Angriff auf den Fanladen - gemeint sind wir alle!

hendrik
http://www.ultra-stpauli.com/

Copy/Paste will nicht wegen UTF-8 Kodierung.
hendrik
Angriff auf den Fanladen- gemeint sind wir alle! Stellungnahme zum 17.11.2006

Am Freitag, 17. November, kam es zu einem in dieser Dimension nicht vorher da gewesenen Angriff auf den von USP organisierten Marsch und Besucher des Fanladens. Des Weiteren wurde die Unantastbarkeit der Institution Fanladen massiv mit Füßen getreten. Um eine genaue Übersicht zum Ablauf des Abends zu geben, wollen wir nachfolgend das Ganze chronologisch auflisten um die Tragweite der Vorfälle aufzuzeigen:

Um eine Eskalation mit den zahlreich anwesenden und schon vor dem Spiel negativ aufgefallenen Gästefans sowie der Polizei zu vermeiden, blieb Ultr
hendrik
hmm
kopfnuss
hendrik
Jetzt aber mein Senf dazu:
Liest sich recht subjektiv und mit viel Emotion geschrieben. Weiß nicht was ich davon halten soll.
Südländer
Zitat:
Original von hendrik.wj02
Liest sich recht subjektiv und mit viel Emotion geschrieben. Weiß nicht was ich davon halten soll.


War der folgende Text hier noch gar nicht drin? Wie unaufmerksam von mir. Der Autor ist bekannt und glaubwürdig.



Nachspiel

“Nach dem Spiel zum Fanladen”. Das ist nicht nur bei mir, sondern auch bei vielen anderen St. Paulianern unterschiedlichster Couleur ein festes Ritual. So auch an diesem Freitag. USP macht diesen Weg auch, schon seit gut zwei Jahren in einem geschlossenen Block, aus dem auch gesungen und geklatscht wird. Zwar ist es immer mal wieder zu kleineren Zwischenfällen gekommen (hier auch mal angerissen), aber irgendwas strafbares ist in all den Jahren nicht passiert. Die schlimmste Tat dieses Marsches ist, dass es sich um eine nicht angemeldete Demo handelt. Ein Fakt, der eigentlich zu vernachlässigen ist, da Anfang und Ende ja schnell erreicht sind und eigentlich niemand wirklich behindert wird. Und falls doch mal ein Auto entgegen kommt, wird das eigentlich immer elegant umschifft. Ich nehme an diesem Marsch normalerweise nicht teil, alleine schon, weil mir nach Spielen selten bis niemals nach singen und Begleitung zumute ist.

Nun hat die Polizei zum wiederholten Male ihre Taktik gegenüber diesem Marsch geändert. Wurde er früher gar nicht oder nur mit kleinen Kräften begleitet, wurde er bereits nach dem Oddsetpokalspiel gegen den Lokalrivalen in einem Kessel geführt. Bereits da wirkte das komplett übertrieben und auch unsinnig. Insbesondere wenn man bedenkt, dass auf Lokalrivalenseite vielleicht 500 Leute anwesend waren, die sich absolut friedlich (man kann schon beinah sagen, lethargisch) verhielten. Auch gegen Erfurt wurde erneut Flutlicht aufgebaut, Wasserwerfer aufgefahren und der Marsch in einem Polizeikessel geführt. Dabei wird jedoch keine Fantrennung vorgenommen, denn Erfurter konnten ungehindert die Budapester Strasse in Richtung U-Bahn St. Pauli benutzen. Wenn hier irgendwelche Hools dabei gewesen wären, die hätten alle Möglichkeiten gehabt, denn die Aufmerksamkeit der Polizei richtete sich ausschliesslich auf den USP-Marsch. So stand auch eine Kette von Polizisten in der Auffahrt zum Klubheim, liess aber alle Leute passieren bis eben entsprechender Marsch kam, der erneut von behelmten Polizisten gekesselt wurde. Ich verfolgte das ganze dahinter gehend und ohne von der Polizei beachtet zu werden. Bereits vor dem “Miller” kam der Zug zum stoppen und es kam zu Rangeleien (aber hier noch in einem ganz kleinen Rahmen). Erfurter waren nicht da, aber die Polizei begann wohl St. Paulianer von St. Paulianern zu trennen. Sehr sinnvoll das ganze. Es kam aber schnell zu einer Beruhigung und der Marsch bog in Richtung Fanladen ein. Aus dem Marsch heraus wurde zwar “Scheiss Polizei” und “ACAB” gerufen, aber dies auch nur am Miller. Später nicht mehr.

Der hintere Einsatzzug der Polizei blieb am Miller zurück und der links begleitende Zug sperrte die letzte Linksstrasse vor der Fanladenkreuzung (Wohlwillstrasse / Brigittenstrasse). Bereits diese Massnahme ist eigentlich komplett albern, denn erneut wurden nur St. Paulianer daran gehindert durch St. Pauli zu gehen. Von Erfurtern war weit und breit keine Sicht. Aber insgesamt sah es in diesem Zeitpunkt so aus, als ob das ganze relativ ruhig zu Ende gehen würde.

Vorne vor dem Marsch befand sich noch eine Einheit in schwarz gekleideter Polizisten (wenn ich das richtig verstehe ist so etwas eine Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit / BFE) an der Seite (vor dem Bioladen und dem Friseur) befanden sich noch die rechts begleitenden grünen Polizisten. Diese komische BFE befand sich jedoch schon Höhe B5, so dass der Weg in den Fanladen frei war. Sprich: Alles machte einen komplett entspannten Eindruck. Insofern ist auch nicht von einer angespannten Situation zu sprechen. Zumindest machte das auf alle Beteiligten nicht den Eindruck. Vor dem Fanladen schon lachende Leute, der Marsch zählte (deutlich hörbar mit lachendem Unterton) von 10 runter und wollte dann den Rest laufen. Ein Ritual, was schon mehrfach praktiziert wurde, was der Polizei absolut bekannt ist und was normalerweise am Tresen oder auf dem Sofa des Fanladens endet.

Alles lief lachend los, aber leider war doch nicht alles so entspannt, denn die BFE Truppe hatte wohl alles in den falschen Hals bekommen oder hatte einfach gar nix gecheckt. Zumindest fing sie nun an auf alles zu prügeln, was in ihre Reichweite kam. So wurden Leute im Fanladeneingang mit Schlagstöcken und Pfefferspray attackiert und die Spitze der Laufenden bekam ordentlich einen mit. Wohlgemerkt ohne dass es vorher zu irgendwelchen Beleidigungen, Bedrohungen oder ähnlichem in Richtung Polizei kam. Geschweige denn war irgendeine Straftat, nicht mal eine wirkliche Ordnungswidrigkeit (mal vom gehen auf der Fahrbahn abgesehen) begangen worden. Sprich es gab überhaupt keinen Grund für diese Nummer. Jetzt brach leider die Hölle los und leider wurden auch Flaschen auf die Polizei geworfen (eine genau falsche Reaktion) und erst nach Minuten beruhigte sich die ganze Situation. Da hatten aber Leute schon volle Elle Pfefferspray in die Fresse bekommen und lagen krankenwagenreif im Fanladen.

Damit aber noch nicht genug, nach ca. 40 Minuten kam die Polizei, die dann abgezogen war, wieder, blockierte die Brigittenstrasse und behandelte sämtliche im Fanladen befindliche Personen erkennungsdienstlich. Ein Schritt der nur folgendes bewirken sollte: absolute Eskalation und Schikane. Zwischenzeitlich hatte sich er Besuch im Fanladen schon bestimmt dreimal ausgetauscht, so dass ein Zusammenhang “jetzt im Fanladen = eben beteiligt” absolut nicht mehr herzustellen war.

Glücklicherweise war die Poppenbütteler WG kurz vorher gegangen, so dass wir unsere Personalien nicht auch noch abgeben mussten.

Bevor jetzt gleich die Polizei vor meiner Tür steht: Vergesst es. Im dunklen sind einzelne Personen nicht zu erkennen und ich stand die ganze Zeit mit den Händen in den Taschen an der Ecke. Insofern eigne ich mich weder als Täter noch als Zeuge. Und Beamtenbeleidigungen liegen mir aus beruflichen Gründen fern. Diese Position führte nebenbei dazu, dass man von der links begleitenden Staffel beinah über den Haufen gelaufen wurde, weil die jetzt natürlich vorrückte und so etwas wie “Weg da Polizei” nicht von sich gab. Erst an die Metallpfosten der Kreuzung wurde mit den Schlagstöcken geschlagen, so dass man eine Möglichkeit hatte aus dem Weg zu gehen. Nur ein zufälliger Blick nach hinten rettete mich vor dem “übergelaufen” werden.

Wie kam es nun zu dem ganzen? Ich bin nicht der Mensch, der sonst USP in Schutz nimmt, und wenn Mist gebaut wird, dann wird es auch als Mist bezeichnet, aber in dieser Situation waren sie einmal komplett unschuldig. Als sie losliefen, war die ganze Situation eigentlich komplett entspannt und deswegen ist z.B. die rechts begleitende Staffel auch nicht eingeschritten, als sie losliefen (warum auch?). Meines Erachtens ist das ganze auf eine komplette Planlosigkeit der Polizei zurückzuführen. In mehreren Dialogen ist wohl deutlich geworden, dass die Polizei weder wusste, wo man ist, noch was der Fanladen ist. Daher ging man wohl von einem Angriff aus. Hier ist schwerste Kritik an unseren SKBs und auch an der Einsatzleitung der Polizei angebracht. Denn solche Infos sollten den jeweiligen Zugführern zur Verfügung stehen und sollten auch in das Einsatzkonzept der Polizei übernommen werden. Aber anscheinend waren die eingesetzten Polizisten komplett orientierungslos. So soll sich folgender Dialog zugetragen haben (nicht selber gehört, daher hier deutlich als Zitat vom Hören sagengekennzeichnet): “Ist das hier der Paulinenplatz?” -“Nein, das ist der Hans-Albers-Platz”. Wenn man so informierte Polizisten losschickt, dann muss man sich nicht wundern, wenn diese ein Laufen zum eigenen Fanprojekt als Angriff auf eine Kneipe missverstehen.

Sprich: hier haben insbesondere unsere SKBs (wozu haben wir die eigentlich, wenn die in einer solchen Situation nicht sagen “Ist Fanprojekt, Kräfte können sich zurückhalten”?) und die Einsatzleitung der Polizei komplett versagt.

Und nun? Nun ist offener Krieg. Dem ist einfach so. Die Polizei wird mit allen möglichen Mitteln versuchen ihr Vorgehen zu rechtfertigen. Eine Selbstkritik wird nicht passieren. Eher werden wahrscheinlich alle erkennungsdienstlich Behandelten noch mit Stadion-verbotsverfahren überzogen. Die Spirale der Eskalation wird wieder eine Stufe höher gestellt und wahrscheinlich wird es in nächster Zeit krachen. Was kann man nun machen? Zum einen “der klügere gibt nach”. Gegen Magdeburg und Wuppertal ist absolutes Füsse still halten angesagt. Auch wenn das heisst, Provokationen von Magdeburger Asseln absolut hilflos gegenüber zu stehen. Aber Gewalt ist absolut keine Lösung. Zum anderen muss der Verein nun deutlich gegenüber der Polizei aktiv werden. Denn wenn selbst der Fanladen (immerhin ein Projekt, was Vertrauen zu problematischen Gruppen suchen soll, was gewaltpräventiv tätig sein soll) nicht mehr Tabu ist, dann haben wir ein Problem. Hier sollte der Verein deutlich machen, dass eine weitere Zusammenarbeit mit diesen SKBs absolut nicht mehr möglich ist. Hier müssen dringend fähigere, offenere und auch wirklich konfliktverhindernd tätige Beamte eingesetzt werden. Wie kann es z.B. sein, dass von denen niemals versucht wurde, Kontakt aufzunehmen? Mal öffentlich sich bei allen vorzustellen? Das Gespräch zu suchen? Auch mal vermittelnd tätig zu werden? In solchen Konfliktsituationen auch mal sich dazwischen zu stellen? Wozu brauch ich die, wenn sie sowieso nicht szenekundig sind und wenn sie sowieso keine Rolle haben ausser wichtig ins Funkgerät zu labern? Das ist reine Steuerverschwendung und lässt mich als Steuereintreiber an meinem Job zweifeln. Dem Verein kann man nur empfehlen, Sicherheitsbesprechungen der Polizei nicht mehr zu besuchen, denn anscheinend macht die Polizei ja sowieso was sie will.

Von den Fans erwarte ich absolute Solidarität. D.h. nächstes Mal geht nicht USP zum Fanladen, sondern “die Fans”. Sollte also USP einen Marsch nach dem Magdeburgspiel planen, so ist dies ein Pflichttermin. Nebenbei war dieser Marsch mal entstanden, damit man geschlossen, ruhig und friedlich zum Fanladen geht und nicht irgendwo Kleingruppen in einen Konflikt hineingezogen werden.

Ein pauschalisierendes “ACAB” werdet ihr trotzdem nicht von mir hören. Hier werden auch viele Polizisten verheizt und einfach durch “dumm gehalten” in solche Situationen geschickt. Der Fisch stinkt insbesondere am Kopf, nicht in der Breite. Und das es auch andere Polizisten gibt, wissen wir allemal, seitdem wir unserer Nr. 17 zujubeln. Vielleicht sollte der den SKB machen, der weiss wenigstens, was für Fans wir haben…

http://www.fanclubzweiundvierzig.de/
Südländer
Stellungnahme des Fanladens:


http://www.jugend-sport.de/stpauli-fanladen/index.html


(Was auch immer das für eine Kodierung ist, die Copy/Paste verhindert, die nervt.)
kopfnuss
nucleo
h?v II - Dynamo Dresden



!
kopfnuss
Alex_


Jena-Burghausen
MrBonde
Warum gibts von allen Seiten Solispruchbänder, weil in Hamburg was passiert? Den Berichten nach war das nichts Besonderes. Natürlich ist es miese Schikane, aber sowas passiert ständig irgendwo und niemanden kümmert es. Bei USP überbieten sich alle an Soli.
Mathes
Zitat:
Original von MrBonde
Warum gibts von allen Seiten Solispruchbänder, weil in Hamburg was passiert? Den Berichten nach war das nichts Besonderes. Natürlich ist es miese Schikane, aber sowas passiert ständig irgendwo und niemanden kümmert es. Bei USP überbieten sich alle an Soli.


Es geht ja auch weniger um den Angriff der Polizisten auf Fußballfans. Das ist nun wirklich nichts Neues.

Es geht um den "Umgang" mit dem Fanladen! Die Besetzung und Durchsuchung des Fanladens inklusiver pauschaler Kriminalisierung aller zu dem Zeitpunkt dort befindlichen Personen. Das kann man in der Veröffentlichung des Fanladens auch nachlesen.

Ein derartiger Umgang der Polizei mit dem Fanprojekt ist in Bremen auch nicht normal!!
Erik
Nein, USP is eben voll ultra, ey.

ja, ich habe keine ahnung^^
sporthep
Zitat:
Original von MrBonde
Warum gibts von allen Seiten Solispruchbänder, weil in Hamburg was passiert? Den Berichten nach war das nichts Besonderes. Natürlich ist es miese Schikane, aber sowas passiert ständig irgendwo und niemanden kümmert es. Bei USP überbieten sich alle an Soli.


Ist doch egal. nur kein neid. wenn man aufmerksamkeit erregen kann und will, dann isses doch egal durch wen das passiert, man nimmt den markenwirksamsten Vorfall. und wenn st. pauli da besser zieht als werder II oder Pusemuckel, dann ist das so und man kann es sich zugute machen. das ziel, solche vorfälle zu verhindern, wird dadurch auf jeden fall besser erreicht, und wenn einem das wirklich so wichtig ist, dann sollten da eigene Egoismen zurückstehen.
MrBonde
Ich glaube nicht, dass diese Spruchbänder großartig Aufmerksamkeit erregen oder gar darüber hinaus irgendeine Wirkung haben. Ansonsten sähe die Situation nach gefühlten 10 Mio. Spruchbändern in den letzten 2 Jahren in der Bundesliga etwas anders aus.
Mathes
Na ja, immerhin hat der Protest dazu geführt, dass der NDR darüber berichtet.

Auch wenn dieser Bericht nur beweist, dass der NDR nicht daran interessiert ist, über wahre Begebenheiten zu berichten. Er plabbert einfach das nach, was staatliche Organe ihm vorbeten.

Und damit diese "Qualität" des "kritischen Journalismus" erhalten bleibt, müssen wir alle Gebühren zahlen.

Ach, seht euch den Müll selber an!

http://www1.ndr.de/ndr_page_video/0,,OID..._LOCint,00.html

P.S.: Der große Mann beim Marsch am Ende des Films ist übrigens der (derzeit in Regeneration befindliche) Torwart Benedikt Pliquett des FC St. Pauli!
winko


Für den Oldenburger
kopfnuss