Sven
Stadtamt geht gegen Werder vor
betandwin-Werbung soll verschwinden
Von unserem Redakteur
Christian Dohle
BREMEN. Das Innenressort macht Ernst und geht gegen private Wettanbieter vor - darunter auch "betandwin", den Werder-Hauptsponsor der kommenden Saison. Das Stadtamt in Bremen und die Ordnungspolizeibehörde in Bremerhaven haben nach Angaben des Innenressorts in den vergangenen Tagen 25 Wettbüros in Bremen und 12 in Bremerhaven angeschrieben. Tenor: Die Büros sollen von sich aus innerhalb der kommenden drei Wochen die Geschäftsaufgabe beziehungsweise den Verzicht auf Werbung erklären.Innensenator Thomas Röwekamp (CDU) hält, wie berichtet, nach dem jüngsten Urteil des Bundesverfassungsgericht private Wettanbieter für illegal - darunter auch den Werder-Sponsor betandwin, dessen Logo von der kommenden Spielzeit auf den Fußballtrikots prangen soll. Auch bei Werder gingen deshalb Schreiben des Stadtamtes ein - und zwar sowohl bei der aus dem Verein ausgegliederten Profiabteilung als auch beim Verein selbst, der auf seiner Internetseite für betandwin wirbt. Ebenfalls ins Visier des Stadtamtes ist zudem die Deutsche Städte Medien geraten, zuständig für die Bandenwerbung im Weserstadion.Werders Marketing-Geschäftsführer Manfred Müller kündigt bereits rechtliche Schritte gegen das Stadtamt an: "Wir halten betandwin nicht für illegal und behalten uns eine Schadensersatzklage vor." Sollte die Stadtgemeinde den Prozess verlieren, könnte es teuer werden. Dem Vernehmen nach kassiert Werder von betandwin bis zu sechs Millionen Euro im Jahr.Das Stadtamt lässt sich davon allerdings nicht beeindrucken und plant bereits die weiteren Schritte - die Schließung der Wettbüros und Ordnungsgelder bei Missachtung des Werbeverbots. Denkbar ist auch, dass Werder-Trikots der neuen Saison schon im Geschäft beschlagnahmt werden.Innensenator Röwekamp wird sich als Vorsitzender der Sportministerkonferenz heute vor dem Sportausschuss des Bundestages zu dem Thema äußern. Pikant: Gestern Abend lud die CDU in der Hauptstadt zur "Medianight", dem "zentralen Medienereignis für ganz Deutschland". Einer der Sponsoren: betandwin. Röwekamp war, obwohl in Berlin, nicht unter den Gästen.
Bremer Nachrichten 31.05.2006
betandwin-Werbung soll verschwinden
Von unserem Redakteur
Christian Dohle
BREMEN. Das Innenressort macht Ernst und geht gegen private Wettanbieter vor - darunter auch "betandwin", den Werder-Hauptsponsor der kommenden Saison. Das Stadtamt in Bremen und die Ordnungspolizeibehörde in Bremerhaven haben nach Angaben des Innenressorts in den vergangenen Tagen 25 Wettbüros in Bremen und 12 in Bremerhaven angeschrieben. Tenor: Die Büros sollen von sich aus innerhalb der kommenden drei Wochen die Geschäftsaufgabe beziehungsweise den Verzicht auf Werbung erklären.Innensenator Thomas Röwekamp (CDU) hält, wie berichtet, nach dem jüngsten Urteil des Bundesverfassungsgericht private Wettanbieter für illegal - darunter auch den Werder-Sponsor betandwin, dessen Logo von der kommenden Spielzeit auf den Fußballtrikots prangen soll. Auch bei Werder gingen deshalb Schreiben des Stadtamtes ein - und zwar sowohl bei der aus dem Verein ausgegliederten Profiabteilung als auch beim Verein selbst, der auf seiner Internetseite für betandwin wirbt. Ebenfalls ins Visier des Stadtamtes ist zudem die Deutsche Städte Medien geraten, zuständig für die Bandenwerbung im Weserstadion.Werders Marketing-Geschäftsführer Manfred Müller kündigt bereits rechtliche Schritte gegen das Stadtamt an: "Wir halten betandwin nicht für illegal und behalten uns eine Schadensersatzklage vor." Sollte die Stadtgemeinde den Prozess verlieren, könnte es teuer werden. Dem Vernehmen nach kassiert Werder von betandwin bis zu sechs Millionen Euro im Jahr.Das Stadtamt lässt sich davon allerdings nicht beeindrucken und plant bereits die weiteren Schritte - die Schließung der Wettbüros und Ordnungsgelder bei Missachtung des Werbeverbots. Denkbar ist auch, dass Werder-Trikots der neuen Saison schon im Geschäft beschlagnahmt werden.Innensenator Röwekamp wird sich als Vorsitzender der Sportministerkonferenz heute vor dem Sportausschuss des Bundestages zu dem Thema äußern. Pikant: Gestern Abend lud die CDU in der Hauptstadt zur "Medianight", dem "zentralen Medienereignis für ganz Deutschland". Einer der Sponsoren: betandwin. Röwekamp war, obwohl in Berlin, nicht unter den Gästen.
Bremer Nachrichten 31.05.2006