Suffältester
Ein brisantes Duell - auch bei den Fans
Endspiel um Platz zwei: Noch drei Tage bis zum 84. Nordderby HSV gegen Bremen. Spiel hat die höchste Sicherheitsstufe - die Verantwortlichen bemühen sich um Deeskalation.
Von Marcus Scholz
Hamburg -
"Ein Nordderby gegen Werder Bremen, das Finale um Platz zwei um den direkten Einzug in die Champions League - mehr Brisanz kann ein Saisonabschluß kaum bieten", sagt Sven Freese. Der Fan-Beauftragte des HSV sorgt sich aber nicht allein um das sportliche Ergebnis seines Klubs, vielmehr bemüht sich der 28jährige schon im Vorfeld der Partie um Deeskalation. Freese: "Werder ist für alle HSV-Fans eindeutig der größte Klassenkonkurrent. Von daher herrscht hier erhöhter Aufklärungsbedarf."
Vom Deutschen Fußball-Bund wurde das Spiel in Absprache mit der Polizei mit der höchsten Sicherheitsstufe belegt. "Es wird erstmals, wie später bei der Weltmeisterschaft, getrennte Anfahrtswege für die Fan-Gruppen geben", sagt Freese. "Nach Spielende werden die Bremer Fans von der Polizei bis zum Bahnhof begleitet. Von daher hoffe ich auf relativ wenige Kontaktpunkte." Den Bremer Anhängern jedoch, die vorhaben, länger in Hamburg zu bleiben, droht laut Freese Gefahr. "Das hängt natürlich vom Spielverlauf ab. Aber ein Reeperbahnbesuch in Werder-Montur wäre sicherlich nicht besonders ratsam, das könnte zu Problemen führen. Und da wären auch wir machtlos."
Versucht wird trotzdem alles, auch von Bremer Seite. Seit dem gewaltsamen Tod des Bremer Fans Adrian Maleika im Oktober 1982 im Anschluß an ein Nordderby im alten Volksparkstadion gilt der HSV als gehaßter Konkurrent - neben Bayern München sogar als "Feind" in der Bundesliga, wie Dieter Zeiffer erklärt. "Seit dem Vorfall hat sich das Szenario im Vorfeld der Derbys verschärft", so Zeiffer, der sich seit 13 Jahren in Bremen um die Fan-Belange kümmert. "Aus unserer Sicht hatte es sich natürlich in den letzten Jahren etwas beruhigt, nachdem wir wieder die Nummer eins im Norden waren, dort eher die Häme überwog. Aber dieses Jahr hat sich das Kräfteverhältnis wieder gedreht - da kribbelt es deutlich in unseren Fan-Gruppen, einige Idioten sprechen sogar von Haß. Und ich bin mir sicher: Für die Fans wird dieses Spiel mehr als nur 90 Minuten Fußball."
Schon beim letzten Nordderby in der AOL-Arena, als Bremer Fans ein Plakat enthüllten, auf dem die Skyline Hamburgs unter Bombenbeschuß zu sehen war, wurde die Brisanz des Duells deutlich. "Das ist etwas, was es nie wieder geben wird", schimpft Zeiffer, "das haben wir den Fanklubs klar mitgeteilt. Damals lief der Antrag für die Choreographie über meinen Schreibtisch, ich habe sie dann beim HSV angekündigt. Allerdings wurde ich, was den Inhalt betraf, belogen. So etwas hätte ich nie erlaubt." Konsequenz: Dieses Jahr wird es wohl keine Bremer Choreographie geben. Die HSV-Fans hingegen planen eine Fanaktion über die gesamte Nordtribüne, zudem werden 10 000 Fahnen (Motto: "Hamburg zeigt Flagge") für drei Euro verkauft.
Während Freese auf die Sicherheit im Stadion setzt, sieht Zeiffer unkalkulierbare Risiken. "Wir haben zwar beim Kartenverkauf darauf geachtet, daß Fanklubs die Tickets bekommen. Aber ganz ausschließen, daß auch Idioten darunter sind, kann keiner. Die hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht. Und wenn einer Ärger machen will, dann findet er bei einer derart großen Veranstaltung auch Mittel und Wege."
Besonders die Abspaltung eines Teils der Fangruppe "Ultras" sei gefährlich. "Deshalb können wir nur hoffen und an die Menschen appellieren", sagt Zeiffer, "schließlich wird in diesem Spiel kein Krieg entschieden. Und egal, wer am Ende Dritter wird - sowohl der HSV als auch Werder würden die Champions League sicher auch über den Umweg der Qualifikation erreichen."
erschienen am 10. Mai 2006
Quelle: Hamburger Abendblatt http://www.abendblatt.de/daten/2006/05/10/561224.html
Endspiel um Platz zwei: Noch drei Tage bis zum 84. Nordderby HSV gegen Bremen. Spiel hat die höchste Sicherheitsstufe - die Verantwortlichen bemühen sich um Deeskalation.
Von Marcus Scholz
Hamburg -
"Ein Nordderby gegen Werder Bremen, das Finale um Platz zwei um den direkten Einzug in die Champions League - mehr Brisanz kann ein Saisonabschluß kaum bieten", sagt Sven Freese. Der Fan-Beauftragte des HSV sorgt sich aber nicht allein um das sportliche Ergebnis seines Klubs, vielmehr bemüht sich der 28jährige schon im Vorfeld der Partie um Deeskalation. Freese: "Werder ist für alle HSV-Fans eindeutig der größte Klassenkonkurrent. Von daher herrscht hier erhöhter Aufklärungsbedarf."
Vom Deutschen Fußball-Bund wurde das Spiel in Absprache mit der Polizei mit der höchsten Sicherheitsstufe belegt. "Es wird erstmals, wie später bei der Weltmeisterschaft, getrennte Anfahrtswege für die Fan-Gruppen geben", sagt Freese. "Nach Spielende werden die Bremer Fans von der Polizei bis zum Bahnhof begleitet. Von daher hoffe ich auf relativ wenige Kontaktpunkte." Den Bremer Anhängern jedoch, die vorhaben, länger in Hamburg zu bleiben, droht laut Freese Gefahr. "Das hängt natürlich vom Spielverlauf ab. Aber ein Reeperbahnbesuch in Werder-Montur wäre sicherlich nicht besonders ratsam, das könnte zu Problemen führen. Und da wären auch wir machtlos."
Versucht wird trotzdem alles, auch von Bremer Seite. Seit dem gewaltsamen Tod des Bremer Fans Adrian Maleika im Oktober 1982 im Anschluß an ein Nordderby im alten Volksparkstadion gilt der HSV als gehaßter Konkurrent - neben Bayern München sogar als "Feind" in der Bundesliga, wie Dieter Zeiffer erklärt. "Seit dem Vorfall hat sich das Szenario im Vorfeld der Derbys verschärft", so Zeiffer, der sich seit 13 Jahren in Bremen um die Fan-Belange kümmert. "Aus unserer Sicht hatte es sich natürlich in den letzten Jahren etwas beruhigt, nachdem wir wieder die Nummer eins im Norden waren, dort eher die Häme überwog. Aber dieses Jahr hat sich das Kräfteverhältnis wieder gedreht - da kribbelt es deutlich in unseren Fan-Gruppen, einige Idioten sprechen sogar von Haß. Und ich bin mir sicher: Für die Fans wird dieses Spiel mehr als nur 90 Minuten Fußball."
Schon beim letzten Nordderby in der AOL-Arena, als Bremer Fans ein Plakat enthüllten, auf dem die Skyline Hamburgs unter Bombenbeschuß zu sehen war, wurde die Brisanz des Duells deutlich. "Das ist etwas, was es nie wieder geben wird", schimpft Zeiffer, "das haben wir den Fanklubs klar mitgeteilt. Damals lief der Antrag für die Choreographie über meinen Schreibtisch, ich habe sie dann beim HSV angekündigt. Allerdings wurde ich, was den Inhalt betraf, belogen. So etwas hätte ich nie erlaubt." Konsequenz: Dieses Jahr wird es wohl keine Bremer Choreographie geben. Die HSV-Fans hingegen planen eine Fanaktion über die gesamte Nordtribüne, zudem werden 10 000 Fahnen (Motto: "Hamburg zeigt Flagge") für drei Euro verkauft.
Während Freese auf die Sicherheit im Stadion setzt, sieht Zeiffer unkalkulierbare Risiken. "Wir haben zwar beim Kartenverkauf darauf geachtet, daß Fanklubs die Tickets bekommen. Aber ganz ausschließen, daß auch Idioten darunter sind, kann keiner. Die hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht. Und wenn einer Ärger machen will, dann findet er bei einer derart großen Veranstaltung auch Mittel und Wege."
Besonders die Abspaltung eines Teils der Fangruppe "Ultras" sei gefährlich. "Deshalb können wir nur hoffen und an die Menschen appellieren", sagt Zeiffer, "schließlich wird in diesem Spiel kein Krieg entschieden. Und egal, wer am Ende Dritter wird - sowohl der HSV als auch Werder würden die Champions League sicher auch über den Umweg der Qualifikation erreichen."
erschienen am 10. Mai 2006
Quelle: Hamburger Abendblatt http://www.abendblatt.de/daten/2006/05/10/561224.html
toll ich fahr mittem Bus ..... ich seh mich da schon stehen wie ich den heinis klarmachen muss , was ich mittem Bus dabin und net mittem Zug.... Ohjeee......