Offener Brief der Phönix Sons Karlsruhe `99

kopfnuss
Offener Brief der Phönix Sons Karlsruhe `99

Wir schreiben das Jahr 2000. Unser Verein liegt am Boden, gerade mal 2.500 Zuschauer verlieren sich
noch im weiten Rund des Wildparkstadions. Dennoch standen wir mit stolzer Brust im Block und zeigten,
dass wir unserem Verein immer beistehen würden, gerade in den Zeiten, in denen sich alle Anderen von
Ihm abwandten. Jedes Auswärtsspiel wurde gemeistert um trotz dem bereits feststehenden Abstiegs in die
Niederrungen der Regionalliga die Fahne des Vereins mit Anstand hoch zu halten.
Am letzten Spieltag trugen wir den „alten“ KSC zu Grabe, um den „neuen“ KSC auferstehen zu lassen.
In der Regionalliga – Saison wurde mobilisiert und alles dafür getan, damit es wieder bergauf ging. Mit
Erfolg!
Auch in den schwierigen ersten Jahre der 2.Liga stärkten wir unserem Verein immer wieder den Rücken,
gaben alles in unserer Macht stehende, um Ihm das Überleben zu sichern. Unvergessen die Momente, als
wir im Regen auf der Kaiserstr. Karten für ein Spiel verkauften und dabei bepöbelt wurden von Leuten, die
heute sicher wieder die größten Fans sind.
Nein, damals waren keine 30.000 Zuschauer im Stadion, gab es keine Sponsoren, die großflächig mit
unserem KSC werben wollten. Damals wurden wir ausgelacht, für diesen Verein zu arbeiten, diesen Verein
zu leben. Doch unser Stolz trieb uns an, wir waren sicher, irgendwann kommt auch wieder unsere Zeit...
Und Sie kam. Mit der Erkämpfung des alten, ehrwürdigen Logos begann der sportliche Aufstieg.
Nun sind wir am Ziel, unser aller Traum wurde wahr!
Eigentlich ein Grund zu feiern... eigentlich...
Nachdem in den letzten Jahren die Repression gegen Fußballfans stetig zugenommen hat, ist nun für uns
ein Punkt erreicht, an dem uns die Basis für eine weitere Zusammenarbeit mit dem Verein genommen
wurde.
Wiederum wurde einem unserer Mitglieder ein Stadionverbot mit Höchstdauer ausgesprochen, ohne dass
weder er noch das FanProjekt zuvor gehört wurden.
Wiederum hat unser Verein dem Druck der Karlsruher Polizei nachgegeben, einen Fan zu Unrecht
ausgesperrt und sich damit gegen seine Fans entschieden. Unser Vertrauen in den zuständigen „Organe“
ist zerstört.
Es scheint, dass in Zeiten des Erfolgs der Verein auf seine treuesten Anhänger nicht mehr angewiesen ist.
Aus diesem Grund haben wir entschieden, die Zusammenarbeit mit dem Verein zu beenden und ab sofort
auf sämtliche optische „Hilfsmittel“, auf die großen, bundesweit bekannten Choreografien, auf die
Schwenkfahnen etc. bis auf Weiteres zu verzichten .

Wir fordern ein Anhörungsrecht bevor ein Stadionverbot ausgesprochen wird und ein Ende der
Stadionverbote „auf Verdacht“!!!

GEGEN REPRESSIONEN - FÜR EINE FREIE FANKURVE

Phönix Sons – Ultras Karlsruhe `99, 16.05.2007
Schiffmeister
Wie gut ich die Karlsruher verstehen kann.. Es tut einfach jedes Mal weh, solche Geschichten lesen zu müssen.
edinho
Eine große Sauerrei das vom Verein rein gar nichts unternommen wird!
RE-Orhan
Kommt mir auch ein bischen bekannt vor.Traurig aber wahr!
lenni_pi
Willkommen im Fussball des neuen Jahrtausends...

Ist in Bremen doch nicht anders geworden,Leute die vor 5-10 Jahren noch da waren,von denen gehen doch viele auch nicht mehr ins Stadion...
Roibeaird
Irgendwann trifft es jeden!