Geplanter Ethik-Kodex von Werder Bremen

Suffältester
Sorry sehe das ganze schon was ernster, kann doch nicht wirklich einen egal sein wenn Werder angebliche Verstösse gegen diesen Kodexes ahnden möchte und man da mit nem Anwalt gegen angehen muß. Da passt doch was nicht.
Die von dir Uwe genannten Beispiele für erfolgreiche Fanarbeit liegen doch alle schon ein paar Jährchen zurück und ich behaupte einfach mal heute vergleichbares bei Werder durchzusetzen ist zumindest wesentlich schwieriger als damals. Die Rahmenbedingungen für uns Fans sind halt enorm schwerer geworden, wobei einen die unkritische Betrachtungsweise vieler Werderfans auch nicht gerade hilfreich zur Seite steht. Die von dir genannte positive Öffentlichkeit ist einfach nicht mehr so leicht zu erreichen, da wir einfach nicht in den letzten Jahren auf Konfrontationskurs waren.
Wieso sollen wir denn auf so einen Wisch positiv reagieren, wenn es uns bei ernstgemeinteren Anfragen und Anliegen immer wieder die kalte Schulter gezeigt wird? Was würd sich bessern? Wir wären doch nur noch mehr der willkürlichen Behandlung einiger Herren ausgesetzt. In diese Richtung kann es doch für uns nicht weitergehen. Das wir in gewisser Weise auch Entgegenkommen zeigen müssen, kein Thema. Sowas wird aber sicher nicht über ein Forum geschehen.
mawe svw
Das das ganze Schwammig formuliert ist spielt ja keine große Rolle, da ja Werder entscheidet was ein Rausschmiss etc. zur Folge hat. Und genau das finde ich bedenklich, z.B. stichwort unmündige Fans.



Ich hoffe nur das das ganue nicht im Laufe dieser Sasion von statten geht, da sonst viele Fanclubs wohl den Wisch unterschreiben werden, zwecks Karten.
Südländer
Inhaltlich stimme ich der Kritik der meisten zu (z.B. dem Beitrag des werten Bonde bei Verbrochenes), manch aufgeregte Reaktion (z.B. Ende der aktiven Fanszene o.s.ä.) finde ich allerdings doch übertrieben und bin insofern nahe bei Kollege Dicht. Halten wir mal fest: Werder startet gegenüber der Fanszene offenbar mal wieder eine Quatsch-Aktion.

Warum und wozu? Es ist sieht zum einen tatsächlich so aus, als ob Werder die Erklärung(en), die man schon der seligen Eastside vergeblich abzutrotzen versuchte, nun über einen Umweg durchsetzen möchte. Es sollen einfach alle Fanclubs unterschreiben und die nicht-offiziellen Gruppen (die es vornehmlich im Ultra-Lager gibt) gleich dazu. Wer nicht mitmacht, steht aus der Sicht Werders und vielleicht auch der Öffentlichkeit (wer auch immer sich dann dafür interessiert) wenigstens blöd da. So gesehen wäre das ein weiterer Disziplinierungsversuch jener ungeliebten Gruppen, mit denen man sonst lieber nicht reden mag.

Zum anderen, und weniger paranoid gedacht, scheint mir dieser Kodex aber vor allem nach außen gerichtet zu sein, was ja erfreulich unverblümt im Text selbst steht: Es geht um Image. Mit so einem Pamphlet lassen sich bei DFB, DFL und Presse leicht ein paar Punkte machen - egal, wie schwammig und wahrscheinlich in der Praxis unbedeutend das Ding am Ende ist. Werder dürfte sich dort erneut als Vorreiter und Vorbild fühlen und präsentieren. Toll.

Die befürchteten praktischen Konsequenzen (wenn der Kodex so oder so ähnlich durchginge) sehe ich allerdings nicht. Wenigstens keine, die Werder nicht auch ohne durchsetzen könnte, aber vielleicht kann mich da jemand aufklären... Welche rechtliche Wirkung sollte ein derart formulierter Text haben - vor allem, wenn er von Gruppierungen unterschrieben werden sollte, die selbst gar keine rechtlich irgendwie greifbare Form besitzen?

Was also tun? Ich sehe da mehrere Varianten:

1. Es findet sich jemand oder mehrere, die (bald) mit Werder reden und denen es gelingt, die Verantwortlichen davon zu überzeugen, dass der Kodex Blödsinn ist. Die Sache wird begraben. Alternativ könnten zumindest die Drohungen aus dem Text gestrichen werden, weil man so nicht mit seinen Fans umgeht.

2. Es passiert nichts, das Ganze läuft so dahin und wird irgendwann zur Unterschrift vorgelegt. Fast alle offiziellen FCs unterschreiben, nur die Ultra-Gruppen, eine Handvoll FCs mit Bezug zur aktiven Szene sowie jene, die gar nichts auf die Reihe kriegen, nicht. Werder brandmarkt die Nicht-Unterschreibenden öffentlich, Interessierte schütteln den Kopf und die anderen denken sich "soso". Weitere Konsequenzen?

3. Es passiert nichts, das Ganze läuft so dahin und wird irgendwann zur Unterschrift vorgelegt. Alle, inkl. der Gruppen aus dem Ultra-Lager, unterschreiben. Und dann? Dann regt sich Werder vielleicht irgendwann mal über einen Aufkleber auf, bezeichnet das als Sachbeschädigung und somit als Verstoß gegen den unterschriebenen Kodex. Aha, und? Was könnte Werder dann mit Kodex unternehmen, was nicht auch ohne möglich wäre?

4. Werder will den Kodex unbedingt, trifft aber auf breiten Widerstand, der viele normale Fanclubs mit einbezieht. Das klingt schwierig und würde auf jeden Fall viel organisatorischen und Aufklärungsaufwand bedeuten. Schön wäre es auf jeden Fall, wenn sowas funktioniert, aber man müsste sich auch fragen, ob diese Sache den Aufwand wert wäre. Rein ideologisch betrachtet wäre das meiner Meinung nach schon der Fall, weil es ein erneuter Beleg ist, wie bescheuert Werder mit seinen Fans umgeht. Praktisch wissen wir alle, wie schwer das werden würde.

Mal ein persönliches Beispiel: Ich bin Mitglied bei einem offiziellen FC. Soweit ich weiß (ich müsste mich da bei unserem "Präsidenten" erkundigen), haben wir bei der Anmeldung beim Dachverband schon mal "irgendwie gegen Gewalt und Diskriminierung unterschrieben". Kein Problem. Käme der diskutierte Kodex zur Unterschrift hier an, würden die meisten ohne Zögern auch das unterschreiben. Jetzt könnte ich intern grundsätzlich argumentieren, dass man einen derartigen Blödsinn nicht mitzumachen braucht und würde mich vielleicht, wer weiß, sogar durchsetzen (Fanclub-Tickets benötigen wir sowieso nur einmal pro Jahr usw.). Aber in wievielen Fanclubs gibt es (einzelne) Mitglieder, die sich für Argumente (weshalb Werder seine geliebten und gelobten Fans so nicht behandeln darf) interessieren und die sie auch durchkämpfen wollten? Den meisten wird es egal sein. Den meisten ist natürlich auch die Fanszene egal. Egal trifft aber auch die Konsequenzen dieses Papiers gar nicht so schlecht.

Sehr lange Rede, kurze Schlussfrage: Lohnt sich ein Kampf?
Blut-an-den Stollen
@ Südländer:

Es kann noch eine 5. Variante geben, die Gegenoffensive!

Was wäre, wenn die FCs sowie Gruppen den Dachverband in die Pflicht nehmen, Sprachrohr der Clubs zu sein und nicht des Werder-Präsidiums?
Dem Dachverband erstmal die Berechtigung absprechen, ein derartiges Papier stellvertretend für die FCs zu unterschreiben, bevor eine breite Diskussion darüber stattgefunden hat?
Das muß wohl schnell passieren, spätestens sobald offiziell eine Unterzeichnung bekannt wird. Sich vorab schon dort schon zu melden kann bestimmt nicht schaden!

Anschließend ist kurzfristig ein Gespräch mit Werder anzustreben um eine verbindliche Aussage zu erhalten, welches Ziel Werder damit erreichen will und warum das nach den bestehenden Regeln nicht möglich sein soll?

An diesem Punkt wird es interessant:
Will Werder tatsächlich eine weiter Keule in die Hand bekommen?
Falls ja: in welcher Weise gedenkt Werder, diese Möglichkeiten z.B. gegen die Standarte einzusetzen?
Oder sind rassistische Straftäter gar nicht die Zielgruppe sondern im Wesentlichen harmlose Ultras?

Falls Werder sich allerdings die Blöße geben sollte, ein Gespräch über sein Verlangen abzulehnen ("Das Papier steht nicht zur Diskussion -unterschreibt!"), würde dadurch sämtlichen langjährig treuen Anhängern vor den Kopf gehauen.

In beiden Fällen dürfte aber sowohl unter den Fans als auch in der Öffentlichkeit die Aufmerksamkeit wachsen und möglicherweise ein besserer Boden für Widerstand gegen das Ermächtigungspapier entstehen.
mawe svw
Zitat:
Original von Südländer

4. Werder will den Kodex unbedingt, trifft aber auf breiten Widerstand, der viele normale Fanclubs mit einbezieht. Das klingt schwierig und würde auf jeden Fall viel organisatorischen und Aufklärungsaufwand bedeuten. Schön wäre es auf jeden Fall, wenn sowas funktioniert, aber man müsste sich auch fragen, ob diese Sache den Aufwand wert wäre. Rein ideologisch betrachtet wäre das meiner Meinung nach schon der Fall, weil es ein erneuter Beleg ist, wie bescheuert Werder mit seinen Fans umgeht. Praktisch wissen wir alle, wie schwer das werden würde.

Sehr lange Rede, kurze Schlussfrage: Lohnt sich ein Kampf?


Auf jeden Fall ist es den Aufwand wert! Meiner Meinung nach zumindest. Aufklärung ist gefragt! Ich weiß nicht wie es euch geht, aber das Ding hängt mir so was von auf der Seele!
Um ehrlich zu sein (auch wenn es wohl viel zu träumerisch ist) sehe ich eine wirklich minimale Chance das die Szene wieder etwas zusammen rückt, wenn Punkt 4 von dir gelinge!

edit:
@ Blut an Stollen:
Diese Gegenoffensive wäre natürlich genial, aber ob dies möglich ist, kann man erst später sagen, und zwar dann wenn die meisten großen und namhaften Fanclubs ebenfalls die Unterschrift verweigern
Farmer
Zitat:
Original von Blut-an-den Stollen
@ Südländer:

Es kann noch eine 5. Variante geben, die Gegenoffensive!

Was wäre, wenn die FCs sowie Gruppen den Dachverband in die Pflicht nehmen, Sprachrohr der Clubs zu sein und nicht des Werder-Präsidiums?
Dem Dachverband erstmal die Berechtigung absprechen, ein derartiges Papier stellvertretend für di FCs zu unterschreiben, bevor nicht eine breite Diskussion darüber stattgefunden hat?
Das muß wohl schnell passieren, spätestens sobald offiziell eine Unterzeichnung bekannt wird. Sich vorab schon dort schon zu melden kann bestimmt nicht schaden!

Anschließend ist kurzfristig ein Gespräch mit Werder anzustreben um eine verbindliche Aussage zu erhalten, welches Ziel Werder damit erreichen will und warum das nach den bestehenden Regeln nicht möglich sein soll?

An diesem Punkt wird es interessant:
Will Werder tatsächlich eine weiter Keule in die Hand bekommen?
Falls ja: in welcher Weise gedenkt Werder, diese Möglichkeiten z.B. gegen die Standarte einzusetzen?
Oder sind rassistische Straftäter gar nicht die Zielgruppe sondern im Wesentlichen harmlose Ultras?

Falls Werder sich allerdings die Blöße geben sollte, ein Gespräch über sein Verlangen abzulehnen ("Das Papier steht nicht zur Diskussion -unterschreibt!"), würde dadurch sämtlichen langjährig treuen Anhängern vor den Kopf gehauen.

In beiden Fällen dürfte aber sowohl unter den Fans als auch in der Öffentlichkeit die Aufmerksamkeit wachsen und möglicherweise ein besserer Boden für Widerstand gegen das Ermächtigungspapier entstehen.


sehe ich als sehr guten ansatz... sollten sich vllt. eingige hier, die in einem FC sind, zusammen setzen und ein schreiben an den Dachverband verfassen, um vorzubeugen, wie du schon geschrieben hast. Wäre bereit mich da mit dran zu beteiligen. Nur sollte das schreiben ein sehr aussagekräfitges sein und es sollte sich darum gekümmert werden, dass auch ältere fanclubs erreicht werden und mit einbezogen werden... von unserer seite aus besteht interesse, obwohl wir zwar erst 1 Jahr bestehen... aber uns das auch sehr betrifft, vorallem die Probleme die der Kodex mitsichbringen könnte für die fanszene.
mazzo
Ich verstehe sowohl Wilko mit dem Ansatz, dem wirklich ziemlich unreif formulierten Schrieb nicht zuviel Beachtung zu schenken und einfach zu unterschreiben, als auch das an sich ernst gemeinte Anliegen Werders einfach auch so anzunehmen und sich entsprechend zu fügen oder das zu diskutieren (und ggf. nicht zu unterschreiben).

Ich bin aber so angepisst von der z.T. unmöglichen, unvollständigen und einfach falschen Formulierung und den offenkundigen Hintergedanken, dass ich mir nicht vorstellen kann das so zu unterschreiben. Ich wär aber gespannt drauf, was passiert wenn man weitere Paragraphen ergänzt. Z.B. die Verpflichtung im Fanclub auch andere Regeln einzuhalten: Verkehr und Steuerdelikte werden ebenso geächtet wie ungesunde Ernährung und vor allem Betrinkung.

Richtig ernst nehmen kann ich das Ding nicht. Dafür steckt einfach zuviel kleinkarierte Begrenztheit in dem "Ethik-Kodex".
HornsbyHB
Zitat:
Original von Suffältester
Sorry sehe das ganze schon was ernster, kann doch nicht wirklich einen egal sein wenn Werder angebliche Verstösse gegen diesen Kodexes ahnden möchte und man da mit nem Anwalt gegen angehen muß. Da passt doch was nicht.
Die von dir Uwe genannten Beispiele für erfolgreiche Fanarbeit liegen doch alle schon ein paar Jährchen zurück und ich behaupte einfach mal heute vergleichbares bei Werder durchzusetzen ist zumindest wesentlich schwieriger als damals. Die Rahmenbedingungen für uns Fans sind halt enorm schwerer geworden, wobei einen die unkritische Betrachtungsweise vieler Werderfans auch nicht gerade hilfreich zur Seite steht. Die von dir genannte positive Öffentlichkeit ist einfach nicht mehr so leicht zu erreichen, da wir einfach nicht in den letzten Jahren auf Konfrontationskurs waren.
Wieso sollen wir denn auf so einen Wisch positiv reagieren, wenn es uns bei ernstgemeinteren Anfragen und Anliegen immer wieder die kalte Schulter gezeigt wird? Was würd sich bessern? Wir wären doch nur noch mehr der willkürlichen Behandlung einiger Herren ausgesetzt. In diese Richtung kann es doch für uns nicht weitergehen. Das wir in gewisser Weise auch Entgegenkommen zeigen müssen, kein Thema. Sowas wird aber sicher nicht über ein Forum geschehen.


Du weißt, ein langes Thema. Berichtige mich, wenn sich in den letzten
Jahren viel zu oft auf persönliche Differenzen zurückgezogen wurde. Die
Fan(lebens)entwürfe sind dafür wohl zu different. Aber es ginge sicher.
Z.B. Weserstadionumbau. Leider scheint die Aktionsgruppe etwas
eingeschlafen zu sein. Aber da wäre ein riesiges Potential - auch im
Schulterschluß mit anderen Betroffenen. Genug, um die Mächtigen auch
mal am Nasenring durch die Arena zu ziehen. Aber leider sind das nicht
die wichtigen Themen anscheinend.
Dicht
Zitat:
Original von Suffältester
Sorry sehe das ganze schon was ernster, kann doch nicht wirklich einen egal sein wenn Werder angebliche Verstösse gegen diesen Kodexes ahnden möchte und man da mit nem Anwalt gegen angehen muß.


Der Kodex ist rechtlich gesehen ein völliges Nullum. Ich sehe keine einzige repressive Maßnahme auf Grundlage des Kodex, die nicht ohnehin schon durch Stadionordnung, Stadionverbotsrichtlinien oder das Hausrecht des Vereins gedeckt wäre.

Natürlich kann ich auch Matzes Unbehagen, diesem dem Thema völlig unwürdigen Murks mit seiner Unterschrift den Segen zu geben, voll und ganz nachvollziehen. Aber eine Verweigerung bringt im Endeffekt gar nix und wäre in der Öffentlichkeit absolut nicht vermittelbar. Darum appelliere ich eindringlich, sich die Prinzipienreiterei für wichtigere Konflikte aufzubewahren.

Ideal wäre sicher, mit vereinten Kräften der gesamten Fanszene diesen Kodex zu Fall zu bringen. Aber für solche Luftschlösser sollte man keine Energien verschwenden.
Bierstandszene
Zitat:
Original von HornsbyHB
Genau. Aber ich bitte auch zu bedenken, wer sich seit Jahren wo und für
was engagiert. Wenn sich alle die, die sich (zu recht) angepinkelt fühlen,
endlich zum Handeln durchringen könnten, dann wäre etwas zu erreichen.
Wenn ich mich aber (neuerdings) in epischer Breite durch irgendwelche
Foren argumentiere oder (davor) in der geschlossenen Gesellschaft der
inneren Fanszene austausche, wenn man zu allererst dagegen ist und
vor allem den Mitspieler als böse betrachtet, wird sich am Ende nur der
mächtige Böse durchsetzen. Wenn du weißt, was ich meine.
Die paar Mal, wo Öffentlichkeit hergestellt wurde (und zwar positiv) hat
man etwas bewegen können. Das Stadion hat ein Fanzentrum, es hat
Stehplätze, die Kurve wurde nirgends wirklich Kraft-Ostkurve genannt.
Nur z.B. Aber das reicht nicht und kostet, nebenbei bemerkt, Arbeit. Aber
das brauch ich Dir ja nicht zu erzählen.
Ich finde es gelinde gesagt zum Kotzen, sich hinter eine Mauer
zurückzuziehen, aber die mit Katzendreck bewerfen zu wollen, die sich
versuchen zu kümmern.


Es liegt mir fern, die Wenigen, die sich noch kümmern, zu kritisieren. Aber da hab ich anscheinend was falsch verstanden- ihr seid vorab zu dem Wisch gefragt worden? Warum wird so etwas nicht kommuniziert?

Wir warten auf das Schreiben- so mal eben unterschreiben werden wir sicher nicht.

Gruß

die olle BSB
Blut-an-den Stollen
Zitat:
[...]aber ob dies möglich ist, kann man erst später sagen, und zwar dann wenn die meisten großen und namhaften Fanclubs ebenfalls die Unterschrift verweigern


Logo, hinterher ist man schlauer - Versuch macht kluch.
Bloß davor steht ein "vorher". Und das heißt, sich nicht auf Spekulationen zu beschränken und ansonsten mit den Händen in den Hosentaschen pfeifend das Geschehen einfach nur zu beobachten.

Natürlich muß man sich rühren, den Arsch hoch bekommen!
Kontakt mit (nahezu) allen FCs aufnehmen (die Adressen sind auf WOL zu finden), informieren, an den Dachverband verweisen.
Und vor allem gleichzeitig das Echo sammeln, mit den FCs in Kontakt bleiben, ggfs. "Bürodienst" einrichten etc.

Gleichzeitig sollten aber auch die Ultra-Gruppierungen noch einmal intern sehr ernsthaft überprüfen, wo man durch eigenes Handeln Werder Argumente aus der Hand nehmen kann?

Auch wenn ich mich jetzt in ein Wespennetz setze:
Im Lauf der letzten ca. 1 1/2 Jahre dürfte klar geworden sein, daß man sich selber in eine Sackgasse verrannt hat.
Auf Maximalforderungen zu beharren, ohne auch Zwischenschritte zun akzeptieren, kann sich die (Bremische) Ultraszene einfach nicht erlauben - sie wird im Zweifelsfall einfach an die Wand gedrückt.
Siehe Choreoverbot über den Fenstern der Loge.
Um gegenüber Werder bestehen zu können, sind die Kräfte einfach nicht vorhanden (und auch nicht in Sicht).
Also muß man eben maulend und wehklagend alles ertragen.

Oder aber sich Gedanken machen, was denn realistisch zu erreichen sein könnte?
Die Gegenseite (zur Zeit ist sie es zumindest für einige) weiß um ihre Kraft.
Daher führt in meinen Augen nichts daran vorbei, auch andere Standpunkte gelten zu lassen.
Schließlich stammt das Gebot
"Ich bin der Herr, Dein Gott.
Du sollst keine anderen Götter haben neben mir"
nicht von Ultras. Aber manche benehmen sich so als ob.
Also:
Auch den Offiziellen von Werder muß man die eigene Augenhöhe zugestehen.
Sachen wie "Ey, wir scheißen auf Euch, aber dies und das müsst Ihr uns erlauben!" können einfach zu keinem Ergebnis führen.
Lange Rede kurzer Sinn:
Um "mit Werder" sprechen zu können (und "bei Werder" überhaupt Gesprächsbereitschaft zu erreichen), muß man auch zu Kompromissen bereit sein.

Im konkreten Fall heißt das:
Wenn das (anscheinend noch in Arbeit befindliche) Ermächtigungsschreiben abgewendet werden soll, geht das wohl nicht ohne ein Entgegenkommen durch die Ultras. Und jetzt bitte genau herhören:
Dieses Entgegenkommen wird vermutlich auch von der Masse der Fanclubs gefordert werden!
Will man sie zur Unterstützung gewinnen, muß man die auch dort massiv vorhandenen Vorbehalte ausräumen oder zumindest verringern.
Und zwar nicht nur taktisch, sondern auch (und vor allem!) durch die Bereitschaft, sich aus Wolkenkuckucksheim zu verabschieden.
Nur wer von anderen für voll genommen wird, kann auch Unterstützung verlangen!



So, jetzt stelle ich den Lehrerstock wieder in den Schrank und komme auf den Anfang zurück:
Es wird viel Arbeit verlangen, das drohende Papier abzuwenden.
Im Grunde geht die Arbeit schon gestern los.
Falls Ihr meinen praktische Mitarbeit annehmen wollt:
Bitte PN, hier oder auf WOL.
Bierstandszene
Zitat:
Original von Dicht

Der Kodex ist rechtlich gesehen ein völliges Nullum. Ich sehe keine einzige repressive Maßnahme auf Grundlage des Kodex, die nicht ohnehin schon durch Stadionordnung, Stadionverbotsrichtlinien oder das Hausrecht des Vereins gedeckt wäre.



Aha... dann hat die Standarte bestimmt als erstes schon mal unterschrieben?

Auch wenn ich mich wiederhole- warum sollen wir etwas unterschreiben, was wir seit Jahren leben? Nur weil uns gedroht wird, uns die Jahreskarten zu entziehen?

Was bekommen wir dafür? Endlich wieder Kartenkontingente, damit wir Auswärtsfahrten planen können? Kompetente Ansprechpartner, die uns bei Problemen kurz und schmerzlos helfen können?

Wenn nochmal das Flutlicht ausfällt, lasst euch nicht erzählen, es wäre ein Baggerfahrer gewesen- das waren wir beim verzweifelten Versuch, dem Flux- Kompensator die verfluchten 1,21 Gigawatt einzuhauchen- das 140 km/h Problem ist gelöst.


Gruß

die olle BSB
Dicht
Zitat:
Original von Blut-an-den Stollen
Wenn das (anscheinend noch in Arbeit befindliche) Ermächtigungsschreiben abgewendet werden soll, geht das wohl nicht ohne ein Entgegenkommen durch die Ultras. Und jetzt bitte genau herhören:


Du meinst, die Ultras sollten sich mit dem Verein an einem Tisch setzen und Änderungen am Text des Kodex diskutieren? Das wäre wohl das dümmste, was sie machen könnten. Denn erstens wird man wohl eh nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen (sofern beide Seiten den Text ernst nehmen und nicht nur als leere Worthülsen sehen), so dass der Verein wieder überall erzählen kann, dass die Ultras keinen Gewaltverzicht erklären wollten. Und zweitens würde so eine Unterschrift unter einem Text, an dem man selbst mitgewirkt hat, ungleich mehr Gewicht haben.

Die damaligen Gespräche mit dem Verein über eine gemeinsame Erklärung waren, zumindest soweit ich daran beteiligt war, wahrhaft ein Graus. Ich denke, nach zweieinhalb Jahren ist es keine Indiskretion mehr, wenn ich an dieser Stelle folgenden Formulierungsvorschlag der Eastside für eine Presseerklärung des Vereins veröffentliche, der eine vorangegangene PM richtigstellen sollte, in der der Verein den Entzug von Arbeitskarten für die Eastside u.a. missverständlich mit rassistischen Ausfällen beim CL-Spiel in Lyon begründete, an denen die Eastside nicht im geringsten beteiligt war:

Zitat:
Die Fan-Gruppierung "Eastside" hat Werder Bremen gebeten, die folgende Stellungnahme zu veröffentlichen. Dieser Bitte kommen wir gerne nach.

"Infolge einer Pressemitteilung des SV Werder kam es in jüngster Vergangenheit zu mehreren Medienberichten, in denen wir in einen Zusammenhang mit neonazistischen Parolen gebracht wurden, die von Werder-Fans in der Innenstadt von Lyon im Vorfeld des Champions-League-Spiels gerufen wurden. Obwohl der Werder-Fanbauftragte und das Fanprojekt Bremen derartige Vorwürfe bereits als unberechtigt zurückgewiesen haben, ist in Teilen der Öffentlichkeit ein Eindruck haften geblieben, der für uns unerträglich ist. Dass wir als grundsätzlich unpolitische Gruppe mit rechtsradikalen Idioten und ihren hirnrissigen Vorstellungen nichts zu tun haben, weiß jeder, der uns kennt. Für alle anderen möchten wir klarstellen:

Wer Menschen anhand ihrer Herkunft oder Hautfarbe beurteilt, hat beim Fußball nichts verloren - und erst recht nicht bei der Eastside Bremen. Wir fahren durch ganz Europa, um unsere Mannschaft zu unterstützen, und versuchen, im Stadion alles zu geben, egal was passiert und vor allem ganz egal, aus welcher Ecke der Erde die Menschen auf dem Platz und auf den Rängen kommen. Dabei setzen wir uns seit Jahren aktiv für eine Kurve ohne Rassismus ein.

Leider gibt es jedoch auch unter Werder-Fans Menschen, die ihre rechtsradikale Gesinnung beim Fußball zur Schau tragen oder rassistische Gesänge einfach unbedacht mitgröhlen. Wir appellieren an alle Werder-Fans, solche Situationen nicht schweigend hinzunehmen, sondern die Stimme dagegen zu erheben, damit Nazis spüren, dass sie bei Werder nicht willkommen sind, und damit etwaige Mitläufer zur Besinnung kommen. Die nötige Zivilcourage gegen Rassismus aufzubringen, fällt umso leichter, je mehr Menschen man hinter sich weiß. Darum kann sich hierbei jeder auf die Unterstützung der Eastside verlassen! Football unites, racism divides!

Eastside Bremen, 9. Mai 2005"


Die Werder-Geschäftsführung war zu einer Veröffentlichung aber nur bereit, wenn die Eastside sich in der gleichen Erklärung auch gegen Gewalt und Pyrotechnik ausspreche. Dass dies abgelehnt wurde, hatte also nicht nur inhaltliche Gründe, sondern lag auch an atmosphärischen Spannungen. Wenn der Verein die ES öffentlich in die rechte Ecke stellt und dies nur richtigstellen will, wenn die ES weitere Forderungen erfüllt, dann darf er sich nicht wundern, wenn so ein Vorgehen als reichlich miese Erpressung angesehen wird, der man sich natürlich nicht beugen mag.

Zitat:
Original von Bierstandszene
Auch wenn ich mich wiederhole- warum sollen wir etwas unterschreiben, was wir seit Jahren leben? Nur weil uns gedroht wird, uns die Jahreskarten zu entziehen?


Bei den normalen Fanclubs ist die Sachlage natürliche eine andere. Euch wirft der Verein ja auch nicht seit Jahren vor, sich angeblich nicht von Gewalt distanzieren zu wollen. Wenn "ihr" allesamt dem Verein verklickert, dass er sich seinen Kodex mal gepflegt an die Backe heften kann, dann wäre das Problem natürlich gelöst. Aber das wird ja nicht passieren.

Wobei ich mich gerade frage, wer "ihr" eigentlich seid. Die BSB existiert ja nun nicht mehr, und m.W. ist der größte Teil an ehemaligen BSB-Mitgliedern bei uns gelandet.
Achim
Zitat:
Original von Blut-an-den Stollen
Ermächtigungsschreiben


Eine interessante Formulierung. Lese ich da zu viel rein oder spielst du damit wirklich auf das Ermächtigungsgesetz von 1933 an?
CarstenHB
man muss auch nicht in jedem wort oder satz eine verbindung zum dritten reich suchen
Donnergurgler
Jimbo, das nennt man selektive Wahrnehmung.
Master of Desaster
Bei allem hin und her dürfte bleiben, das diese Sache wie von dem ein oder anderen gesehen eben nicht als allzu harmlos gesehen werden darf. Mir auch weitgehend unverständlich wie man diese Sache verharmlosen kann. Selbst wenn es meine Meinung wäre wäre sie nicht angebracht, weil es schlicht falsch ist und keine positiven Merkmale für den weitern Lauf der Sache beinhaltet.

Ich als freiheitsliebender Fan meines ebenso geliebten SV Werders kann nur im höchsten Maße alle Werder Anhänger ob nun fanatisch oder nicht, ob jung oder alt bitten !! sich diese Sache genauestens vor Augen zu führen , ihre Auswirkungen bei Unterzeichnung vor Augen zu halten und halten zu lassen und sich vielleicht selber nochmals durch den Kopf gehen zu lassen was in Ihren Augen das Phänomen Werder ausmacht und ihrer Liebe zu diesem.
Ich bitte sie als aktiver Fan dieses Schreiben nicht !!! zu unterzeichnen um damit Ihnen und uns als aktive Fans die Zukunft einer freischaffenden ,liebenden und durchaus berechtigt kritischen Kurve zu erhalten.

Dieses Schreiben der Firma Werder zielt wissentlich darauf ab, denjenigen welche ihr Herz auch auf der Zunge tragen diese förmlich rauszuschneiden.

Selbst wenn Sie sich mit den Inhalten des Schreibens größtenteils identifizieren können, besteht keinerlei Notwendigkeit dieses mit Ihrer Unterschrift auch auszudrücken.
Das eigentliche Ziel der Firma sieht dabei etwas anderes vor, welches der eigentliche Grund und Ergebnis ihrer Unterschrift wäre.
Master of Desaster
Es freut mich das hier so qualitativ hochwertig diskutiert wird.

Es ist im ganzen ja auch völlig richtig was hier so alles geschrieben steht.

Dennoch möchte ich einiges ( nicht alles ) komentieren und evt berichtigen.

Es ist ja nicht falsch das Werder schon alles das was sie mit dem Papier vorhaben nämlich uns aktiven teil der fanszene ( siehe die neue Südkurve münchen ) nicht auch schon heute durchsetzten könnten.

Dabei lohnt die diskussion gar nicht. denn dieses tuen sie schon seid Jahren.
Spruchbänder, doppelhalter mit aus der Sicht des Vereins nicht imagefördendern Inhalten werden verboten. Das Choreoverbot nimmt uns grad alles, ja sogar Fahnenschwenker im oberern Bereich der Stehplätze werden schon seid geraumer zeit mit verweiss gedroht sollten sie des Schwenken dieser nicht einstellen.
Die schmale Auswärtsticketkondingent für die Nachfolgegruppen der Eastside steht schon zum Xten mal auf der Kippe usw.

Du Zustände sind seid ca 3 Jahren kaum noch zu ertragen.

Dabei hat gerade in der Vergangenheit gezeigt, das das wohl beispiellose aneinander Vorbeileben innerhalt der ostkurvenbesucher das wohl größte problem dargestellt hat, woraus sich resultierend nicht ausreichend gewehrt werden konnte.

In der neuzeit ist dies nicht anders, komjedoch hinzu das sich auch die Ultraszene alles andere als aufeinander diesbezüglich verlassen kann.
Dies trägt natürlich dazu bei das man sich den Fanunfreundlichen Verhalten der firma nicht mehr erwehren kann. Am beispiel Reaktion auf das Choreoverbot läßt sich das sehr gut sehen. Viele verschiedene Wege führen hier eben nicht zum Ziel.

Nun kann man die Schuld auf die Szene schieben was nicht falsch wäre, jedoch ohne die beispiellose Art und Weise der firma auch nicht nötig wäre.


Was bleibt ist das das Schreiben der firma alles andere als zu Verharmlosen ist.
es dient in erster Linie der Imageförderung des Vereins, genau wie dessen änderung des Mitgliedersystems oder der erneurerung der Farben
( orange ).

In zweiter Linie soll damit erreicht werden Fans weiter in mündig und unmündig aufzuteilen, weiter und immer tiefere Keile in die fanszene zu treiben uso den Druck auch über ausgewählte Medien auf die kritische aktive Fannszene zu erhöhen.

Es dürfte dem geneigten Fußballanhänger gerade im bremen nicht entgangen sein, das gewisse unschöne verhaltensmuster bei einigen oder auch mehreren Personen der Szene vermehrt auftreten.
Allerdings soldabei dem geneigten beobachter und Kritiker auch nicht entgangen sein, das seid Jahren gerade Jugendliche in eine Ecke gedrängt werden in der sie sich selbst nicht gestellt hätten.
Die entwicklung vieler ist deswegen heute so wie wir und auch der Verein sich das nicht vorstellen.
Statt die Notbremse zu ziehen und über Jahre hinweg ernstgemeinte Komunikation zu führen, wird jetzt genau der bis zur perversion ausgetüfftelte weg eingeschlagen der uns dieses Dilemma erst eingebracht hat.

Sich der Kampf/Einsatz lohnt dagegen vorzugehen ?

Diese frage die eigendlich keine sein darf kann man nur mit JA beantworten.

Ob es Erfolg verspricht bleibt abzuwarten.
mazzo
also entweder Märtyrertum oder Realismus?
Blut-an-den Stollen
Darauf kann es hinauslaufen.