Bremen sucht Ersatz für Klose
Von Torsten Rumpf und Berries Bossmann
Vor der nächsten Runde im Vertragspoker mit dem SV Werder sucht Stürmerstar Miroslav Klose (28) die ländliche Idylle in Österreich. Vom zweiten Weihnachtstag bis 2. Januar fährt er mit seiner Familie ins Zillertal. Dann steigt der Nationalspieler wieder ins Training ein. Spätestens Mitte Januar sollen dann die Verhandlungen mit Bremens Bossen fortgesetzt werden.
Huntelaar ist auf der Einkaufsliste ganz oben (Getty)
Dann geht es ans Eingemachte. Das bestätigte Kloses Berater gegenüber SPORT BILD: »Ein genauer Termin steht noch nicht definitiv fest. Aber beim nächsten Treffen werden wir auch über Zahlen sprechen«, sagt Alexander Schütt (37).
Das erste Treffen am 13. Dezember sei nur ein Sondierungsgespräch gewesen. Klose hat noch einen Vertrag, der bis 2008 dauert. Sein Trumpf: Er ist heiß begehrt. Werder plant zwar eine Verlängerung bis 2011 und 4,5 statt bisher 2,7 Millionen Euro Gehalt pro Jahr für Klose. Doch auch der FC Bayern will Klose noch immer haben, wie Manager Uli Hoeneß erst am Wochenende wieder bestätigte. Und bei den europäischen Top-Klubs FC Barcelona, AC Mailand, Juventus Turin, Manchester United und FC Chelsea soll er ebenfalls auf der Liste stehen.
Weil Klose so gefragt ist und er zumindest in der Bundesliga zuverlässig trifft – mit zehn Toren führt er die Torschützenliste (zusammen mit Marko Pantelic) wieder an –, sondieren die Bremer jetzt den Markt nach einem möglichen Ersatz.
Intern wird nach SPORT BILD-Informationen der niederländische Nationalstürmer Klaas Jan Huntelaar (23) von Ajax Amsterdam, Gegner der Bremer im Uefa-Pokal, gehandelt. Der Strafraumstürmer schoss in der vergangenen Saison 33 Tore in der Ehrendivision. Jetzt, eine Woche vor Weihnachten, traf er beim 3:1-Sieg dreimal gegen Excelsior Rotterdam.
Werder-Manager Klaus Allofs (50) hat Huntelaar mehrmals beobachtet und wollte ihn schon vor einem Jahr holen. Damals war er aber »zu teuer«, wie Allofs zugibt. Der Torjäger wechselte für neun Millionen Euro vom SC Heerenveen zu Ajax.
Mit den Klose-Millionen wäre Huntelaar wieder bezahlbar.
Oliver Bierhoff (38) würde es nicht verwundern, wenn Klose ginge. Ihn würde allein ein Wechsel zu den Bayern überraschen, weil deren Spielweise nicht zu Klose passt.
Bierhoff: »Die Bremer spielen direkt und offensiv, das Umfeld und die Stimmung in der Mannschaft sind perfekt für ihn. Deshalb hätte er es bei Bayern wahrscheinlich schwerer als bei Werder«, sagt der Nationalmannschafts-Manager. Er ist überzeugt, dass sich Klose auch bei einem ausländischen Topklub durchsetzen würde.
Klose würde damit das Vorurteil widerlegen, dass er für die europäische Spitze nicht stark genug ist.
Während seine Leistungen in der Bundesliga überragend sind, sieht es bei internationalen Spielen ganz anders aus. In den sechs Champions-League-Einsätzen dieser Saison war er mit keinem seiner zwölf Torschüsse erfolgreich. Und auch als Vorbereiter ging er leer aus.
»Wenn er mit Topspielern trainieren und spielen würde, dann würde er sich weiter verbessern«, sagt Oliver Bierhoff. »Und er hätte eine ganz andere Unterstützung. Gerade bei einem Stürmer hängt viel davon ab, wie die Mannschaft spielt. Sicherlich würde er sich in einer Spitzenmannschaft einer anderen Liga durch neue Impulse weiterentwickeln.«
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