Suffältester
Affenlaute und Hakenkreuze
Neue Studie zu Gewalt und Rassismus in deutschen Fußballstadien
Sie pöbeln, schlagen und beleidigen: Hooligans missbrauchen Fußballstadien als Plattform und diffamieren ausländische Spieler und Gäste. Die neue Studie des Bundesinstituts für Sportwissenschaft präsentiert die aktuellsten Erkenntnisse zum Thema "Sport und Gewalt".
12.10.2006
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THEMA
Thema
BundesligaDer Ball ist rund, und das Spiel dauert 90 Minuten. Die Regeln des Fußballs sind einfach. Und doch ist für die Hooligans der Fußballszene meistens Gewalt mit dem Spiel um Tore und Punkte verbunden. Denn der "harte" Kern der Fans holt sich seinen Kick vom Kick durch Brutalität und Schmähungen.
Bildquelle dpaGerald Asamoah Rassisten sind lauter
Gerald Asamoah lächelte nach dem Spiel tapfer weiter, obwohl ihm wohl kaum danach zumute war. Immerhin hatte der Fußballer mit Schalke 04 im September einen veritablen 9:1 (5:0)-Sieg bei der Reserve des Zweitligisten Hansa Rostock hingelegt. Dennoch war der aus Ghana stammende Nationalspieler mit Urwaldgeräuschen und Schmährufen von der Fan-Tribüne beleidigt worden. Über 3500 Fans waren im Stadion, aber die Minderheit der Rassisten machte sich mal wieder auffallend bemerkbar. Der Fall Asamoah ist symptomatisch für die Struktur deutscher Fankurven.
Die Studie "Die Wandlungen des Zuschauerverhaltens im Profifußball - Notwendigkeiten, Möglichkeiten und Grenzen gesellschaftlicher Reaktion" beschäftigt sich mit vergleichbaren Vorfällen, wie den Rostocker Urwaldimmitaten gegen einen dunkelhäutigen Fußballspieler. Rassismus und Gewalt sind ein virulentes Thema in der deutschen Fußballwelt. Nun möchte das Institut für Sportwissenschaft an der Universität Hannover in seiner Studie unter der Leitung von Professor Gunter Pilz Ursachen und Handhabung des Problems aufzeigen.
Bildquelle dpaEnttäuschte Fans "Fan-Papst" betreibt Ursachenforschung
Für Pilz ist der Fan schon lange kein unbekanntes Wesen mehr: Seit über 20 Jahren beobachtet und durchleuchtet er Fußballfans in und außerhalb der Stadien: Professor Gunter Pilz ist so etwas wie der "Fan-Papst" der Republik, seit er 1980 im Auftrag des Bundesinnenministeriums ein Gutachten zum Thema "Sport und Gewalt" anfertigte, in dem zunächst nur das Verhalten von Sportlern und Funktionären untersucht werden sollte. Professor Pilz arbeitet seit Jahren am Hannopverschen Institut für Sportwissenschaft und wird die Ergebnisse seiner aktuellen Studie heute in Berlin auf einer Pressekonferenz des Bundesinstituts für Sportwissenschaft präsentieren.
Die Studie beschäftigt sich eingehend mit der "Ultraszene in Deutschland", einem hartgesottenen Teil der Fußballfans, die ihren Verein durch "tatkräftige" Unterstützung in den Stadien unter die Arme greifen will. Ultras sind das Sprachrohr vieler Fankurven und für Polizei und Ordnungskräfte in und um die Stadien ein großes Problem. Dabei ist die Gewaltbereitschaft dieser Fans im Osten größer als im Westen. Ultras sind jedoch keine Hooligans. Feindbilder der Ultras sind weniger Ausländer, als vielmehr die Polizei, die Medien und sogar die großen Fußballverbände.
"Fan-Chartas" und Konfliktmanager
Die Studie von Professor Pilz zeigt klare Handlungsempfehlungen auf, wie mit solchen Fanstrukturen verfahren werden muss. Dabei sollen Mitglieder solcher Gruppen zu einem selbstkritischen Verhalten animiert werden. Doch auch die Medien, Verbände und nicht zuletzt die Polizei können dazu beitragen, solche Fans nicht weiter als Problemgruppe zu isolieren und sich selbst zu überlassen. "Fan-Chartas" und polizeiliche Konfliktmanager spielen in den Lösungsvorschlägen der Studie immer wieder eine große Rolle- also eher "Hilfe zur Selbsthilfe" als einfaches Verurteilen und Verhaften.
Fan-Randale bei einem Fußballspiel
Zur Lösung von Gewalt- und Rassismusproblemen im deutschen Fußball gibt es offensichtlich viele Ansatzpunkte: Fanbetreuer auf der einen, "szenekundige" Polizeibeamte auf der anderen Seite. Auch hier möchte die Studie Lösungen aufzeigen und Hilfestellung zu einer konkreten Zusammenarbeit liefern. So möchte man die Entwicklung von agressiven Fanstrukturen mit präventivem Mitteln von verschiedenen Seiten vermeiden und eine Zusammenarbeit von Polizei und Fanprojekten verstärken.
Vom Stadion auf die Straße
Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus auf den Zuschauerrängen der Stadien haben zwar in den letzten Jahren abgenommen, sind jedoch noch lange nicht verschwunden. Problematisch ist vielmehr, dass Schmähparolen, Hakenkreuze und tätliche Übergriffe nicht mehr so häufig im Stadion, sondern auf den An- und Abfahrtswegen der Fans anzutreffen sind. Wer sich wegen der jüngsten Verurteilung von Hassparolen nicht mehr traut, seinen negativen Gefühlen im Stadion freien Lauf zu lassen, der verlagert sich eben auf Bus, Bahn und Straße.
Mehr Informationen
Neue Maßnahmen gegen Rassismus
Fürs ganze Leben geschlagen
FIFA sagt Rassismus den Kampf an
Bundesligaspiele sind auch keine lohnende Plattform mehr für Hetzer und Fremdenhasser. Vielmehr verlagerte sich das Problem auf die Spielfelder der unteren Ligen. Bei solchen Spielen gibt es weniger Öffentlichkeit und Medienpräsenz - ist also die Gefahr vor Entdeckung nicht so groß. Dennoch erreichen diese Botschaften viele Fans. Rassismus und Feindparolen werden zunehmend "versteckt" und subtil geäußert.
THEMA
Thema
Elf Freunde - Fußballkultur in DeutschlandDoch nicht nur ausländische Spieler und Besucher sind Opfer diffamierender Parolen. Schwulenfeindlichkeit und Sexismus sind nach den aktuellen Studienergebnissen ein großes Problem, das kontinuierlich anwächst. Gegen beide Phänomene möchten Professor Pilz und die anderen an der Studie beteiligten Wissenschaftler Konzepte präsentieren und umsetzen. Gegenstrategien und Selbstregulierungsmechanismen müssen besser ineinandergreifen, um küntig die Fußballstadien nicht mehr zu einer Plattform von Fremdenhass und Diffamierung verkommen zu lassen.
Quelle: ZDFheute.de
Neue Studie zu Gewalt und Rassismus in deutschen Fußballstadien
Sie pöbeln, schlagen und beleidigen: Hooligans missbrauchen Fußballstadien als Plattform und diffamieren ausländische Spieler und Gäste. Die neue Studie des Bundesinstituts für Sportwissenschaft präsentiert die aktuellsten Erkenntnisse zum Thema "Sport und Gewalt".
12.10.2006
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Bildquelle dpaGerald Asamoah Rassisten sind lauter
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Die Studie beschäftigt sich eingehend mit der "Ultraszene in Deutschland", einem hartgesottenen Teil der Fußballfans, die ihren Verein durch "tatkräftige" Unterstützung in den Stadien unter die Arme greifen will. Ultras sind das Sprachrohr vieler Fankurven und für Polizei und Ordnungskräfte in und um die Stadien ein großes Problem. Dabei ist die Gewaltbereitschaft dieser Fans im Osten größer als im Westen. Ultras sind jedoch keine Hooligans. Feindbilder der Ultras sind weniger Ausländer, als vielmehr die Polizei, die Medien und sogar die großen Fußballverbände.
"Fan-Chartas" und Konfliktmanager
Die Studie von Professor Pilz zeigt klare Handlungsempfehlungen auf, wie mit solchen Fanstrukturen verfahren werden muss. Dabei sollen Mitglieder solcher Gruppen zu einem selbstkritischen Verhalten animiert werden. Doch auch die Medien, Verbände und nicht zuletzt die Polizei können dazu beitragen, solche Fans nicht weiter als Problemgruppe zu isolieren und sich selbst zu überlassen. "Fan-Chartas" und polizeiliche Konfliktmanager spielen in den Lösungsvorschlägen der Studie immer wieder eine große Rolle- also eher "Hilfe zur Selbsthilfe" als einfaches Verurteilen und Verhaften.
Fan-Randale bei einem Fußballspiel
Zur Lösung von Gewalt- und Rassismusproblemen im deutschen Fußball gibt es offensichtlich viele Ansatzpunkte: Fanbetreuer auf der einen, "szenekundige" Polizeibeamte auf der anderen Seite. Auch hier möchte die Studie Lösungen aufzeigen und Hilfestellung zu einer konkreten Zusammenarbeit liefern. So möchte man die Entwicklung von agressiven Fanstrukturen mit präventivem Mitteln von verschiedenen Seiten vermeiden und eine Zusammenarbeit von Polizei und Fanprojekten verstärken.
Vom Stadion auf die Straße
Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus auf den Zuschauerrängen der Stadien haben zwar in den letzten Jahren abgenommen, sind jedoch noch lange nicht verschwunden. Problematisch ist vielmehr, dass Schmähparolen, Hakenkreuze und tätliche Übergriffe nicht mehr so häufig im Stadion, sondern auf den An- und Abfahrtswegen der Fans anzutreffen sind. Wer sich wegen der jüngsten Verurteilung von Hassparolen nicht mehr traut, seinen negativen Gefühlen im Stadion freien Lauf zu lassen, der verlagert sich eben auf Bus, Bahn und Straße.
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Elf Freunde - Fußballkultur in DeutschlandDoch nicht nur ausländische Spieler und Besucher sind Opfer diffamierender Parolen. Schwulenfeindlichkeit und Sexismus sind nach den aktuellen Studienergebnissen ein großes Problem, das kontinuierlich anwächst. Gegen beide Phänomene möchten Professor Pilz und die anderen an der Studie beteiligten Wissenschaftler Konzepte präsentieren und umsetzen. Gegenstrategien und Selbstregulierungsmechanismen müssen besser ineinandergreifen, um küntig die Fußballstadien nicht mehr zu einer Plattform von Fremdenhass und Diffamierung verkommen zu lassen.
Quelle: ZDFheute.de
nee dazu fällt mir echt nix mehr ein. Ich bezweifle, dass Pilz in den letzten 20 jahren oder überhaupt jemals im stadion war oder mit irgendwelchen fans oder noch schlimmer den bösen bösen ultras gesprochen hat...