Bolles
Jahres-Rückblick 2006: Die bittersten Momente
Es war der Moment, in dem Tausenden von Werder-Fans im Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion und Millionen vor den Fernsehgeräten der Atem stockte. Nach einem unglücklichen Zusammenprall mit dem Martin Stranzl im Bundesliga-Spiel gegen den VfB Stuttgart blieb der Bremer Keeper Andreas Reinke blutüberströmt im Strafraum liegen. Vergeblich versuchten das Sanitäterteam und Mannschaftsarzt die Blutung zu stoppen. Minutenlang tropfte es auf den Rasen des Gottlieb-Daimler-Stadions, die Trage und das gelbe Trikot waren über große Teile in ein tiefes Rot getaucht. Mehrere Nasenbrüche, ein Trümmerbruch des Stirnbeins und Knochenabsplitterungen wurden später im Krankenhaus bei dem 37-Jährigen diagnostiziert. Brutale Brüche, die oft bei schweren Autounfällen vorkommen, wie die Ärzte erklärten. "Es war nicht klar, wie ich wieder aufwachen werde. Ich habe die Schwester um einen Zettel und einen Stift gebeten, um ein paar Gedanken an meine Familie und Freunde aufzuschreiben und einige Dinge zu regeln", so die bewegenden Worte von Andreas Reinke, für den dieser Unfall "einer der heftigsten Einschnitte" in seinem Leben war.

Champions-League-Viertelfinale rinnt durch Wieses Arme
Tim Wiese: Lieferte gegen Turin eine Weltklasse-Leistung und bestrafte sich dann selbst mit einem groben Patzer, der Werder den Einzug in die nächste Runde kostete.Die schockierenden Bilder aus Stuttgart blieben glücklicherweise ein Einzelfall im Werder-Jahr. Keine gesundheitliche Schäden aber tiefe Stiche in das Werder-Herz hinterließ wenige Wochen später dagegen das Rückspiel im Champions-League-Achtelfinale gegen Juventus Turin. Die 88. Minute im "Stadio delle alpi" sorgte Anfang März für fassungslose Gesichter auf und neben dem Platz. Beim Zwischenstand von 1:1, der Werder das sensationelle Weiterkommen ins Viertelfinale gesichert hätte, unterlief Bremes Schlussmann Tim Wiese ein Fehler, der, wie er später selbst sagte "nur einmal im Leben passiert." Eine Flanke von Pavel Nedved schien schon sichere Beute für den 25-Jährigen, doch der Ball rutschte ihm noch aus den Armen. Emerson nutzte den Fauxpas des bis dahin weltklasse haltenden Werder-Schlussmannes gnadenlos aus und schob zum 2:1-Siegtreffer ein. Werder war ausgeschieden… manchmal kann Fußball so grausam sein.

Omomoyela: „Das Ticket, das nicht gültig ist“
Einen heftigen sportlichen Rückschlag musste im Jahr 2006 Patrick Owomoyela verkraften. Nachdem er in den vergangenen zweieinhalb Jahren zum Shooting-Star in der Bundesliga avancierte, sorgte die Nichtberücksichtigung bei der Kadernominierung der deutschen Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft für tiefe Enttäuschung bei dem 27-Jährigen. "Leider ist es kein schlechter Traum, sondern Realität. Ich wurde nur auf Abruf berufen, das ist das Ticket, das nicht gültig ist", sagte "Owo" nach der Entscheidung, die auch bei Werders sportlicher Leitung für eine große Überraschung gesorgt hat. "Bisher waren wir immer davon ausgegangen, dass unsere Spieler als Quartett zur WM fahren", so Cheftrainer Thomas Schaaf damals in einer ersten Reaktion.
Zum Zusehen verdammt: Torsten Frings wurde für das WM-Halbfinale gesperrt.Frings nach Riesen-Spiel gegen Argentinien für WM-Halbfinale gesperrt
Aus dem Quartett wurde somit ein Trio. Miroslav Klose, Torsten Frings und Tim Borowski ließen zusammen mit der deutschen Nationalmannschaft ganz Deutschland vier Wochen lang in ein "Sommermärchen" eintauchen. Ein Sommermärchen, das sich für Torsten Frings plötzlich in einen bösen Alptraum verwandelte. Nach dem Viertelfinal-Erfolg über Argentinien, bei dem Werders Mittelfeldspieler wieder einmal eine Weltklasse-Leistung ablieferte, kochten die Emotionen bei den Südamerikanern hoch. Der 30-Jährige wurde in eine Rangelei verstrickt, ließ sich nach mehreren eingesteckten Schlägen und Tritten zu einer Tätlichkeit verleiten und wurde nachträglich aufgrund von Fernsehbildern von der FIFA für das Halbfinale gegen Italien gesperrt. Und das, obwohl Schiedsrichter Lubos Michel die Szene während der Tumulte nicht geahndet hatte. Torsten Frings zeigte sich nach dem Urteil fassungslos: "Die Fifa hat meinen Traum zerstört. Du bist topfit, hast sechs Wochen gepowert und wirst dann ausgebremst - das tut weh...Als ich von der Sperre erfahren habe, hatte ich sogar Tränen in den Augen."

Pokalträume platzten in der Pfalz
Werder konnte das Pokalaus gegen Pirmasens nicht fassen.Auch bei Werders Erstrundenbegegnung im DFB-Pokal beim FK Pirmasens konnte Torsten Frings nur Zuschauen, diesmal jedoch verletzungsbedingt. Und was er da sah, hätten die meisten kaum für möglich gehalten. Trotz klarer Bremer Überlegenheit warf der Regionalliga-Club aus der Pfalz die Grün-Weißen im Elfmeterschießen (0:0, 1:1, 3:5) überraschend aus dem Wettbewerb. Für Werder war es das erste Ausscheiden in der ersten Runde seit zehn Jahren.

Es war der Moment, in dem Tausenden von Werder-Fans im Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion und Millionen vor den Fernsehgeräten der Atem stockte. Nach einem unglücklichen Zusammenprall mit dem Martin Stranzl im Bundesliga-Spiel gegen den VfB Stuttgart blieb der Bremer Keeper Andreas Reinke blutüberströmt im Strafraum liegen. Vergeblich versuchten das Sanitäterteam und Mannschaftsarzt die Blutung zu stoppen. Minutenlang tropfte es auf den Rasen des Gottlieb-Daimler-Stadions, die Trage und das gelbe Trikot waren über große Teile in ein tiefes Rot getaucht. Mehrere Nasenbrüche, ein Trümmerbruch des Stirnbeins und Knochenabsplitterungen wurden später im Krankenhaus bei dem 37-Jährigen diagnostiziert. Brutale Brüche, die oft bei schweren Autounfällen vorkommen, wie die Ärzte erklärten. "Es war nicht klar, wie ich wieder aufwachen werde. Ich habe die Schwester um einen Zettel und einen Stift gebeten, um ein paar Gedanken an meine Familie und Freunde aufzuschreiben und einige Dinge zu regeln", so die bewegenden Worte von Andreas Reinke, für den dieser Unfall "einer der heftigsten Einschnitte" in seinem Leben war.

Champions-League-Viertelfinale rinnt durch Wieses Arme
Tim Wiese: Lieferte gegen Turin eine Weltklasse-Leistung und bestrafte sich dann selbst mit einem groben Patzer, der Werder den Einzug in die nächste Runde kostete.Die schockierenden Bilder aus Stuttgart blieben glücklicherweise ein Einzelfall im Werder-Jahr. Keine gesundheitliche Schäden aber tiefe Stiche in das Werder-Herz hinterließ wenige Wochen später dagegen das Rückspiel im Champions-League-Achtelfinale gegen Juventus Turin. Die 88. Minute im "Stadio delle alpi" sorgte Anfang März für fassungslose Gesichter auf und neben dem Platz. Beim Zwischenstand von 1:1, der Werder das sensationelle Weiterkommen ins Viertelfinale gesichert hätte, unterlief Bremes Schlussmann Tim Wiese ein Fehler, der, wie er später selbst sagte "nur einmal im Leben passiert." Eine Flanke von Pavel Nedved schien schon sichere Beute für den 25-Jährigen, doch der Ball rutschte ihm noch aus den Armen. Emerson nutzte den Fauxpas des bis dahin weltklasse haltenden Werder-Schlussmannes gnadenlos aus und schob zum 2:1-Siegtreffer ein. Werder war ausgeschieden… manchmal kann Fußball so grausam sein.

Omomoyela: „Das Ticket, das nicht gültig ist“
Einen heftigen sportlichen Rückschlag musste im Jahr 2006 Patrick Owomoyela verkraften. Nachdem er in den vergangenen zweieinhalb Jahren zum Shooting-Star in der Bundesliga avancierte, sorgte die Nichtberücksichtigung bei der Kadernominierung der deutschen Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft für tiefe Enttäuschung bei dem 27-Jährigen. "Leider ist es kein schlechter Traum, sondern Realität. Ich wurde nur auf Abruf berufen, das ist das Ticket, das nicht gültig ist", sagte "Owo" nach der Entscheidung, die auch bei Werders sportlicher Leitung für eine große Überraschung gesorgt hat. "Bisher waren wir immer davon ausgegangen, dass unsere Spieler als Quartett zur WM fahren", so Cheftrainer Thomas Schaaf damals in einer ersten Reaktion.
Zum Zusehen verdammt: Torsten Frings wurde für das WM-Halbfinale gesperrt.Frings nach Riesen-Spiel gegen Argentinien für WM-Halbfinale gesperrt
Aus dem Quartett wurde somit ein Trio. Miroslav Klose, Torsten Frings und Tim Borowski ließen zusammen mit der deutschen Nationalmannschaft ganz Deutschland vier Wochen lang in ein "Sommermärchen" eintauchen. Ein Sommermärchen, das sich für Torsten Frings plötzlich in einen bösen Alptraum verwandelte. Nach dem Viertelfinal-Erfolg über Argentinien, bei dem Werders Mittelfeldspieler wieder einmal eine Weltklasse-Leistung ablieferte, kochten die Emotionen bei den Südamerikanern hoch. Der 30-Jährige wurde in eine Rangelei verstrickt, ließ sich nach mehreren eingesteckten Schlägen und Tritten zu einer Tätlichkeit verleiten und wurde nachträglich aufgrund von Fernsehbildern von der FIFA für das Halbfinale gegen Italien gesperrt. Und das, obwohl Schiedsrichter Lubos Michel die Szene während der Tumulte nicht geahndet hatte. Torsten Frings zeigte sich nach dem Urteil fassungslos: "Die Fifa hat meinen Traum zerstört. Du bist topfit, hast sechs Wochen gepowert und wirst dann ausgebremst - das tut weh...Als ich von der Sperre erfahren habe, hatte ich sogar Tränen in den Augen."

Pokalträume platzten in der Pfalz
Werder konnte das Pokalaus gegen Pirmasens nicht fassen.Auch bei Werders Erstrundenbegegnung im DFB-Pokal beim FK Pirmasens konnte Torsten Frings nur Zuschauen, diesmal jedoch verletzungsbedingt. Und was er da sah, hätten die meisten kaum für möglich gehalten. Trotz klarer Bremer Überlegenheit warf der Regionalliga-Club aus der Pfalz die Grün-Weißen im Elfmeterschießen (0:0, 1:1, 3:5) überraschend aus dem Wettbewerb. Für Werder war es das erste Ausscheiden in der ersten Runde seit zehn Jahren.
