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Zufrieden unzufrieden
In einer besseren Welt wären Fußballprofis ungefähr so wie der Werder-Verteidiger Petri Pasanen
Von unserem Redakteur
Olaf Dorow
NORDERNEY. Irgendwann im Lauf des Gesprächs mussten alle kräftig lachen, auch der Interviewte selbst. Der Verteidiger Petri Pasanen hatte sich zurückgelehnt und gesagt: "Ich habe nichts zu sagen. Ich habe keine Geschichte." Er sei anders als sein Werder-Kollege Torsten Frings, der habe oft etwas zu sagen. Wenn Petri Pasanen Journalist statt Fußball-Profi wäre - er würde "natürlich Frings" statt Pasanen interviewen.Natürlich hat der finnische Nationalspieler, der vor drei Jahren nach Bremen kam, eine Geschichte. Man kann sie nicht unbedingt eine Erfolgsstory nennen. Er kam aus Amsterdam mit reichlich Champions-League-Erfahrung, er wurde Stammspieler, dann Abwehrchef und seit mehr als einem Jahr steht er in der zweiten Reihe. "Naldo und Mertesacker sind erste Wahl", sagt er, "so ist das eben."Das ist die eine Seite der Geschichte. Die andere ist, dass funktionierende Mannschaften solche Typen wie Petri Pasanen brauchen. "Ich weiß, was ich kann und was ich nicht kann", sagt er. Er verhält sich loyal. "Natürlich will ich mehr spielen, das ist doch klar", sagt er. Aber man müsse auch Realist sein. Im überhitzten Bundesliga-Business mit all seinen Egomanen ist er ein ruhender Pol. Er ist im Gleichgewicht und ein Gegenentwurf zur überkandidelten Boygroup-Mentalität. Seine Botschaft: Es gibt schlimmere Schicksale auf diesem Erdball, als bei einem Klub aus der Premiumklasse Innenverteidiger Nummer drei zu sein.Wenn Thomas Schaaf heute noch Spieler wäre, könnte man ihn am ehesten mit Petri Pasanen vergleichen. Schaaf stellt Pasanen nur dann auf, wenn Naldo oder Mertesacker verletzt sind. Akzeptiert der Spieler die Entscheidung, weil der Trainer recht hat mit seiner Einschätzung? "Ich akzeptier’ sie, weil der Trainer sie macht", sagt der Finne. In einer besseren Welt wären Fußballprofis so wie Petri Pasanen.Das Wissen, Ersatzmann zu sein, hat schon so manchen Profi kirre gemacht. Pasanen kann das aushalten. Nicht wenige vermuteten, in diesem Sommer werde er den Verein wechseln oder wenigstens murren über seine Nummer-drei-Rolle. "Es gab Angebote", sagt er. Aber er hätte sich nur in dem Fall mit ihnen beschäftigt, wenn sie als Gesamtpaket besser wären als das, was er jetzt in Bremen hat. Solch ein Angebot sei nicht dabei gewesen. Er wirkt ausgeglichen, nicht verbittert. Er lässt sich auch nicht hängen, weil er an Naldo und Mertesacker nicht vorbei kommt. Als Mertesacker in der Schlussphase der Saison ausfiel, war er gefordert. Die Journalisten wählten in der Beurteilung seiner Leistungen oft die Vokabeln "zuverlässig" oder "solide".Im Sommer 2008 läuft sein Vertrag aus. "Mein Herz hängt an Bremen", sagt er. Sollte es dazu kommen, dass er den Verein verlässt, würde ihm das sehr schwer fallen. Rechnet er mit einem Bremer Angebot zur Vertragsverlängerung? "Ich weiß nicht, es sind noch zehn Monate Zeit", sagt Petri Pasanen. Werder wird sich Zeit lassen mit einer Initiative, anders als etwa bei den auslaufenden Verträgen von Tim Wiese oder Tim Borowski. Petri Pasanen, der zufriedene Unzufriedene, wird auch das aushalten.
Quelle: Weser-Kurier
http://www.weser-kurier.de/20070708/btag...unzufrieden%0A&
In einer besseren Welt wären Fußballprofis ungefähr so wie der Werder-Verteidiger Petri Pasanen
Von unserem Redakteur
Olaf Dorow
NORDERNEY. Irgendwann im Lauf des Gesprächs mussten alle kräftig lachen, auch der Interviewte selbst. Der Verteidiger Petri Pasanen hatte sich zurückgelehnt und gesagt: "Ich habe nichts zu sagen. Ich habe keine Geschichte." Er sei anders als sein Werder-Kollege Torsten Frings, der habe oft etwas zu sagen. Wenn Petri Pasanen Journalist statt Fußball-Profi wäre - er würde "natürlich Frings" statt Pasanen interviewen.Natürlich hat der finnische Nationalspieler, der vor drei Jahren nach Bremen kam, eine Geschichte. Man kann sie nicht unbedingt eine Erfolgsstory nennen. Er kam aus Amsterdam mit reichlich Champions-League-Erfahrung, er wurde Stammspieler, dann Abwehrchef und seit mehr als einem Jahr steht er in der zweiten Reihe. "Naldo und Mertesacker sind erste Wahl", sagt er, "so ist das eben."Das ist die eine Seite der Geschichte. Die andere ist, dass funktionierende Mannschaften solche Typen wie Petri Pasanen brauchen. "Ich weiß, was ich kann und was ich nicht kann", sagt er. Er verhält sich loyal. "Natürlich will ich mehr spielen, das ist doch klar", sagt er. Aber man müsse auch Realist sein. Im überhitzten Bundesliga-Business mit all seinen Egomanen ist er ein ruhender Pol. Er ist im Gleichgewicht und ein Gegenentwurf zur überkandidelten Boygroup-Mentalität. Seine Botschaft: Es gibt schlimmere Schicksale auf diesem Erdball, als bei einem Klub aus der Premiumklasse Innenverteidiger Nummer drei zu sein.Wenn Thomas Schaaf heute noch Spieler wäre, könnte man ihn am ehesten mit Petri Pasanen vergleichen. Schaaf stellt Pasanen nur dann auf, wenn Naldo oder Mertesacker verletzt sind. Akzeptiert der Spieler die Entscheidung, weil der Trainer recht hat mit seiner Einschätzung? "Ich akzeptier’ sie, weil der Trainer sie macht", sagt der Finne. In einer besseren Welt wären Fußballprofis so wie Petri Pasanen.Das Wissen, Ersatzmann zu sein, hat schon so manchen Profi kirre gemacht. Pasanen kann das aushalten. Nicht wenige vermuteten, in diesem Sommer werde er den Verein wechseln oder wenigstens murren über seine Nummer-drei-Rolle. "Es gab Angebote", sagt er. Aber er hätte sich nur in dem Fall mit ihnen beschäftigt, wenn sie als Gesamtpaket besser wären als das, was er jetzt in Bremen hat. Solch ein Angebot sei nicht dabei gewesen. Er wirkt ausgeglichen, nicht verbittert. Er lässt sich auch nicht hängen, weil er an Naldo und Mertesacker nicht vorbei kommt. Als Mertesacker in der Schlussphase der Saison ausfiel, war er gefordert. Die Journalisten wählten in der Beurteilung seiner Leistungen oft die Vokabeln "zuverlässig" oder "solide".Im Sommer 2008 läuft sein Vertrag aus. "Mein Herz hängt an Bremen", sagt er. Sollte es dazu kommen, dass er den Verein verlässt, würde ihm das sehr schwer fallen. Rechnet er mit einem Bremer Angebot zur Vertragsverlängerung? "Ich weiß nicht, es sind noch zehn Monate Zeit", sagt Petri Pasanen. Werder wird sich Zeit lassen mit einer Initiative, anders als etwa bei den auslaufenden Verträgen von Tim Wiese oder Tim Borowski. Petri Pasanen, der zufriedene Unzufriedene, wird auch das aushalten.
Quelle: Weser-Kurier
http://www.weser-kurier.de/20070708/btag...unzufrieden%0A&

das wäre dufte Petri