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| Aus der Kreiszeitung Pierre Wome - das schweigsame Kraftpaket Werders neuer Linksverteidiger hats mehr mit Taten als mit Worten NORDERNEY (Eig. Ber.) Er ist einer von denen, die man gern an seiner Seite hätte, wenn man nachts in einer fremden Stadt durch eine finstere Gasse geht. Pierre Wome - 78 muskelbepackte Kilo voller Kraft, Dynamik und Athletik. Wenn Werder Bremens Neuzugang auf der linken Seite zum Flügellauf ansetzt, wird pure Energie frei. Mit seinem knallharten Linksschuss hat der 27-Jährige schon jetzt seinen Spitznamen weg: Wome - die "Wumme" von der Weser. Wome fällt aber nicht nur wegen seiner Dynamik auf. Er hat Offensivdrang, eine saubere Technik und schlägt darüber hinaus präzise Flanken aus dem Lauf. Alles das, was einen Linksverteidiger auszeichnet. Durch seine große Erfahrung in der Champions League mit Inter Mailand, als ehemaliger Kapitän der Nationalmannschaft Kameruns mit 67 Länderspielen sowie Engagements bei verschiedenen internationalen Spitzenclubs bringt Wome zudem ein großes taktisches Spielverständnis und eine tolle Technik mit. So auffällig er sich auf dem Platz zeigt, so unscheinbar, scheu und verschlossen gibt sich Pierre Wome abseits des grünen Rasens. "Ich spreche nicht gern über mich, das sollen lieber andere machen", sagt der Linksverteidiger einsilbig. Er wirkt unsicher, spielt nervös mit seinen Händen und schaut verlegen zur Seite. Interviews scheinen ihm unangenehm zu ein, fast schon lästig. Sein Inneres wird er öffentlich wohl nie nach Außen kehren. Lieber begnügt er sich mit Allgemeinsätzen: "Ich bin nicht wichtig, die Mannschaft ist es. Und ich bin gekommen, um der Mannschaft dabei zu helfen, dass sie Erfolg hat." Vielleicht ist es seine Art, die fürchterlichen Erlebnisse zu verarbeiten, als er Morddrohungen erhalten hatte und man seiner Familie in Kamerun das Haus über dem Kopf anstecken wollte. Dabei hatte Wome doch nur Pech gehabt, als er im entscheidenden WM-Qualifikationsspiel gegen Ägypten in der Nachspielzeit einen Elfmeter verschoss - und Kamerun damit das Ticket nach Deutschland verpasste. "Das war eine ganz schwierige Zeit", räumt Wome ein. Sein Rücktritt aus der Nationalmannschaft ist unumstößlich. Der Weltenbummler in Sachen Fußball, der seit 1994 in neun Vereinen, vor allem in Italien, England und Spanien spielte, hofft nun in Bremen endlich sein Glück zu finden. "Ich habe einen Vertrag für zwei Jahre unterschrieben, aber ich werde alles dafür tun, dass ich länger bei Werder bleibe." Und in einem spontanen Anflug von Humor fügt Wome an: "Die Fans können ruhig das Trikot mit der Nummer fünf kaufen . . ." Langsam schmilzt das Eis, und Pierre Wome fängt an darüber zu berichten, in welch "tolle Gruppe" er gekommen ist. Das erinnere ihn an seine Zeit beim AS Rom, wo er mit Francesco Totti spielte, "dem Größten, mit dem ich je zusammen auf dem Platz stand." Damals habe man eine tolle Gemeinschaft gehabt. "Ich denke, das ist in Bremen ähnlich. Bei Clubs wie Inter Mailand denken doch alle zuerst nur an sich und erst dann an die Mannschaft." Und Wome schwärmt auch schon jetzt von seinem Trainer Thomas Schaaf. "Er ist ein ruhiger und cooler Typ, der sehr gute Arbeit macht." Die noch vorhandenen Verständigungsbarrieren sind für Wome dabei kein Problem: "Fußball hat eine eigene, internationale Sprache", sagt er. Dennoch will Pierre Wome möglichst bald damit anfangen, deutsch zu büffeln. |