Friesland, die Friesenpartei und Beluga-Stolberg auf Spiekeroog

Tapir
Gerade kam es im Radio, eine neue Partei wird gegründet: DIE FRIESEN.
u.a. weil die FriesInnen sich von den anderen Parteien nicht repräsentiert fühlen. sie wollen als nationale Minderheit anerkannt werden, das setzt dann die 5 % Regel außer Kraft. Planung ist, bei der nächsten Landtagswahl zu kandidieren.
Interessante Geschichte.
Eine erste Internetrecherche nach Friesenpartei und Gründung ergab 2 Ergebnisse (in denen erzählt wurde, dass die Domains www.friesenpartei.de schon reserviert ist aber noch keine Inhalte hat), und die Frage "Meinten Sie Frauenpartei Gründung?"
Ostfriesenblog ist auch gut (mit beweglichen Kühen):
http://www.ostfriesenblog.de/archives/11...ckt-naeher.html

Ich bin ja selbst keine Friesin, aber als Besucherin immer wieder gerne in Friesland gewesen (allerdings mehr in Nordfriesland), deshalb starte ich mal diesen thread. Vielleicht können uns ja die Leute vor Ort weiter über die neue Partei und so informieren. Wer weiß was noch passiert. Vielleicht schließen sich die friesischen Bevölkerungsgruppen in D und NL auch noch zusammen und machen Furore im EU-Parlament.


Am Rande des Reisemitbringsel-threads bekam ich dieses schöne passende Bild, und so proste ich an dieser Stelle mit meiner Teetasse allen friesischen FSB-Leuten zu:

MrBonde
DIE BEWEGUNG DER AUTOCHTHONEN VÖLKER......
Saxx
Tapir
Zitat:
Original von Saxx
http://www.die-friesen.eu/


Die Friesen... für Ostfriesland



äh, und was ist mit Nord- und Westfriesland?
Fängt das direkt mit Sektiererei an?
aXliner
Besteht Friesland nicht auch aus Nordniederlande und den ganzen Inseln?

Kann eine Partie aus Mitgliedern von Staaten bestehen?
mazzo
für sowas gibts die Non-FIFA: http://de.wikipedia.org/wiki/Non-FIFA-Board. Friesland fehlt noch. Ich frag mich aber, ob die überhaupt schon das Rad kennen, geschweige denn, den Ball.
Tapir
Dein link ist wunderlich, mazzo!

Zitat:
Non-FIFA-Board.
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Diese Seite existiert nicht

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* Verfasse einen Artikel zum Thema (Anleitung).


Zitat:
Original von mazzo
Ich frag mich aber, ob die überhaupt schon das Rad kennen, geschweige denn, den Ball.

Outest du dich gerade als kleiner Friesenfeind?



so, den thread erweitere ich mal um die Vorgänge auf Spiekeroog. Niels "ich mach Spiekeroog platt" Beluga Stolberg lud zur Eröffnung seines monströsen Künstlerhauses. Aber den Bürgermeister lud er z.B. wieder aus, weil der es mal gewagt hatte, Stolbergs Vorgehen auf Spiekeroog zu kritisieren. Und Proteste gab es auch en masse, so dass dann die Party von Stolberg und seinen eingeschifften Eröffnungsgästen unter Polizeischutz stattfand.
Irgendwo hab ich glaub ich auch schon mal Infos zur Problematik Stolberg-Spiekeoog ins fsb gesetzt. Mieser Typ. Und so jemand sponsort Werder. (würg)

wie immer hab ich die Neuigkeiten aus dem Radio, aber ich schätze, dass diesmal auch die Bremer Presse berichten wird. dann trag ich es noch nach.
mazzo
als ich den link gepostet hab, stand da noch ein Artikel zu den Non-FIFA Mitgliedern. Inklusive Südniedersachsen. Komisch.
Tapir
so, hier ein bisschen Hintergrundsinfo über Niels Stolberg auf Spiekeroog:


Zitat:
Auf der Insel der Unfriedlichen

Auf Spiekeroog investiert der Reeder Niels Stolberg in ein Touristikprojekt nach dem anderen. Die Ruhe ist dahin. VON EIKEN BRUHN

Nicht einmal eine Statue können sie auf Spiekeroog aufstellen, ohne dass es Streit gibt. Erst versucht der örtliche Naturschützer, zu verhindern, dass das Geschenk eines Künstlers, der jedes Jahr zwei Monate auf dem Zeltplatz arbeitet, in die Dünen gesetzt wird. Dann giftet Bernd Fiegenheim, der Bürgermeister, bei der Einweihungsfeier solle "niemand von außen" spielen, sondern der örtliche Musikverein. "Wir machen das so, wie wir das immer machen."

Alle im Mehrzwecksaal des Kurmittelhauses "Kogge" wissen, gegen wen sich das richtet: gegen den Bremer Reeder Niels Stolberg, der heute sein neuestes Projekt auf der autofreien Ostfriesischen Insel eröffnet. Seit Monaten wirbt er für das Veranstaltungshaus "Künstlerhaus Spiekeroog", dort ist sechsmal so viel Platz für Veranstaltungen wie in der "Kogge", mit Radierwerkstatt, Bewegungsräumen und einem künstlichen Kamin, der 60.000 Euro gekostet hat. Zur Eröffnung spielen "Fury in the Slaughterhouse". Für die Mehrheit der Insulaner ist das Künstlerhaus ein Symbol dafür, wie ihnen Stolberg die Kontrolle über die Insel abnimmt.

Der Dorffrieden ist hin, seitdem der 46-Jährige die Insel entdeckt hat: Ein Selfmademan, machte erst wie sein Vater das Kapitänspatent, studierte dann noch Betriebswirtschaft und gründete schließlich 1995 seine eigene Reederei. Beluga Shipping verschifft Schwergüter und machte Stolberg reich. Vor acht Jahren dann entdeckte er Spiekeroog, kaufte sein erstes Haus, acht gehören ihm inzwischen, dazu zwei Restaurants, der Insel-Buchladen und nun noch das Künstlerhaus. Dabei sind seine 200 Gästebetten nur ein Bruchteil aller Betten auf der 825-Einwohner-Insel. Doch die Spiekerooger, die die Aktivitäten des jungen Unternehmers anfangs offen und neugierig beobachteten, wünschen sich mittlerweile ein Stoppschild. Sie haben Angst, dass die Gäste wegbleiben, weil ihnen Stolbergs Version von Spiekeroog nicht gefällt und mit dem Künstlerhaus zu viel Trubel auf die Insel kommt. Das andere Lager hingegen - darunter der Naturschützer, den Stolberg nur "den Bewahrer und Beschützer der Insel, Altbürgermeister Uli Bauer" nennt - hält Stolberg für einen Wohltäter. Wer recht hat, ist noch offen.

Im Gemeinderat brechen die Feindschaften regelmäßig offen aus: "Du hast ja keine eigene Meinung mehr", muss sich Christian Kiesow anhören. Der Inhaber eines Blumenladens ist einer der drei Gemeinderäte, die auf Stolbergs Seite stehen, darunter auch der Dorfpolizist. Kiesow hat eine namentliche Abstimmung verlangt, es geht um das Künstlerhaus. Acht Wochen vor Eröffnung will Stolberg dort mehr Leute verköstigen als geplant und auch noch einen Jazzkeller einrichten. Wenn sie nicht zustimmen, warnt Kiesow, könnte Stolberg sie verklagen, sogar die Gemeinderäte persönlich haftbar machen. Ihm gegenüber sitzt Wolfhart Klasing von der Fraktion "Auf Spiekeroog", mit fünf Abgeordneten die größte im Rat. "Du bist doch befangen, Christian", presst er zwischen den Zähnen hervor; er sieht aus, als könne er sich nur mühsam beherrschen, Kiesow nicht an die Gurgel zu gehen.

30 Zuhörer sind zu der Sondersitzung in die Kogge gekommen, der zweite Tagesordnungspunkt ist das "Sturmeck", ein Gebäude im Westen der Insel, das Stolberg, selbst nicht anwesend auf der Sitzung, kaufen möchte. Die drei Männer und zwei Frauen von der Wählergemeinschaft "Auf Spiekeroog" und der Bürgermeister, der zur selben Partei gehört, wollen das unbedingt verhindern, lieber soll die Gemeinde es selbst erwerben und ein oder zwei Millionen ausgeben. "Wahnsinn", sagt Kiesow. Dass Stolberg nicht aufhört zu kaufen, obwohl er immer mal wieder gesagt hat, er habe genug, liege in dessen Natur, sagt er. "Der ist Unternehmer, und das kommt nun mal von 'unternehmen' und nicht von 'auf dem Arsch sitzen'." Dass er mit "Niels" befreundet sei, sei doch nicht verkehrt. Stolberg selbst sagt, er habe keine Freunde im Gemeinderat.

Die Sitzung endet mit einem Eklat: Pastor Joachim Breithaupt erwischt Stolbergs Architekten dabei, wie dieser die Sitzung heimlich aufzeichnet. Mit rotem Kopf entschuldigt der sich: "Ich habe so ein schlechtes Gedächtnis." Als Stolberg später davon hört, will er damit nichts zu tun haben. Er nennt es empört "ein Unding, so was darf man nicht". Pastor Breithaupt lächelt milde über solche Sätze und erzählt beim Kaffee im Pfarrbüro, wie er einen Anruf "von oben" bekam, weil er Stolbergs Geschäftspartner ein Konzert in der alten Inselkirche verweigert hatte. Und wie ihn Stolberg beschimpfte, weil er nicht spurte.

Von Anrufen oder Besuchen von Stolberg persönlich kann man sich einige Geschichten auf Spiekeroog erzählen lassen, von Drohungen und Beleidigungen auch. Doch in der Zeitung soll das lieber nicht so genau stehen, sagen die meisten, sie hätten schon genug Ärger. Auch der Inseljournalist Hartmut Brings möchte nicht öffentlich ins Detail gehen, warum er nur noch im Beisein von Zeugen mit Stolberg redet. Einige Insulaner verfolgt der Unternehmer juristisch, anderen hat er es angedroht, auch der Kurverwaltung, die nicht für sein Künstlerhaus werben will. Eine Atmosphäre der Angst mache sich breit, sagt Pastor Breithaupt. Und dass an dem Graben, der durchs Dorf geht, beide Seiten buddel. Auf Stolbergs Vorwurf, sich nicht als Brückenbauer zu betätigen, sagt Breithaupt nur: "Dafür ist es zu spät."

Warum bleibt Stolberg eigentlich, wenn ihm so viel Unwillen entgegenschlägt? Investieren könnte er seine Gewinne auch anderswo. Ganz einfach, sagt Stolberg: Er habe sich "verliebt" in die Insel auf der Suche nach dem perfekten Platz für ein Feriendomizil. Dann rutscht er in seinem Büro mit Weserblick auf die Kante des Sofas, seine Augen leuchten noch ein wenig blauer, und er schwärmt von seinen Häusern, vom "Sturmeck", das er gerade dem CVJM abgekauft hat, um eine Art Jugendherberge daraus zu machen. Noch vor zwei Monaten hatte er seinen Gegnern im Gemeinderat geschrieben, er wolle vom Kauf absehen, um "keine weiter gehende Besorgnis in der Spiekerooger Bevölkerung entstehen zu lassen". Schnee von gestern: "Das ist ein so wunderschönes Projekt", das müsse er machen. "Was ist denn daran falsch?" Er sei doch keiner, der die Insel zubetoniert mit Bettenburgen, er sei einer, der mit "Fingerspitzengefühl und Feingeist" vorgehe, verfallene Häuser restauriert und sie sogar "historisch stilechter nachrüstet", als sie es vorher waren, wie im Inselmagazin Watt n Eiland steht. Das allerdings auch Stolberg gehört. Er fragt wieder und wieder: "Was ist daran falsch?" Für ihn gibt es nur eine Antwort: Wer seine Liebe verschmäht, kann nur ein Neider sein, einer, der sich vor Konkurrenz oder Veränderung oder beidem fürchtet. So denkt nicht nur Stolberg, so denken auch seine Anhänger und Freunde, darunter Niedersachsens Wissenschaftsminister Lutz Stratmann, der ebenfalls ein Haus auf der Insel besitzt. Politiker mögen ihn, er schafft Arbeitsplätze und finanziert die Ausbildung von Seeleuten. Stolberg selbst bezeichnet sich als "sozial engagierten Unternehmer". Tsunami-Waisen hilft er und einem Kinderhospiz. Seine Töchter seien "Revoluzzer", das hätten sie von ihm, er war ja auch in Brokdorf damals.

Einer von den "Neidern" ist Lars Bücking. Zwanzig Minuten dauert der Fußmarsch vom Dorf zwischen Dünen und Pferdeweide bis zu seiner bunt bemalten Bretterbude am Zeltplatz: ein paar zusammengehauene Bänke, ein zerschlissener Strandkorb. Seit 15 Jahren verkauft er Bier und Kaffee aus der Thermoskanne, Hanfnudeln und Bockwurst, Sanddornwein und Sonnencreme, über der Eistruhe liegen Kartenspiele aus, ganz hinten in einer Ecke stehen gebrauchte Bücher zum Verkauf. Sein Kiosk, sagt der 38-Jährige, sei wie die Insel selbst, jeder könne drin stöbern und etwas entdecken. "Die Leute sitzen hier und gucken dem Gras beim Wachsen zu. Hier werden kleine Dinge ganz groß." Stolberg steht für Bücking für das entgegengesetzte Prinzip. Der glaubt, dass den Gästen die Ruhe, für die Spiekeroog bekannt ist, nicht mehr reicht. "Der sagt den Leuten, wie sie sich erholen sollen."

Die Leute mit Handy am Ohr, die man in Stolbergs Prospekten sieht, denen er "kreative Lösungen" auf dem Strandspaziergang verspricht, mit dem Strand als Flipchart, diese Urlauber störten ihn nicht, sagt Bücking - solange Leute wie Uwe davon nicht abgeschreckt werden. Der zeltet seit 1970 hinter dem Kiosk in den Dünen, trägt stets ein Gänseblümchen im Bart und freut sich, wenn ihn niemand fragt, was er macht und wer er ist.

Wie so viele fand Bücking Stolbergs Engagement anfangs sogar gut, weil alte Strukturen und Marktführerschaften aufbrachen. "Aber jetzt reichts, ich will nicht, dass das hier sein Disneyland wird." Im Herbst ließ er sich deshalb für die Kommunalwahlen aufstellen und gehört nun auch "Auf Spiekeroog" an, der Fraktion, deren Mitglieder oft nicht viel mehr gemeinsam haben als den Willen, Stolberg in Schach zu halten.

Für Stolberg sind "der Rat" und die Spiekerooger zwei verschiedene Paar Schuhe. Dass 58,6 Prozent Fiegenheim zum Bürgermeister gewählt haben, ändert daran nichts. Höchstens "10 Prozent" seien wirklich gegen ihn, allen anderen wurde Angst gemacht. Warum sich jemand wie Bücking gegen ihn engagiert, kann er nicht erklären. Dessen Kiosk sei "Kult" und "Lars ein ganz lieber Kerl". Stolberg schüttelt den Kopf. "Ich weiß nicht, was mit ihm los ist." Gesprochen haben die beiden allerdings noch nie miteinander. Für den Reeder gibt es nur ein Kommunikationsproblem, die Spiekerooger haben ihn einfach noch nicht richtig verstanden, aber er sei immer noch bereit, "im Dialog diese Prozesse zu erklären".

Bücking wird sich die Eröffnungsreden im Künstlerhaus sparen, er muss Bier verkaufen und Tomatensoße. Bürgermeister Fiegenheim hingegen hat keine Ausrede, er hält eine Rede. Und er wird sich umschauen und fragen, wer dazugehört und wer nicht. Nicht alle "Stolberger" tragen T-Shirts mit dem Aufdruck seiner Firmen.

Quelle: taz vom 23. Juni 7
http://www.taz.de/index.php?id=start&art...Hash=95ce5602b0

Der Bürgermeister durfte wie erwähnt seine Rede nicht halten.
Tapir
weiter gehts mit Artikeln zum Hintergrund:

aus der Zeit 4.8.2oo5 - Seite 4 / 6 http://www.zeit.de/2005/32/Spiekeroog?page=4

Zitat:
Ordnung ist die halbe Insel
Von Christof Siemes
Keine Autos, keine Strandbar, Öffnungszeiten wie vor zwanzig Jahren - Spiekeroog hat den Eigensinn zur Attraktion gemacht

Knapp im Rahmen der Bebauungspläne bewegt sich eine andere Revolution. Ihr Anführer heißt Niels Stolberg, Chef der Beluga Shipping Company aus Bremen. Er hat sich in die Insel verguckt und ist seit zweieinhalb Jahren dabei, sie mit seinem offenbar reichlich vorhandenen Geld zu verändern. An der Stelle des alten Restaurants Spiekerooger Börse ließ er in kürzester Zeit das Aparthotel Spiekerooger Leidenschaft hochziehen. Der Stil: eher nordfriesisch, was indirekt den Anspruch formuliert, aus Spiekeroog das Sylt Ostfrieslands zu machen. Noch passen Propaganda und Realität nicht immer zusammen, auf den Tellern seiner Restaurants nicht und nicht in den teuren Zimmern. Doch während die Einheimischen noch über die wuchtigen weißen Balkone debattierten, hatte Stolberg schon die nächsten Objekte klargemacht, die ehemalige Jugendherberge und andere Häuser in Ferienwohnungen verwandelt und zuletzt sogar das Geschäft von Swantje Willms, den dunklen Ökoklamottenladen in der Dorfmitte, in einen multifunktionalen »Inselzauber« verwandelt, inklusive Modegeschäft, Buchladen, Restaurant und Töpferstube.

»Wir haben Visionen«, sagt Daniela Salzberg, Stolbergs Geschäftsführerin. Spiekeroog ist für sie ein Produkt, das noch »zu unbekannt« sei. Das soll sich ändern, zum Beispiel mit dem neuen Galerie- und Künstlerhaus am Ostende des Dorfes, mit Platz für Ausstellungen, einem Skulpturengarten und Wohnräumen für Nachwuchskünstler. »Das Urlaubsverhalten ändert sich, die Leute stellen auch im Urlaub einen geistigen Anspruch.« Also wird sie das ganze Jahr über Kurse anbieten, vom Englischunterricht bis zur »tiergestützten Pädagogik«, was sie selbst mal studiert hat. Sie respektiere die Wünsche der Insulaner, die nur vier Monate Saison wollten. »Aber wir hätten gern immer Saison.« Zum Dank sagen die Insulaner über Frau Salzberg, sie sei in ihrem Job überfordert. Im letzten Dezember hat sie am eigenen Leib ausprobiert, was man tun kann in der Nebennebensaison: Im Neoprenanzug hat sie bis zur Brust im eiskalten Wattwasser gestanden, nur einen Kompass in der Hand für den Nachhauseweg – Probelauf für ein Managerseminar.

Eine Ergänzung des bisherigen Angebots sei das, sagt Salzberg. »In Dangast, wo ich vorher war, hätte ich so jemandem den roten Teppich von der Autobahnausfahrt bis zum Kurhaus ausgerollt«, sagt Kurdirektor Kuhlmann. Und auf Spiekeroog? Entwickelt sich hier gerade ein Monopolist für den gehobenen Urlaub? »Er setzt die anderen unter Druck, sie investieren mehr und eher.« Hier eine neue Wellness-Landschaft, dort ein neuer Pool – Stolbergs Erfolg hat manch anderen zu der Einsicht gezwungen, dass es für ein Geschäft, das länger dauern soll als nur den Hochsommer, nicht mehr ausreicht, ein Kinder- und Vogelparadies zu sein.

Irgendwann, sagt Daniela Salzberg, greifen auch auf Spiekeroog die Gesetze des Marktes.

So weit wird es hoffentlich nie kommen. Ich will doch wiederkommen. Zum achten Mal. Denn bei Sonnenschein ist es hier schöner als in der Karibik. Die Nordsee kann tatsächlich wärmer werden als 20 Grad. Der Sturmhimmel sieht aus wie von Constable gemalt. Die Luft sollte man in Dosen mit nach Hause nehmen. Es werden auch Kanons von Mozart und Salieri gesungen. Die lange Unterhose habe ich ja schon. Und ein Takelhemd auch. Mit Bändel.


ein Jahr später, Managermagazin: 13.7.2oo6
http://www.manager-magazin.de/koepfe/art...,426521,00.html

Zitat:
Reeder Stolberg
Teil 1: Der unwillkommene Millionär
Teil 2: "Kapitalismus in seiner reinen Form?"
Teil 3: Wovor sich die Einheimischen fürchten
Teil 4: Was darf, was soll sich die Gemeinde leisten?
Teil 5: Nachbarschaftskrieg über zwei Zeitungen
(...)
"Mittlerweile hat keiner auf Spiekeroog mehr Touristenbetten als Stolberg.
(...)
Stolberg schreitet vielen zu schnell voran, macht zu viel anders - eine unheimliche Macht vom fernen Festland. Seit der Reeder ein Ferienhaus nach dem anderen eröffnet, kommt eine neue Klientel: Junge, wohlhabende Menschen, die 250 Euro für eine Ferienwohnung pro Nacht bezahlen. Die im Jackett herumlaufen und denen im Traum nicht einfallen würde, am Dünensingen teilzunehmen. Und die gern im "Inselzauber" einkaufen, einem schmucken Geschäftshaus mit Buch- und Modeladen im Dorfzentrum, das Stolberg mit Millionenaufwand hat renovieren lassen. Selbst Kritiker finden, dass das Gebäude "ganz wunderbar" geworden ist.

Aber, kommt dann immer als Gegenargument, musste der Geschäftsmann Stolberg unbedingt aus der finanziell klammen Jugendherberge ein schickes Apartmenthaus machen? Musste er unbedingt das Haus Göttingen kaufen, ein Heim der evangelisch-reformierten Kirche in Göttingen, die sich den Betrieb nicht mehr leisten konnte? Wie viele preiswerte Unterkünfte sollen denn noch wegfallen, schimpfen viele Spiekerooger. "Es stellt sich natürlich die Frage: Wollen wir tatsächlich Kapitalismus in seiner reinen Form?", sagt der evangelische Geistliche auf der Insel, Joachim Breithaupt. Der Hotelier Ludwig Kröger sieht das ähnlich: "Wir wollen doch die soziale Marktwirtschaft."
(...)
Mit Kritik am Baustil kamen sie ihm bei vielen seiner Projekte: zu große Balkone, zu hohe Gebäude, zu wenig unbebautes Grundstück. Und: zu wenig ost- und zu sehr nordfriesischer Stil. Die Spiekerooger haben Sylt vor Augen. So wie Sylt wollen sie nicht werden, sie wollen keine Schickimicki-Touristen, keine Golfspieler, sie wollen das Gegenteil von Sylt sein. Mit Stolberg, befürchten sie, wird Spiekeroog zu einem Mini-Sylt.
(...)
Stolberg betreibt drei kleine Boote und droht damit, der Kurverwaltung Konkurrenz zu machen. Mit den Booten fährt er bisher überwiegend seine Angestellten morgens zur Insel und abends wieder zum Festland, nach Neuharlingersiel. 15 Minuten braucht ein Boot für eine Tour, die Fähre der Kurverwaltung, mit der die Touristen und die Einheimischen fahren müssen, fährt mindestens dreimal so lang.
Stolbergs Boote können auch bei Niedrigwasser fahren - die drei Fährschiffe nicht. "Unsere Fähren sind aber die einzige Kontrolle dafür, dass die Urlauber tatsächlich die Kurtaxe entrichtet haben", sagt Kurverwaltungschef Thomas Doellinger. "Außerdem sind sie die größte Einnahmequelle für uns. Damit finanzieren wir die extrem hohen Ausgaben, die eine Kurgemeinde auf einer Insel eben hat."


es gab auch einen längeren Artikel im Weserkurier, aber der steht wohl nicht im Internet. Müsste ich noch mal einscannen.
B!Trautmann
Zitat:
Original von Tapir



das teeservice hat meine Oma aus Ostfriesland auch...
Saxx
Zitat:
Original von mazzo
als ich den link gepostet hab, stand da noch ein Artikel zu den Non-FIFA Mitgliedern. Inklusive Südniedersachsen. Komisch.


Das liegt an dem Punkt hinter dem Link --> http://de.wikipedia.org/wiki/Non-FIFA-Board

Aber den Ball kennen wir ja noch nicht
Tapir
Zitat:
ist ein Fußballverband für Nationalmannschaften, die nicht Mitglieder der FIFA sind oder nicht werden können, da ihre Länder nicht den Status eines international anerkannten Staates innehaben.

Äh, ja, und England, Schottland, Wales und Nordirland sind international anerkannte Staaten, ja?



hier, Saxx, ein Bild von einem ostfriesischen Ball für Dich.
k(l)ick den Ball
Saxx
Wenigstens schön bunt!
Tapir
Nochmal zur Eröffnung des Künstlerhauses
Eben sagte der (ausgeladene) Bürgermeister im Radio, dass er sogar angeboten hätte, seine Eröffnungsrede vorher mit Stolberg durchzugehen, aber darauf ging der nicht ein.
und das in den Medien erwähnte "massive Polizeiaufgebot" zum Schutz der Eröffnungsfeier bestand aus dem Inselpolizisten und zwei Kollegen.

Zu der Stolbergschen feindlichen Inselübernahme passt auch neben der Tatsache, dass die ganzen Angestellten aus seinen Restaurants, Hotels usw. auf dem Festland leben und täglich mit Schnellboten hin und her geschippert werden, dass die Anschrift und Tel. der Geschäftsstelle des Künstlerhauses in Oldenburg ist. Als Sitz des Künstlerhauses wird eine Adresse in Bad Zwischenahn genannt.
Auf der Webseite http://www.kuenstlerhaus-spiekeroog.de wird weder Stolberg genannt noch die Leitung des Hauses usw. (also ein "wer wird sind"). Nur eine Leiterin der Oldenburger Geschäftsstelle. Aber immerhin: "das Team des Künstlerhauses freut sich auf Sie".
Es gibt keinerlei Verweis auf die Kurverwaltung Spiekeroog, stattdessen werden als Unterbringung nur Stolbergs Hotel und Ferienwohnungen angeboten.
und da wundert es sich, dass die Inselhinterwäldler nicht alle so begeistert von ihm sind?
Tapir
Heute im Nordwestradio von 13 - 14 Uhr Nordwestradio unterwegs:
"Was tun, wenn der Investor kommt?"

Gäste u.a.:
Geschäftsführerin Künstlerhaus
ehem. Bürgermeister von Spiekeroog
Tourismusexperte
Jemand vom Küstenverband

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Am besten war das Fazit: "Auch Bayern sind Menschen"
Tapir
Gerade war Niels Stolberg / beluga in der Nordwestradiogesprächszeit ("blond, erfolgreich, kreativ") - am Ende gings dann auch kurz um Spiekeoog.
Geschickter PR-Schachzug, letzte Woche hatte Stolberg "die Truppe um Thomas Schaaf" auf die Insel geschippert zu Brot und Spielen fürs Spiekerooger Volk. Kam prima an und führte zu mehr Akzeptanz und Verständnis "gegenüber uns und unseren Ideen".
jippi
Konen
Hab nicht alles gelesen, aber wenn die Jungs und Mädels Erfolg haben kanidier ich als Bundeskanzler Ost Ost Ostfriesland!
Tapir
Zitat:
Jauch gibt Fehler nicht zu
Das Jeverland und die Ostfriesen – ein echter Aufreger


Jever/Wittmund/hbu – Das sei ein Skandal, dass Günther Jauch in seiner Sendung „Wer wird Millionär“ das Jeverland einfach Ostfriesland zugeschlagen hat, fanden nicht wenige Leserinnen und Leser des Wochenblatts, die sich in der Redaktion meldeten. Und Maria würde sich auch im Grabe umdrehen.
Gefragt worden war letzten Freitag: „Was liegt in Ostfriesland“, und als Antworten waren vorgegeben:
A: Jeverland, B: Wickülerland, C: Krombacherland, D: Köpiland.
Für die vermeintlich richtige Antwort auf die Scherzfrage bekam der Kandidat 500 Euro, was nicht nur Jeverländer empörte. Auch in Ostfriesland regten sich Leute auf, beispielsweise der Wittmunder Kalle Leipe, der weiß Gott nichts gegen die Jeverländer hat, ist er doch alter MTV-Jever-Handballer. So schrieb er einen bösen Brief an die Macher der RTL-Sendung. Nun stellt sich heraus: Jauchs Team will den Fehler nicht zugeben. „Unsere Fragen bzw. Lösungsmöglichkeiten werden von einer ausschließlich für diese Sendung arbeitenden Redaktion erstellt. Die Fragen werden nur anhand zuverlässigster Quellen erarbeitet und unterliegen einem besonders strengen Kontrollsystem“, schrieb die Redaktion zurück. „Die Quellen sagen einerseits aus, dass Jever zu Friesland gehört, andererseits definiert der Brockhaus Ostfriesland als Region zwischen Dollard und Jadebusen. Und hier liegt eben auch das Jeverland.“ Noch weitere Quellen werden angegeben und schließlich als Beweis die Tatsache angeführt, dass der Kandidat die richtige Antwort ja sofort gewusst habe. Zudem gebe es ein Buch, das den Titel „Ostfriesland mit Jever- und Wangerland“ trägt – als ob nicht gerade das ein Beweis fürs Gegenteil wäre. „Wir hoffen, dass wir Ihr Vertrauen wieder herstellen konnten“, endet der Brief. Den Dollart haben sie übrigens auch falsch geschrieben.
http://www.jeversches-wochenblatt.de/Red...rtikelID=232541





(mit Regionen habens die bei Jauch wohl nicht so. Die hatten auch schon mal behauptet, Nordirland sei ein Teil von Großbritannien)
Tobi
Zitat:
Partei "Die Friesen" wird Landtagswahl anfechten

Die Partei "Die Friesen" hat angekündigt, die niedersächsische Landtagswahl anzufechten. Der Beschluss sei am Mittwochabend einstimmig im Vorstand gefallen, berichtete Partei-Vorsitzender Arno Rademacher heute. Ein entsprechendes Schreiben an Landtag und Landeswahlleiter werde jetzt vorbereitet. Auf jeden Fall müsse ein Wahlprüfungsausschuss eingerichtet werden. "Die Friesen" beanspruchen für sich als Vertretung einer nationalen Minderheit die Befreiung von der Fünf-Prozent-Klausel. "Wir fordern lediglich das, was uns per Grundgesetz zusteht", betonte Rademacher. Darauf sei die Landesregierung schon 2004 aufmerksam gemacht worden.
http://www.radiobremen.de/nachrichten/meldung.php3?id=45824