kopfnuss
Ganz netter Text, obwohl er aus Hannover kommt.
- PRESSEMITTEILUNG -
Sind wir die Fans, die ihr nicht wollt?!
Unter dem oben genannten Motto findet bei der Partie Hannover 96 Bayer Leverkusen eine von den Ultras Hannover gestaltete Choreographie im Ober- und Unterrang der Nordkurve des Niedersachsenstadions statt. Abweichend von sonstigen Choreographien, die normalerweise der Huldigung von Spielern oder des Vereins dienen, wollen wir dieses mal auf Missstände aufmerksam machen. Und zwar auf Missstände, die weit existenzieller sind, als mögliche sportliche Ergebnisse. Allerdings wollen wir ausdrücklich darauf hinweisen, dass diese kritische Choreographie nicht gegen unsere Mannschaft gerichtet ist und auch das konstruktive Verhältnis zu unserem Verein nicht torpedieren soll. Viel mehr wollen wir mit dieser großen Aktion auf Probleme, die alle Fußballfans in Deutschland betreffen hinweisen.
Die in der Überschrift gestellte Frage wirft wiederum einige neue auf. Wer will die Fans nicht? Und warum will er sie nicht? Welche Fans sind überhaupt gemeint?
Antworten darauf werden Woche für Woche in allen Fußballstadien der Republik gegeben, denn eine normale Behandlung von aktiven Fußballfans scheint nicht mehr möglich zu sein. Während Probleme mit Hooligans im Umfeld von Fußballspielen empirisch belegbar seit Jahren rückläufig sind, steigt die Überwachung und Reglementierung. War es früher normal, dass selbst gebastelte Fahnen und Transparente den Weg ins Stadion fanden, so ist heute oft am Stadiontor Schluss. Die unterschiedlichsten Begründungen werden genannt und selbst wenn jene im Einzelfall treffend sein mögen, so ist doch ein System dahinter zu erkennen. Stimmen, die nicht in das vom DFB bzw. der FIFA verordnete Konzept passen, werden nach allen Regeln der Kunst drangsaliert, um eine kritische Auseinandersetzung mit bestimmten Themen zu ersticken. Hand in Hand arbeiten die Fußballverbände hierbei mit der Polizei, die sich nicht zu schade dafür ist die Arbeit, die DFB und FIFA im Stadion beginnen auf den Zufahrtswegen fortzuführen.
Hinweise auf schikanöse Kontrollen von friedlichen Fans, willkürliche Eintragungen in die Datei Gewalttätersport und fortwährende Beleidigungen durch Polizeibeamte sind ebenso wenig eine Seltenheit, wie grundlose Verbote von Fanmaterialien bei Auswärtsspielen durch den gastgebenden Verein.
Wenn kritische und unabhängige Fans nicht mehr erwünscht sind und wir neuen VIP Logen Platz machen sollen, sind wir durchaus in der Lage die Wahrheit zu vertragen, nur wird eben an diesem Punkt eine Doppelmoral sichtbar, die die Verantwortlichen und ihr Verhalten karikiert. Einerseits werden wir drangsaliert und mit Verboten überhäuft, andererseits werden bei jeder sich bietenden Gelegenheit die kreativen Fans gelobt, die sich in wochenlanger Arbeit ständig neue Choreographien ausdenken und jene auch selbst finanzieren, um ihren Verein würdig vertreten zu können. Ebenso werden die lautstarken Gesänge aus den Fankurven gerne als Indikator für Sieg und Niederlage beschrieben.
Die eingangs gestellte Frage kann also ganz klar mit jein beantwortet werden. Natürlich will man uns, unsere Stimmen, unsere Choreographien, unsere Vereinsliebe.
Nur gibt es diese Dinge nicht ohne ein Mindestmaß an Freiheit. Wir brauchen keine Polizisten, die uns von zu Hause bis in den Gästeblock bringen, wir brauchen keine Ordner, die uns sagen, dass unsere Fahnenstange 2 cm zu lang ist oder der Text des Spruchbandes irgendwem nicht gefällt.
Fans und Vereine brauchen ein konstruktives Verhältnis zueinander und das nicht nur in ihrem Heimatstädten, sondern viel mehr überall. Schließlich sind die Fans die Seelen des Vereins.
Ultras Hannover
11.05.2006
- PRESSEMITTEILUNG -
Sind wir die Fans, die ihr nicht wollt?!
Unter dem oben genannten Motto findet bei der Partie Hannover 96 Bayer Leverkusen eine von den Ultras Hannover gestaltete Choreographie im Ober- und Unterrang der Nordkurve des Niedersachsenstadions statt. Abweichend von sonstigen Choreographien, die normalerweise der Huldigung von Spielern oder des Vereins dienen, wollen wir dieses mal auf Missstände aufmerksam machen. Und zwar auf Missstände, die weit existenzieller sind, als mögliche sportliche Ergebnisse. Allerdings wollen wir ausdrücklich darauf hinweisen, dass diese kritische Choreographie nicht gegen unsere Mannschaft gerichtet ist und auch das konstruktive Verhältnis zu unserem Verein nicht torpedieren soll. Viel mehr wollen wir mit dieser großen Aktion auf Probleme, die alle Fußballfans in Deutschland betreffen hinweisen.
Die in der Überschrift gestellte Frage wirft wiederum einige neue auf. Wer will die Fans nicht? Und warum will er sie nicht? Welche Fans sind überhaupt gemeint?
Antworten darauf werden Woche für Woche in allen Fußballstadien der Republik gegeben, denn eine normale Behandlung von aktiven Fußballfans scheint nicht mehr möglich zu sein. Während Probleme mit Hooligans im Umfeld von Fußballspielen empirisch belegbar seit Jahren rückläufig sind, steigt die Überwachung und Reglementierung. War es früher normal, dass selbst gebastelte Fahnen und Transparente den Weg ins Stadion fanden, so ist heute oft am Stadiontor Schluss. Die unterschiedlichsten Begründungen werden genannt und selbst wenn jene im Einzelfall treffend sein mögen, so ist doch ein System dahinter zu erkennen. Stimmen, die nicht in das vom DFB bzw. der FIFA verordnete Konzept passen, werden nach allen Regeln der Kunst drangsaliert, um eine kritische Auseinandersetzung mit bestimmten Themen zu ersticken. Hand in Hand arbeiten die Fußballverbände hierbei mit der Polizei, die sich nicht zu schade dafür ist die Arbeit, die DFB und FIFA im Stadion beginnen auf den Zufahrtswegen fortzuführen.
Hinweise auf schikanöse Kontrollen von friedlichen Fans, willkürliche Eintragungen in die Datei Gewalttätersport und fortwährende Beleidigungen durch Polizeibeamte sind ebenso wenig eine Seltenheit, wie grundlose Verbote von Fanmaterialien bei Auswärtsspielen durch den gastgebenden Verein.
Wenn kritische und unabhängige Fans nicht mehr erwünscht sind und wir neuen VIP Logen Platz machen sollen, sind wir durchaus in der Lage die Wahrheit zu vertragen, nur wird eben an diesem Punkt eine Doppelmoral sichtbar, die die Verantwortlichen und ihr Verhalten karikiert. Einerseits werden wir drangsaliert und mit Verboten überhäuft, andererseits werden bei jeder sich bietenden Gelegenheit die kreativen Fans gelobt, die sich in wochenlanger Arbeit ständig neue Choreographien ausdenken und jene auch selbst finanzieren, um ihren Verein würdig vertreten zu können. Ebenso werden die lautstarken Gesänge aus den Fankurven gerne als Indikator für Sieg und Niederlage beschrieben.
Die eingangs gestellte Frage kann also ganz klar mit jein beantwortet werden. Natürlich will man uns, unsere Stimmen, unsere Choreographien, unsere Vereinsliebe.
Nur gibt es diese Dinge nicht ohne ein Mindestmaß an Freiheit. Wir brauchen keine Polizisten, die uns von zu Hause bis in den Gästeblock bringen, wir brauchen keine Ordner, die uns sagen, dass unsere Fahnenstange 2 cm zu lang ist oder der Text des Spruchbandes irgendwem nicht gefällt.
Fans und Vereine brauchen ein konstruktives Verhältnis zueinander und das nicht nur in ihrem Heimatstädten, sondern viel mehr überall. Schließlich sind die Fans die Seelen des Vereins.
Ultras Hannover
11.05.2006
