Bonitäts-Rangliste

SEMS
Bonitäts-Rangliste – Allofs besser als Hoeneß

Bremens Sportdirektor Klaus Allofs ist der beste Finanz-Jongleur der Bundesliga

Die Bayern – beim Meisterkampf nur Zuschauer. Dazu kicken sie nächste Saison wohl im Uefa-Cup statt in der Champions League.

Und nun auch noch das: Ein Finanzcheck der Wirtschaftsauskunftei „Creditreform“ im Auftrag der „SZ“ beweist: Bremens Wirtschaftsbilanz ist besser als die der Bayern!

Sportdirektor Klaus Allofs (50) vom Erzrivalen besser als Bayern-Manager Uli Hoeneß (55) – das hat den Münchnern gerade noch gefehlt...


Tiefschlag: Bayerns Manager Uli Hoeneß ist nur noch die Nummer 2


Seit 2003 ermittelt die Organisation „Creditreform“ in Neuss jährlich die Bonität (Kreditwürdigkeit) aller 36 Profi-Klubs, erstellt eine Rangliste (siehe oben). Die führte bisher immer der deutsche Rekordmeister an. 2007 machten die Bremer das Rennen, weil sie einen so genannten Bonitätsindex von 1,56 aufweisen (Bayern 1,86). Der liest sich wie ein Zeugnis – je niedriger die Note, desto besser.

So wird der Bonitätsindex berechnet: Insgesamt gibt es 15 Kriterien (Zahlungsweise, Krediturteil, Unternehmensentwicklung, Auftragslage, Rechtsform, Branche, Unternehmensalter, Umsatz, Umsatz/Mitarbeiter, Mitarbeiter-Anzahl, Eigenkapital, Kapitalumschlag, Zahlungsverhalten des Unternehmens, Zahlungsverhalten des Kunden, Gesellschafterstruktur).

Diese Kriterien werden allerdings unterschiedlich gewichtet. Der Punkt Krediturteil fließt mit 25 Prozent am stärksten ein, die Mitarbeiter-Anzahl mit nur 2 Prozent am geringsten. Heraus kommt ein Index, der anzeigt, wie kreditwürdig jeder Klub ist.

„Für potenzielle Sponsoren der Vereine besonders interessant. Schließlich wollen die wissen, ob deren Geld gut angelegt ist“, erklärt Creditreform-Vorstand Professor Helmut Rödl. Heißt: Auch von einem guten Bonitätsindex hängt das Engagement eines Geldgebers ab.

Aber warum landete Bayern hinter Werder auf Rang 2 (punktgleich mit Stuttgart)?

Professor Rödl: „Ausschlaggebend war, dass bei Bremen beispielsweise die Rücklagen im besseren Verhältnis zu den Ausgaben standen.“ Womit vor allem das Thema Einkaufspolitik gemeint ist.

Und somit auch die Verantwortlichen Allofs und Hoeneß.

Bremens Marketing-Geschäftsführer Manfred Müller: „Wir haben nie einen Hehl daraus gemacht, dass wir sparsam wirtschaften.“ Von Bayern gab es dazu keinen Kommentar.

Komisch: Schalke landete auf dem vorletzten Platz, nur knapp vor Cottbus. Und das trotz der 125 Mio Euro von Gazprom. Wie geht das?

Schalke-Manager Andreas Müller: „Wahrscheinlich hat man sich nur auf den Schalke e.V. bezogen.“ Hat man nicht! Sämtliche (auch finanziellen) Veränderungen bei den Klubs bis zum 31. März 2007 wurden bei der Berechnung berücksichtigt.

Professor Rödl: „Schalke leidet noch heute unter den Fehlern der Vergangenheit. Das Geld der Russen bringt nicht alles auf einmal ins Reine.“
Miral
Ein mal mehr ein Beweis, dass KA ein Hammer Manager ist