Maximus
halte ich für eine gute Idee, da es häufig viel zu übertriebene Aktionen der Polizei zB gibt.
Maximus
Matinho
Eine sehr gute Idee.
Man kann davon ausgehen, dass alllerlei Gruppierungen in diesen Fond einzahlen werden. Wichtig wird dabei die gerechte Verteilung sien.
Wenn mehr Menschen auf diesen Fond aufmerksam werden, ist es bald vielleicht soweit, dass auch Vereine Gelder einzahlen werden.
Meint Ihr für uns würde man sowas tun ?
~Sei es nur ein geringfügiger Betrag als symbolische Geste~
chrisdOof
Die Vereine zahlen Geld für Fans?
Die Vereine zahlen für etwas gegen den DFB?
...ich denke nicht.
Ansonsten ne Top Sache. Bin mal gespannt wie sich das entwickelt.
Südländer
Die Öffentlichkeitsarbeit läuft. Wird wohl morgen in der Süddeutschen stehen:
Ressort: Sport
URL: /sport/weltfussball/artikel/47/93953/article.html
07.12.2006 16:34 Uhr
Fanrechte
"Ich fühlte mich erniedrigt und beschmutzt"
Demütigungen durch die Polizei, ungerechtfertigte Stadionverbote, zahlreiche Klagen: Parallel zur DFB-Task Force geht ein Bündnis für Fanrechte an die Öffentlichkeit.
Von Markus Schäflein
Corinna F., 16, wollte ein Fußballspiel ansehen. Dann kam die Polizei. Routinekontrolle. Das Mädchen stand mit bloßen Füßen auf einer eiskalten Straße, dann musste sie sich in einer Kabine nackt ausziehen, die von außen einzusehen war. Keiner klärte sie auf, dass sie die Demütigung ganz einfach hätte beenden können, wenn sie auf den Besuch des Zweitligaspiels zwischen dem 1. FC Saarbrücken und Dynamo Dresden verzichtet hätte. ,,Ich fühlte mich erniedrigt und beschmutzt‘‘, sagt Corinna F., ,,die Männer sind alle nur abgetastet worden. Im Stadion trafen wir eine andere Frau, die auch im Zelt war. Die hat die erste Halbzeit lang nur geheult.‘‘
Dem Verwaltungsgericht des Saarlandes in Saarlouis zufolge hatte Corinna F. am 11. März 2005 nur einen Fehler gemacht: Sie sah zu unverdächtig aus. Sie trug einen Fanschal, ansonsten wies sie keinerlei besondere Merkmale auf. Nach Auffassung der Polizei Saarbrücken entsprach sie damit dem ,,Profil der Transportklientel‘‘: ,,unscheinbare, jüngere oder ältere und insbesondere weibliche Personen, die aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbildes nicht den gewalttätigen Fans zugeordnet werden können.‘‘ Die Polizei begründete ihr Vorgehen damit, dass in anderen Fällen ,,unverdächtige Fans‘‘ Waffen, Rauchpulver und Signalmunition, versteckt in der Unterwäsche, ins Stadion transportiert hätten. Das Gericht wertete die Durchsuchung als ,,sowohl von der Anordnung als auch vom Umfang her rechtmäßig‘‘.
Corinna F. hat angekündigt, nach dem Urteil von Saarlouis nicht aufzugeben - viele Juristen räumen ihr gute Chancen ein. Sie will im äußersten Fall bis zum Bundesverfassungsgericht, aber das kostet viel Geld. Seit Donnerstag gibt es eine Institution, an die sich Corinna F. wenden kann - den ,,Fanrechtefonds‘‘, gegründet vom ,,Bündnis aktiver Fußballfans‘‘ (BAFF), der Organisation ,,Pro Fans‘‘ und verschiedenen Fanklubs von mehr als der Hälfte der Vereine aus den ersten drei Ligen. Sig Zelt, Mitglied des Kassenrates, beklagt die ,,zunehmende kollektive Kriminalisierung der Fans durch Polizei und DFB‘‘ - es ist als Zeichen zu verstehen, dass das Bündnis just zu dem Zeitpunkt an die Öffentlichkeit ging, zu dem der Deutsche Fußball-Bund eine Pressekonferenz zu seiner Task Force gegen Gewalt veranstaltete.
,,Das bot sich als Gegenpol an, aber man darf sich das nicht so vorstellen, dass wir aggressiv gegen den DFB vorgehen‘‘, sagt Zelt, ,,es kann sein, dass bei der Task Force etwas Gutes herauskommt. Wir stellen uns ganz klar gegen Randale - aber auch dagegen, dass alle Fans unter diesen Randalen leiden sollen.‘‘ Zum Beispiel würden Gästefans bei Auswärtsspielen häufig von Polizisten eingekesselt - ,,unter dem Vorwand, sie sollten beschützt werden, werden alle in Sippenhaft genommen‘‘.
Alltägliche Sippenhaft
Der Fanrechtefonds will sich über Spenden finanzieren und über freiwillige Zuschläge auf Fanartikel der beteiligten Fanklubs. Mit dem Geld sollen ,,Musterprozesse‘‘ geführt werden, erklärt Zelt. ,,Es geht nicht in erster Linie um die Betroffenen, sondern um beispielhafte Prozesse, die Auswirkungen auf das Verhalten der Ordnungskräfte haben.‘‘ Das Bündnis will anhand von Einzelfällen auch gegen die Methode vorgehen, mit der die Vereine im Moment Stadionverbote aussprechen: Jeder, gegen den ein Ermittlungsverfahren läuft, hat keinen Zutritt mehr.
Erst wenn in einem langwierigen Verfahren die Unschuld festgestellt worden ist, darf der Fan wieder ins Stadion - bis dahin ist er auf Verdacht von seinem Freundeskreis und seiner wichtigsten Freizeitbeschäftigung ausgesperrt. ,,Erst die Strafe und dann die Verurteilung‘‘, nennt das der Sozialarbeiter Thomas Emmes vom Fanprojekt München.
Viele Rechtsanwälte, zum Beispiel der Münchner Marco Noli im Namen des Fanrechtefonds, halten Klagen für erfolgversprechend. ,,Im Gegensatz zu privaten Räumen, die nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, darf ein Stadionverbot nicht willkürlich ausgesprochen werden‘‘, sagt Noli. ,,Das liegt an der Monopolstellung des DFB im Bereich des Profifußballs. Fußballspiele im Stadion müssen grundsätzlich für jeden zugänglich sein.‘‘ Für ein Stadionverbot bedarf es seiner Auffassung nach einer detaillierten ,,Gefahrenprognose‘‘. Ein Ermittlungsverfahren genüge nicht.
Für die Aufnahme in die Datei ,,Gewalttäter Sport‘‘ ist nicht einmal das notwendig - es reicht die Feststellung der Personalien bei einem Fußballspiel. Die Datei ist vor allem deshalb umstritten, weil viele Fans über ihre Aufnahme nicht informiert werden - und deshalb nicht juristisch dagegen vorgehen können. Dabei sind die Konsequenzen schwerwiegend. Jedem ,,Gewalttäter Sport‘‘ könne an der Grenze die Ausreise verweigert werden, ohne dass ein rechtsstaatliches Verfahren gegen ihn eingeleitet worden wäre, sagt Zelts Kollege Wilko Zicht. Er spricht von einem ,,Ersatzstrafrecht‘‘, das sich Vereine und Polizei geschaffen hätten. Emmes berichtet von ,,Fällen, da fährt ein ganz normaler Junge mit seiner Freundin in Urlaub, und die erfährt an der Grenze, dass ihr Freund ein Gewalttäter sei. Und das geht an den Polizisten in seinem Dorf, da ist er abgestempelt‘‘.
Im vergangenen Jahr waren Fanvertreter und DFB auf dem Weg, sich gemeinsam um eine Lösung all dieser Probleme ohne Richter und Anwälte zu bemühen - mit einer Ombudsstelle. Die Idee wurde immer wieder vertagt, bis der DFB im September schriftlich mitteilte, er habe sich gegen eine solche Beschwerdestelle entschieden. ,,Ich muss gestehen, dass wir mit dieser Ankündigung zu leichtfertig umgegangen sind‘‘, sagt DFB-Präsident Theo Zwanziger. In Gesprächen mit der DFL sei ,,die Sinnhaftigkeit in Frage gestellt‘‘ worden. Den Fanrechtefonds sah Zwanziger aber nicht negativ. ,,Ich habe nichts gegen Dachverbände und Zusammenschlüsse der Fans und werde Diskussionen nicht ausweichen.‘‘
In dem Brief des DFB vom September werden die betroffenen Fußballanhänger als ,,Verbraucher‘‘ bezeichnet. Corinna F. ist immer noch eine Verbraucherin der DFB-Produkte. Obwohl es allzu verständlich wäre, wenn sie es bleiben ließe. ,,Beim nächsten Auswärtsspiel war wieder so ein Zelt aufgebaut‘‘, sagt sie. ,,Ich habe schon beim Anblick Angst bekommen.‘‘
(SZ vom 8.12.2006)
Dicht
Hier noch unsere Pressemitteilung dazu.
Wer den Fonds unterstützen will, kann dies übrigens auch dadurch tun, dass er am RV-Stand im OKS eine der noch übrigen CDs "
Freiheit für die Kurven" erwirbt. Die Gewinne aus der CD gehen nämlich zur Hälfte an den bundesweiten Fanrechtefonds (zur anderen Hälfte in den lokalen Fonds auf St. Pauli, wo die CD gemacht wurde).
Weitere Sammel- und Merchandise-Aktionen werden folgen.
| Zitat: |
Fußballfans gründen bundesweiten Fanrechtefonds
Fußballfans aus ganz Deutschland haben sich zusammengeschlossen, um mit vereinten Kräften gegen die stetige Verletzung der Rechte von Fußballfans vorzugehen. Mit Hilfe des heute gegründeten Fonds soll die nötige finanzielle Basis geschaffen werden, um die nicht mehr hinnehmbare Behandlung unschuldiger und friedlicher Fußballfans juristisch überprüfen zu lassen.
Bereits seit Jahren haben Fußballanhänger eine zunehmende kollektive Kriminalisierung durch Polizei und DFB zu beklagen. Entgegen der Hoffnungen der Fans hält die im Vorwege der WM spürbar verschlechterte Situation auch nach der Rückkehr zum Liga-Alltag an. So führt eine einfache, routinemäßige Personalienaufnahme an einem Spieltag häufig zu einem Eintrag in die Polizeidatei "Gewalttäter Sport". Zur Erteilung eines Stadionverbots reicht die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens. Dass die meisten Verfahren im Fußballumfeld später eingestellt werden, findet bei der Vergabepraxis keinerlei Berücksichtigung. Unschuldig bis die Schuld bewiesen ist, gilt hierbei leider nicht.
Exemplarisch für die oft willkürliche Praxis von offizieller Seite ist der Fall einer Gruppe argentinischer Fußballfans, denen bei der Fußball-WM im vergangenen Sommer ein Stadionverbot vom FIFA-WM-Organisationskomitee erteilt wurde. Der konkrete Vorwurf lautete damals, die Fans hätten innerhalb (!) des argentinischen Fanbereichs ihre Sitzplätze mit anderen Fans getauscht und bei emotionalen Situationen während des Spiels zeitweilig auf ihren Sitzen gestanden. Die ausgesperrten Fußballfans klagten gegen das erteilte Stadionverbot und erhielten vor dem Landgericht Frankfurt Recht: Eine einstweilige Verfügung des Gerichts ermöglichte ihnen, die weiteren Spiele ihrer Nationalmannschaft zu besuchen.
Ähnlich groteske Fälle sind leider auch im deutschen Ligaalltag - unbemerkt von einer großen Öffentlichkeit - an der Tagesordnung. Allerdings fehlen den zumeist jugendlichen Betroffenen fast immer die finanziellen Mittel, um eine juristische Auseinandersetzung einzuleiten. Die Initiatoren wollen mit Hilfe des Fonds die Rechte aller Fans stärken. Mit erwarteten mehreren tausend Euro Spenden pro Jahr und ausgewählten, richtungweisenden Fällen, kann ein Umdenken auf Seiten der Verantwortlichen bewirkt werden - insbesondere beim DFB.
Die Initiatoren des Fanrechtefonds waren immer und sind auch weiterhin gesprächsbereit. Ausdrücklich begrüßt wird auch, dass die Arbeit der Fanprojekte gestärkt werden soll und ein "Fankongress" durch DFB und DFL vorbereitet wird. Bei ähnlichen, durchaus konstruktiv verlaufenen, Gesprächen in den vergangenen Jahren konnte eine Verbesserung der Situation jedoch nicht erreicht werden. Selbst die Appelle des Bundespräsidenten Rau verpufften ergebnislos. Das im Sommer 2005 vom damaligen Bundesinnenminister Schily und dem DFBPräsident Zwanziger abgegebene Versprechen, eine Ombudsstelle für Fans einzurichten, wurde jüngst vom DFB widerrufen.
Die Initiatoren der Unterstützungskasse für Fanrechte verschließen nicht die Augen vor den tatsächlich existierenden Problemen bzgl. Gewalt rund um den Fußballsport, wie sie in den vergangenen Wochen bedauerlicherweise wiederholt zu Tage getreten sind. Derartig unhaltbare Zustände, wie sie am Rande einiger Fußballspiele zu beobachten waren, rechtfertigen jedoch keine Stadionverbote gegen unschuldige Fans nach dem Gießkannenprinzip. Die Initiatoren distanzieren sich in aller Deutlichkeit von Gewalt und Rassismus in und außerhalb der Stadien. Eine Unterstützung von Hooligans und rassistischen Fans ist durch die Satzung des Fonds ausdrücklich ausgeschlossen.
Die Kontoverbindung des Spendenkontos lautet:
Kontoinhaber: Rechtsanwalt Dirk Seitz
Kontonummer: 4956785
Bankleitzahl: 20070024 (Deutsche Bank Hamburg)
Ein aus fünf Fans verschiedener Vereine bestehender Kassenrat entscheidet in Einklang mit der Satzung des Treuhandkontos über die Verwendung der Spenden. Zwei Anwälte verwalten das Geld und überwachen die satzungsgemäße Nutzung. Weitere Informationen über das Projekt "Fanrechtefonds" sind unter www.fanrechte.de abrufbar. Unterstützt wird das Projekt von zahlreichen deutschen Fanclubs und Fangruppen, sowie den beiden großen überregionalen Fanorganisationen BAFF und PRO FANS. |
Suffältester
Rechte von Fußballfans werden mit Füßen getreten«
Die Polizei tut, was sie will. Ein Fanrechtefonds soll jetzt juristische Abhilfe schaffen. Ein Gespräch mit Sig Zelt
Sig Zelt ist Anhänger des 1. FC Union Berlin und Mitglied im fünfköpfigen Kassenrat des »Fanrechtefonds«, einer Initiative, die sich für die Stärkung der Rechte von Fußballfans einsetzt. Im Internet:
www.fanrechte.de
In welchen Situationen sehen Sie die Rechte von Fußballfans mit Füßen getreten?
Im Bestreben, Gewalt zu verhindern, ist vielfach jede Verhältnismäßigkeit der Mittel, die auch friedliche Fußballfans treffen, abhanden gekommen. Wenn die Maßnahmen dann auch noch widersinnig sind, sprechen wir von Willkür. Zum Beispiel, wenn ein Fan an der Grenze gehindert wird, das Land zu verlassen, weil er in einer polizeilichen Datei als »Gewalttäter« gespeichert ist. Der Punkt dabei ist, daß man in diese Datei schon geraten kann, wenn man nur einmal zufällig in der Nähe war, wo etwas passiert ist, und die Polizei vorsorglich die Personalien aufgenommen hat. Bei der Weltmeisterschaft wurden argentinische Fans mit Stadionverbot belegt, weil sie lediglich innerhalb ihres Blocks die Sitze getauscht hatten oder zeitweise aufgestanden waren. Die haben geklagt und Recht bekommen. Im Nachhinein nützt ihnen das zwar nicht viel, aber es wurde gezeigt, daß die Willkür Grenzen hat.
Sie sagen, solche Vorfälle gehörten inzwischen auch zum Ligaalltag ...
Ja, vor allem für die, die nach auswärts mitfahren. Die werden häufig, und zwar alle, ohne erkennbaren Anlaß schon am Bahnhof von der Polizei eingekesselt, zum Stadion getrieben und nach dem Spiel zurück, bis sie wieder im Zug sind. Sie dürfen sich nicht die Stadt anschauen, sich nicht mit Freunden treffen, nicht essen oder etwas trinken gehen. Selbst die Notdurft können sie in dem Polizeikessel nicht verrichten. Viele, die so etwas zum ersten Mal sehen, konnten sich das vorher nicht vorstellen. Gepäck abzugeben, wird nicht gestattet, aber andererseits dürfen zum Teil harmloseste Gegenstände nicht mit ins Stadion genommen werden, auch wenn die Stadionordnung diese Sachen gar nicht verbietet.
In solchen Fällen soll der »Fanrechtefonds« Abhilfe schaffen?
Wir möchten helfen, mit juristischen Mitteln klarzustellen, wo die Grenzen sind. Dazu wollen wir geeignete Rechtsprozesse mit finanzieren. Das Geld sammeln wir durch Spenden.
Sie haben sich zufällig zusammengefunden?
Natürlich nicht zufällig. Wir werden vom BAFF (Bündnis Aktiver Fußball-Fans) unterstützt. Dort entstand auch die Idee von dem Netzwerk »Pro Fans«. Unsere Initiative ist offen: Wer spendet, ist dabei. Der Kassenrat, der über die Mittel entscheidet, wird von den Spendern gewählt.
Wie wollen Sie sicherstellen, daß nicht auch Hooligans und Krawallmacher in den Genuß Ihrer Hilfe gelangen?
Richtig, wir wollen keine Schläger schützen, sondern diejenigen, die bunt und laut, aber friedlich eine mitreißende Stimmung in die Stadien bringen. Deshalb haben wir in die Satzung einige Sicherungen eingebaut, damit die Gelder nicht mißbraucht werden können. Sogar die Annahme von Spenden kann in solchen Fällen verweigert werden.
Wie können Sie sich denn die Einsatzpraxis der Polizei vorstellen?
Polizeiliche Zwangsmaßnahmen müssen Ausnahmen bleiben und dürfen nicht die Regel sein. Wie erst jüngst wieder die Vorfälle in Nancy zeigen, läßt sich Gewalt so ohnehin nicht verhindern. Im Gegenteil, oft haben Polizeieinsätze erst kräftig zur Eskalation beigetragen. Die Polizei kann das gesellschaftliche Problem nicht lösen. Sie soll gezielt gegen Störer vorgehen und nicht alle anderen in Sippenhaft zu nehmen. Bei der WM hat das doch gut funktioniert. Warum verfällt man jetzt im Ligaalltag wieder in die alten Schemata?
Wenn nicht die Polizei, wer kann dann das Gewaltproblem lösen?
Beharrliche Arbeit in den Vereinen und in Fanprojekten ist nun einmal unersetzbar, und dort, wo sich Ausschreitungen häufen, ist es ein Zeichen dafür, daß es daran hapert. Das muß auch der Deutsche Fußballbund erkennen. Wenn der Leiter des Dresdner Fanprojektes konstatiert, daß mit dem Geld, das dort an einem Spieltag für einen Polizeieinsatz ausgegeben wurde, sein Fanprojekt für die nächsten zehn Jahre gesichert wäre – dann ist das doch nur traurig. Da muß ein Umdenken einsetzen.
Interview: Ralf Wurzbacher
Quelle:
Junge Welt vom 12.12.2006
mazzo
| Zitat: |
Wir werden vom BAFF (Bündnis Aktiver Fußball-Fans) unterstützt. Dort entstand auch die Idee von dem Netzwerk »Pro Fans«. |
ich wette, dass Sig da ziemlich falsch zitiert wurde. ProFans wurde schliesslich (damals als Pro15:30) nach einer Idee aus dem Stadionwelt-Forum gegründet.
Eher entstand im BAFF die Idee für den Fanrechtefonds, der auch ein Netzwerk ist.
kopfnuss
Fanrechtefonds: Jetzt geht's lo-os!
Beirat komplettiert / HSV-Torwart Frank Rost und Radiolegende Günther Koch mit im Boot / Bereits mehr als 7.500 Euro gespendet
Hamburg, 27. Februar 2007 - Die Zusagen zur Mitarbeit von Frank Rost, Torwart des Bundesligisten Hamburger Sport-Verein und dem Urgestein der Fußball-Radioübertragung Günther Koch haben den Startschuss für die Arbeit des im Dezember letzten Jahres gegründeten Fanrechtefonds gegeben. Mit ihnen ist der 14-köpfige Beirat der Organisation komplettiert worden. Ab sofort wird der Fonds nun Fußballfans beistehen, die zu Unrecht kriminalisiert wurden. Zu diesem Zweck sind bereits mehr als 7.500 Euro von Fans und Fangruppen aus ganz Deutschland auf das Treuhandkonto des Fanrechtefonds eingezahlt worden. Dieses Ergebnis - mit dessen Höhe die Initiatoren in der Kürze der Zeit nicht gerechnet hatten - zeigt, wie massiv das Problem unberechtigter Stadionverbote den Fußballfans in Deutschland unter den Nägeln brennt. Das gespendete Geld wird zur finanziellen Unterstützung Betroffener vor Gericht verwendet. Der nun vollständige Beirat wird die Arbeit des aus Fußballfans bestehenden Kassenrats beratend unterstützen und kann dabei, insbesondere in rechtlichen Fragen, ein hohes Maß an Fachwissen einbringen. Zum Beirat gehören Juristen und Bürgerrechtler ebenso wie Fanaktivisten, ein Fanbeauftragter sowie der Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte. Mit Günther Koch und Frank Rost haben zudem zwei Wunschkandidaten spontan zugesagt, die den Umgang der Sicherheitskräfte mit Fußballfans teilweise sehr kritisch sehen. So kann der Fanrechtefonds nun in die Vollen gehen, denn es liegen bereits mehrere Fälle zur Prüfung vor. Unterstützt werden allerdings nur Fans, die rechtswidrig behandelt wurden. Anträge von angemessen bestraften Gewalttätern werden abgelehnt. Frank Rost hierzu: "Sicherlich verstehe ich alle, die nach den Ereignissen der letzten Wochen verlangen, dass hart gegen Randalierer durchgegriffen werden muss. Dieses darf aber in keinem Fall zu Lasten der echten Fans gehen. Deshalb setze ich mich dafür ein, dass immer noch die Möglichkeit zur Kommunikation bleibt und es nicht zu einer allgemeinen Kriminalisierung der Fangemeinde kommt, da sie ein wichtiger Bestandteil des "Mythos" Fußball sind. Denn weder auf dem Feld noch auf den Rängen gibt es nur Schwarz und Weiß." So soll der Fanrechtefonds ausschließlich Unschuldigen zu ihrem Recht verhelfen, das ihnen leider immer noch in vielen Fällen verwehrt wird. Weitere Informationen zum Fanrechtefonds finden Sie unter
www.fanrechte.de.
Joinsen
Kann einer sagen, was mit der Homepage los ist?
Dicht
Eine äußerst ärgerliche Kombination aus Serverausfall und verschollenem Webmaster.