MrBonde
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Die programmierte Enttäuschung
Zu keinem Sportler hält die Nation unverbrüchlicher die Treue als zu Jan Ullrich: Ein klitzekleiner Sieg beim Giro d'Italia, und schon ist sie wieder omnipräsent - die Hoffnung auf Ulles zweiten Sieg bei der Tour de France. Dieses Wunschdenken hat allerdings schon für viel Enttäuschung gesorgt.
Ein Kommentar von Paul Katzenberger
"Ullrich trainiert und siegt", "Eine Klasse für sich", "Rechtzeitig vor der Tour wieder in Form" - so trommeln die Massenmedien mal wieder für den möglichen Triumph des deutschen Ausnahmeradlers beim wichtigsten Radrennen der Welt.
Und was passiert? Wir lassen uns betören. Nur allzu gern gibt sich unsereins dieser Art von Volksverführung hin: Der sympathische Ulle zum zweiten Mal im gelben Trikot auf dem Siegerpodest an den Champs Élysées - wenn Ost- und Westdeutsche eine Wunschvorstellung gleichermaßen hegen, dann wohl diese.
Die Realität stellt sich leider aber wohl weit nüchterner dar. Um es kurz auf den Punkt zu bringen: Unser Ulle ist womöglich zwar der beste Zeitfahrer der Welt - aber in den französischen Alpen oder den Pyrenäen ging ihm aber doch eigentlich so gut wie immer die Puste aus.
Im Sattel geblieben
Das war vor acht Jahren so, vor sechs Jahren, vor fünf Jahren, vor drei Jahren, vor zwei Jahren und auch bei der Tour de France im vergangenen Jahr blieb Ulle im Sattel als die Rampen hinauf nach Courchevel so richtig mörderisch wurden. Beim Zeitfahren in Saint-Etienne schlug sich Ullrich hingegen bravoröus und sicherte sich so noch den dritten Platz in der Gesamtwertung.
Dass sich Ullrichs spezifische Stärken und Schwächen bei dieser Tour völlig anders darstellen könnten, dafür bietet der derzeitige Giro d'Italia keinerlei Anhaltspunkte - im Gegenteil: Die Kräfteverhältnisse, die sich bei den Frankreich-Rundfahrten seit 1998 etabliert haben, werden mehr als eindrücklich bestätigt. So war Ullrich in dem jetzt so gehypten Zeitfahren von Pontedera zwar tatsächlich in bestechender Weise der Beste, dafür stellte aber der zweimalige Tour-Zweite Ivan Basso auf der schweren Bergetappe von Civitanova Marche nach Maielletta den überragenden Sieger.
Viertelstundenpackung
Im Vergleich wiegt Bassos Triumph dabei deutlich schwerer. Während Ullrich seinem Konkurrenten in Pontedera nämlich lediglich eine knappe halbe Minute abknöpfen konnte, war Basso dem Rostocker in Maielletta um eine gute viertel Stunde voraus.
In der Gesamtwertung wirkt sich das dann so aus: Basso im rosa Trikot des Führenden, Ullrich mit über 18 Minuten Rückstand derzeit auf Position 44.
Zugegeben: Diese Betrachtung ist nicht ganz fair. Während Basso beim diesjährigen Giro nämlich auf Sieg fährt, ist die Italienrundfahrt für Ullrich eher eine Trainingstour. Eine Frage sei allerdings erlaubt: Warum fährt Basso eigentlich schon jetzt auf Sieg und Ullrich nicht? Die diesjährige Tour nimmt Basso schließlich nicht weniger wichtig als der Deutsche.
Dritter und Vierter
Was spricht also dafür, das dieses Jahr bei der Tour alles ganz anders wird? Sicherlich, der unerreichbare Lance Armstrong ist nicht mehr dabei. Vor einigen Jahren hätte das noch für den ewigen Zweiten Jan Ullrich gesprochen. Doch zuletzt war Ullrich gar nicht mehr der erste Herausforderer: Die Tour 2005 beendete er als Dritter und vor zwei Jahren erreichte er die Champs Élysées gar nur als Gesamt-Vierter.
Wer sich also darauf einstellt, dass Ullrich bei der ersten schweren Bergankunft der diesjährigen Tour de France in Val d'Aran seinen wichtigsten Konkurrenten wieder hoffnungslos hinterherfährt, erspart sich womöglich vermeidbare Enttäuschungen.
Mal ganz unschuldig gefragt: Wäre das so schlimm? Auch ein einmaliger Toursieger ist schließlich ein grandioser Radfahrer. Ein netter Kerl wird Jan Ullrich zudem auch ohne diesen zweiten Triumph bleiben.
Und wenn dieses Mal doch alles ganz anders kommt? Umso besser.
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Der Kommentar ignoriert seine Verletzung von vor ein paar Wochen irgendwie. Ich glaube jedenfalls fest an Ulle.
Märius
"Eine Frage sei allerdings erlaubt: Warum fährt Basso eigentlich schon jetzt auf Sieg und Ullrich nicht? Die diesjährige Tour nimmt Basso schließlich nicht weniger wichtig als der Deutsche."
Das könnte der entscheidene Satz sein, wenn die Radfahrer wieder in Paris am Champs Élysées ankommen. Naja ich drücke Ulle die Daumen
oberhausener
es gibt glaube ich kaum etwas langweiligeres, als stundenlang im tv dieses radfahren sehen zu müssen. dagegen sind curling und rollhockey richtige hammersportarten.....
eYke
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Original von oberhausener
es gibt glaube ich kaum etwas langweiligeres, als stundenlang im tv dieses radfahren sehen zu müssen. dagegen sind curling und rollhockey richtige hammersportarten..... |
Alpê d'Huez ist der Hammer sowie die Pyrenäenetappen. Der Rest ist tatsächlich öde.
bastian
Ich seh da immer nur Sponsorwerbung und sich körperlich kaputt fahrende Radler/Sportler.
Für mein Geschmack ist da Formel 1 spannender ... und das ist eignetlich schon öde.
Daniel-OL
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Original von eYke
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Original von oberhausener
es gibt glaube ich kaum etwas langweiligeres, als stundenlang im tv dieses radfahren sehen zu müssen. dagegen sind curling und rollhockey richtige hammersportarten..... |
Alpê d'Huez ist der Hammer sowie die Pyrenäenetappen. Der Rest ist tatsächlich öde. |
Richtig ! Sprintetappen sind nicht so der bringer ...
Aber Alpê d'Huez und Col du Galibier (!!!) in den Alpen und der Col du Tourmalet in den Pyrenäen sind die Kracher.
Und irgendwann packt Ulle das wieder. "Wir stehn zu dir ..."
Fiedel43
Habe auch erst vor 2 JAhren angefangen Tour zu gucken und festgestellt, dass es spannend sein kan- außerdem kann man nebenbei gut Grillen und Bier trinken
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Original von Märius
"Eine Frage sei allerdings erlaubt: Warum fährt Basso eigentlich schon jetzt auf Sieg und Ullrich nicht? Die diesjährige Tour nimmt Basso schließlich nicht weniger wichtig als der Deutsche."
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Weil er einfach besser ist als Ulle. Unser Radmoppelchen jammert doch schon seit Jahren dasselbe Programm vor: "In den Pyrenäen greife ich an" - und dann "Ich hatte schwere Beine, aber ich versuchs nochmal" Jedes Mal dasselbe.
Bömmel
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Original von oberhausener
es gibt glaube ich kaum etwas langweiligeres, als stundenlang im tv dieses radfahren sehen zu müssen. |
Mein Opa guckt das gerne.
Der hat dann immer einen Atlas dabei liegen und erklärt meiner Oma, wo er im Krieg in Frankreich überall war.
bastian
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Original von Bömmel
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Original von oberhausener
es gibt glaube ich kaum etwas langweiligeres, als stundenlang im tv dieses radfahren sehen zu müssen. |
Mein Opa guckt das gerne.
Der hat dann immer einen Atlas dabei liegen und erklärt meiner Oma, wo er im Krieg in Frankreich überall war. |
Schiffmeister
Lasst diesen Thread den Radsportanhängern. Die Tour de France ist absolut nicht zu toppen!
Ich glaube nicht an Ullrich - oder Jan, wie alle immer so schön sagen -, wobei, irgendwie tue ich das schon. Aber ich weiß ganz genau, dass Ullrich, wenn es wieder in die Berge geht, gleich auf der ersten Etappe eklatant schlecht fahren und mich einfach nur zur Weißglut treiben wird.
Basso oder irgendwer anders.
Bene_NRW
Jan wirds eh nicht packen.
Glaube da eher an BAsso
Aber es wird wohl jemand gaaaanz anderes machen diese Tour das spüre ich..
tretixe
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Original von Schiffmeister
Ich glaube nicht an Ullrich - oder Jan, wie alle immer so schön sagen -, wobei, irgendwie tue ich das schon. |
So siehts aus, eigentlich weiß ich das er verliert, doch trotzdem hofft man weiter.
Naja mein letztjähriger Tipp ist auch mein dies jähriger. Basso.
cuxhavener
101% "E"-Ulle!
freut mich das es hier ne dicke tour gucker crew gibt.
MrBonde
Das sind schwere Vorwürfe
Ullrich im Visier spanischer Dopingfahnder
Aufregung vor dem Tour-Start
26. Juni 2006
Sechs Tage vor Beginn der Tour de France soll bei den Ermittlungen im spanischen Radsport-Dopingskandal nach Informationen der Zeitung El País auch Jan Ullrich ins Visier der Fahnder geraten sein. Die Polizei habe bei Hausdurchsuchungen mit Codes versehene Blutkonserven entdeckt und prüfe nun, ob es eine Verbindung zu dem T-Mobile-Kapitän gebe, berichtete das Blatt am Montag.
Einige dieser Präparate seien mit der Aufschrift Hijo Rudicio (Sohn Rudicio) gekennzeichnet gewesen. Hinter Rudicio könne sich Teamchef und Ullrich-Intimus Rudy Pevenage verbergen, schrieb El País unter Berufung auf den eigentlich als geheim geltenden Ermittlungsbericht. Mit dem Sohn könne demnach Ullrich selbst gemeint gewesen sein. Die mit roten Blutkörperchen angereicherten Blutkonserven sollen nach Angaben des Blattes Hijo Rudicio am 1. Mai, wenige Tage vor dem Beginn des Giro d'Italia verabreicht worden sein. Eine weitere Transfusion sei für den 20. Juni geplant gewesen, also kurz vor dem Start der Tour de France. Die Fahnder seien zudem bei den Hausdurchsuchungen auf Inventarlisten von in Kühlschränken gelagerten Substanzen aus dem Jahr 2004 mit dem Eintrag Jan gestoßen.
T-Mobile: kühlen Kopf bewahren
Wir nehmen die Lage ernst. Das sind schwere Anschuldigungen. Wir kontakten jetzt alle Beteiligten, Ullrich, die spanischen Ermittlungs-Behörden, Pevenage und die Tour-Organisation ASO. Wir untersuchen, wie es zu diesen Vermutungen kommt und müssen reagieren - so oder so. Aber wir müssen kühlen Kopf bewahren, bislang liegt uns ein Zeitungsartikel vor. Die Fakten- und Beweislage ist im Moment völlig unklar. Mit diesen Worten reagierte T-Mobile-Sprecher Christian Frommert auf die Vorwürfe des spanischen Blattes.
Der nach Überzeugung der Ermittler von dem Sportarzt Eufemiano Fuentes geleitete Dopingring war Ende Mai zerschlagen worden (Siehe auch: Dem internationalen Radsport droht ein Blutbad). Damals hatte der spanische Radiosender Cadena Ser berichtet, Ullrich habe Verbindungen zu dem Mediziner gehabt. Ullrich hatte eine Verstrickung in den Skandal während des Giro d'Italia dementiert: Es ist eine Frechheit, meinen Namen in diesem Zusammenhang zu nennen. Der Dopingring soll mindestens 58 Radprofis in großem Stil mit präparierten Blutkonserven und anderen verbotenen Mitteln wie EPO, Wachstumshormonen und Anabolika versorgt haben. 15 von ihnen sollen dem ehemaligen Liberty Seguros-Rennstall angehört haben, in dem unter anderen auch der Tour-Mitfavorit Alexander Winokurow und Jörg Jaksche fahren. Der Ansbacher Radprofi hatte danach erklärt: Ich hatte keinen Kontakt mit Fuentes.
Namen auf Blutbeuteln
Sportarzt Fuentes, Laborchef José Luis Merino, der Direktor des Liberty-Radteams, der Spanier Manolo Saiz, und zwei weitere Verdächtige waren im Mai festgenommen worden. Sie sind inzwischen wieder auf freiem Fuß. Die als Schlüsselfiguren geltenden Fuentes und Merino mußten jeweils eine Kaution von 120.000 Euro hinterlegen, um aus der Untersuchungshaft entlassen zu werden. Vor zwei Jahren war die Organisation noch kleiner und die Namen der Rennfahrer stehen direkt auf den Blutbeuteln, schrieb El Pais.
Der Name Jan habe auch auf Quittungen für Käufe von Dopingmitteln im Wert von 1.900 Euro gestanden, die die Ermittler fanden, so die Zeitung weiter. Sein Teamkollege, der Spanier Oscar Sevilla, der früher beim Skandalteam Kelme fuhr, als Fuentes dort Teamarzt war, gehört nach spanischen Medienberichten zum Kundenkreis des Dopingnetzwerks. Der Rennfahrer, der auf Aufnahmen der Polizei zu sehen ist, wie er zu Fuentes kommt, versicherte seinem Team, dem sei nicht so, er habe dort nur Leistungstests vorgenommen.
T-Mobile nominierte Sevilla für die an diesem Samstag in Straßburg beginnende Tour. Nachdem Sevillas Name in Zusammenhang mit der Affäre genannt worden war, hatte sich die T-Mobile-Teamleitung von allen 29 Profis schriftlich bestätigen lassen, nichts mit Fuentes illegalen Praktiken zu tun gehabt zu haben. Sevilla sagte laut El País jedoch zu seinen Rennsportkollegen: Wenn sie mich rauswerfen, müssen sie Ullrich auch rauswerfen. Er steckt auch mit drin.
Lenwe
Die Hoffnung stirbt hier wohl wirklich zuletzt. Irgendiw ehalte ich jedes Jahr immer wieder für unser Moppelchen, obwohl man doch weiß das es eigentlich nicht klappen kann.
Aber mal zum ersten Artikel: So schlecht ist er in den Bergen auch nicht, nen paar Etappen hat er da ja auch gewonnen^^
cuxhavener
eigentl. is ulle in den bergen ne bank, nur wenn armstrong seine nähmaschine anschmeisst, dann kann selbst er nur hinterher gucken
Forza Werder 1899
also so langweilig ist die tour de france tatsächlich nicht, wenn man sich die letzten 3km einer sprintetappe und den letzten anstieg einer Bergetappe ansieht...!!!!
wenn man sich auf das beschränkt, ist es okay, naja und wenn man sich das ganze reinzieht, ja dann ist es langweilig, aber ich denke ulle kanns dieses mal packen!!!!
wollen wirs mal hoffen!
mazzo
Profiradsport ohne Doping ist kein Profiradsport mehr.
Ich kenne jemanden, der halbprofessionell Rad gefahren ist und der sagt, dass die Leistungen nur mit Doping und allerlei Medikamenten machbar sind.
Ein paar Beispiele:
Wie kommt es wohl, dass in etwa 20% der Bevölkerung Asthma haben, bei der Tour de France aber 80% der Fahrer? Ist ne praktische Diagnose, weil man dann Kortison und Sprays nehmen daarf, die die Lungenfunktion optimieren.
Manche Fahrer haben so dickes Blut, dass die nachts geweckt werden, um 30 Minuten auf dem Trimmrad zu pumpen und die Soße in Gang zu halten. Anschliessend gibts Plasmaexpander.
Fahrer, die im Feld völlig abgeschlagen sind, pushen dennoch die letzten 50km. Eine bessere Platzierung ist nicht mehr drin, aber der Körper hat vor der möglichen Kontrolle noch was zu verbrennen.
Von Andreas Kappes erzählte mein Freund mir, dass er mal bei einem 6-Tage-Rennen in seine Koje guckte, wo im täglich gellerten Mülleimer alles voller leere Aspirin- und andere Schmerzmittel-Verpackungen lagen. Täglich.
Armstrong hatte durch seine Krebstherapie das Recht, besonders starke Medis zu nehmen. Praktisch.
Vieles kann mit herkömmlichen Tests nicht im Blut/Urin festgestellt werden, bzw. sind Tests, die das könnten, nicht vom Ausrichter/Verband akzeptiert.
usw. usf.
Jeder bei der Tour ist gedopt. Oder ohne jede Chance.
Fiedel43
Dann ist ja alles in Butter. Entweder es dopt keiner oder alle.
Aber mal im Ernst: Das mit denen etwas nicht stimmen kann sieht man doch sofort. Unsereins hätte Mühe die Berge zu Fuß bei der Hitze zu erklimmen und die pesen da mit einem Affenzahn hoch. Und vor einer Etappe machen die sich 2-3 Stunden lang warm- wohlbemerkt WARM.
Aber bitte, wenn die Sportler die Pharmaunternehmen unterstützen wollen.
Gibt es eigentlich schon das Bayer-Team bei der Tour?