FC-Profis von Polizei eingekesselt

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FC-Profis von Polizei eingekesselt

ERSTELLT 17.12.06, 21:54h

KÖLN. Früher versammelten sich die Fans des 1. FC Köln regelmäßig vor dem Marathontor, um ihren Unmut über enttäuschende Leistungen gegenüber den Fußballprofis zu bekunden. Diese Pilgerstätte der Frustrierten gibt es bekanntlich nach dem Umbau des Müngersdorfer Stadions nicht mehr. Am Freitagabend postierten sich nach dem für die Geißböcke katastrophalen Spielverlauf der Zweitligapartie gegen den 1. FC Kaiserslautern rund 80 aufgebrachte FC-Fans an der Ausfahrt der Tiefgarage und versperrten dem Kölner Mannschaftsbus die Weiterfahrt.
Der herbeigeeilte FC-Fanbeauftragte Rainer Mendel sowie die Spieler Thomas Broich und Baykal diskutierten daraufhin mit den wütenden, aber keineswegs aggressiven Anhängern, als sich die hinzugekommenen Polizeikräfte entschlossen, die Übeltäter einzukesseln, um dann die Personalien festzustellen. So gerieten auch die beiden Profis und Rainer Mendel - der über Handy die FC-Verantwortlichen über die Situation informierte - in diesen Kessel. „Die Polizei sah wohl die Ordnung gefährdet“, vermutete Mendel. Die drei „Unschuldigen“ mussten sich etwa eine gute halbe Stunde gedulden, bis sie sich wieder frei bewegen durften.

Die von der Polizei erwischten Fans müssen nun mit einer Strafanzeige wegen Nötigung rechnen, auch wenn Rainer Mendel betont, „dass wir uns von den Fans keinesfalls genötigt sahen und von uns aus keine Rechtsmittel einlegen werden.“ Bleibt für die Spieler nur zu hoffen, dass diese Blockade durch die Anhänger nicht zur Dauereinrichtung wird. Mit Siegen und guten Spielen können sie dies am ehesten verhindern. (acs)
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Stellungnahme:

Stellungnahme vom 18.12.2006

Hiermit möchten wir, einige der Fanclubs des 1.FC Köln, Stellung zu den Geschehnissen am Rhein-Energie-Stadion nach dem Heimspiel gegen den 1.FC Kaiserslautern beziehen, um auf völlig übertriebenes Verhalten und absolute Willkür, der sich an dem Abend im Einsatz befindenden Polizeibeamten, hinzuweisen:

Nachdem unsere Mannschaft in den letzten Wochen trotz sportlich gewaltiger Rückschläge weiterhin zu 100% von uns unterstützt wurde, war der bitteren Verlauf und das Ende des Spiels am Freitagabend für einige Fanclubs nicht mehr hinnehmbar und einfach genug. Der Zeitpunkt war gekommen und man begab sich mit ca. 100 Leuten der Fanclubs zur Stadionseite, um die Spieler zur Rede zu stellen und persönlich seinen Unmut zu äußern.

Anfangs verhielt sich die vor Ort bereitgestellte Polizei zurückhaltend. Als der Mannschaftsbus des 1.FC Kaiserslautern das Stadiongelände verlassen wollte, forderte die Polizei die Fans auf, den Weg für den Bus der Gäste frei zu machen. Dem wurde Folge geleistet. Schließlich galt die Wut in keinster Weise den Gästespielern, sondern der eigenen Mannschaft. Somit blockierte man weiterhin für den Mannschaftsbus unserer Spieler die Ausfahrt.

Hierbei kam es in keinster Weise zu aggressiven Handlungen. Es war jederzeit emotional, jedoch immer friedlich. Man verweilte also weiter und tat seinen Unmut mit Gesängen kund. In der Zwischenzeit wurden die meisten Spieler mit privaten Pkws aus dem Stadion gefahren. Nur die beiden Spieler Thomas Broich und Baykal stellten sich, zusammen mit dem Fanbeauftragten Rainer Mendel, den Fans. Hierbei blieb es weitgehend ruhig, und es wurde zwar emotional, jedoch konstruktiv, zwischen Fans und Spielern diskutiert. Zu keinem Zeitpunkt lag eine Nötigung gegenüber Spielern oder Verantwortlichen des 1.FC Köln vor.

Daher ist es uns Fans unerklärlich, warum die sich im Einsatz befindende Polizei auf Anweisung des Einsatzleiters danach die Fans, inklusive beider Lizenzspieler und dem Fanbeauftragten, einkesselte und von jedem einzelnen Fan die Personalien aufnahm sowie alle FC-Fans abfotografierte, abfilmte und anschließend wegen Nötigung anzeigte sowie ihnen ein Platzverbot für den Bereich des Rhein-Energie-Stadions erteilte. Neben absolut willkürlichem Polizeiverhalten fragt man sich, warum selbst der Fanbeauftragte und die beiden genannten Spieler eine halbe Stunde festgehalten wurden? Dies klärte sich nur, weil der Fanbeauftragte Verantwortliche des Vereins erreichen konnte und Spieler sowie Verantwortliche dann den Polizeikessel verlassen konnten.

Wir als Fans des 1.FC Köln sind uns keiner Schuld bewusst, da die geschilderten Geschehnisse zu keinem Zeitpunkt gewalttätig wurden. Dass nach dem Spiel am Freitagabend auch bei uns der Geduldsfaden riss, ist völlig nachvollziehbar. Jedoch haben wir jederzeit Wert darauf gelegt, dass es friedlich und konstruktiv blieb. Vielleicht ist es sinnvoll hier kurz den Trainer Christoph Daum am Tag danach in der lokalen Presse zu zitieren: „Für diese Partie können wir uns bei den Fans nur entschuldigen. Auch bei denen reißt eben irgendwann einmal der Geduldsfaden.“ Die lokale Presse stellte in ihren Berichterstattungen seit dem vergangenen Freitag diese Art von Protest als friedlich und verständlich dar und auch der Fanbeauftragte als Vereinsvertreter bestätigte, dass man sich zu keinem Zeitpunkt der Nötigung durch die Fans ausgesetzt sah. Somit ist das Agieren der betreffenden Polizei absolut nicht hinnehmbar und zeugt aus unserer Sicht von reinster Willkür!

Hiermit verbleiben wir in der Hoffnung auf Unterstützung durch den Verein, falls infolge der Aktion am vergangenen Freitag Probleme auf die betroffenen FC-Fans zukommen sollten.

Wilde Horde 1996 – Boyz Köln – Rheinmacht – Troika Köln

Quelle: www.wh96.de