers an der Seitenlinie.
Seit über 35 Jahren gehört der gebürtige Mannheimer nun schon dem SV Werder an und wenn diese gefühlte Ewigkeit doch einmal zu Ende gehen sollte, hat er nur einen einzigen Wunsch: `Als Trainer hat man beim Amtsantritt bereits die Kündigung mit unterschrieben, das weiß ich. Wenn der Vorstand meint, es passt nicht mehr, soll er das sofort sagen und nicht lange rumeiern.´
http://www.11freunde.de/newsticker/105586
Otto Rehhagel ist Otto Rehhagel und Thomas Schaaf ist Thomas Schaaf. Unabgestritten ist: Beide haben auf ihrer unterschiedlichen Art und Weise etwas ganz Besonderes für Bremen geleistet, wo Thomas Schaaf vielleicht im faktischen Erfolg noch Ausbaumöglichkeiten hat.
genau so seh ich das auch
Das würde dann auch auf die ein oder andere Kritik stößen! Ist doch halb so wild...
Ich finde es allerdings schade, dass man zehnmal hin- und herüberlegen muss, ob man nun etwas schreiben soll oder nicht!