62iger
Frings: 'Mit Schönspielen gewinnen wir nichts'
30.04.2007
Wie sich die Bilder gleichen. Bayern und Werder – beide peilten große Ziele an. Bei beiden aber klaffen Wunsch und Wirklichkeit weit auseinander. Der Rekordmeister ohne Titel, Zoff hinter den Kulissen. Auch Werder hat nach dem 2:3 in Bielefeld fast alles verspielt. Jetzt zeigt auch die heile Werder-Welt tiefe Risse. Torsten Frings greift öffentlich seine Mitspieler an.
Frings: 'Mit Schönspielen gewinnen wir nichts'
Torsten Frings kritisiert seine Mitspieler (Imago)
Es war die Woche der Ernüchterung. Zwei Pleiten, die Werders Träume platzen ließen. Nach dem 0:3 im Uefa-Cup gegen Espanyol Barcelona hat Werder nur noch theoretische Chancen auf den Pokalgewinn. Wieder einmal wird das Wunder von der Weser (Donnerstag, 20.45 Uhr) beschworen. Diesmal droht eher es ein blaues zu werden.
Das gilt auch für die Meisterschaft.
Im Titelkampf besaß man vor dem Spiel gegen die Arminia alle Möglichkeiten, als Spitzenreiter auf die Zielgerade der Meisterschaft zu gehen. Schalke in Bochum gestrauchelt, Bayern im Niemandsland der Liga versunken. Und den VfB hätte man, trotz des Sieges der Stuttgarter beim Absteiger Gladbach, locker wieder überholt.
Jetzt ist man nur Dritter. Und das Restprogramm ist nicht dazu angetan, kühne Hoffungen zu nähren. Schon der nächste Gegner, Hertha BSC, kann zum Bestatter aller grün-weißen Träume werden.
Einigen Werder-Profis ist das offenbar bewusst geworden. Nach dem Spiel gegen Bielefeld griff Torsten Frings seine Mitspieler scharf an: "Wir haben eine viel zu brave Mannschaft. Wenn ich unsere Gegentore sehe, kann ich nur schmunzeln. Wenn wir uns so in den Zweikämpfen präsentieren, dann kannst du keinen Titel gewinnen. Nur mit Schönspielen und Tricks geht es einfach nicht."
Diego: "Bin traurig und verärgert"
Frust schob auch Diego: "Ich bin traurig und verärgert. Das alles ist sehr bitter. Das war eine Chance, die wir vielleicht nicht wieder bekommen. Es waren kollektive Fehler der ganzen Mannschaft.“ Und Sport-Direktor Klaus Allofs zürnte: "Mit diesen Fehlern kann man keine großen Ziele erreichen." Und weiter: "Man merkt, dass einige Spieler der hohen Belastung und dem großen Druck nicht gewachsen sind. Schalke hat
es uns negativ vorgemacht, und wir haben es leider nachgemacht."
Auch, weil einige Profis bei Werder offenbar andere Dinge im Kopf bewegen. Miroslav Klose trifft sich vor den wichtigen Spielen ohne Absprache mit seinem Verein mit Bayern-Manager Uli Hoeneß. Der Nationalstürmer wird deshalb von den eigenen Fans geschmäht. Torsten Frings bummelt durch die Stadt seines wahrscheinlich neuen Arbeitsgebers Juventus Turin. Real Madrid verdreht mit seiner öffentlich lancierten Offerte Diego den Kopf.
Den Titel aber will an der Weser nicht abhaken. Aber: Aus den Worten spricht mehr Trotz denn Überzeugung. Miroslav Klose: „Ich glaube immer noch an den Titel“. Auch Torsten Frings gibt sich verhalten optimistisch: "Zwei Punkte bis Schalke, ein Punkt auf Stuttgart, noch können wir alles erreichen."
Weniger verklärt sieht Klaus Allofs die Dinge: „Wir stehen zu Recht auf Platz drei. Sicher werden wir auch weiter angreifen, aber man kann viel erzählen, irgendwann muss man auch besser spielen.“ Leicht wird es nicht. In Berlin werden mit Naldo, Aaron Hunt und Hugo Almeida gleich drei Spieler Gelb-gesperrt fehlen.
Quelle
30.04.2007
Wie sich die Bilder gleichen. Bayern und Werder – beide peilten große Ziele an. Bei beiden aber klaffen Wunsch und Wirklichkeit weit auseinander. Der Rekordmeister ohne Titel, Zoff hinter den Kulissen. Auch Werder hat nach dem 2:3 in Bielefeld fast alles verspielt. Jetzt zeigt auch die heile Werder-Welt tiefe Risse. Torsten Frings greift öffentlich seine Mitspieler an.
Frings: 'Mit Schönspielen gewinnen wir nichts'
Torsten Frings kritisiert seine Mitspieler (Imago)
Es war die Woche der Ernüchterung. Zwei Pleiten, die Werders Träume platzen ließen. Nach dem 0:3 im Uefa-Cup gegen Espanyol Barcelona hat Werder nur noch theoretische Chancen auf den Pokalgewinn. Wieder einmal wird das Wunder von der Weser (Donnerstag, 20.45 Uhr) beschworen. Diesmal droht eher es ein blaues zu werden.
Das gilt auch für die Meisterschaft.
Im Titelkampf besaß man vor dem Spiel gegen die Arminia alle Möglichkeiten, als Spitzenreiter auf die Zielgerade der Meisterschaft zu gehen. Schalke in Bochum gestrauchelt, Bayern im Niemandsland der Liga versunken. Und den VfB hätte man, trotz des Sieges der Stuttgarter beim Absteiger Gladbach, locker wieder überholt.
Jetzt ist man nur Dritter. Und das Restprogramm ist nicht dazu angetan, kühne Hoffungen zu nähren. Schon der nächste Gegner, Hertha BSC, kann zum Bestatter aller grün-weißen Träume werden.
Einigen Werder-Profis ist das offenbar bewusst geworden. Nach dem Spiel gegen Bielefeld griff Torsten Frings seine Mitspieler scharf an: "Wir haben eine viel zu brave Mannschaft. Wenn ich unsere Gegentore sehe, kann ich nur schmunzeln. Wenn wir uns so in den Zweikämpfen präsentieren, dann kannst du keinen Titel gewinnen. Nur mit Schönspielen und Tricks geht es einfach nicht."
Diego: "Bin traurig und verärgert"
Frust schob auch Diego: "Ich bin traurig und verärgert. Das alles ist sehr bitter. Das war eine Chance, die wir vielleicht nicht wieder bekommen. Es waren kollektive Fehler der ganzen Mannschaft.“ Und Sport-Direktor Klaus Allofs zürnte: "Mit diesen Fehlern kann man keine großen Ziele erreichen." Und weiter: "Man merkt, dass einige Spieler der hohen Belastung und dem großen Druck nicht gewachsen sind. Schalke hat
es uns negativ vorgemacht, und wir haben es leider nachgemacht."
Auch, weil einige Profis bei Werder offenbar andere Dinge im Kopf bewegen. Miroslav Klose trifft sich vor den wichtigen Spielen ohne Absprache mit seinem Verein mit Bayern-Manager Uli Hoeneß. Der Nationalstürmer wird deshalb von den eigenen Fans geschmäht. Torsten Frings bummelt durch die Stadt seines wahrscheinlich neuen Arbeitsgebers Juventus Turin. Real Madrid verdreht mit seiner öffentlich lancierten Offerte Diego den Kopf.
Den Titel aber will an der Weser nicht abhaken. Aber: Aus den Worten spricht mehr Trotz denn Überzeugung. Miroslav Klose: „Ich glaube immer noch an den Titel“. Auch Torsten Frings gibt sich verhalten optimistisch: "Zwei Punkte bis Schalke, ein Punkt auf Stuttgart, noch können wir alles erreichen."
Weniger verklärt sieht Klaus Allofs die Dinge: „Wir stehen zu Recht auf Platz drei. Sicher werden wir auch weiter angreifen, aber man kann viel erzählen, irgendwann muss man auch besser spielen.“ Leicht wird es nicht. In Berlin werden mit Naldo, Aaron Hunt und Hugo Almeida gleich drei Spieler Gelb-gesperrt fehlen.
Quelle