WM 2006 - Fazit und Resonanz

bastian
So, die WM ist fast vorrüber. Aus deutscher Sicht, gab es gestern einen sehr schönen Abschluss, wie ich finde und heute kann man sehr gelassen das Finale angucken. Die Presse sammelt schon Resonanz und verkündet ihr Fazit. Im Großen und Ganzen alles sehr positiv.

Euer Feedback, Meinungen und (Presse-)Artikel bitte hier rein!

- - -

WM-EINDRÜCKE

"Ich dachte, Ihr hättet keinen Humor"

Zu Gast bei Freunden, die wie ausgewechselt wirken: WM-Reporter aus allen Teilen der Welt nehmen viele neue Eindrücke von Deutschland mit nach Hause. Die Euphorie der Fans hat viele beeindruckt, der fröhliche Fahnen-Patriotismus kam international gut an.

München/Kaltenberg - "Die jungen Leute hier sind ja genauso fußballverrückt wie in Südamerika!" Das Bild von den Deutschen hat sich bei Joseph Castro Tellez grundlegend geändert. Der junge Reporter für TV Costa Rica hat mehrere Wochen lang von München aus über die Fußball-Weltmeisterschaft berichtet. Doch nicht nur das sportliche Ereignis ist bei ihm hängen geblieben: "Es ist bei Euch so sauber und ordentlich - und besonders hat unsere Zuschauer verwundert, wie viele Fahrräder unterwegs sind. Ihr seid doch das Land der Autobahn."

Auch Carol Manana, TV-Moderatorin aus Südafrika, dem Land der nächsten Fußball-WM, kam mit ziemlich festen Vorstellungen nach Deutschland. "Ich dachte, die Leute hier seien sehr kühl und unfreundlich." Besonders wegen ihrer dunklen Hautfarbe sei sie anfangs skeptisch gewesen. Doch die Menschen hätten sie sehr freundlich empfangen. Beeindruckt war sie auch von den riesigen und modernen Stadien und vom gut ausgebauten öffentlichen Transportsystem in Deutschland: "Daran sollten wir uns für 2010 ein Beispiel nehmen."

Wenn er so etwas hört, weiß der Geschäftsführer der Bayern Tourismus GmbH, Richard Adam, dass es gut gelaufen ist. Während der WM organisierte sein Serviceunternehmen deutschlandweit zahlreiche Pressereisen für rund 500 ausländische Journalisten. Die entsprechenden Reportagen seien von hochgerechnet einer Milliarde Menschen im TV gesehen worden, sagte Adam im Interview. Und die vielen Zeitungsberichte und Hörfunkbeiträge seien da noch gar nicht mit drin. Zum Abschluss hat er noch einmal mehrere hundert Journalisten zum größten Ritterturnier der Welt nach Kaltenberg in Oberbayern eingeladen.

Besonders interessiert seien die Reporter aus Asien, Afrika und Südamerika an Geschichten über die Verbindung zwischen Hightech und Tradition gewesen. "Kleinere Geschichten, abseits der Trampelpfade", wie Glasbläser im Bayerischen Wald, Heilkräuteranbau im Allgäu und Besuche bei BMW seien besser angekommen als die üblichen Touristenattraktionen. "Unsere Königsschlösser interessierten die weniger", sagte Adam. Wichtig war ihm, ein rundum positives Bild von Deutschland zu vermitteln.

Beim brasilianischen Radioreporter Adriano Leite ist das gelungen. "Meine Vorstellung von den Deutschen hat sich komplett gewandelt. Ich dachte immer, Ihr seid sehr ernst und hättet keinen Humor. Das ist total falsch", sagte Leite nach mehreren Wochen WM-Aufenthalt in München und Stippvisiten zu den anderen Spielorten.

Ihm gefalle besonders die gelungene Kombination zwischen Alt und Neu, lobte er: "Deutschland hat seine Traditionen bewahrt und ist gleichzeitig sehr modern." Manchmal auch etwas zu modern: "Viele Dinge sind bei Euch automatisiert und dadurch ziemlich kompliziert." Parkautomaten etwa stellten den jungen Brasilianer vor unlösbare Probleme.

Für Manuel Bellon aus Kolumbien war die Reise nach Deutschland fast so etwas wie eine Rückkehr. Vor rund 60 Jahren sind seine Eltern aus Stuttgart in das mittelamerikanische Land ausgewandert. Tränen der Rührung standen ihm in den Augen, als er beschrieb, wie er am Rande einer WM-Partie in Stuttgart durch Bad Cannstatt spaziert ist und sich dachte: "Hier hat meine Mutter als Kind auf der Straße gespielt."

Auch Ulm mit seinem berühmten Münster, die Münchner Altstadt und Heidenheim hat er besucht. Stundenlang ist er herumgelaufen und hat die Eindrücke aufgesogen. "Nächstes Jahr bin ich wieder da", sagte er. Sein TV-Kollege Jhonson Rojas will ebenfalls unbedingt wiederkommen, um mehr Zeit zu haben, dieses "fantastische Land kennen zu lernen".

Genau das wollte Bayerns oberster Tourismusmanager Adam erreichen: Ein überraschendes, frisches Bild von Deutschland, das die Menschen neugierig macht. "Der Effekt, den wir dadurch erzielen können, ist unglaublich", sagte der Geschäftsführer der staatlichen GmbH. "Mit Werbung ließe sich das niemals erreichen."

Nach Ansicht der US-Amerikanerin Susan Mansell bleibt von der WM mehr übrig als Tourismusförderung. Die jüdische Journalistin lebt seit mehreren Jahren in Deutschland, aber so hat sie ihre Wahlheimat noch nie erlebt: "Der Patriotismus ist plötzlich sehr normal geworden. Bislang hatten die Neonazis dieses Thema besetzt. Jetzt sind überall Fahnen zu sehen. Deutschland hat da durch die WM eine sehr wichtige und positive Entwicklung gemacht."

Ulrich Meyer, ddp

Quelle: http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,425742,00.html
Fango
Zitat:
Original von beckspatriot
So, die WM ist fast vorrüber. Aus deutscher Sicht, gab es gestern einen sehr schönen Abschluss, wie ich finde und heute kann man sehr gelassen das Finale angucken.


Sehe ich auch so. Waren gestern echt ein toller Abschluss. Fand die Sache gerade in Berlin auf der Fan-Meile aber auch nochmal richtig geil und einen super Abschluss. Die Sportfeunde Stiller mit 2010 und Schweini mit am Schlagzeug und auch sonst sehr cool.
kopfnuss
Find ich auch super wie alles geklappt hat, das Kommerz- und Repressionskonzept hat vollkommen geklappt ... Städte/Stadien wurde komplett umgebaut, ein unheimlicher Repressionsaparrat aufgebaut und dies alles auf Kosten der Steuerzahler. Und damit dies im Ligaaltag auch so bleibt, bleibt alles einfach erhalten, in der Bildung lassen sich sicher noch ein paar Euro abschöpfen. Naja bleibt nur zu hoffen das die ganzen besoffenen Deutschland Süddels im Ligaaltag erhalten bleiben ... äh ... wegbleiben.
Flomf
Man kann sich ja auch auf die negativen Aspekte konzentrieren...

Für mich ist die WM sowohl sportlich als auch organisationsmäßig ein voller Erfolg gewesen, der unser Image im Ausland sicherlich aufpoliert hat. Nicht auszudenken, wenn tatsächlich Militär und Panzer die Stadien überwacht hätten...
kopfnuss
Zitat:
Original von Flomf
Für mich ist die WM sowohl sportlich als auch organisationsmäßig ein voller Erfolg gewesen, der unser Image im Ausland sicherlich aufpoliert hat.


und damit schön die negativen aspekte/hintergründe mit einem nach aussen hin top image verschleiern.

Zitat:
Original von Flomf
Nicht auszudenken, wenn tatsächlich Militär und Panzer die Stadien überwacht hätten...


war es denn nicht so das kampfjets zur abwehr potenzieller attentäter bereit standen und luftüberwachung durch die bundeswehr aufklärungsflugzeuge stand fand?! und wer weiss ob das militär nicht doch im hintergrund bereitstand um potentielle "störer" aus dem weg zu schaffen. außerdem unterscheiden sich diese "space cowboys" eh nicht mehr viel von militärischen einheiten.
Andree
Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, wenn man die negativen Aspekte auch beachtet. Wie denken eigentlich die Gäste aus dem Ausland über Deutschland, die zufällig in einer Gruppe standen und sich danach im Gewahrsam wieder fanden? Wie denkt der eine Kroate, der von der BFE über das Fanfest gejagt wurde? Nur weil er eine Fackel gezündet hat, was in seinem Land absolute Normalität ist. Wie denken die veruteilten Engländer über Schnellverfahren in einem Rechtsstaat?

Ausserdem wurden die Stadien vom Militär überwacht, nur konnte man das vom Boden aus nicht sehen.
leinaD
Zitat:
Original von Flomf
Man kann sich ja auch auf die negativen Aspekte konzentrieren...

Für mich ist die WM sowohl sportlich als auch organisationsmäßig ein voller Erfolg gewesen, der unser Image im Ausland sicherlich aufpoliert hat. Nicht auszudenken, wenn tatsächlich Militär und Panzer die Stadien überwacht hätten...


ich bin dann z.B. mal gespannt ob du dich dann nicht vlt. in der nächsten saison beschwerst weil die dk preise um nochmals 30 € angehoben werden da es ja genügend KUNDEN gibt die bereit sind den preis zu zahlen. genau das gleiche ist mit der Polizei, wir wehren uns gegen sie aber KUNDEN nicht. und wir richtigen Fans werden mit füßen getreten egal ob mit teueren eintrittsgeldern stadionverboten choreoverboten oder einfach nur willkür wie z.b. Letzte Saison auf Schlake mit Pavel oder Leverkusen. Oder die Saison davor 80 Festnahmen beim Derby in HH.
~Sangue Verde~
Zitat:
Original von Flomf
Man kann sich ja auch auf die negativen Aspekte konzentrieren...

Für mich ist die WM sowohl sportlich als auch organisationsmäßig ein voller Erfolg gewesen, der unser Image im Ausland sicherlich aufpoliert hat. Nicht auszudenken, wenn tatsächlich Militär und Panzer die Stadien überwacht hätten...


Man kann sie auch totschweigen,wa?!

Ich stell dir mal eine Frage.

Meinst du,dass all die,die schlechte Erfahrungen während der WM gemacht haben, in irgendeiner Zeitung Gehör gefunden hätten? Nein!

Meinst du,dass irgendeiner derer, die das Umfeld der WM gelobt haben, mitgekriegt hat, was im Vorfeld für Repressalien ausgeübt wurden? Nein!

Meinst du, dass während der WM alle Gäste von Seiten der deutschen Fans und vor allem der Staatsmacht wie Freunde behandelt wurden? Nein!

Fussballfans sind kein Sicherheitsrisiko. Fussballfans sind keine Versuchskaninchen. Und Fussballfans sind keine Marionetten des Staates, des DFB und der Fifa.

Vielleicht merkst du irgendwann, wie Menschen manipuliert werden, um Event-Kunden heranzuzüchten. Für FANatismus ist in der fussballdeutschen bald Marketingwelt kein Platz mehr. Denk mal drüber nach.

Danke!
Dicht
Ich wüßte nicht, warum man jetzt zwanghaft nach Haaren in der Suppe suchen müßte. Alles in allem ist die WM aus Fansicht super gelaufen. Was sicher in erster Linie an dem umfangreichen Fanbetreuungsprogramm inkl. Public Viewing lag, das wir (BAFF) immer gefordert hatten und das die KOS prima auf die Beine gestellt hat. Und statt den Bullen irgendwelche vielleicht nicht ganz astreinen WM-Vorfälle vorzuhalten, sollte man sie lieber in die Pflicht nehmen, ihre wundersame Verwandlung in zumeist freundliche und faire Gesetzeshüter aus der WM-Zeit in die nächste Saison rüberzuretten. Daß auch Fans ganz anders auf Polizisten reagieren, wenn sie von diesen anständig behandelt werden, haben sie ja nun vier Wochen lang feststellen dürfen. Auch das haben KOS, BAFF und co. vor der WM immer gesagt: Werden die Fans wie Gäste und nicht wie Kriminelle behandelt, werden sie sich auch dementsprechend verhalten.
Fiedel43
Zitat:
Original von Flomf
Nicht auszudenken, wenn tatsächlich Militär und Panzer die Stadien überwacht hätten...


Nie kam einer auf die Idee einen Zug Kampfpanzer vor das Olypiastadions zu stellen - was sollten sie auch bewirken?
Die Forderung aus CDU/CSU-Kreisen Militär einzusetzen bezog sich vornehmlich auf Objektschutzaufgaben. Z.B. Sicherung von Flughäfen.

Zitat:
Original von kopfnuss
war es denn nicht so das kampfjets zur abwehr potenzieller attentäter bereit standen und luftüberwachung durch die bundeswehr aufklärungsflugzeuge stand fand?! und wer weiss ob das militär nicht doch im hintergrund bereitstand um potentielle "störer" aus dem weg zu schaffen. außerdem unterscheiden sich diese "space cowboys" eh nicht mehr viel von militärischen einheiten.


Es gibt sowieso ständig Kampfjets, die in kürzester Zeit am Himmel zu sein haben- das ist also nichts Neues. Und was ist gegen Luftraumüberwachung einzuwenden? Verschandelt das irgendein Bild? Nein! Und dieses "Wer weiss, ob vllt. doch" hat beinahe schon etwas Paranoisdes. Erinnert mich an große Verschwörungstheorien a la "Akte X".
Und welche militärische Einheit ähnelt denn den Space Cowboys? Es gibt nichts Vergleichbares - schon gar nicht in der Größenordnung, außer in der Feldjägertruppe. Und die haben sich um die Probleme innerhalb der Bw zu kümmern.


Insgesamt gesehen war die WM schon ziemlich klasse. Nur ein bischen übertrieben in einigen Bereichen des Sponsorings halt. Aber wenn sich Millionen Menschen freuen und ausländische Gäste (die man im TV sieht (ich weiss- alles Zensur und Meinungsmache) und mit denen ich selber gesprochen habe) sich in Deutschland wohlfühlen, muss es doch im Großen und Ganzen gut gelaufen sein.

Die Folgen für die BuLi- z.B. die steigenden Kartenpreise sind natürlich schon ärgerlich. Daran ist aber der allgemeine Fussballzirkus Europas Schuld. Wer da nicht mitzieht bleibt kurz über lang auf der Strecke- schade.
Flomf
Zitat:
Original von leinaD
Zitat:
Original von Flomf
Man kann sich ja auch auf die negativen Aspekte konzentrieren...

Für mich ist die WM sowohl sportlich als auch organisationsmäßig ein voller Erfolg gewesen, der unser Image im Ausland sicherlich aufpoliert hat. Nicht auszudenken, wenn tatsächlich Militär und Panzer die Stadien überwacht hätten...


ich bin dann z.B. mal gespannt ob du dich dann nicht vlt. in der nächsten saison beschwerst weil die dk preise um nochmals 30 € angehoben werden da es ja genügend KUNDEN gibt die bereit sind den preis zu zahlen. genau das gleiche ist mit der Polizei, wir wehren uns gegen sie aber KUNDEN nicht. und wir richtigen Fans werden mit füßen getreten egal ob mit teueren eintrittsgeldern stadionverboten choreoverboten oder einfach nur willkür wie z.b. Letzte Saison auf Schlake mit Pavel oder Leverkusen. Oder die Saison davor 80 Festnahmen beim Derby in HH.


Weltmeisterschaft ist Weltmeisterschaft, und Bundesliga ist bundesliga. Natürlich sind diese zwei SPortereignisse in der letzten Vergangenheit näher an einander gerückt, trotzdem ist es übertrieben, jetzt gleich den teufel an die Wand zu malen. Obwohl, stimmt kopfnuss, du hast ja Recht: Wenn Werder in HH spielt stehen ja auch immer Kampfjets bereit....
Und bevor ich jetzt wieder als "Kunde", "Eventfan" etc bezeichnet werde: Auch ich hatte schon des öfteren Kontakt zur Polizei (Kartei etc.), ein Freund von mir wurde auf dem Domshof wegen eines Bengalos festgenommen, also das Argument dass ich als "Eventfan" und "Kunde" keine Ahnung von repression und dem (Fehl-)Verhalten der polizei beim Fußball habe zählt also nicht.
~Sangue Verde~
Zitat:
Original von Dicht
Ich wüßte nicht, warum man jetzt zwanghaft nach Haaren in der Suppe suchen müßte. Alles in allem ist die WM aus Fansicht super gelaufen. Was sicher in erster Linie an dem umfangreichen Fanbetreuungsprogramm inkl. Public Viewing lag, das wir (BAFF) immer gefordert hatten und das die KOS prima auf die Beine gestellt hat. Und statt den Bullen irgendwelche vielleicht nicht ganz astreinen WM-Vorfälle vorzuhalten, sollte man sie lieber in die Pflicht nehmen, ihre wundersame Verwandlung in zumeist freundliche und faire Gesetzeshüter aus der WM-Zeit in die nächste Saison rüberzuretten. Daß auch Fans ganz anders auf Polizisten reagieren, wenn sie von diesen anständig behandelt werden, haben sie ja nun vier Wochen lang feststellen dürfen. Auch das haben KOS, BAFF und co. vor der WM immer gesagt: Werden die Fans wie Gäste und nicht wie Kriminelle behandelt, werden sie sich auch dementsprechend verhalten.


Was haben sie denn davon,diese Verwandlung rüberzuretten?
Das Hauptaugenmerk der WM war, ein Szenario zu Gast bei Freunden zu bieten.
Das Hauptaugenmerk in der BuLi kann ich dir nicht sagen, da ich es bis heute nicht verstanden habe. Aber "zu Gast bei Freunden"? In der BuLi? Ähm..Nein.
Maike
Es gibt viel Leute die hätten auch gerne mitgefeiert und sich an der perfekten Welt der WM erfreut.Sie haben mindestens ein jahr auf die überteuerte Karte gespart. Haben am Existenzminimum gegessen, um sich den teuren Flug zu bezahlen. Mussten Arbeitstage von über 15h ertragen um sich ein kleines billiges Hotel leisten zu können. Haben alles getan, um ihre Mannschaft irgendwie zu unterstützen und dabei zu sein.
Sie mussten ihre Karten wieder abgeben, die sich dann irgendwelche reichen Schnösel unter die Finger krallen könnten.
Und warum?
Weil sie keine 30€ pro Tag hatten, um hier die WM zu konsumieren. 30€ die für uns vllt. ein Pappenstiel sind, aber in anderen Ländern mehr als ein Monatsgehalt sind.

"Reiche Gäste zu Gast bei Freunden"
Vielen Dank
Phire
Is schon grauenhaft alles hier, wa.
kai
Finde ich auch, wäre doch viel besser wenn alle Menschen gleich wenig Geld hätten.

Zum eigentlichen Thema:

Fande das sportliche so wie das drumherum der WM ziemlich gut gelungen und glaube Deutschland hat sich als guter Gastgeber präsentiert.

Den ganzen Sponsoring Müll muss man halt ertragen, sonst muss man den Fernseher halt auslassen.

gwg
bastian
Zitat:
Original von Maike
Es gibt viel Leute die hätten auch gerne mitgefeiert und sich an der perfekten Welt der WM erfreut.Sie haben mindestens ein jahr auf die überteuerte Karte gespart. Haben am Existenzminimum gegessen, um sich den teuren Flug zu bezahlen. Mussten Arbeitstage von über 15h ertragen um sich ein kleines billiges Hotel leisten zu können. Haben alles getan, um ihre Mannschaft irgendwie zu unterstützen und dabei zu sein.
Sie mussten ihre Karten wieder abgeben, die sich dann irgendwelche reichen Schnösel unter die Finger krallen könnten.
Und warum?
Weil sie keine 30€ pro Tag hatten, um hier die WM zu konsumieren. 30€ die für uns vllt. ein Pappenstiel sind, aber in anderen Ländern mehr als ein Monatsgehalt sind.

"Reiche Gäste zu Gast bei Freunden"
Vielen Dank


Quelle? Oder einfach mehrere völlig zusammenhanglose Geschichten zusammengewürfelt und ein bisschen Anti-Propaganda geschürt?
Dr. Steif
Mein Fazit ist auch überaus positiv. Sportlich naja... Natürlich wir es viele Haare in der Suppe geben und einige werden sich mit Freude auf diese Suppe stürzen um möglichst viele Haare zu finden, aber immer nur negativ ist doch auch langweilig, oder? Ich hatte das Glück bei 6 Spielen dabei zu sein und habe eigentlich nur gute Dinge erlebt. Die Spielorte (GE 2x, HH, B, S, M) waren beinahe alle gut vorbereitet, die Menschen freundlich und die Preise nicht unbedingt unverschämt überzogen. Jedenfalls habe ich ausserhalb der Stadien nie mehr für ein Bier bezahlen müssen als in jeder Bremer Kneipe... Die Präsenz von Ordnungskräften war im Vergleich zur Bundesliga minimal und wenn, dann waren diese meist damit beschäftigt irgendwem den Weg zu erklären und Auskünfte zu erteilen. Selbst in der engen Fussgängerzone von GE mit zigtausenden "angeheiterten" Engländern gab es keine Probleme. Von den "Ausschreitungen" in Stuttgart war eine Nebenstrasse weiter nichts zu merken und die Polizei an den Absperrungen am Schlossplatz hat uns freundlich erklärt wie man am besten zu U-Bahn kommt. Im und um die Stadien lief alles reibungslos. Die Einlasskontrollen waren eher ein Witz und die Stimmung in den Stadien locker. Trennung von Fangruppen gab es so gut wie gar nicht. Aber das wird man ja am Fernseher ebenso gesehen haben. Die ausl. Zuschauer mit denen ich gesprochen haben waren alle begeistert von der Organisation, den modernen Stadien und der Freundlichkeit der Eingeborenen. Man hatte sich ja wohl Schlimmes vorgestellt. Im Gegensatz zur WM 1998 liefen nicht zigtausende mit Sponsorenkarten ausgestattete Besucher in grossen Gruppen und von Kopf bis Fuss im Sponsorenoutfit eingekleidet umher. Das Wetter, naja. Es hat einmal heftig geregnet und gewiitert. Das muss bei der nächsten WM in Deutschland einfach besser gemacht werden! Nach der EM in Portugal hatte ich wenig Hoffnung, dass die Deutschen es auch nur annähernd schaffen die Gastfreundschaft und Freude ähnlich rüberzubringen und denke nun im Nachhinein (sozusagen als Gast im eigenen Land), dass absolut gelungen ist. Nun kann man nur hoffen, dass die Hetzte der Politiker etwas nachlässt und die Umstände bei normalen Bundesligaspielen wieder auf ein Normalmass runtergschraubt werden. Wer soll den Sicherheitswahn schliesslich weiter bezahlen und mit welcher Begründung? Und ein bisschen Freundlichkeit und Heiterkeit dürfte auch noch den heutigen Tag überleben.

Ein netter Artikel stand am 04.07.2006 in der SZ. Leider ist er nun nur noch für Abonnenten zugänglich. Aber vielleicht hat ja jemand die Möglichkeit....

Gunten Morgän, spräken si englesch?Zu Besuch in der eigenen Stadt: Im Selbstversuch gibt sich unsere Reporterin als "Katarzyna from Poland" aus.
Von Katarina Bader SZ
Südländer
Gunten Morgän, spräken si englesch?
Zu Besuch in der eigenen Stadt: Im Selbstversuch gibt sich unsere Reporterin als "Katarzyna from Poland" aus
Von Katarina Bader


Der Rucksack ist gepackt: Die wasserdichte Trekking-Jacke, ein paar nicht mehr ganz neue T-Shirts, Sonnencreme und an der Seite baumeln die Badeschlappen. Schon oft bin so losgezogen: nach Istanbul, Barcelona, Italien und Sibirien. Dieses Mal steht ein Kurzurlaub in Munich auf dem Programm. Die Anreise erfolgt per U-Bahn. Seit sechs Jahren lebe ich in München, aber ich will herausfinden, ob die Stadt, die ich Tag für Tag erlebe, irgendwas mit der Stadt gemeinsam hat, die man als Rucksackreisender erlebt. Ab dem Hauptbahnhof bin ich deshalb "Katarzyna from Poland".

Katarzyna kann kein Deutsch und nur mittelmäßiges Englisch. Sie reist allein und schreibt für die Jugendseite der Zeitung ihrer Heimatstadt eine kleine Reportage über ihre Fahrt durchs WM-Land. Übernachten will sie in "The Tent", einer billigen Unterkunft für Rucksackreisende. Natürlich ist Katarzyna eine Rolle, die ich spiele, aber wenn ich als "Katarina from Munich" mit den Rucksacktouristen herumziehen würde, würde ich automatisch zu ihrer Reiseführerin werden und nie erfahren, wie ein echter Individualreisender meine Stadt erlebt.

Am Bahnhof frage ich mich auf Englisch zur Touristen-Information durch, denn ich weiß nicht, wie man zu "The Tent" kommt. Eine Frau schickt mich zu einem Schalter in der Mitte der Bahnhofshalle, auf dem "DB-Service-Point" steht. Der Herr dort versucht mir zu helfen: "Go in the U2 to the Stop Hasenbergl", sagt er. Eineinhalb Stunden später bin ich wieder am Bahnhof. Ich triefe vor Schweiß, der Rucksack schneidet in die Schultern und ich weiß jetzt, dass Deutschland multikulturell, aber "The Tent" nicht am Hasenbergl ist. Fünf Jungs retten mich. Sie tragen Sandalen, Shorts und alberne Hüte und übernachten selbst auch in "The Tent". Erleichtert schließe ich mich ihnen an und beginne Backpacker-Small-Talk. Die Jungs kommen aus England, sind wegen der WM da, die Duschen im Tent sind sauber und Munich ist echt cool - es gebe hier sogar eine Wiese, auf der lauter Nackte liegen. Abgesehen davon finden sie "all the Nazi stuff" - all diese Nazi-Sachen - am sehenswertesten. Hitler sei zwar kein netter Kerl gewesen, aber eben doch "fucking fascinating".

"The Tent" liegt etwas außerhalb, auf einer Wiese am Kapuzinerhölzl. Für 11 Euro pro Nacht kann man auf dem Boden eines Bierzeltes übernachten. Regenbogenfarbene Isomatten und leicht miefende Wolldecken werden gestellt und jeden Abend gibt es ein Lagerfeuer. Die englischen Jungs holen nur ihre Rucksäcke ab und verschwinden dann zum Nachtzug nach Berlin.

Im Aufenthaltsraum erstehe ich das heutige Tagesessen: einen Berg Reis mit einer Soße, die vor allem aus Kartoffeln besteht. Beim Essen lerne ich Janet aus Kalifornien und vier Neuseeländer kennen: Scott, Mark, Pete und Thomas. Alle sind Anfang bis Mitte 20, tragen knielange Shorts, verwaschene T-Shirts und Flipflops. "We want to do all of Europe in four weeks", sagen sie. Um zehn Uhr abends beschließen wir, dem Münchner Nachtleben einen Besuch abzustatten. Den Weg zum Hauptbahnhof kennen wir inzwischen. Dort fragen wir den erstbesten jungen Menschen nach guten Clubs. Er schickt uns per S-Bahn zum Ostbahnhof, wo sich meine Begleiter mächtig darüber wundern, wie ruhig die Münchner Innenstadt ist, denn sie sind überzeugt, dass Clubs im Herzen der Stadt sein müssen. "Sogar Neuseeland ist da ja aufregender", sagt Scott. Es dauert gut eine halbe Stunde, bis wir jemanden finden, der uns zum Kunstpark Ost lotst. Dort landen wir im Vorgarten der Drei-Türme-Bar. Das Clubinnere bleibt heute geschlossen, aber das sagt man uns erst, als wir schon Eintritt bezahlt haben. Für sechs Euro dürfen wir uns im Freien die Beine in den Bauch stehen und "Viva Colonia" grölen. Normalerweise würde ich mich über die schlechte Musik ärgern und schnell wieder flüchten. Aber ich habe längst das Gefühl, wirklich im Urlaub zu sein und im Urlaub sieht man alles lockerer: Man ist stolz, wenn man in der fremden Stadt überhaupt irgendeine Party gefunden hat und geht dann davon aus, dass in dieser Stadt nun mal so feiert.

Janet, Pete, Scott, Thomas und Marc beobachten die exotischen Rituale der Einheimischen und schließen von dieser Bar auf das deutsche Nachtleben an sich: Die Barkeeperinnen Deutschlands tragen Dirndl, die Deutschen feiern in Freiluft-Clubs und tanzen Polonaise. Während ich ihrer Analyse lausche, überlege ich, was für merkwürdige Zufälle wohl mein Bild von Istanbul und Madrid prägen. Das München, das ich an diesem Abend erlebe, ist mir fast so fremd, wie es meinen Mitreisenden ist.

Bald gehen wir von der theoretischen Analyse zur teilnehmenden Beobachtung über und tanzen mit. Besonders fröhlich ist die 20-jährige Janet aus Kalifornien, die Wodka-Red-Bull trinkt und sich beim Tanzen an einen jungen Mann in Lederhosen schmiegt. Später erzählt sie, dass sie seit sechs Wochen mit ihrem 16-jährigen Bruder unterwegs ist, den sie heute im Camp zurückgelassen hat.

Dass wir morgens um halb fünf tatsächlich wieder bei "The Tent" sind, grenzt an ein Wunder. Wir sind wahllos in Nacht-Trams gestiegen, haben uns durchgefragt und Stopps gezählt, wobei wir uns eigentlich immer verzählt haben.

Um zu meinem Platz im Zelt zu gelangen, muss ich über Menschen hinwegsteigen, die in ihren Schlafsäcken wie überdimensionale Würmer aussehen. Ein paar schnarchen; wenn sich jemand umdreht, knarrt der Dielenboden. Trotzdem schlafe ich sofort ein.

Laute brasilianische Musik reißt mich aus dem Schlaf - sie stammt aus den Lautsprechern in den Ecken des Zeltes. Neun Uhr. Frühstückszeit. Das ist hier zwar nicht im Preis inbegriffen, aber für 80 Cent bekommt man eine Tasse Kaffee und für noch mal 85 Cent einen Teller Cornflakes mit Milch. Überall im Aufenthaltsraum liegen Prospekte aus: Ein Tagestrip nach Neuschwanstein und ins Konzentrationslager Dachau wird angeboten.

Ich ziehe wieder mit den Neuseeländern los, auf eigene Faust in die Richtung, in der wir die Innenstadt vermuten. Janet würde gerne mitkommen, aber der kleine Bruder quengelt, dass er ins BMW-Museum will.

Am Bahnhof erstehen wir einen Stadtplan. In den meisten Städten dieser Welt muss man nicht lange mit ausgebreitetem Stadtplan und verzweifelter Miene herumstehen, bis jemand Hilfe anbietet. In München funktioniert der Trick leider nicht. Aber einer der Neuseeländer, "Pete from Auckland", erklärt, dass er bei den Pfadfindern war und uns jetzt den Weg zum Englischen Garten zeigen werde. Und schon eilt er flotten Schrittes voraus, Richtung Theresienwiese.

Ein unbekannter junger Mann bringt uns wieder auf den rechten Weg. Er trägt Shorts und an seinem Gürtel baumelt eine Wasserflasche. Auf Englisch fragt er, ob wir "Mike´s Bike Tour" mitmachen wollen, zu einem Sonderpreis, versteht sich. Den Jungs erzählt er, dass man dabei auch zu einer Wiese komme, wo lauter Nackte liegen und mir schmeichelt er, er habe sofort erkannt, dass ich Polin sei. Polinnen hätten eine natürliche Eleganz. Ich trage Badeschlappen und ein fünf Jahre altes T-Shirt.

Wir werden an diesem Tag noch oft angequatscht, von Leuten die uns ein tolles Restaurant zeigen wollen, Stadtführungen anbieten oder Andenken verkaufen. Der junge Mann erklärt uns, wie wir zum Marienplatz kommen. Dort startet "Mike's Bike Tour" in einer halben Stunde, aber wir verpassen sie, weil es auf dem Weg zum Marienplatz zu viel zu sehen gibt. Wir brauchen für die Strecke fast eine Stunde. Die Neuseeländer haben ein Reise-Maskottchen dabei, Piwi the Kiwi, ein Kuscheltier, das ihren Nationalvogel darstellt. In der Kaufinger Straße wird Piwi auf jeden Plastiklöwen gesetzt und fotografiert.

Pete will unbedingt noch zum Rhein. Der ist für ihn der deutsche Fluss schlechthin, und da München für ihn die deutscheste aller Städte ist, ist er sicher, dass der Rhein hier durchfließt. Ich kann mir nicht verkneifen, aus dem Lonely-Planet vorzulesen, dass der Fluss in München "Isar" heißt. Die Jungs haben mir erzählt, dass sie sich das ganze München-Kapitel im Lonely-Planet reingezogen haben. Sie nennen das Buch "the bible", aber diese Bibel ist offenbar so voll gestopft , dass wenig hängen bleibt.

Später kommen wir noch an diesem "unglaublichen Königspalast" vorbei. Der liegt auf einem Hügel am Fluss und sieht mit den Rundbögen majestätisch aus. Ich frage mich, wie oft ich selbst in einer fremden Stadt das Parlamentsgebäude für einen Königspalast hielt. Wahrscheinlich oft.

Scott fällt auf, dass es in München sehr viele aggressive Radfahrer gibt, die laut klingelnd und mit nur wenigen Zentimetern Abstand vorbei rauschen und dabei auch noch vor sich hinschimpfen. Es könnte daran liegen, dass wir grundsätzlich auf den Radwegen gehen, aber das kann Scott ja nicht wissen. Dafür lächeln uns alle Münchner an, die wir nach dem Weg fragen. Das mag wiederum damit zu tun haben, dass wir sie mit einem heiteren "Gunten Morgen, spräken si englesch" begrüßen.

Es ist inzwischen später Nachmittag und außer den Cornflakes haben wir noch nichts im Bauch. Mark hat gelesen, dass München die Hauptstadt der deutschen Wurst ist, aber komischerweise gibt es keine Würstchenbuden - nur internationales Fastfood und asiatische Imbissbuden. Schließlich irren wir hungrig zwischen Landtag und Staatskanzlei umher und finden dort nur überteuerte italienische Restaurants.

Glücklicherweise sind meine 24 Stunden als "Katarzyna" um. Ich oute mich, und nach einer Schreckminute finden die Neuseeländer mein Geständnis großartig: super Urlaubsanekdote! Außerdem könnte ich ihnen ja endlich zeigen, wo die Nackten liegen. Die nächsten Stunden bin ich Stadtführerin. Dass ich wirklich Katarina heiße, glauben sie mir aber nicht mehr. (Fotos K. Bader)

(SZ vom 4.7.2006)
werder|owl
Zitat:
Original von beckspatriot
Zitat:
Original von Maike
Es gibt viel Leute die hätten auch gerne mitgefeiert und sich an der perfekten Welt der WM erfreut.Sie haben mindestens ein jahr auf die überteuerte Karte gespart. Haben am Existenzminimum gegessen, um sich den teuren Flug zu bezahlen. Mussten Arbeitstage von über 15h ertragen um sich ein kleines billiges Hotel leisten zu können. Haben alles getan, um ihre Mannschaft irgendwie zu unterstützen und dabei zu sein.
Sie mussten ihre Karten wieder abgeben, die sich dann irgendwelche reichen Schnösel unter die Finger krallen könnten.
Und warum?
Weil sie keine 30€ pro Tag hatten, um hier die WM zu konsumieren. 30€ die für uns vllt. ein Pappenstiel sind, aber in anderen Ländern mehr als ein Monatsgehalt sind.

"Reiche Gäste zu Gast bei Freunden"
Vielen Dank


Quelle? Oder einfach mehrere völlig zusammenhanglose Geschichten zusammengewürfelt und ein bisschen Anti-Propaganda geschürt?


Jo.. das Menschen aus anderen Ländern [und auch in der BRD, übrigens] das Geld für den Besuch von WM spielen fehlt, ist echt voll unrealistisch. Scheiß Propaganda. [Ne großartige Erkenntnis ist das aber natürlich auch wieder nicht.]
Die 3 Reaktionen auf den Beitrag sind allesamt sowas von schlecht, das ich nicht weiss, ob sich ne inhaltliche Antwort lohnt. Am besten gefällt mir:

"Finde ich auch, wäre doch viel besser wenn alle Menschen gleich wenig Geld hätten."

Du bist ganz toll.
mazzo
Zitat:
Original von beckspatriot
Quelle? Oder einfach mehrere völlig zusammenhanglose Geschichten zusammengewürfelt und ein bisschen Anti-Propaganda geschürt?


Das ging doch durch diverse Medien, hier was ich soeben wiederfinde:
http://www.oberpfalznetz.de/onetz/888996-102,1,0.html

ein Auszug
Zitat:

Allein am Montag waren laut Prager Medien am sächsischen Übergang Reitzenhain 19 Tschechen abgewiesen worden, die zum Spiel ihrer Mannschaft gegen die USA in Gelsenkirchen fahren wollten. Die Fans hätten auf Aufforderung nicht je 30 Euro pro geplanten Tag in Deutschland vorweisen können, hieß es. Ein Mitarbeiter des Außenministeriums in Prag sagte, das Verhalten der deutschen Seite habe nichts mit dem Aussetzen des Schengen-Abkommens während der WM zu tun. Tschechien sei ja noch gar nicht Mitglied des Schengen-Raumes. "Wir wünschen Aufklärung", fügte der Sprecher an. Am Abend teilte dann das Bundesinnenministerium mit, den Personen sei wegen individueller Gefahrenprognose die Einreise verweigert worden. Daraufhin hieß es aus dem tschechischen Außenministerium in Prag, diese Darstellung sei korrekt, die Note somit gegenstandslos.


Also wurden entweder die Betroffenen an der Grenze nicht über den wahren Grund des Einreiseverbots informiert, oder dieser wurde erst dann erfunden als der tatsächliche zu peinlich wurde.

So unrealistisch ist das "Mindestgeld" auch nicht: Viele Afrikaner mit sogar gültigen ticekts bekamen kein Visum, da sie dummerweise nicht 5000euro auf einem Bankkonto vorweisen konnten, geschweige denn überhaupt ein Bankkonto. Schon brutal, wenn man sich sein Ticket vom Munde abspart und das WM-Motto glaubt. Aber so lernt man...

Unser Land sucht sich halt genau aus, wer hier zu Gast sein darf.