Alle sprechen Heimeroth an

kalle2006
Dass er nach dem WM-Viertelfinale ausscheiden wird, kann Christopher Heimeroth verschmerzen. "Ich muss mich ja auf die Bundesliga vorbereiten. Das ist dann wichtiger als eine Weltmeisterschaft", sagt er schmunzelnd. Die bisherigen WM-Wochen hat der 24 Jahre alte Torwart, der gerade von Schalke nach Mönchengladbach wechselt, aber sehr genossen. "Das ist schon ein einzigartiger Blickwinkel", meint Heimeroth, der bei allen vier Partien in Gelsenkirchen Hilfsdienste verrichtete und beim Viertelfinale zwischen England und Portugal am Samstag sein "WM-Abschiedsspiel" als "Volunteer" bestreitet.

Keine Ausnahmestellung

Offiziell ist Heimeroth, der als Ersatz für Schalke-Keeper Frank Rost schon acht Bundesliga-Partien absolvierte, als freiwilliger Helfer im Bereich Infotainment eingesetzt. Bevor die Nationalhymnen erklingen, achtet er darauf, dass die Fahnenträger an der richtigen Stelle platziert sind. Standort und Winkel sind von der Fifa genau festgelegt. Anschließend ist er mit dafür verantwortlich, dass das Fairplay-Banner pünktlich zum Anpfiff aus dem Mittelkreis geholt wird. "Bisher haben wir das wohl ganz gut gemacht", sagt Heimeroth, der unter seinen Kollegen nur "der Christopher" ist. "Ich habe die gleichen Rechte und Pflichten wie alle und bestimmt keine Ausnahmestellung."

Während der Spiele ist er sich für anstrengende Wasserträger-Dienste nicht zu schade. Den Kamera-Leuten am Spielfeldrand bringt Heimeroth Getränke, in den zweiten Halbzeiten verteilt der Torwart Statistikinformationen auf der Medientribüne. Obwohl Heimeroth wie alle anderen Volunteers eine babyblaue Dienstkleidung trägt, wird er von den Pressevertretern erkannt. "Eine schwierige Mission, denn alle sprechen mich an und ich kann kaum Zettel verteilen", erzählt er.

Auge in Auge mit Maradona

Große Momente und tragische Szenen lagen bisher eng beieinander. Den argentinischen Weltstar Diego Maradona sah er aus nächster Nähe. "Verrückt und beeindruckend, wie er mit seinen Landsleuten beim 6:0-Sieg über die Serben auf der Tribüne eine Super-Show abgezogen hat", sagt Heimeroth. Anschließend musste er allerdings seinen serbischen Ex-Vereinskollegen Mladen Krstajic trösten: "Viel war aber nicht zu machen. Der Frust über die Niederlage und das WM-Aus saß tief."

Für Heimeroth, der zur Europameisterschaft 2004 im Wohnmobil nach Portugal reiste und die Spiele als Fan vor Ort verfolgte, bedeutet das WM-Ende "auf Schalke" auch eine persönliche Zäsur. "Jetzt freue ich mich noch auf das Viertelfinale in der Arena", sagt er. Dann richtet er seine Aufmerksamkeit ganz auf das Training für den neuen Verein Borussia Mönchengladbach.

Quelle: n24.de

Ich finds irgendwie witzig. Hat doch was, wenn man sich auch mal nen anderen Blickwinkel verschafft.