Sonntag, 14. Januar 2007, 20.20 Uhr (Ortszeit), Belek
Gestern, am Samstagabend, saßen wir mit Klaus Allofs in froher Erwartung des Abendessens im französischen Restaurant unseres Hotels. Vier Gänge waren geordert und zwischen Suppe und Salat klingelte bei Klaus plötzlich das Telefon in schöner Regelmäßigkeit. John Carew, der norwegische Topstürmer von Olympique Lyon wurde plötzlich zum Thema. Bisher war es gelungen, die Möglichkeit eines Transfers im Verborgenen abzuchecken, nun aber hatten die Journalisten irgendwie Wind von der Sache bekommen. Also bestätigte der Manager Werders Interesse, den erfahrenen, aber erst 27 Jahre alten Angreifer schon zur Rückrunde aus seinem noch laufenden Vertrag mit Lyon loszueisen. Allerdings: fix ist nix.
"Das wäre einer für uns", sagt Klaus Allofs. Es wird an einem Carew-Transfer gearbeitet, fix ist nix.
"Die Rahmenbedingungen müssen stimmen", sagt Allofs und meint damit auch die Ablösesumme. Er wartet jetzt auf eine Reaktion der Verantwortlichen des französischen Serienmeisters auf seine Anfrage. Allofs verriet, dass man über Carew schon öfter zuvor das Urteil gefällt habe: "Das wäre einer für uns." Nur war Werder da noch nicht in der Lage einen Spieler dieser Größenordnung zu bekommen. Als Miro Klose heute auf den Namen Carew angesprochen wurde, kam von unserem Stürmerstar eine positive, anerkennende Reaktion: "Der hat schon bewiesen, was er kann."
Was jetzt tatsächlich daraus wird? Abwarten, es müssen noch einige Hürden genommen werden.
Eine andere Personalie steht dagegen unmittelbar vor einem positiven Abschluß. Peter Niemeyer, der Defensivakteur vom FC Twente, wird laut Klaus Allofs am Mittwoch in Bremen erwartet und wird bereits ab der Rückserie für Werder spielen. Mit Twente wurde Einigung über die Ablöse zu laut Allofs "vernünftigen Konditionen" erzielt. Um den Transfer zu hundert Prozent als sicher zu melden, fehlt jetzt noch das endgültige grüne Licht vom Vorstand des Vereins aus der holländischen Ehrendivisie.
Dem U 21-Nationalspieler Niemeyer wurde übrigens auch von DFB-Trainer und Ex-Werderprofi Dieter Eilts ein gutes Zeugnis ausgestellt. Er bekommt einen Vertrag über viereinhalb Jahre. "Wir erwarten von ihm jetzt noch keine Wunderdinge", sagt Klaus Allofs, "aber wir denken, er wird sich bei uns weiter verbessern. Er kann Innenverteidiger spielen und auch im defensiven Mittelfeld. Mit Niemeyer holen wir wieder einen talentierten deutschen Spieler, die Eingewöhnung sollte ihm leicht fallen."
So wird es auch mit unserem Abschied sein. Irgendwann reicht es eben. Unsere Gastgeber haben damit aber null zu tun. Sie kümmern sich in bester Manier, so dass es beim Drumherum dieses Trainingslagers kaum etwas zu meckern gab. Bis auf: Thomas Schaaf verblüffte die Journalisten mittags mit der Bemerkung, negativ sei, dass hier zu viele Bäume gefällt werden. Ein riesiges Waldgebiet in Hotelnähe war für einen Golfplatz fast komplett der Kettensäge zum Opfer gefallen. Der Trainer liebt zwar die Natur, aber in diesem Fall ging es ihm vor allem um die Laufstrecke der vergangenen Jahre, die damit hinfällig wurde.
Das auch für die Laufarbeit im nächsten Jahr wieder optimale Verhältnisse herrschen werden, versprach die Hotelleitung sofort. Na dann, teschekürler und auf Wiedersehen.
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