Communiqué Ultras Frankfurt

nucleo
Zitat:
Communiqué
Datum: Freitag, 27.Oktober 2006
Thema: News

Wie die meisten von Euch sicher mitbekommen haben, musste unsere Gruppe in den letzten Wochen einige Rückschläge einstecken. Darunter war nicht nur eine große Menge neu ausgestellter Stadionverbote für viele Mitglieder des harten Kerns von Ultras Frankfurt – noch schwerwiegender als dies war die Fanbeiratsitzung ein paar Tage nach dem Schalke-Auswärtsspiel. Äußerungen von Herrn Bruchhagen und Herrn Pröckl, wonach sie den Ultras, die aktuell mit einem Stadionverbot belegt wurden, absprechen, Fan von Eintracht Frankfurt zu sein, und zudem sagten, dass man solche Leute nicht im Kreis der Eintrachtfans benötigte, haben eine Lethargie innerhalb des Kerns der Ultras ausgelöst, die einem kompletten Bruch mit der Eintracht Frankfurt Fussball AG zur Folge haben kann, sofern es die nächste Zeit nicht eine letzte Annäherung gibt, bei der man die Situation zu entspannen versucht. Bei den Betroffenen Personen handelt es sich zum Großteil um jene Leute, die noch vor kurzer Zeit Unmengen an Zeit und Geld geopfert hatten um u.A. für das Pokal-Halbfinale gegen Bielefeld oder das Finale in Berlin einen würdigen Rahmen in Form von riesigen Choreographien zu erschaffen.
Wir sind durchaus bereit, auch in unserem Verhalten Fehler einzuräumen, und Selbstreflexion zu üben, nicht aber zur völligen Aufgabe unsere Gruppenideale nur um der Eintrachtfangemeinschaft beiwohnen zu dürfen.

Nach langem Überlegen sind wir zu der Entscheidung gekommen, dass die Ultras Frankfurt 1997 vorerst im Stadion nicht mehr als Gruppe aktiv sein werden. Das heißt nicht, dass keine Mitglieder der Gruppe, oder Untergruppen, die dem Kollektiv Ultras Frankfurt angehören, im Stadion präsent sind, Ultras Frankfurt 1997 gibt aber vorerst jegliche Verantwortung als Verband der Ultra’-orientierten Gruppen in Frankfurt, die bisher getragen wurde, auf.

Die Stadionverbote die es am Anfang der Saison gab, gründen im Wesentlichen auf 2 Vorfällen.
Zum einen erhielten über 30 Personen, die beim Ligaspiel in Köln (März 2006) vor dem Spiel in der Innenstadt festgenommen wurden ein Stadionverbot über 3,5 Jahre, wenngleich selbst die Polizei einräumte, dass es nur zu „kleineren Sachbeschädigungen“ kam, welche nicht zwingend von eben dieser Personengruppe gekommen sein müssen, da sich noch zahlreiche andere Kleingruppen in unmittelbarer Umgebung durch die Innenstadt bewegten.
Die zugehörigen Ermittlungsverfahren wurden deshalb logischerweise auch bereits eingestellt, der Zuständige beim 1.FC Köln weigert sich aber derzeit noch, die Verbote aufzuheben, wozu er laut Stadionverbot-Richtlinie allerdings „angehalten“ ist, da die Einstellung nach § 170 II (Einstellung mangels Tatverdacht) erfolgte. Begründet wird dies damit, dass man es zunächst mit der Polizei abwägen möchte, und es bereits Urteile gäbe, die Ermessenspielraum gewährleisten würden.
Der 2.Vorfall war am Saisonanfang in Gelsenkirchen, wo nahezu ein gesamter Bus mit Stadionverbot belegt wurde, auch Personen, die sich während dem Geschehen im Bus befanden.
Zugegeben ist in der Vergangenheit, auch von unserer Seite, nicht alles glücklich gelaufen, diese Stadionverbote sind aber ohne Frage nicht akzeptabel.

In der aktuellen Situation sind wir als Gruppe weder willens, noch fähig, so weiterzumachen, wie bisher. Daher wird es natürlich auch vorerst keine Choreographien im Waldstadion geben, die Ultras Frankfurt–Zaunfahne wird nicht mehr hängen, symbolisch hängt stattdessen eine schwarze Fahne, und die Zaunfahnen der Gruppen und Fanclubs, die sich solidarisieren, werden weiterhin falsch herum aufgehängt werden.
Als Gruppe werden wir stattdessen bei der 2.Mannschaft am Riederwald auftreten, wo die Führung des e.V.’s uns auch, soweit möglich, alle Freiheiten einräumt.
Dort möchten wir allen Fans, die willens sind, etwas anderes als den Bundesligaalltag zu erleben, eine Alternative bieten, und gleichzeitig auch den Stadionverbotlern zeigen, dass sie nicht alleine gelassen werden.

Bereits 2005, als nach den Vorfällen in Ahlen ein Konzept für „Stadionverbot auf Bewährung“ erarbeitet wurde, um auch hier, wie im normalen Rechtswesen üblich, den Leuten die Möglichkeit zu bieten, ihr Verhalten zu überdenken und nicht aufgrund eines Vorfalls, der möglicherweise nicht mal vor Gericht zu einer Verurteilung kam, ihr soziales Umfeld, zumindest was das Stadion angeht, zu verlieren. Dieses Konzept sah auch, analog zur deutschen Gesetzgebung, fußballspezifische Sozialleistungen als „Bewährungsauflage“ vor, käme also auch den Vereinen zugute.
Dieses Konzept wurde dem Vorstand der Eintracht Frankfurt Fussball AG vorgelegt, welche versprach, damit auch bei der DFL vorzusprechen. Seitdem ist nichts geschehen.

Dieser Text soll nur zur Information dienen und ist nicht als endgültige Entscheidung zu sehen.
Wir bitten die komplette Fanszene um Nachsicht, da wir momentan an einer Lösung der Situation arbeiten, aber noch nicht wissen, wie das ganze ausgehen wird. Gebt uns bitte die Zeit, über uns selbst und über die Gesamtsituation nachzudenken!

Ultras Frankfurt 1997, Oktober 2006

ZUSATZ:
Das oben angesprochene Konzept für ''Stadionverbote auf Bewährung'' von 2005 kann hier nachgelesen werden.



http://www.ultras-frankfurt.de/


GWG


stefan
KieseL
Thread gibts jetzt 2 mal... zusammen legen! =) trotzdem extrem solidär kann man sagen was man will.

MfG KieseL
kopfnuss
kopfnuss
Solidaritätsaktion gegen Bielefeld !

- Gegen unberechtigte Stadionverbote -
- Gegen die Vergabepraktiken für bundesweite Stadionverbote -

Hallo Eintrachtfans,

Besonders in der letzten Zeit (Schalke & Köln), doch auch schon in der Vergangenheit (Ahlen), kam es bekanntlich zu, teilweise sehr zweifelhaften, Stadionverboten gegen Mitglieder der Eintracht Fanszene. Damit werden, zum Großteil 15 – 22 jährige, junge Eintracht Fans mitunter für die nächsten 5,5 Jahre willkürlich ausgesperrt. Insbesondere diese Leute waren es, die in mühevoller Arbeit die letzten großartigen Choreographien gegen Bielefeld und beim Pokalendspiel in Berlin vorbereitet haben, für die unsere Fanszene ein weiteres Mal Respekt in ganz Deutschland erntete.
Natürlich muss man sich eingestehen, dass auch Leute zu Recht mit einem Stadionverbot belegt wurden,hier stellt sich jedoch die Frage der Verhältnismäßigkeit in Bezug auf die Länge des Stadionverbotes.
Außerdem liegt das Problem in den Vergabepraktiken für bundesweite Stadionverbote.
Ein Stadionverbot erteilt der gastgebende Verein bereits bei der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens.
Solch ein Verfahren kann sich lange Zeit hinziehen, und selbst wenn es mit der Einstellung endet, wird das Stadionverbot nicht zwangsläufig aufgehoben, im aktuellen Fall weigert man sich sogar, tadionverbote aufzuheben, obwohl die zugehörigen Verfahren nach Paragraphen eingestellt wurden, die, laut Richtlinien, zu einer Aufhebung verpflichten.

Ein, von Ultras Frankfurt erarbeitetes Bewährungssystem, welches, u.a., gemeinnützige Arbeiten, beispielsweise am Riederwald, vorsah, wurde bereits der Eintracht Frankfurt Fußball AG im Jahre 2005 vorgelegt, jene versprach, damit bei der DFL vorzusprechen, das Konzept geriet dort aber scheinbar doch so schnell wieder in Vergessenheit, das man nie wieder etwas zu diesem Thema hörte. Das erarbeitete Konzept kann unter www.uf-jugend.de nachgelesen werden!

Insbesondere angeregt durch viele Stimmen im offiziellen Eintrachtforum, welche Aktionen gegen diese Ungerechtigkeiten forderten, möchten die Ultras Frankfurt an dieser Stelle alle Eintracht Fans dazu aufrufen, das Stadion gegen Arminia Bielefeld die ersten 45 Minuten des Spiels nicht zu betreten, und die 1.Halbzeit draußen mit den Stadionverbotlern zu verbringen.

Natürlich soll niemand gezwungen werden, dem Aufruf zu folgen, allerdings hoffen wir auf eine rege Beteiligung der gesamten Fanszene, als ein Zeichen des Zusammenhalts und der Solidarität, und als ein Zeichen gegen die immer heftiger werdenden Repressionen, von Verband und Polizei, gegenüber Fans, mit denen nicht nur Ultras Frankfurt zu kämpfen hat, sondern ultraorientierte und normale Fussballfans überall.

Für die ersten 45 Minuten des Spiels am 11.11.2006 gegen Arminia Bielefeld ist ein gesammelter Treffpunkt vor der Wintersporthalle, sowie am Parkplatz Gleisdreieck vorgesehen.
Vor allem möchten wir den Sektor 40B frei halten, um damit zu symbolisieren, dass der Kurve durch Stadionverbote und Repressionen das Herz herausgerissen wird. Alle Fans in der Nordwestkurve bitten wir also, dass sie, wenn sie das Spiel verfolgen möchten, zumindest auf die benachbarten Blöcke ausweichen.

Wir freuen uns auch über jeden anderen, egal ob Oberrang, Gegentribüne, Ostkurve oder Haupttribüne, der sich der Aktion anschließen möchte, und zusammen mit uns die 1.Halbzeit vor dem Stadion verbringt.

In der 2.Halbzeit soll dann selbstverständlich versucht werden, der Mannschaft die Unterstützung zu geben, so dass man auch dort den Unterschied bemerkt.

Sinn und Zweck dieser Aktion soll nicht sein, die Mannschaft in irgendeiner Form „im Stich“ zu lassen, sondern die Probleme mit denen wir alle Wochenende für Wochenende zu kämpfen haben, durch diese Form des Protestes aufzuzeigen.
Wenn es solche Aktionen nicht gibt, bzw. diese keine Resonanz finden, wird die Stimmung langfristig leiden, was der Mannschaft mehr schaden wird, als 45 Minuten gegen Bielefeld vor einer spärlich gefüllten Kurve.

Wir möchten mit diesem Protest auch dem Vorstand der Eintracht Frankfurt Fussball AG signalisieren, dass es notwendig ist, sich für die Fans einzusetzen.
Diese Unterstützung hat auch in der Vergangenheit (Stichwort: Vorfälle nach dem Aufstiegsspiel gegen Burghausen!) oft gefehlt, obwohl immer wieder betont wurde, wie toll und wichtig die Fans seien.
Wir fordern die Eintracht Frankfurt Fussball AG auf, sich nicht weiter hinter den DFL-Richtlinien zu verstecken!
Fans sind kein unmündiges Stimmungsvieh!

Wir werden auch die Mannschaft über die geplante Aktion informieren und hoffen auf Verständnis!

Gemeinsam gegen willkürliche Stadionverbote und Repressionen!!

Ultras Frankfurt 1997
kopfnuss
Stellungnahme der Fanbeauftragten und des Vorstandes der Eintracht Frankfurt Fußball AG

Pressemitteilung der Ultras Frankfurt UF’97 vom 30.10.2006 und Aufruf zur Solidaritätsaktion beim Spiel Eintracht Frankfurt gegen Arminia Bielefeld am 11. November 2006
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Hierzu nehmen die Fan-Beauftragten und der Vorstand der Eintracht Frankfurt Fußball AG wie folgt Stellung:
Unsere Fans waren und sind uns wichtig!

In der Vergangenheit, wenn Vorfälle bei Auswärtsspielen zu Stadionverboten führten, haben wir uns auf Anfrage der Betroffenen sehr wohl eingeschaltet.

Beispiel: Stadionverbote in Ahlen
Hier hat unser Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen vor Ort mit dem zuständigen Polizeiführer über die Vorfälle und die Rechtmäßigkeit der Stadionverbote diskutiert (11 konkrete Beschwerdebriefe von Eintracht-Fans). Aufgrund des vorgelegten Videomaterials musste allerdings anerkannt werden, dass die Stadionverbote zu Recht ausgesprochen wurden. In einem Fall konnte eine Aufhebung des Stadionverbots allerdings erreicht werden.

In den regelmäßig stattfindenden Sitzungen zwischen Fanvertretern und der Eintracht Frankfurt Fußball AG während der letzten 16 Monate haben wir die Beteiligten wiederholt und eindringlich auf die bei bestimmten Verhaltensmustern vor allem im Rahmen von Auswärtsspielreisen aufkommenden Gefahren und die erheblichen Risiken von Stadionverboten, aber auch von strafrechtlichen Ermittlungen oder gar Verurteilungen für die persönliche Entwicklung eines jeden einzelnen hingewiesen. Diese Gesprächsrunden waren stets von einem schonungslos offenen Dialog, aber auch von aufkommendem gegenseitigem Vertrauen geprägt.

Wenn die Ultras mit ihrem Plakat während des Nürnberg-Spiels dem Vorstand Verrat vorwerfen, ist dies schlicht die Unwahrheit und grenzt fast schon an Verleumdung.

Vorfall Schalke 04 am 12. August 2006

In Gelsenkirchen wurde der Fahrer eines Fanbusses gezwungen, an der Gaststätte des Schalker Fanclubverbandes anzuhalten. Ein Teil der Busteilnehmer verließ den Bus, stürmte die Gaststätte und beging Sachbeschädigungen und Körperverletzungen. Der Bus wurde daraufhin von der Polizei gestoppt und es erfolgte eine Aufnahme der Personalien. Dabei wurde auch festgestellt, dass eben dieser Bus bereits bei der Anfahrt nach Gelsenkirchen an einer Rasstätte aufgefallen war und es zu einer Personalienfeststellung kam. Mit Ausnahme von acht Mitfahrern, für die der Busfahrer aussagen konnte, dass sie den Bus nicht verlassen hatten, wurde seitens Schalke 04 für die übrigen Personen ein bundesweites Stadionverbot über 5 Spielzeiten erteilt.

In einem umgehend anberaumten Meeting zwischen Fanvertretern und der Eintracht Frankfurt Fußball AG wurde vereinbart, dass sich weitere von den Stadionverboten betroffene Personen, die jedoch ebenfalls an den Handlungen nicht unmittelbar beteiligt, sondern ganz bewusst im Bus verblieben waren, bei der Fanbetreuung von Eintracht Frankfurt melden sollten. Auch wurde zugesagt, dass Eintracht Frankfurt sich in diesen Fällen gemeinsam mit der Polizei Frankfurt um eine Aufhebung der Stadionverbote durch Schalke 04 bemühen werde. Gemeldet hingegen haben sich nur zwei Personen. Es ist für uns aber unmöglich, für unschuldig mit Stadionverbot belegte Personen einzutreten, wenn diese nicht an uns herantreten.
Wir können verstehen, dass die unbeteiligt gebliebenen Ultras ihr Gruppenideal der Solidarität nicht verletzen und die Täter nicht benennen bzw. von den Unschuldigen trennen wollten. Dies machte das Verfahren zur Feststellung der im Bus verblieben Personen allerdings langwierig.

Nach Abschluss der Ermittlungen seitens der Polizei wurde nunmehr für 20 Personen die Aufhebung des Stadionverbotes bei der Polizei Gelsenkirchen beantragt. Die Eintracht Frankfurt Fußball AG bemühte sich von Anfang an, diese Verfahren im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu beschleunigen und wird auch weiterhin solange Einfluss darauf nehmen, bis die Stadionverbote für diesen Personenkreis komplett zurückgenommen sind.

Festzustellen bleibt allerdings, dass der Auslöser dieser Aktion ein rechtswidriges Verhalten unserer Anhänger war. Solche Taten und Verhaltensweisen lehnen wir rundherum ab. Gleiches sollten auch ALLE Anhänger von Eintracht Frankfurt tun.

Jedoch werden wir uns, nachdem die anhängigen Strafverfahren abgeschlossen sind, dafür einsetzen, dass das Stadionverbot von 5 Jahren, welches auch wir als zu hoch ansehen, für alle einzelnen Betroffenen mit dem Ziel einer individuellen Reduzierung durch Schalke 04 überprüft wird.

Ligaspiel in Köln im März 2006

Zum Stadionverbot für über 30 Personen nach den Vorfällen in der Kölner Innenstadt ist folgendes mitzuteilen:

Eine größere Gruppe von Eintrachtanhängern verließ bei Ankunft des Zuges den Bahnhof Deutz, um sich in die Innenstadt zu begeben. Dort wurden Passanten belästigt und Sachbeschädigungen begangen. Eine Gruppe von ca. 40 Personen wurde daraufhin von der Polizei in Gewahrsam genommen. Diesen wurde wegen Sachbeschädigung und gemeinsamen Landfriedensbruch seitens des 1. FC Köln Stadionverbot erteilt.

Nachdem einige wenige der beteiligten Personen sich an unsere Fanbetreuung gewandt haben und eine Tatbeteiligung bestritten, nahm der Fanbeauftragte Kontakt zu seinem Kollegen in Köln auf. Dieser machte die Zusage, jedes Stadionverbot sofort zurückzunehmen, wenn die entsprechende Einstellung nach §170 StPO vorliegt. Dem entsprechenden Personenkreis gegenüber wurde kommuniziert, uns eine Einstellung des Ermittlungsverfahrens umgehend zukommen zu lassen, so dass die Aufhebung des Stadionverbotes durch uns beantragt werden kann. Bis zum heutigen Tage liegt uns, im Gegensatz zu den Behauptungen der Ultras, nicht eine einzige Einstellung vor!

Jedoch wurde uns jetzt, am 07.11.2006, seitens der Polizei mitgeteilt, dass die Staatsanwaltschaft in Köln die meisten der Verfahren nunmehr eingestellt habe. Der Sicherheitsbeauftragte des 1. FC Köln wird die entsprechenden Stadionverbote Anfang nächster Woche aufheben, wenn ihm die Einstellungsbescheide von der Staatsanwaltschaft übergeben wurden. Ungeachtet dessen werden aber weitere Verfahren gegen jene Personen anhängig bleiben, denen Rechtsverstöße nachgewiesen wurden! Diese Stadionverbote werden nicht aufgehoben. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, das dies auch das Ergebnis unserer kontinuierlichen Intervention ist und nicht das Ergebnis irgendwelcher Protestaktionen.

Konzept „Stadionverbot auf Bewährung“

Das von den Ultras vorgelegte Konzept geht davon aus, dass die Eintracht Frankfurt Fußball AG von ihrem Hausrecht Gebrauch machen solle, um Personen, denen von anderen Vereinen Stadionverbote erteilt wurden, den Besuch von Heimspielen möglich zu machen. Dies abhängig nach Schwere und Hintergrund der Tat, sowie sozialer Perspektive des Beschuldigten.

Die Fanbeauftragten der Profivereine der Fußball-Bundesligen beschäftigen sich seit Jahren mit Verbesserungen der Stadionverbotsrichtlinien und selbstverständlich wurde das von den Ultras vorgelegte Konzept in die Diskussion eingebracht. Am 01.05.2006 trat eine geänderte Fassung der Stadionverbotsrichtlinien in Kraft. In diesen wird zumindest die Möglichkeit einer„Bewährung“ für Stadionverbote eröffnet. Dies wird in Frankfurt auch praktiziert.

Bei Stadionverboten, die bei Auswärtsspielen ausgesprochen werden, sind unsere Einflussmöglichkeiten aber beschränkt. Wie im Fall Ahlen durch den Vorstandsvorsitzenden von Eintracht Frankfurt Fußball AG geschehen, können wir persönlich vor Ort Gespräche führen, und durch die bestehenden Kontakte zwischen Fan- und Sicherheitsbeauftragten versuchen wir, wo dies geboten erscheint, uns positiv im Sinne betroffener Eintracht Fans einzusetzen. In laufende polizeiliche Ermittlungen können wir hingegen nicht eingreifen.

Im Rahmen des Lizenzierungsverfahrens verpflichtet sich die Eintracht Frankfurt Fußball AG, die gegenseitig ausgesprochenen Stadionverbote zu akzeptieren. Deshalb ist es uns auch nicht möglich, bundesweite Stadionverbote lokal für Heimspiele zu reduzieren oder auszusetzen.

Wenn es zu einer Einstellung des Verfahrens kommt, dann sollte ein Betroffener grundsätzlich den ausstellenden Verein anschreiben und mit entsprechender Begründung versehen auf Rücknahme des Stadionverbots bestehen. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, nach Ablauf der Hälfte des Stadionsverbots um eine Bewährung ebenfalls bei dem ausstellenden Verein zu bitten.

Stadionverbote Eintracht Fans/ Stadionverbote in Frankfurt

Gegen Frankfurter Fans sind derzeit 153 Stadionverbote bundesweit ausgesprochen (Stand 01.10.06). Von den 153 Stadionverboten sind nur 7 durch Eintracht Frankfurt ausgesprochen worden.

Wir glauben, dass die von uns gehandhabte Vorgehensweise, wie mit Einsprüchen gegen ausgesprochene Stadionverbote umgegangen wird, als fair angesehen werden kann. Seit Inkrafttreten der DFB/DFL Richtlinie zur einheitlichen Festsetzung von Stadionverboten vom 01.05.2006, hat unser Sicherheitsbeauftragter, Oliver Lerch, 2 Bewährungen für Fans ausgesprochen. Eine dritte mögliche Bewährung wurde durch das wiederholte Fehlverhalten des Betroffenen vereitelt. Für den Juni 2007 steht eine weitere Bewährung für einen Frankfurt Fan an, der dann bereits die Hälfte des Stadionverbots hinter sich hat.

Wir haben für Freitag, den 10. November 2006, eine Zusammenkunft des Fanbeirats von Eintracht Frankfurt anberaumt, in der wir die oben angesprochenen Themen weiter vertiefen wollen.

Wir halten hier aber noch einmal fest: Gewalt gehört nicht zu Eintracht Frankfurt. Wir appellieren an alle Eintracht Fans, einen Beitrag zum vernünftigen, gewaltfreien Umgang aus den eigenen Reihen zu leisten, damit nach Heim- und Auswärtsspielen ein friedliches Bild unserer Eintracht und der Stadt Frankfurt zurückbleibt.

Im Rahmen unserer Möglichkeiten werden wir uns auch weiterhin bei Auswärtsspielen für unschuldig oder zu hart bestrafte Fans einsetzen, wenn diese überhaupt mit uns Kontakt aufnehmen und wir von der Darstellung des Betreffenden überzeugt sind.

Der von den Ultras angekündigte Boykott beim bevorstehenden Spiel gegen Arminia Bielefeld trifft die Mannschaft. Und das gerade in einer Phase, in der sie sich mit den Spielen in der Bundesliga, UEFA-Cup und im DFB-Pokal mit viel Energieaufwand bewährt. Deshalb hoffen wir, dass ALLE Fans im ganzen Stadion unsere Mannschaft von Anbeginn voll unterstützen. Damit leisten sie, wie in der Vergangenheit, ihren Beitrag, der unserer Mannschaft hilft, das Ziel „Klassenerhalt“ abermals zu erreichen.

Dem Ziel der Ultras, Aufmerksamkeit beim DFB und der DFL hinsichtlich der Stadionverbote zu erreichen, wird eine solche Aktion nicht nachhaltig dienen. Die bisherigen Protestaktionen richteten sich gegen den Vorstand der AG. Mit dem Aufruf der Ultras zum Spielboykott schadet diese Gruppe eindeutig der Mannschaft von Eintracht Frankfurt.

Wir hoffen daher, dass sich unsere Eintracht Fans von diesem Vorhaben der Ultras distanzieren und an dem Boykott nicht teilnehmen.

Eintracht Frankfurt Fußball AG

Andreas Hornung
Heiko Beeck
Rudi Köhler
Fanbeauftragter
Mitglied des Vorstandes
Fanbeauftragter

PS: Für Rückfragen stehen die Unterzeichner zur Verfügung

Quelle: www.eintracht.de
kopfnuss
Antwort zur Gegendarstellung der Eintracht Frankfurt Fussball AG zum Solidaritätsaufruf:

Die Eintracht Frankfurt Fussball AG, in Form der Fanbetreuung und Herrn Beeck, fordert dazu auf, die geplante Solidaritätsaktion der Fanszene gegen unberechtigte Stadionverbote und die Vergabepraktiken für bundesweite Stadionverbote, nicht zu unterstützen.
Es heißt dort wörtlich, dass „unsere Eintrachtfans“ sich vom „Vorhaben der Ultras“ distanzieren mögen.
Die geplante Solidaritätsaktion ist aber mitnichten nur eine Aktion von Ultras Frankfurt, sondern der Anstoß dazu kam vielmehr von Fanclubs, Einzelpersonen und im offiziellen Forum von Eintracht Frankfurt.
Die Eintracht Frankfurt Fussball AG versucht damit offenbar, die Fanszene zu spalten, vor allem, da ja auch das Fansprechergremium eine ähnlichlautende Mitteilung herausgab.

Auch der pathetische Hinweis, die Mannschaft brauche die Unterstützung unbedingt, ist fehl am Platz. Wer sich ernsthaft Gedanken über die Situation macht, kommt zu dem Schluss, dass es darum geht die bisher so hochgelobte Stimmung in Frankfurt auf lange Zeit zu wahren und einem Aussterben der Fankultur entgegenzutreten, wozu Proteste gegen die aktuellen Vergabepraktiken für Stadionverbote unabdingbar sind.
Fakt ist, dass durch die, in ihre Ausmaßen vollkommen unangemessene, Vergabepraktik von Stadionverboten der Fankultur extremer Schaden zugefügt wird, was auf lange Sicht der Mannschaft und dem Verein wesentlich mehr schaden wird, als die 45 Minuten im Spiel gegen Bielefeld am Samstag.


Zum Einsatz der AG bezüglich Stadionverboten/Unterstützung der Fans:

Die Behauptung, so gut wie alle in Ahlen verhängten Stadionverbote seien gerechtfertigt, ist irrsinnig, wenn man den Polizeieinsatz bei diesem Spiel berücksichtigt.

Ebenso ist es abstrus, im konkreten Fall Schalke, zu behaupten, ein Busfahrer könne bei 50 Mitfahrern genau einordnen, wann, wo und zu welchem Zwecke eine Person den Bus verlassen habe.

Zum Beispiel Köln ist nur zu sagen, dass die Einstellungen der Ermittlungsverfahren bereits seit einiger Zeit feststehen, die dortige Staatsanwaltschaft die Bescheide allerdings noch nicht zugesendet hatte, da diese anscheinend erst noch der Polizei übermittelt wurden.
Auch müssen Einstellungsbescheide in keinster Weise bei der Fanbetreuung von Eintracht Frankfurt vorgelegt werden, sondern beim zuständigen Bearbeiter beim 1.FC Köln.
Dies wird in der Stellungnahme der Eintracht Frankfurt Fussball AG ja auch erneut unterstrichen, die Aufforderung zur Einstellung erging definitiv seitens der Betroffenen an den 1.FC Köln, dort wurde aber erstmal, mit Hinweis auf anderslautende Gerichtsurteile, verzögert.

Die angekündigte Aufhebung der Stadionverbote einzig und allein als Verdienst der Fanbetreuung zu nennen, entbehrt jedweder Grundlage, da sich die Betroffenen, entgegen den Behauptungen in der Mitteilung von Eintracht Frankfurt, auch mit juristischem Beistand, fortwährend um eine Aufhebung bemühten.

Wenn einzelne Betroffene sich allerdings an die Fanbetreuung von Eintracht Frankfurt wendeten, kam keinerlei Resonanz, so dass man nun, auch aus den Erfahrungen der Vergangenheit, eben „auf eigene Faust“ weiter agierte.
Der Vorwurf der Untätigkeit der Betroffenen ist also schlicht und einfach eine Unwahrheit.

Interessanterweise geht man in der Stellungnahme aber nicht auf das Beispiel Burghausen ein, welches ebenso in der Mitteilung von Ultras Frankfurt zu finden war.

Zum Bewährungssystem:

Die neuerdings in den Richtlinien enthaltene Möglichkeit einer Bewährung, welche aktuell aber in nur sehr wenigen Fällen Anwendung findet, ist nur ein kleiner Schritt zur Verbesserung der Richtlinien.
Das von Ultras Frankfurt ausgearbeiteten Konzept ist aber weitaus tiefgreifender und enthält vielfältige Optionen, dieses Konzept damit abzutun, man habe ja jetzt die Möglichkeit nach der Hälfte der Zeit eine Bewährung zu erhalten, wird der Sache nicht gerecht, schließlich beträgt diese Zeit auch teilweise annähernd 3 Jahre.
An dieser Stelle darf die Bemühung um gerechtere Vergabepraktiken für Stadionverbote also definitiv nicht enden!

Allgemein:

Dass die Eintracht Frankfurt Fussball AG jetzt plötzlich die Aufhebung einiger Stadionverbote ankündigt und sich zur Problematik äußert, ist durchaus interessant, und zeigt, dass die angekündigte Solidaritätsaktion bereits jetzt schon Wirkung erzielt.

Die Problematik der Stadionverbote ist allerdings nicht einzig und allein an den genannten Beispielen festzumachen.
Durch die aktuellen Vergabepraktiken für Stadionverbote, gegen die wir protestieren möchten, droht jederzeit die Gefahr weiterer unberechtigter Stadionverbote!
Daher ist es, selbst wenn es in der nächsten Zeit zu der Aufhebung einiger unberechtigter Stadionverbote kommt, immer noch wichtig, den Protest durchzuziehen.

Die anberaumte Fanvertreterversammlung wird von Ultras Frankfurt nicht besucht werden, da die Vorgehensweise der AG/Fanbetreuung, uns erst massiv anzugreifen und dann aber umgehend Gespräche zu wünschen, kein guter Stil ist.
Wir sind aber sehr gerne dazu bereit, nach dem Boykott am Samstag die Gespräche mit dem Vorstand der Eintracht Frankfurt Fussball AG aufzunehmen.

Traurig ist auch, dass man scheinbar so wenig kritikfähig ist, dass am letzten Spieltag bereits Ordner in den Block geschickt wurden, um (möglicherweise unliebsame) Spruchbänder zu beschlagnahmen, was zumindest vermuten lässt, dass derartiges auch am Samstag geschehen kann.

Wir rufen alle Fans von Eintracht Frankfurt, denen etwas an der lebendigen und mündigen Frankfurter Fankultur, die sich in den letzten 10 Jahren hier entwickelt hat, liegt, dazu auf, nun erst recht an der anberaumten Solidaritätsaktion teilzunehmen, um mit verstärktem Zusammenhalt zu demonstrieren, dass die, scheinbar erhoffte, Spaltung der Fanszene nicht eintreten wird.

GEGEN UNBERECHTIGTE STADIONVERBOTE!
GEGEN DIE VERGABEPRAKTIKEN FÜR BUNDESWEITE STADIONVERBOTE!
GEGEN REPRESSION VON VERBAND UND POLIZEI!
GEMEINSAM FÜR FRANKFURT!
MrBonde
Ich frage mich, warum man das alles so über "Stellungnahmen" regeln muss. Ausserdem leuchtet das Argument, dass nur 7 SV tatsächlich von Frankfurt selbst ausgestellt wurden, schon ein. Der Protest richtet sich an die Falschen, fürchte ich.
kopfnuss
http://bilder.nw-news.de/sg_eintracht_fr...577/122577.html

Erste Fotos von der Protestaktion.

Im Sportstudio wurde es auch kurz erwähnt. O-Ton : "... aus Protest gegen ihrer Meinung nach willkürliche Stadionverbote blieben viele Anhänger dem Spiel zunächst fern "
SVW-Stephan
Erst den Gesprächspartner (Vorstand) öffentlich des Verrats bezichtigen und nachher mimosenhaft das Gesprächsangebot der AG ausschlagen, weil die angeblich einen schlechten Stil pflegt. Alles klar!
Wenn man die "Antwort zur Gegendarstellung" liest, scheint den UFs, angesichts des (vor allem im Kontrast zu anderen Clubs) recht respektablen Einsatzes von Eintracht Frankfurt für seine Fans, auch ein wenig die Munition auszugehen.