manuel
So, auch auf die Gefahr (oder die ziemliche Sicherheit) hin, mir hier Kritik einzufangen, würde ich gerne mal ein Thema zur Diskussion bringen, das mich seit längerem beschäftigt und nicht unbedingt meinen Spaß am Fußball steigert.
Ich bin nun seit ewig Werderfan, fahre seit 95 mit meinem FC aus Koblenz zu Spielen in ganz Europa. Ich habe, ganz wie es anfangs noch Mode war, als Kutte angefangen, mir Aufnäher gekauft wo immer es ging, Schals ohne Ende angezogen und einen selbstgestrickten Pullover von Mutti angehabt. Später, durch den italienischen Film gleichen Namens, begann ich mich als Pickelgesicht für Ultra zu interessieren und bekam noch mal einen tierischen Schwung durch diese neue , besser zu mir passende Art, Fussball zu leben. Kurzgesagt denke ich, zu beiden Äras etwas sagen zu können.
Nun aber zu meinem Problem: Warum wird von Teilen der Ultras nun auf diese ganze Vorgeschichte, die Kutten etc so dermassen geschissen? Wo bleibt der Respekt für Leute, die sich schon vor Ewigkeiten den Arsch für Werder aufgerissen haben?
Und wo ist das Gefühl hin, sich mit einer Menge, die unterschiedlicher nicht sein kann (reich, arm, alt, jung,etc) trotzdem vereint zu fühlen, weil man wegen dem selben Verein da ist? Wo ist die innere Verbindung, die ich, obwohl ich dem Ultragedanken mehr zugewandt (war), immer mit den alten Kutten hatte? Wie kann es sein, dass man Kutten nur noch als Beschimpfung nutzt (siehe Blickfang Ultra Stellungnahme von Infamous)? Wie kann man nur so unheimlich arrogant sein, und seinen erst kurz eingeschlagenen Weg über all das zu stellen was andere schon Jahre oder Jahrzehnte machen? Und warum kommt es mit so vor, als wenn ich aus Reihen der Hardcore Ultras mehr Vorschriften kriege, als von vielen anderen Institutionen? Seit wann muss ich mich dafür rechtfertigen, das ich beim Fussball saufe?( was ich übrigens immer wieder tue, was meiner Liebe zum Verein und meiner Fähigkeit, Werder würdig zu vertreten keinen Abbruch tut)
Wo ist der Anarchismus der Kurve hin, wenn ich es mal so nennen darf? Muss ich nun auch am Wochenende immer nur "Leistung" bringen, für meine "Farben", weil ich " meine Stadt leben muss"? Und warum bin ich, wenn ich meine Liebe zum Fussball anders lebe nun direkt Kommerzfan? Warum kann man, wenn man berechtigterweise anerkannt haben möchte, dass Ultras und Hools Teile von Fussball sind, den treuen Werder Suffkopp nicht auch akzeptieren?
Alles Fragen, die mich inbrünstig beschäftigen, da ich seit längerem die Befürchtung hege, dass der ganze Schwung, den das Ultrading der Fanszene in Bremen und anderswo hätte einhauchen können sich aus (berechtigtem) Frust verstärkt gegen die falschen richtet und sich somit die Möglichkeiten für mehr als nötige und berechtigte Veränderungen der Fanszene und des modernen Fussballs selbst nimmt.
Auf all dies hätte ich gerne Antworten, da ich immer noch Hoffnung hege, das die Ultrabewegung es hinbekommt, zusammen (und nur zusammen) mit den anderen wahren Fans (den Begriff benutz ich nun mal mit Absicht) eine bunte und leider nur manchmal laute Kurve zu schaffen. Denn eins muss klar sein: dieses Schwarz weiss denken, das von allen Beteiligten an den Tag gelegt wird, schwächt im Endeffekt all diejenigen, die mit echtem Herzblut bei der sache sind, und das sind viel mehr als die, die den Ultragedanken leben.
So hoffe ich habe alle Klarheiten beseitigt und warte auf meine Hinrichtung.
...IF THE FANS ARE UNITED!
Erik
Ein paar Probleme kann ich dir nennen, aber du wirst sie schon kennen:
1.) Was will der denn? Den kenn ich ja nichtmal und wen ich nicht kenne, der ist auch nicht wichtig!
2.) Immer dieses Internetgepöbel.
3.) Die Kutten sind "niveaulos"
Ach eigentlich ist es mir zu doof das alles aufzuschreiben.
Es geht hier nicht nur um Support. Es geht um Subkultur, Untergrund und darum eine Elite zu sein, da die Gesellschaft für viele hier keinen Platz bereit hält, der sie zufrieden macht.
Wenn alle Leute Ultra toll finden, dann ist es "falsch". Ultra muss eine Sache von wenigen bleiben, damit man den Überblick behalten kann und nicht auch hier noch von einer Entwicklung überrolt wird, der man anderswo schon nicht standhalten konnte.
Ich merke schon, ich sollte so etwas nicht hier schreiben. Das birgt zuviel Missverständnispotenzial. Bitte keine Antworten, aber ich lasse es mal so stehen und breche ab.
PS: Ein paar Absätze hätten deinem Post sehr gut getan.
JustusJonas
Welche "anderen" "wahren" Fans die denn noch so aktiv sind muss mensch denn noch Respket entgegenbringen, wobei sie einem keinen funken Respekt entgegenbringen?
Ich wüsste nicht mal 5 noch wirklich aktive FCs neben den beständigen Ultrasgruppen..
"aktiv" ist natürlich diskussionswürdig..
Genauso wie es ein klischeeultra verhalten gibt, gibt es auch ein Klischeekutten verhalten..
Mensch sollte nicht alles so Ernst nehmen, bzw. es reflektiert betrachten.
Ich respektiere jeden Menschen, der sich aktiv für diesen Verein engagiert.. Scheiss egal ob Kutte, Hool, Ultrá oder sonstwas, leider sind es nicht viele...
Blut-an-den Stollen
| Zitat: |
Es geht hier nicht nur um Support. Es geht um Subkultur, Untergrund und darum eine Elite zu sein, [...]
Wenn alle Leute Ultra toll finden, dann ist es "falsch".
Ultra muss eine Sache von wenigen bleiben [...] |
Nur an diesen Kriterien gemessen, dürfte sich die gewesene RAF als "Urultras" bezeichnen.
In Verbindung mit einem einem Fußballverein (hier: SV Werder Bremen) dürften Ultra mit obigem Anspruch überglücklich sein über die Auflösung der Eastside97 vor einiger Zeit, den Austritt von maßgeblichen Mitgliedern bei Racaille Verte jetzt und die derzeit völlig verfahrenen Situation Werder gegenüber überhaupt.
Untergrund - Elite.
Wenn es nicht so traurig wäre ....
JulianLohne
manuel top eintrag!
spiegelt zumeist meine meinung auch wieder!
gruß!
manuel
Das mit dem Klischeeverhalten ist mir durchaus bewusst, dafür seh ich genug Fritzen, die immer nur vor und nach dem Spiel saufend singen, nie aber während des Spiels, genug Dussel ohne jeglichen Bezug zu irgendwas ernst zu nehmendem. Ich sehe aber auch, dass eben von beiden Seiten das Klischee gepflegt wird. Und da man als Ultras ja doch den Anspruch hat (hatte?) eine Kurve zu formen denke ich, dass man dies nicht in besagter Form machen sollte. Vielleicht auch einfach, weil man sich den Stempel kritisch aufprägt, sollte man das auch zu sich selbst sein.
Noch was zur Aktivität: ich fahre mit Menschen zum Fussball, die bei einer ganzen Reihe von Dingen andere Ansichten als ich haben. Ich habe auch Menschen kennen gelernt, mit denen ich auf Grund doch zu vershiedener Ansichten nicht unbedingt meine Fahrten verbringen muss, da mich dies wahnsinnig machen würde (kein Problem mit Orange, dem Namensverkauf, etc). Das sind aber wiederum auch Leute, die jedes beschissene Spiel fahren, und zwar aus dem Rheinland, egal wohin. Da sind auch Leute dabei, die bei der Meisterschaft genau wie ich Tränen in den Augen hatten. Und da kommt dann meine Definition von aktiv etc doch ins Schwanken, wenn ich denen die Aktivität absprechen möchte( was ich früher auf jeden Fall getan hätte). Prinzipiell wollte ich auch nur sagen, dass man gewisse Sachen an anderen akzeptieren muss, auch wenn man nicht immer einer Meining ist.
Gleiches muss natürlich auch andersrum gelten. Das den Ultras in Bremen zuwenig respekt entgegen gebracht wird, aber immer wieder Forderungen an sie gestellt werden, ist mir auch klar.
Dennoch muss wohl leider der, der langfristig was bewegen will, sich am meisten bewegen. Dass die besoffenen, "ihr seid scheisse wie der HSV singenden"nur 2mal im Jahr gegen Bayern auftauchenden Dummbeutel mit 20 5 Euro Schals im Gürtel nicht irgendwann einen spontanen Gesinnungswandel haben und alles zum guten wenden ist leider amtlich.
JustusJonas
Ich weiß jetzt nicht, was du den Ultras mit welcher Argumentation vorwerfern willst..
Wo keine Kurve ist, wird es auch nicht möglich sein eine Kurve zu verbinden..
Außerdem habe ich bestimmte Wertevorstellungen und Ideale und ich persönlich engagiere nicht meine komplette Freizeit dafür, wenn meine Ideale und Wertevorstellungen geprägt sind von Kompromissen mit Leuten die ich für nicht aktiv halte..
Jeder der sich wirklich AKTIV an der Formung dieser Fanszene beteiligt, wird auch die Erfolge sehen, die seine ganz Individuellen Einflüsse bringen..
Dieses Internetgeschreibsel nehme ich persönlich einfach nicht mehr Ernst, weil Treffen und Diskussionsrunden von uns sowieso nicht angenommen werden und lieber im Internet gepöbelt wird, ist ja auch soviel einfacher..
Das geht jetzt nicht speziell an dich Manuel, sondern geht raus an die Allgemeinheit..
Peace..
Vincent
Finde, dass allgemein gesehen sehr wenige räumliche Berührungspunkte zwischen Ultras und alten WFCs bestehen, d.h. es gibt sehr wenige Gelegenheiten, in denen die angebliche Arroganz quasi aus nächster Nähe erlebt werden kann. Ich glaube, dass jede Person, die einigermaßen vernünftig auftritt, respektvoll und akzeptierend behandelt wird. Die Aufforderungen, Kritik und Anregungen ruhig mal im echten Leben zu äußern, ist nach wie vor ernst gemeint. Das würde sicherlich zum Abbau von Vorurteilen führen (siehe den wundersamen Wandel der WOL-Userin Gelimaus).
Ich wundere mich insgesamt, wie bestimmte User hier (BadS) und viel mehr noch im WOL zu ihren Einschätzungen der Ultraszene kommen. Diese scheinen sich meistens auf einer ausschlaggebenden, meist schlechten praktischen Erfahrung zu gründen und setzen sich dann in theoretischen Spielereien, die geprägt sind von oberflächlichen Feststellungen und Beurteilungen fort.
Es ist schon lachhaft wie auf wirres Geschreibsel von Erik eingegangen wird und daraus ein scheinbar entlarvender Vergleich mit der RAF entsteht. Es geht weder um Untergrund-Elite, noch um Wolkenkuckucksheim.
Natürlich können diese Unterstellungen teilweise richtig sein, trotzdem gilt meiner Meinung nach allgemein, dass jede/r sich der Ultraszene zugehörig fühlende, mit unterschiedlichsten Motivationen und Verhaltensweisen auftritt und Pauschalisierungen deswegen in den meisten Fällen schlichtweg unangebracht und unzutreffend sind.
Die Kritik an der Wortwahl im BFU ist meiner Meinung nach berechtigt. Ich denke, dass sie nicht in dem Sinne (also bezogen auf verdiente WFCs) abwertend gemeint war, sondern viel mehr auf einen anderen, ähnlichen Schlag von Stadionbesuchern gemünzt war.
Insgesamt glaube ich, dass sehr wohl das Interesse besteht mit allen, die mit Herzblut an der Sache sind an einem Strang zu ziehen, allerdings scheint dies in der Praxis schwer umsetzbar zu sein. Dies könnte u.a. auch an der Feststellung die Justus Jonas gepostet hat liegen.
manuel
Gut, kann ich nachvollziehen, auch wenn ich es schade finde.
Mir geht es auch nicht hauptsächlich darum, die Ultras zu kritisieren, bestimmt nicht. Eher geht es mir darum, auf Entwicklungen hinzuweisen, die von mir als problematisch erlebt werden. Sind sowas wie Anregungen von außen. Bin nicht im besagten "aktiven"Kreis. Dennoch weiss ich, dass es eine ganze Reihe von Leuten gibt, die sehr an Support und Unterstützung interessiert sind, mit der Art aber gewisse Probleme haben. Knackebrot und ich gucken beispielsweise oft gemeinsam, und ich denke ich kann sagen, dass wir beide kein Interesse daran haben, den einzig lauten Teil der kURVE zu dissen. Lediglich Verbesserungsmöglichkeiten sollen ganz bewusst von außen an die Gruppen herangetragen werden, um sehr wohl noch vorhandene Potentiale ausschöpfen zu können...
Naja, mache dann erst mal Schluss mit Internetgeschreibsel, wenngleich ich als Rheinländer wenig Möglihkeiten habe, dies anderweitig anzubringen.
Keep on fightin!
JustusJonas
Du fühlst dich ja trotzdem, wie dein letzter Satz zeigt, angegriffen.
Ich meinte nicht dich persönlich, ich kenne dich und ich weiß, dass du nicht seit gestern zum Fussball fährst.
Gerade was denn Support betrifft, sind wir gewiß auch nicht zufrieden, aber unsere Einstellung verbietet uns sich auf Liedgut zu beschränken, welches wir größtenteils nicht "geil" finden..
Wir wollen was verbessern auf langfristige Sicht...
Blut-an-den Stollen
| Zitat: |
Original von JustusJonas[...] Dieses Internetgeschreibsel nehme ich persönlich einfach nicht mehr Ernst, weil Treffen und Diskussionsrunden von uns sowieso nicht angenommen werden und lieber im Internet gepöbelt wird, ist ja auch soviel einfacher..
Das geht jetzt nicht speziell an dich Manuel, sondern geht raus an die Allgemeinheit.. |
Da ich möglicherweise hier als unbenannter "Teil der Allgemeinheit" gemeint sein kann und Vincent sich auch kurz auf mich bezieht:
Das ursprünglich verabredete Treffen Mit JuJo konnte ich wegen Krankheit nicht wahrnehmen.
Darüber gab ich aber kurz vorher Bescheid.
Zu einer erneuten Verabredung mit ihm ist es bisher nicht gekommen. Leider.
Jetzt Samstag bin ich mit einem "aus Euren Kreisen" verabredet, allerdings zu einem ganz speziellen Thema.
Zu einem anderen Zeitpunkt will ich gerne Versäumtes nachholen.
Nächste Woche Mittwoch? Müsste dann aber vor 19.00 Uhr sein.
Was andere "WOLer" betrifft, kann ich nichts sagen.
Aber es wird wohl in den nächsten Wochen sehr wichtig werden, einen Draht zu weitesten Fankreisen zu bekommen, trotz verschiedener Vorbehalte beiderseits.
Dieser elendige Entwurf einer von allen Fanclubs und -Gruppierungen zu unterzeichnenden Erklärung - zumindest nach dem Willen Werders - muß vom Tisch geschafft werden. Und dazu müssen sich alle zusammenraufen.
JustusJonas
Nein Bads ich kann auch dich beruhigen...du warst speziell auch nicht gemeint. Treffen koennen wir immer noch sehr gerne stattfinden lassen!
Meinetwegen muss, dieses auch nicht an einem Spieltag sein...
winko
So viele Kutten gibt es doch gar nicht mehr auffallen tut eigentlich nur JJ und ein paar Alte Jungs aus dem Oberrang ansonsten sehe ich zumeist Orange betörte ins Stadion gehen. Der Respekt gerade gegenüber den älter Wfc`s ist doch stark und hat sich auch in den letzten jahren definitiv gebessert da es ein gegenseitiges Aufeinander zugehen gab und sich auch ausgetauscht wurde. Dadurch wurden gegenseitige Vorurteile aufgearbeitet. Sicherlich ist es aber auch schwer für viele Menschen bei den aktiven oder Ulta? Gruppen durchzuschauen,selbst mir fällt dieses schwer.
Generell ist es ja so das man sich vollbuffen,dichtsaufen oder angetörnt sein kann es kommt nur darauf an in der Kurve alles für den Verein zu geben und zu wissen wen man repräsentiert. Vorgeschrieben kann generell niemanden was und das Problem ist wohl auch das gewissen Dogmen auferlegt werden, die unreflektiert übernommen werden.
@ Manuel wenn du solange dich für die Szene interessierst und so lange zu unserem SVW fährst warum hast du dann nichtmal das Gespräch mit den Heads gesucht? Die werden dir doch sicherlich bekannt sein.
Rodgau-Fighter
Danke Manuel, sehr guter Beitrag!
Ich habe leider auch die Erfahrung gemacht, dass nicht auf Gesichter oder Menschen geschaut wird, sondern was sie tragen.
Gottfried Keller erkannte zwar mal, dass Kleider Leute machen, aber ich war doch sehr überrascht als sich folgendes ereignet hatte.
Aber vorneweg sei noch gesagt, dass ich jetz keine Meinung gegen Ultra habe. Wer mich kennt, weiß bei welchen der Ultra-Szene bekannten Leute ich auch anzutreffen bin, ich also eine sympatisierende Meinung gegenüber der Szene habe und auch im Stadion alles gebe!! Das nur als Info für die, die mich nicht kennen und anfangen zu pöbeln.
Ich war vor Jahren (noch alter Bökelberg) in Gladbach. Ich hatte meine Kutte an und habe einen in der Ultra-Szene sehr Bekannten gesucht um ihm, wie abgesprochen, etwas mitzubringen. Da ich keine Handynummer von ihm hatte, hatte ich mich vor dem Stadion durchgesucht und bin auf eine Gruppe sehr junger Leute gestoßen, die von der Kleidung her nach Ultra aussahen und habe einfach mal gefragt wo dieserjene (Namen verwende ich hier mal nicht) sei. Die "Kinder" (damals ca. 15-17Jahre alt) die jetzt auch zu einem aktiven Kreis zählen, grinsten nur und sagten "Kennen wir nicht" und drehten sich weg.
Die Arroganz war ihnen anzusehen und ich wusste, dass es was mit der Kutte zu tun hatte.
Wenige Wochen später (keine Ahnung wo das war) war ich wieder auf nem Auswärtsspiel. Ich hatte an diesem Tag - Warum keine Ahnung - keine Kutte an, sondern irgendein wahlloses Shirt, schwarze Kappe und Sonnenbrille sowie einen Blockschal... Meine Kleidung hatte zwar nix mit dem Ereignis in Gladbach zu tun, dennoch war ich auf einen Test aus, als ich vorm Stadion die eben angesprochenen Leute gesehen habe:
Auch wenn ich Person X nicht gesucht habe an dem Tag, bin ich auf sie zugegangen und habe exakt die gleichen Leute gefragt, ob sie wissen, wo dieserjene (gleiche Person wie in Gladbach) ist.
Binnen 2 Sekunden bekam ich von 3 Personen Antwort, er sei da und da momentan anzutreffen...
Seltsam, oder??
Ich fragte mich, warum man nur so arrogant sein kann....
Es geht doch um die gleiche Sache... wir wollen, dass werder gewinnt und wollen gute Stimmung haben!!!
Leider gibt es auch immer noch dieses Gehabe im Block, meist auswärts, dass wenn Lieder von woanders als von Ultra angestimmt werden, wird - meist von den ganz jungen - erstmal geschaut: 'Wer singt denn da?'.
Kennt man diese Personen wird mitgesungen, kennt man sie nicht, wird schnell ein anderes Lied angestimmt und damit der Gesang überstimmt, aber kaum 5 Minuten später wird dann eben überstimmtes Lied selbst gesungen. Nur allein aus dem Aspekt heraus: "Hauptsache 'die da oben' machen keine Stimmung, denn dazu sind wir ja da - und NIEMAND anderes!!"
Das bringt leider Antipathie rein und außerdem: Diktatur hat Deutschland schon damals ins Verderben gebracht!
Ich finde, wie oben schon erwähnt wurde, sollte mehr ein Miteinander herrschen als ein Gegeneinander.
Aus einem Bekanntenkreis heraus habe ich Kontakt zu einer Gruppierung eines anderen Vereins (nur zur Beruhigung einiger: Es ist kein Verein, der auf unserer Hass-Liste steht!!). Die sagten mir mal "Lieber feiern wir beim Fussball mit den Hools, als mit Kutten oder solchen Leuten"
Auch da frage ich mich, wieso warum weshalb!!!
Koenich Attarie
Nun ja, junge Menschen wie du sie beschreibst (zwischen 15-17) haben ja generell ein Bedürfnis sich abzugrenzen. Das ist zwar schade aber in dem Alter ganz normal. Ich habe früher in der Schule auch nicht mit jedem Geredet und andere Leute teilweise nach ihrer Garderobe oder ihrem Musikgeschmack in irgendwelche Schubladen gesteckt.
Das hat also nichts mir einer grundsätzlichen Abneigung einer Gruppe gegenüber einer anderen Gruppe Fans zu schaffen.
Rodgau-Fighter
ich denke schon...
für die war es damals so, und das sehr offensichtlich, alles was in irgendeiner art und weise fanartikel an hat, ist kein normaler mensch. und wenn er dann npch ne kutte an hat - oh wei, dich hat der teufel geschickt....
fist1899
ich weiss nich was du jetz hast...
ich mein nur weil man unter sich mal so über die kutten lustich macht, müssen die das ja nich sofort persönlich nehmen...
ultras pöbeln die kutten ja auch nich sofort an oder sowas in der art.
ich sehe das jetz mehr als starke kritik and die ultraszene an, jede andere fanart im stadion hat wieder was an den ultras herumzunörgeln.
ich kenne auch ein paar wenige kutten und die versuchen sich mehr über die ultraszene lustig zu machen, als die ultras über sie selbst, dann brauch man sich ja auch nich wundern wenn irgendwann mal etwas frust(später vllt. noch hass) von den ultras rüberkommt!
Lasst uns einfach unser ding machn und wir lassn euch auch euer ding machn!
Man kann einem auch einfach sein ultraleben ausleben lassn!
Wenn man in anpöbelt etc. dann muss man mit hass auch mal leben können! wenn man uns in ruhe lässt, dann sind wir auch ungefährlich(was wir ja eig. sowieso sind) für alle anderen beteiligten!
fist1899
Sorry... das "du" sollte sich jetz mehr auf den ersten Beitrag von manuel beziehen, war jetz aber auch wiederum nicht persönlich gemeint, sondern mehr an alle kutten die meinen die ultraszene kritisieren oder sich gar über diese lustig machen zu müssen.
Rodgau-Fighter
Wenn du richtig gelesen hättest, hättest du dir deinen Beitrag sparen können. Denn dann wüsstest du, dass ich mich weder über Ultras lustig mache, noch sie anpöbel oder irgendwas gegen Ultras habe.
Ich habe lediglich einen "Erfahrungsbericht" mit Ultras geschildert, der nicht so toll war und der auf absoluter Antipathie gegen "Kutten" basierte.
Was aber nicht heißt, dass ICH was gegen Ultras habe...
Aber wie heißt es so schön - betroffene Hunde bellen!!
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Südländer
Entschuldigung an die Vorredner, aber das ist doch Kleinkram, der manuels Eingangspost nicht gerecht wird.
Allerdings, manuel, an Respekt mag es an vielen Stellen mangeln, dennoch sehe ich das Problem auf "Kutten" bezogen eher nicht (übrigens auch nicht im ziemlich guten BU-Beitrag oder habe ich die Stelle übersehen?). Kutten (im Sinne von Leuten mit Kutte) gibt´s doch sowieso fast nicht mehr, und wenn es sie gibt, sind sie entweder nah an der aktiven Szene oder alte, durchaus respektierte Oberrang-Sitzer. In den Fällen, in denen der Begriff "Kutten" seitens der Ultra-Szene despektierlich gebraucht wurde/wird, handelt es sich meiner Meinung nach weniger um einen Bezug auf Träger von Kutten als um die Beschreibung eines Typs Fan, mit dem man wenig anfangen kann. Bei diesem Typus, so habe ich das jedenfalls immer verstanden, handelt es sich um Menschen, die zum Spiel fahren, bei dem im Idealfall Werder gewinnt, was aber nicht so wichtig ist, solange der Suff stimmt und man in der Straßen- oder Regionalbahn ordentlich rumgröhlen und andere Fahrgäste verschrecken kann. Diese Leute sind meistens keine Kutten im eigentlichen Sinn und deshalb sollten mache ihren Begriffsgebrauch vielleicht umstellen. Ich kenne genug solche Leute aus meinem regionalen Umfeld und mag sie teilweise persönlich wirklich gern. Ihre Art des Auslebens von Fansein hat mit meinem jedoch wenig zu tun - und mit ultrá schon gar nicht. Ich muss bei der Entwicklung des Ultragedankens insgesamt nicht alles toll finden und schätze, auf Bremen bezogen, an der einen Gruppe mehr Elemente als an anderen und kann dennoch konstatieren, dass der Grad an Reflektion eher zu- als abnimmt. Das ist eine eher gute Entwicklung. Die hat tatsächlich u.a. dazu geführt, dass nicht mehr jeder, der in der Kurve steht, als Fan die gleiche Anerkennung erfährt. Das geht mir allerdings genauso, dazu muss ich nicht Ultra sein. Ich lebe einfach nicht in der selben Welt wie viele andere, die da auch stehen, habe eine völlig andere Vorstellung von Werder und davon, was Fansein bedeutet. Als Menschen respektiere ich natürlich (fast) jeden und ich spreche auch nicht leichtfertig anderen ihre "Kurvenberechtigung" ab, aber für das, was "aktive Fanszene" mit entsprechenden Interessen genannt werden kann, kalkuliere ich solche Leute nicht mehr ein. Um an das Ideal der "einen Kurve" zu glauben, muss mich Werder schon mit einem ziemlich hohen Sieg betäuben.
Was die "Vorschriften" angeht, würde ich zu Gelassenheit raten. Die einen findes dies, die anderen das cool, ganz normal. Wenn Du z.B. trotz oder wegen Alkohol zu den Coolen gehörst, werden das die richtigen Leute schon merken (alle anderen sind eben doof

). Respekt bedeutet nicht, dass wir uns alle lieb haben müssen.