Suffältester
Polizei sieht sich gut auf die WM vorbereitet
28 Hooligans sind den Beamten im Rheinisch-Bergischen Kreis bekannt. Sie werden vor der Weltmeisterschaft noch offiziellen Besuch bekommen.
Rhein.-Berg. Kreis. Die Polizei im Rheinisch-Bergischen Kreis freut sich auf die WM und blickt gelassen der Tatsache entgegen, dass Bergisch Gladbach die einzige deutsche Stadt ist, in der mit Brasilien und Korea gleich zwei Nationalmannschaften absteigen. Seit der Auslosung in Leipzig kann die Kreispolizeibehörde konkret planen. Gedanken macht sie sich aber deutlich länger.
Polizeidirektor Manfred Frorath erinnert daran, dass eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe bereits seit 2001 ein Rahmenkonzept aufgestellt hat, welches ständig fortgeschrieben wird. Neben Trainingsstätten und Hotels kümmert sich die Polizei in erster Linie um den öffentlichen Raum. Das sind vor allem Lotsendienste für die Teams, aber auch Plätze, auf denen Menschen auf der Großleinwand WM-Spiele verfolgen.
Die Behörde stimmt sich darüber hinaus eng mit der Bezirksregierung ab. Intensive Kontakte pflegt man zurzeit aber auch zu Leipzig (Spielort für Südkorea), Leverkusen (Trainingsstätte), Bad Homburg (erstes Quartier der Brasilianer) und Dortmund (drittes Vorrundenspiel der Brasilianer).
Hans-Dieter Husfeldt aus Wermelskirchen ist einer der beiden "Polizeiführer WM 2006" und hat sich auf das Thema Gewalt spezialisiert. Er ist aber überzeugt, dass "die absolute Mehrheit der Fans in friedlicher Absicht kommen". Denen sei die Polizei besonders verpflichtet, indem sie dafür sorgt, dass es friedlich bleibt. Husfeldt hat sich erst einmal schlau gemacht, welche Begriffe es in der Sprache der Fans gibt.
Dabei ist er unter anderem über die "Ultras" gestolpert. Das seien die Fans in Vereinskluft mit Riesenfahnen und Clubmitgliedskarte. "Hooligans" hingegen seien meist neutral gekleidet und gewaltbereit. Wobei die eigentliche Auseinandersetzung weniger in den Stadien stattfindet, weil die Polizei dort präsent sei.
Hans-Dieter Husfeldt weiß, dass sich diese Szene zum Beispiel an einer Autobahn-Raststätte trifft. Er appelliert in dem Zusammenhang an die Bevölkerung: "Wenn Sie feststellen, dass sich Hooligans zusammenrotten, rufen Sie die 110 an." Im Rheinisch-Bergischen Kreis sind der Polizei 28 Menschen bekannt, die als Hooligans gelten. "Die werden mit Hausbesuchen rechnen müssen. Wir werden sie bitten, sich zurückzuhalten", kündigt Husfeld an. Die 28 bekannten Gesichter hätten in den meisten deutschen Stadien Hausverbot. Je nach ihrer Reaktion könnte ihnen für die WM noch die Auflage drohen, sich bei bestimmten Polizeidienststellen fernab der Spielstätten zu melden.
Die Kreispolizeibehörde hat bisher keine Hinweise auf besondere Gefährdung für Nationalmannschaften in ihren Hotels oder auf den Trainingsplätzen, ergänzte Andreas Koch von der Polizei in Bergisch Gladbach. Er kündete an, dass der Lotsendienst zu Flughafen, Training oder Spielen "in der Regel ohne Sonderrechte" erfolgen werde. "Wir wollen die Auswirkungen der WM auf die Bevölkerung möglichst gering halten."
Es gebe während der WM eine ganz enge Urlaubsregelung, allerdings kein generelles Urlaubsverbot, weil der Alltag vor und nach der WM ja auch noch warte. "Wir gehen im Übrigen von einem ebenso friedlichen wie schönen Fest aus", sagte Koch vor allem im Bezug auf die vielen Veranstaltungen, auf denen unter der Regie von Vereinen und Gaststätten gemeinsam Spiele verfolgt werden.
Das gilt auch für das eine oder andere öffentliche Training. Die Mannschaften sind während der Vorrunde zu jeweils einem öffentlichen Auftritt verpflichtet. "Die Erfahrungen des Confed-Cups zeigen allerdings, dass die Brasilianer in dieser Hinsicht sehr flexibel sind und gerne mal nur ein Show-Training machen", schmunzelt Koch.
Die Polizei werde im Übrigen darauf achten, dass der betrunkene Randalierer, der aus der ersten Kneipe verwiesen wird, nicht einfach in die zweite Kneipe torkelt. Falls nötig, werde die Polizei solche Menschen auch in Gewahrsam nehmen. Das Amtsgericht Bensberg hat bereits zugesichert, dass Richter nach Brühl zum Haftprüfungstermin kommen.
Dazu hat sich die hiesige Polizei auch vorbereitet und zum Beispiel etwas über die Mentalität der anderen Nationen gelesen. "Und wenn hier ein ausgeraubter Koreaner in der Wache auftaucht", erläutert Koch, "dann werden wir ihn unterbringen und verpflegen und Kontakt mit seiner Botschaft aufnehmen."
10.05.06
Von Thomas Wintgen
Quelle: Westdeutsche Zeitung http://www.wz-newsline.de/sro.php?redid=115549
28 Hooligans sind den Beamten im Rheinisch-Bergischen Kreis bekannt. Sie werden vor der Weltmeisterschaft noch offiziellen Besuch bekommen.
Rhein.-Berg. Kreis. Die Polizei im Rheinisch-Bergischen Kreis freut sich auf die WM und blickt gelassen der Tatsache entgegen, dass Bergisch Gladbach die einzige deutsche Stadt ist, in der mit Brasilien und Korea gleich zwei Nationalmannschaften absteigen. Seit der Auslosung in Leipzig kann die Kreispolizeibehörde konkret planen. Gedanken macht sie sich aber deutlich länger.
Polizeidirektor Manfred Frorath erinnert daran, dass eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe bereits seit 2001 ein Rahmenkonzept aufgestellt hat, welches ständig fortgeschrieben wird. Neben Trainingsstätten und Hotels kümmert sich die Polizei in erster Linie um den öffentlichen Raum. Das sind vor allem Lotsendienste für die Teams, aber auch Plätze, auf denen Menschen auf der Großleinwand WM-Spiele verfolgen.
Die Behörde stimmt sich darüber hinaus eng mit der Bezirksregierung ab. Intensive Kontakte pflegt man zurzeit aber auch zu Leipzig (Spielort für Südkorea), Leverkusen (Trainingsstätte), Bad Homburg (erstes Quartier der Brasilianer) und Dortmund (drittes Vorrundenspiel der Brasilianer).
Hans-Dieter Husfeldt aus Wermelskirchen ist einer der beiden "Polizeiführer WM 2006" und hat sich auf das Thema Gewalt spezialisiert. Er ist aber überzeugt, dass "die absolute Mehrheit der Fans in friedlicher Absicht kommen". Denen sei die Polizei besonders verpflichtet, indem sie dafür sorgt, dass es friedlich bleibt. Husfeldt hat sich erst einmal schlau gemacht, welche Begriffe es in der Sprache der Fans gibt.
Dabei ist er unter anderem über die "Ultras" gestolpert. Das seien die Fans in Vereinskluft mit Riesenfahnen und Clubmitgliedskarte. "Hooligans" hingegen seien meist neutral gekleidet und gewaltbereit. Wobei die eigentliche Auseinandersetzung weniger in den Stadien stattfindet, weil die Polizei dort präsent sei.
Hans-Dieter Husfeldt weiß, dass sich diese Szene zum Beispiel an einer Autobahn-Raststätte trifft. Er appelliert in dem Zusammenhang an die Bevölkerung: "Wenn Sie feststellen, dass sich Hooligans zusammenrotten, rufen Sie die 110 an." Im Rheinisch-Bergischen Kreis sind der Polizei 28 Menschen bekannt, die als Hooligans gelten. "Die werden mit Hausbesuchen rechnen müssen. Wir werden sie bitten, sich zurückzuhalten", kündigt Husfeld an. Die 28 bekannten Gesichter hätten in den meisten deutschen Stadien Hausverbot. Je nach ihrer Reaktion könnte ihnen für die WM noch die Auflage drohen, sich bei bestimmten Polizeidienststellen fernab der Spielstätten zu melden.
Die Kreispolizeibehörde hat bisher keine Hinweise auf besondere Gefährdung für Nationalmannschaften in ihren Hotels oder auf den Trainingsplätzen, ergänzte Andreas Koch von der Polizei in Bergisch Gladbach. Er kündete an, dass der Lotsendienst zu Flughafen, Training oder Spielen "in der Regel ohne Sonderrechte" erfolgen werde. "Wir wollen die Auswirkungen der WM auf die Bevölkerung möglichst gering halten."
Es gebe während der WM eine ganz enge Urlaubsregelung, allerdings kein generelles Urlaubsverbot, weil der Alltag vor und nach der WM ja auch noch warte. "Wir gehen im Übrigen von einem ebenso friedlichen wie schönen Fest aus", sagte Koch vor allem im Bezug auf die vielen Veranstaltungen, auf denen unter der Regie von Vereinen und Gaststätten gemeinsam Spiele verfolgt werden.
Das gilt auch für das eine oder andere öffentliche Training. Die Mannschaften sind während der Vorrunde zu jeweils einem öffentlichen Auftritt verpflichtet. "Die Erfahrungen des Confed-Cups zeigen allerdings, dass die Brasilianer in dieser Hinsicht sehr flexibel sind und gerne mal nur ein Show-Training machen", schmunzelt Koch.
Die Polizei werde im Übrigen darauf achten, dass der betrunkene Randalierer, der aus der ersten Kneipe verwiesen wird, nicht einfach in die zweite Kneipe torkelt. Falls nötig, werde die Polizei solche Menschen auch in Gewahrsam nehmen. Das Amtsgericht Bensberg hat bereits zugesichert, dass Richter nach Brühl zum Haftprüfungstermin kommen.
Dazu hat sich die hiesige Polizei auch vorbereitet und zum Beispiel etwas über die Mentalität der anderen Nationen gelesen. "Und wenn hier ein ausgeraubter Koreaner in der Wache auftaucht", erläutert Koch, "dann werden wir ihn unterbringen und verpflegen und Kontakt mit seiner Botschaft aufnehmen."
10.05.06
Von Thomas Wintgen
Quelle: Westdeutsche Zeitung http://www.wz-newsline.de/sro.php?redid=115549