Allez les Ivoiriens!

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Die Mission der Elefanten

Von Ullrich Fichtner

Dass Sport und Politik miteinander nichts zu tun hätten, darüber können die Nationalspieler der Elfenbeinküste nur lachen. Sie werden bei der WM in Deutschland auch um den Frieden in ihrem Land kämpfen.

Es sind Flugzeuge über der Stadt, vierstrahlige Uno-Maschinen, sie zeigen ihre grauen Bäuche im Tropenhimmel, sie überfliegen Abobo im Norden, seine erdigen Slums und Märkte, sie überfliegen die Prachtbauten der Reichen und Mächtigen von Cocody, sie landen Schlag auf Schlag in Abidjan, und wenn gerade Sonntag ist, später Nachmittag, dann passieren sie im Sinkflug grob geschätzt 2000, 3000 zeitgleich laufende Fußballspiele.

Kinder füllen die Straßen, Halbstarke sind auf den Plätzen, wenn aus der Vier-Millionen-Stadt an der Atlantikküste langsam die größte Hitze weicht, dann beginnt das große Spiel, überall. Sie spielen am Hafen, an den Stränden, auf Parkplätzen, unter Palmen, sie spielen auf zwei Tore oder nur auf ein Tor, auf Kleiderhaufen, sie schießen auf Tore, markiert von Ästen, Mülltüten, Waschpulvertonnen.

Die Bälle springen so unkontrollierbar auf wie Rugby-Eier, bei Pfostenschüssen wollen die morschen Tore umstürzen, und es sind ständig - weil auch am Spielfeldrand überall Knäuel von Kindern ihre Turniere spielen - zwei, drei Bälle auf dem Feld, aus Plastik, aus Leder, aus verknoteten Lumpen.

Bei Torschüssen zischt der Ball durch die löchrigen Netze, so dass nach jedem Treffer diskutiert werden muss, im Pulk um den Schiedsrichter, ob überhaupt ein Tor gefallen sei. Das Spielfeld endet nicht an Linien, sondern dort, wo die Füße des Publikums beginnen, und die Zuschauer tragen Sonntagskleidung, frische Trikots, die doppelt hell leuchten im Ocker, im Umbra, im fahlen Braun westafrikanischer Luft: Juventus Turin. Paris St. Germain. Arsenal London. Bayern München. Ajax Amsterdam. FC Barcelona.

Auch in Yopougon, dem westlichen Teil Abidjans, spielen sie. Frauen in grellem Tuch kreuzen die Spielfelder mit gewaltigen Kopflasten, Eselskarren ziehen durch die Tore, Ziegenmärkte ufern aus in den Strafraum, es weht Wäsche hinter jeder Szene, vor jedem Haus, und vor jedem fünften steht ein verwitterter, handbemalter Kickertisch. Hier, in einem verwinkelten Viertel aus einstöckigen, fensterlosen Betonbauten, trat Didier Zokora, den sie den "Maestro" nennen, zum ersten Mal gegen einen Ball.

Zokora trägt die Nummer 5 der Nationalmannschaft von Côte d'Ivoire. Mit 17 schon, vor 8 Jahren, machte er sein erstes Spiel für die Elefanten, es gab ein 2:2 gegen Tunesien, 1998 in Abidjan. Zokora kam damals zur Halbzeit, und er wurde seitdem nicht mehr oft ausgewechselt.

Es gibt Mittelfeldspieler, die eigentlich Stürmer sind, und solche, die besser Verteidiger wären. Zokora ist für die Mitte geboren, er ist für das Kraftzentrum des Fußballs gemacht, für das mittlere Drittel des Geschehens, wo sich ständig zehntausend Optionen bieten, wo das Spiel keinen Rand hat, wo die Mannschaft im Angriff in Splittersekunden die wesentlichen Entscheidungen zu fällen hat.

Zokora ist schnell, und er war es von klein auf. In den Straßen um sein Elternhaus finden sich Augenzeugen dafür in Scharen, Freunde von damals, gealterte Talente, die mit ihm spielten im Staub der Straßen. Er war nicht nur ein schneller Läufer, sondern schnell vor allem in den Hüften, in den Schultern, im Becken, er ist es geblieben, bis heute, und das bringt ihm, Mann gegen Mann, endlose Möglichkeiten der Täuschung.

Zokora kann eine Bewegung seines Körpers binnen eines Wimpernschlags zurücknehmen und in die Gegenrichtung drehen, er gibt seinen Gegnern Rätsel auf, über die sie noch grübeln, wenn er schon, längst an ihnen vorbei, seine Mitspieler mit schnurgeraden Pässen bedient.

GEFUNDEN IM SPIEGEL SPECIAL
Illustration Tim O'Brien für SPIEGEL special
Was der Fußball über die Welt erzählt, das ist das Thema des neuen SPIEGEL special, in dem auch dieser Beitrag zu lesen ist. Das special kostet 5 Euro und ist ab Dienstag im Handel erhältlich.

Seine Karriere lässt sich auf viele Weisen erzählen: Die einfache Variante ist die Geschichte vom Kind aus armer afrikanischer Vorstadt, das durch Talent und Fleiß und Gottesglauben seine Ziele erreicht. Er wurde entdeckt erst in seiner Straße, dann in seinem Viertel, dann in Yopougon, dann kannte man ihn bald in ganz Abidjan. Er spielte für ASEC Mimosas, das ist das Bayern München Westafrikas, er wurde gezogen für die Nationalmannschaft der Junioren, reiste mit ihr zu Turnieren, wurde entdeckt, gekauft, und jetzt findet um ihn, in diesen Wochen und Monaten vor der WM 2006, ein Bietergefecht statt, in dem es um Millionen geht.

Es geht für Zokora, den im Moment noch unersetzbaren Regisseur des AS St. Etienne, um den Durchbruch in die Champions League. Es geht um Namen wie Chelsea. Wie Manchester. Wie Lyon. Turin. Mailand.

Seine Eltern wohnen jetzt in einem großen Haus in Yopougon, das aussieht wie ein Bunker hinter hohen Mauern, ein Geschenk des erfolgreichen Sohns, bezahlt vom ersten Geld, das er als Profi in Europa verdiente. Der Bau steht in einem Zug besserer Straßen, dort parken schöne Autos vor Garagen, und kein Marktbetrieb stört die Ruhe der Tage.

In der Mauer öffnet sich eine Metalltür auf einen kleinen Hof, dort sitzt Zokoras Vater Augustin wie ein Fürst, in knöchellangem, besticktem Gewand. Im Schatten lungern die Brüder. Vater Zokora ist ein an der Diabetes erkrankter Mann, das Weiß seiner Augen schimmert gelb. "Ich bin nur noch am Leben", sagt er, "weil mir Didier die Operationen bezahlt hat."

Alphonsine, die Mutter, eine Kindergärtnerin, die noch immer jeden Tag arbeiten geht, für 170 Euro Lohn im Monat, bittet in den Salon, es ist Sonntag. Der Weg führt vorbei an kleinen Schreinen für die Heilige Mutter Gottes von Lourdes, drinnen der große Raum ist gerichtet wie für ein Fest, Schüsseln mit Essen stehen auf breiten Tischen, Frauen sitzen die Wand entlang, in üppigen Gewändern, Kreuze um den Hals oder Schleier um den Kopf, es ist eine Szene wie aus einem Traum. "Didier hat mir zum Geburtstag ein Auto geschenkt", sagt die Mutter, "stellen Sie sich vor: einen BMW, mit einem Chauffeur."

Danach spricht sie lange und liebevoll von ihrem Kind, einem von sieben: Fünf Brüder hat Zokora und eine Schwester. Die Mutter erinnert sich der Zeiten, als der Kleine verschwunden war, tagelang, verstrickt in seine endlose Fußballspielerei. Sie erzählt, wie sie seine Kleider versteckte, um ihn am Spielen zu hindern, und wie er sich trotzdem davonmachte, nur mit einem Tuch um die Lenden.

Die Nationalelf: eine Melange der Ethnien und Religionen

Als die Familie noch zu neunt in engen Räumen lebte, die Küche dort nur ein schwarzes, verrußtes Erdloch, lief die halbe heutige Nationalmannschaft der Elfenbeinküste durch die Wohnung der Zokoras - zehn-, elfjährige Knaben damals, die nicht in die Schule wollten, nicht an den Esstisch, nicht ins Bett, die immerfort die Welt vergaßen, sobald in der Nähe irgendwo das schmatzende Geräusch eines aufspringenden Balls zu hören war.

Hat sie noch Kontakt zu den anderen Müttern? Alphonsine Zokora macht ein leeres Gesicht, dann lacht sie laut und schallend. Sie macht eine große Armbewegung durch ihr Wohnzimmer und sagt: "Aber sie sind doch alle hier!" Dort, an der Wand, lachen jetzt all die anderen Frauen, die festlich gekleideten Gäste, es sind die Mütter von Arouna Koné, PSV Eindhoven, von Bakari Kone, O.G.C. Nizza, von Emmanuel Eboue, Arsenal London, von Aruna Dindane, RC Lens, von Arthur Boka, RC Strasbourg, von Jean-Jacques Tizié, Espérance Tunis.

Es fehlen ein paar, die Mütter von Kolo Touré, Arsenal London, von Bonaventure Kalou, Paris St. Germain, sie haben sich entschuldigt, denn dies hier ist eine Vereinssitzung, ein Treffen der Amef, und Amef heißt so viel wie "Mütterclub der Elefanten". Gewiss wäre auch Madame Drogba dabei, die Mutter des Sturmwunders von Chelsea. Aber die Familie hat das Land verlassen, vor 20 Jahren schon, als Didier Drogba vier Jahre alt war.

Zokoras Elternhaus in Yopougon ist jetzt voller Geschichten bis in den Abend hinein, die Mütter schnattern durcheinander, Frauen aus dem Norden, Frauen aus dem Süden, Frauen, die zu Allah halten, und Frauen, die zur Mutter Maria beten. Man muss das erwähnen, wenn es um die Elfenbeinküste geht, denn es geht dabei vor allem um Zwietracht und Krieg.

Es hätte aus Didier Zokora und den anderen Söhnen weit weniger und weit weniger Vorzeigbares werden können, das betrifft eine andere Möglichkeit, die Geschichte Zokoras zu erzählen. Denn als er reif wurde, vor sechs Jahren, für die europäischen Ligen, als sich für ihn die kühnen Hoffnungen erfüllten, zerfiel in seinem Rücken die Heimat, Stück für Stück.

Als er 1999 bei einem Juniorenturnier in Toulon von den Spähern des belgischen Erstligisten KRC Genk entdeckt wurde, putschte sich daheim General Robert Gueï mit Teilen der Armee an die Macht und beendete eine Epoche von 39 Jahren ruhiger, postkolonialer Geschichte.

Ein Jahr später wagte Zokora wirklich den Sprung nach Genk. Und trotz Fremde und Kälte gelang es ihm, sich in den ersten Spielen als zentraler Mittelfeldspieler zu etablieren. Zurück in der Heimat ließ sich Laurent Gbagbo im Zuge frisierter Wahlen zum Präsidenten wählen. Die neue Führung ging daran, den Reichtum des Landes für die eigenen Clans nutzbar zu machen, vor allem die Gewinne aus der weltgrößten Kakaoproduktion, und sie diktierte dem Volk eine Debatte darüber, wer eigentlich Ivorer sei und wer nicht - ein giftiger Gedanke in einem Land, in dem bis dahin 60 Ethnien geräuschlos miteinander gelebt hatten.

Zokora wurde mit Genk 2002 belgischer Fußballmeister. In der Champions League schieden sie sieglos nach der Vorrunde aus, unter anderem von Real Madrid mit 6:0 nach Hause geschickt. In der Elfenbeinküste brach jetzt der Krieg aus. Das Land zerfiel in Nord und Süd, Teile der Armee desertierten und formierten sich im Norden neu als Rebellenbewegung. Es wurde entlang willkürlichen ethnischen und religiösen Linien gekämpft, es wurde geschossen, gebombt, gestorben.

Im Jahr darauf sah sich Zokora erstmals umworben, von Lille damals noch, von Auxerre, von Straßburg und Nantes. Für seine Heimat handelte Frankreich, bis 1960 Kolonialherr der Elfenbeinküste, die Bildung einer Regierung "der nationalen Versöhnung" aus, man gelobte die Entwaffnung der verfeindeten Parteien, aber deren Mühen währte nicht lang.

Ein Jahr später, als Zokora 2004 seinen Fünfjahresvertrag bei AS St. Etienne unterschrieb, zerbrach in Yamoussoukro, der kleinen künstlichen Hauptstadt der Côte d'Ivoire, die Einheitsregierung, man hörte von rassistischen Mordtaten, und von April an standen über 6000 Uno-Blauhelme im Land, um die verfeindeten Landesteile durch eine Pufferzone zu trennen.

Mit der Nationalmannschaft spielte Zokora um die Qualifikation für die WM in Deutschland. Sie spielten, bis auf den Torhüter alle europäische Exilanten, mit bangem Herzen für ihr Land, in dem die meisten von ihnen Kinder waren, Kinder des Nordens, Kinder des Südens. Bis heute ist die Equipe eine Melange der Ethnien und Religionen kreuz und quer zu den Bürgerkriegsfronten, niemand stört sich daran bei Siegesfeiern, und im Team hätte keiner sich je die Frage gestellt, ob er ein "richtiger" oder ein nur "zugewanderter" Ivorer sei.

Sie spielten Fußball. Gegen Libyen und Ägypten im Juni 2004, gegen Kamerun im Juli, gegen Sudan im September, gegen Benin im Oktober, sie spielten gut, sie wurden, in den Kampfpausen zu Hause, wie Götter gefeiert. Aber im Lauf der Monate heizte sich die Lage im Land weiter auf. Im November 2004 flog die Luftwaffe Angriffe auf Ziele im Norden, in Abidjan verwüsteten präsidententreue Milizen internationale Reisebüros, französische Schulen, oppositionelle Zeitungen, ein Mob zog durch die Stadt und ließ alle Weißen, und die Franzosen zumal, Spießruten laufen.

Frankreich verstärkte seine Militäroperation "Licorne" auf 6000 Mann, es wurde mit dem Schlimmsten gerechnet, es wurden 6000 Ausländer über eine dramatisch inszenierte Luftbrücke evakuiert, der Uno-Sicherheitsrat tagte, sanktionierte, die EU appellierte, und in Leitartikeln fanden sich Vergleiche mit der Lage in Ruanda vor den Massakern. Die Elfenbeinküste war nicht mehr das Land, in dem Zokora Kind war. Sie war jetzt ein hässliches Bild in den Fernsehnachrichten.

Das hörte nicht auf im Jahr 2005. Zokoras Spielkunst weckte das Interesse von Monaco, Lyon und Marseille. Das Nationalteam kämpfte in der Rückrunde der Qualifikation um die erste WM-Teilnahme des Landes, im März gegen Benin, im Juni gegen Libyen und Ägypten. Im Oktober fanden die von der Uno geforderten Neuwahlen nicht statt, weil sich Amtsinhaber Gbagbo, ein korrupter kleiner König, das Mandat per Dekret verlängerte.

Es half ihm sehr, dass sich im Oktober, am 8. des Monats, das "Wunder von Omdurman" ereignete: Die Elfenbeinküste qualifizierte sich mit einem 3:1-Sieg gegen Sudan doch noch für die verlorengeglaubte WM-Teilnahme, weil Kamerun in der Nachspielzeit gegen Ägypten den entscheidenden Elfmeter verschoss und den Gruppensieg verschenkte.

Die Elefanten wurden eingeflogen zum Triumphzug, in einer vom Präsidenten gestellten Maschine, die Massen in Abidjan umlagerten den Flughafen Félix Houphouët-Boigny schon Stunden vor der Landung, dann fuhren die Helden in offenen Wagen, Soldaten mit Kalaschnikows an der Seite, in stundenlanger Kriechtour zum Präsidentenpalast, wurden fürstlich bewirtet, wurden von Gbagbo zu "Rittern des Verdienstordens" geschlagen und mit dem Versprechen verabschiedet, jeder von ihnen werde für die WM-Qualifikation eine Villa in Abidjan im Wert von Millionen als Geschenk erhalten.

Dass Sport und Politik miteinander nichts zu tun hätten, das ist kaum irgendwo eine so leere Behauptung wie im Lande Côte d'Ivoire. Die Unruhe in der Heimat überträgt sich auf die Nationalmannschaft der Fußballer und auf ihr Spiel, das war nirgends deutlicher zu spüren als während des Afrika-Cups im Januar und Februar dieses Jahres.

Im Mannschaftshotel weit draußen am Kairoer Airport herrschte gedämpfte Stimmung selbst nach den schönen Siegen gegen Kamerun und Nigeria. Junge Spieler kamen bedrückt die Treppe vom Speisesaal herunter, und wer sie nach dem Grund fragte, bekam zur Antwort, dass es zu Hause schlechte Nachrichten gebe.

Didier Drogba, Chelseas Star, brach Gespräche ab, mit dem italienischen Fernsehen einmal, als er merkte, dass seine Gegenüber nichts von der Lage in der Elfenbeinküste wussten. Bei allen Begegnungen mit den Spielern herrschte eine Stimmung, als hätten sie keine Lust, über Fußball zu reden, wo es so viel Wichtigeres, Existentielleres zu besprechen gab.

Henri Michel, der französische Trainer der Elefanten, Kettenraucher und ein Genie seines Fachs, der 1994 Kamerun zur WM in die USA coachte, 1998 Marokko zur WM in Frankreich, jetzt die Elfenbeinküste, er machte im Garten des Mövenpick mehrmals hintereinander eine Bewegung, als müsste er einen tonnenschweren Rucksack schultern. "Das ist die Lage meiner Leute", sagte er. "Sie laufen mit viel Gepäck auf. Sie glauben, der Frieden hängt von ihnen ab." Er sagte das ohne Ironie.

Einer wie er, abgebrüht durch jahrelange Erfahrungen mit Afrika, durch die Welt gekommen, kann sich darüber mokieren, wenn in Abidjan von Zeit zu Zeit "Menschen meiner Hautfarbe nicht so gern gesehen werden". Aber um seine Leute ist es ihm bang. Sie sind jung, sie sind naiv, sie nehmen die Dinge persönlich. Er bekniet sie zwar, an nichts als an Fußball zu denken, wenn sie beim Anpfiff stehen. Er predigt ihnen, dass Fußball die eine Sache sei und Politik eine andere. Dass Schüsse auf dem Spielfeld mit Schüssen aus Gewehren nichts zu tun haben. Aber die prekäre Lage in der Heimat läuft immer mit aufs Feld, als zwölfter Mann, wenn die Elefanten kommen. Sie fühlen sich zum Siegen moralisch verpflichtet, weil Siege die Nerven beruhigen. Niederlagen aber verschärfen die Wut. Sie wollen, in der Gefahr, das Rettende sein.

Es ist deshalb doppelt schwer, ein ivorischer Nationalspieler zu sein in diesen Zeiten. Auf Titelseiten von Sportmagazinen werden Drogba und Co. als hartgesottene Söldner gefeiert, als furchterregende schwarze Fußballmacht, aber wenn sich die Tür schließt hinter ihnen und sie auf ihren Zimmern Trainingspause haben, produzieren sie unglaubliche Telefonrechnungen bei ängstlichen Gesprächen mit ihren Müttern, Brüdern, Schwestern. Sie haben, sagt man im Sport, den Kopf nicht frei. Sie spielen nicht. Sie befinden sich auf einer Friedensmission.

Didier Zokora federt die Treppe herunter in die Kairoer Hotellobby während des Afrika-Cups. Er ist ein mittelgroßer, drahtiger Mann, 25 Jahre, 1,79 Meter groß, 72 Kilogramm schwer, er wirkt größer auf dem Feld, massiver auch. Er macht für die Mannschaft oft den Spaßvogel, er tanzt, wenn die anderen muffig im Bus sitzen, er singt, wenn die anderen schlafen wollen. Er trägt Ringe in beiden Ohren, Gold um den Hals, er ist einer, der leichtsinnig wirkt, zuerst, unbelastet, frei.

Aber Zokoras Gesicht, aus der Nähe, das ist ein seltsam erschüttertes Gesicht. Es hellt sich auf, wenn er von seiner Zeit als Internatszögling in der Fußball-Akademie des ASEC Mimosas erzählt, dem einzigen Trainingszentrum in Abidjan nach europäischen Maßstäben, mit flachen, gepflegten Rasenplätzen, präzise gekalkten Linien, Umkleide- und Duschräumen. Dort lebte und lernte Zokora, dort lebte und lernte die Hälfte des heutigen Nationalkaders der Elfenbeinküste.

Zokora erzählt von seiner Ankunft in Belgien, er erzählt vom Schock des damals 19-Jährigen darüber, wie anders Europa war als in den Kinderträumen, wie kalt die Winter, wie versalzen das Essen. Er wusste nicht, dass die Menschen in Belgien Flämisch, aber oft kein Französisch sprechen, und fast wäre er wieder abgereist, als er davon erfuhr. Dass sie im Stadion Affenrufe machten, wenn er am Ball war, darüber lacht er heute, aber dieses Lachen hat einen bitteren Kern.

Was ihn wirklich umtreibt, das ist der Krieg. Die Krise daheim vergällt ihm die Freude über jeden Erfolg. Der Krieg macht den Fußball klein und nebensächlich, er entwertet die Karrieren der Spieler. Sie alle sitzen in der Fremde wie Urlauber mit schlechten Nachrichten von zu Hause. "Die Elfenbeinküste", sagt Zokora, "war ein Vorbild, ein Leuchtturm in Westafrika, verstehst du? Jetzt ist das Land wie ein krankes Kind, und es ist unser Kind, und deshalb wollen wir alles tun, alles, damit es wieder gesund wird."

Wer Zokoras Heimat in den Wochen nach dem Afrika-Cup besucht, nimmt vom Bürgerkrieg nur ein fernes Rauschen wahr. Es sind in Abidjan viele Uniformen zu sehen, viele Straßensperren zu passieren, und es sind auf den Hauptstraßen viele Militärtransporte unterwegs. Aber es wird nicht geschossen, es wird selten mit Waffen gefuchtelt, es wird nicht geplündert oder sonst Gewalt inszeniert.

Der Krieg ist in Abidjan vor allem eine Fernsehnachricht aus den nördlichen Landesteilen, ein Zeitungsbericht über die Friedensverhandlungen im Golf-Hotel, wo die Unterhändler aus New York, Brüssel und Paris seit Jahresbeginn den Frieden suchen. In der Lobby streichen Bodyguards der Präsidentenfamilie um die Tische und versprechen Interviewtermine, es laufen Offizielle mit Aktenmappen von links nach rechts und zurück, vielleicht ist das die Ruhe, wie man sagt, im Auge des Orkans.

Aber wer sich nicht für Krieg, sondern für den Fußball interessiert, muss einmal hinausfahren vor die Tore Abidjans, wo das Waisenhaus von Bingerville liegt. Es war einmal die Regierungszentrale der Elfenbeinküste, der Palast des französischen Kolonialverwalters. Das Haus ist eine große, verspielte Villa mit breiten Veranden, die Fassade aus Tropenhölzern geschnitzt, die Fenster schauen hinunter, weit, auf flirrende Inseln, dahinter zieht der Atlantik seinen Strich am Horizont.

Die Beete des Vorgartens formen sich kunstvoll zu einem Elefantenkopf, und am Nachmittag, wenn die größte Hitze weicht, füllt sich der Garten mit Kindern. Es sind Kinder, die ihre Eltern verloren haben, durch Unfälle, durch Mordtaten, durch die Tumulte des Bürgerkriegs.

Sie tragen Schuluniformen in Grau, fünf-, sechsjährige Jungen, sie vergessen bald die Villa, die Hitze, ihre Verluste. Denn sie bilden jetzt einen lärmenden Pulk um einen Ball, sie lachen und kreischen und werfen die Köpfe und Arme, und der Ball ist nichts als eine Plastiktüte, rund gestopft mit Blättern und Gras. Das ist es. Fußball. Glück des Augenblicks. Sekunden des Friedens. Genau darum geht es, wenn die Elefanten spielen.


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Elfenbeinküste: Hamburgs Demel im Aufgebot - 15.05.2006 15:32
Drogba Star beim WM-Neuling

Ohne einen einzigen Spieler, der in der heimischen Liga beschäftigt ist, wird die Elfenbeinküste bei der WM in Deutschland antreten. Henri Michel, französischer Trainer des WM-Neulings, berief 23 Profis, die allesamt im Ausland beschäftigt sind. Unumschränkter Herrscher im Team der Ivorer ist Chelseas Superstürmer Didier Drogba.
Das Gros der Spieler kommt aus Frankreich, wo insgesamt 13 der 23 Spieler beschäftigt sind. Mit Keeper Jean-Jacques Tizie ist nur ein Spieler noch in Afrika unter Vertrag. Der 33-Jährige steht bei Esperance Tunis in Tunesien unter Vertrag.
Auch ein Bundesliga-Akteur wird für die Ivorer bei der WM am Ball sein. Hamburgs Defensivspezialist Guy Demel schaffte den Sprung in den Kader. Somit wird der 24-Jährige im Auftaktspiel der Westafrikaner am 10. Juni in Hamburg gegen den zweimaligen Weltmeister Argentinien in seiner "Heimatspielstätte" auflaufen können.
Angeführt wird das Aufgebot von Chelseas Superstar Didier Drogba. Auf den Schultern des 28-Jährigen ruhen die Hoffnungen des kleinen Landes, das seit langem von ethnischen Spannungen heimgesucht wird. Zusammen mit Drogba dürfte Aruna Dindane (RC Lens) den ersten Sturm bilden.

Das WM-Aufgebot der Elfenbeinküste im Überblick:

Tor: Jean-Jacques Tizie (Esperance Tunis/Tunesien), Boubacar Barry Copa (KSK Beveren/Belgien), Gerard Gnanhouan (SC Montpellier/Frankreich)

Abwehr: Cyrille Domoraud (US Creteil/Frankreich), Blaise Kouassi (ES Troyes/Frankreich), Abdoulaye Meite (Olympique Marseille/Frankreich), Etienne Arthur Boka (Racing Straßburg/Frankreich), Abib Kolo Toure, Emmanuel Eboue (beide FC Arsenal/England), Marc Zoro (FC Messina/Italien)

Mittelfeld: Didier Zokora (AS St. Etienne/Frankreich), Emerse Fae (FC Nantes/Frankreich), Kanga Gauthier Akale (AJ Auxerre/Frankreich), Romaric Ndri Koffi (Le Mans Union Club 72/Frankreich), Gnegneri Yaya Toure (Olympiakos Piräus/Griechenland), Gilles Yapi Yapo (Young Boys Bern/Schweiz), Guy Demel (Hamburger SV/Deutschland)

Angriff: Bakari Kone (OGC Nizza/Frankreich), Didier Drogba (FC Chelsea/England), Arouna Kone (PSV Eindhoven/Niederlande), Bonaventure Kalou (FC Paris St.Germain/Frankreich), Abdoul Kader Keita (OSC Lille/Frankreich), Aruna Dindane (RC Lens/Frankreich)

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Fußball spielt keine große Rolle in dem Tropenland am Golf von Guinea und das wird sich auch nicht ändern, da Segeln sehr viel populärer ist. Umso beeindruckender ist die Tatsache, dass sich die Kicker von der Elfenbeinküste qualifiziert haben. In einer Gruppe mit Kamerun und Ägypten zählte die Elfenbeinküste sicherlich nicht zu den Favoriten. Doch Top-Spieler wie Didier Drogba und Guy Demel haben Elfenbeinküste zur Endrunde geschossen.

Guy Demel, Spieler des Hamburger SV, ist eigentlich in Frankreich geboren und aufgewachsen. Da er die Wahl zwischen der Elfenbeinküste und Frankreich hatte, entschied er sich, für das Land seiner Eltern zu spielen. Der Mittelfeldspieler des HSV startete seine Karriere bei Arsenal London bevor er zum BVB wechselte. Seit dem Sommer 2005 spielt er beim HSV und erfolgreich seiner Nationalmannschaft.

Demels guter Freund Didier Drogba ist ebenfalls einer der wichtigsten Spieler in der Elfenbeinküste. Der Stürmer spielte schon bei Vereinen wie Le Mans, Marseille und seit 2004 bei Chelsea London. Drogba ist sicherlich der Namenhafteste Spieler der Elfenbeinküste. Bisher machte er 20 Länderspiele und erzielte 10 Tore.

Erst am letzten Spieltag der Qualifikation stand fest, dass sich die Elfenbeinküste für die WM qualifiziert hatte. Durch einen Patzer der Kameruner im Spiel gegen Ägypten, welches 1:1 ausging, und durch einen 3:1 Sieg der Elfenbeinküste gegen den Sudan, war die erste Endrundenteilnahme perfekt. Mit einem FIFA-Weltranglistenplatz 50 gelten Spieler der Elfenbeinküste sicherlich auch bei der Weltmeisterschaft nicht als Favoriten, sondern eher als Außenseiter, aber Guy Demel sagte: "Wir kommen nicht als Touristen". Also man kann einiges erwarten von dem Überraschungsteilnehmer Elfenbeinküste.
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Die Elfenbeinküste liegt am Golf von Guinea und wird von Liberia, Guinea, Mali, Burkina Faso, Ghana und im Süden vom Atlantik. Mit einer Fläche von 322,46 km² ist die Elfenbeinküste nur geringfügig kleiner als Deutschland, aber hat nur etwa 17 Millionen Einwohner.

Das Land besitzt verschiedene Klimazonen und besteht aus vielen naturräumlichen Gegensätzen, es besitzt eine ausgeprägte Vegetation, Sandbuchten, Kliffs, lange Strandpartien, Lagunen und Sümpfe mit Mangrovenwäldern. Haupterwerb war früher, wie der Name des Landes schon verrät, Elfenbein, heute sind es Kaffee, Kakao und Bananen. Der Tourismus ist noch nicht weit ausgebildet, aber er soll in einigen Jahren aufblühen. Die Weltmeisterschaft soll dazu ihren Beitrag leisten..

Die Hauptstadt der Elfenbeinküste ist Yamoussoukro. Aber das attraktivste Ziel ist Abidjan, . Die Millionenstadt am Atlantik wird das "Manhattan Afrikas" genannt. Hier entfaltet sich das pralle, bunte Straßenleben mit kleinen Restaurants, Nobelgeschäften, Prestigebauten, mit Märkten mit einer unglaublichen Warenfülle und es gibt einen umfassenden Einblick in Kultur und Kunst der ivorischen Völkerschaften. Aber auch sonst hat diese Stadt viel zu bieten mit Palmenhainen und herrliche weiße Sandstrände. Abidjan liegt im bedeutensten Feriengebiet des Landes.

Fußball an der Elfenbeinküste
Aber auch Fußball wird in der Elfenküste gespielt. Allerdings gibt es nur eine nennenswerte Mannschaft. Aber die ist dafür umso beeindruckender. Der ASEC Abidjan hatte eine Mannschaft, die es schaffte die afrikanische Champions League zu gewinnen. Das Problem für die Mannschaft war, dass nach der Saison die besten Spieler von Europas Topvereinen gekauft wurden. Deshalb schickte der Präsident den Rest der Mannschaft in die "Wüste" und konzentrierte sich nur noch auf die Jugendarbeit des eigenen Vereins. Der ASEC besitzt eine Fußballschule und ersetzte mit 18 Spielern dieser Schule die gesamte Mannschaft. Das schockte die Fans natürlich, da die gesamte Mannschaft nicht älter war als 17 Jahre. Aber die Mannschaft überraschte in dem sie im Supercupfinale (ein Spiel zwischen Champions League Sieger und dem Pokal der Pokalsieger) gegen den Favoriten Esperance Tunis (die "Bayern" Afrikas) mit 3:1 gewinnen konnten und auch in Afrika landeten sie wieder unter den besten 4 des Kontinents. Seitdem hält der Präsident an dieser Variante fest. Die Spieler sollen auch die Olympiaqualifikation spielen und die Elfenbeinküste zu Olympia bringen.

Fast komplett wird diese Mannschaft auch bei der WM spielen, mit ein paar Verstärkungen von Profis aus Europa. Und wer weiß, vielleicht werden sie ja eine der großen Überraschungen bei der WM sein. Um den Preis der für die unterhaltsamste Mannschaft werden sie ganz bestimmt mitspielen.
Ich wünsche ihnen jedenfalls viel Glück.


http://www.youngflash.de/user/news/archi...int_news_id=250
Soeren1313
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Name des Landes

Côte d'Ivoire [kotdiÈvwaЀ] ist französisch und bedeutet auf deutsch wörtlich „Elfenbeinküste“.

Im deutschsprachigen Raum ist die Bezeichnung „Elfenbeinküste“ im Sprachgebrauch und in den Medien stärker verbreitet als der französische Ausdruck. Im offiziellen Verkehr beispielsweise der deutschen Bundesregierung wird jedoch der offizielle Name Côte d'Ivoire verwendet. Im Lande selbst ist die Benutzung einer anderen als der offiziellen Bezeichnung unter Strafe verboten. Auch wörtliche Übersetzungen des Namens in andere Sprachen fallen unter dieses Verbot.

Präsident Houphouët-Boigny (1905–1993) verfügte 1985, dass die „Elfenbeinküste“, so benannt nach ihrem einst wichtigsten Exportprodukt, nur noch mit dem französischen Kolonialnamen Côte d'Ivoire geführt und nicht übersetzt werden darf. Im Gegensatz zu anderen Staaten, die sich unter anderem durch Namensänderung ihres kolonialen Erbes entledigten und mit Bezeichnungen aus der eigenen Historie ihre Identität wiederfanden, hielt Côte d'Ivoire auch nach der Erlangung der Unabhängigkeit im Jahr 1960 an den engen Verbindungen zu Frankreich fest.

Geographie

Die Elfenbeinküste ist von Süden nach Norden bestimmt durch die in Westafrika typischen Vegetationszonen, mit zunehmender Aridität (Trockenheit): an der Küste im Süden des Landes zunächst die tropische Regenwaldzone, nach Norden gefolgt von einer Übergangs- und schließlich der Savannenzone: zunächst die Guinea-Savanne, die schließlich im äußersten Norden des Landes in die Sudan-Savanne übergeht. Der Norden des Landes wird auch von einem Teil der Oberguineaschwelle durchzogen. Im Westen der Elfenbeinküste bzw. genau auf der Grenze zu Guinea befindet sich der Mount Nimba, der mit 1.752 m ü. NN der höchste Berg beider Staaten ist.

Im Land befinden sich mehrere Nationalparks und andere Schutzgebiete, unter anderem TaW (im Südwesten des Landes), Comoé National Park (im Nordosten). Das Klima ist tropisch entlang der Küste, semiarid (halbtrocken) im Norden.

Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005):

* Abidjan 3.692.570 Einwohner
* Bouaké 572.149 Einwohner
* Daloa 217.876 Einwohner
* Yamoussoukro 200.659 Einwohner

Bevölkerung

Die Staatsangehörigen der Elfenbeinküste werden - gemäß StAGN - als Ivorer bzw. Ivorerinnen bezeichnet.

Die Bevölkerung besteht aus ca. 60 Ethnien, die lange Zeit friedlich zusammenlebten. Eheschließungen zwischen verschiedenen Ethnien sind vor allem in den Städten keine Seltenheit. Die bekanntesten Gruppen sind:

* Akan (Baoulé 23% der Bevölkerung, Agni;etwa 40% der Gesamtbevölkerung) im Zentrum
* Mande-Gruppe:Malinké / Dioula 5,5% der Bevölkerung, Dan (5% der Bevölkerung) & Yacouba im Westen
* Voltaic:Senufo (etwa 15% der Gesamtbevölkerung) im Norden
* Kru-Gruppe Bété,Kru; etwa 16% der Bevölkerung) hauptsächlich im Süden sowie
* Wê.

Aufgrund der Landflucht und der zunehmenden Verstädterung findet man in den Städten praktisch alle Ethnien. Vor allem in den kleineren Städten gibt es eine gewisse Tendenz, in eigenen Vierteln zusammen zu leben.

Zuwanderer aus den nördlichen Nachbarstaaten stellen etwa ein Viertel der Bevölkerung. Die Zuwanderer sowie die Einwohner des Nordens sind überwiegend Muslime (35-40% der Gesamtbevölkerung), während die Bewohner des Südens überwiegend Christen (20-30%; vor allem Katholiken) sind oder indigenen Religionen (25-40% der Bevölkerung) angehören.
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Geschichte

Die "Elfenbeinküste", das Gebiet der heutigen Republik Côte d'Ivoire, wies bis zur Kolonialzeit keine Staatenbildung auf. Die Portugiesen trieben seit dem 15. Jahrhundert Handel mit den Küstenstämmen, wurden aber seit dem 17. Jahrhundert von den Franzosen verdrängt, die 1843 den Marinestützpunkt Grand-Bassam errichteten und das Gebiet 1893 zur Kolonie Côte d'Ivoire erklärten. Die Niederschlagung von Aufständen, besonders des Stammeshäuptlings Samory Toure, nahm allerdings noch mehrere Jahre in Anspruch. 1895 wurde Côte d'Ivoire ein Teil Französisch-Westafrikas, 1956 erhielt es innere Selbstverwaltung und wurde 1958 autonome Republik innerhalb der französischen Gemeinschaft.

Am 7. August 1960 erhielt Côte d'Ivoire die volle Unabhängigkeit unter Felix Houphouet-Boigny, der bis zu seinem Tode 1993 Staatspräsident (bis 1990 auch Regierungschef) war. Houphouet-Boigny, der Gründer der Einheitspartei "Parti Democratique de Côte d'Ivoire" (PDCI), verfolgte eine prowestliche Politik. Er verfügte auch, dass die "Elfenbeinküste", so benannt nach ihrem einst wichtigsten Exportprodukt, seit Ende der 1980er Jahre nur noch mit dem französischen Kolonialnamen Côte d'Ivoire bezeichnet werden darf. Unruhen unter der Bevölkerung führten dazu, dass 1990 ein Mehrparteiensystem sowie das Amt des Ministerpräsidenten eingeführt wurden. Die prowestliche und marktwirtschaftlich orientierte Politik des Präsidenten Felix Houphouet-Boigny machte aus Côte d'Ivoire einen der reichsten Staaten Westafrikas und führte zu politischer Stabilität.

Nachfolger Houphouet-Boignys wurde 1993 Henri Konan Bédié (PDCI). Die von der Opposition boykottierten Wahlen im Oktober 1995 bestätigten Bédié im Präsidentenamt. Eine Änderung der präsidialen Verfassung von 1960 verlängerte 1998 die Amtszeit des Präsidenten von fünf auf sieben Jahre und stärkte seine exekutiven Befugnisse.

Der Verfall der Kakaopreise führte 1999 zu wirtschaftlichen Krisenerscheinungen. Im Dezember 1999 wurde Bédié, der oppositionelle Kreise zunehmend unterdrückt hatte, in einem unblutigen Putsch vom Militär unter Führung von General Robert Guéï gestürzt. Das Land fiel damit in eine tiefe Krise. Unter dem Schlagwort „Ivoirite“ kam es zu xenophoben Tendenzen und zur Diskriminierung der im Norden des Landes ansässigen Ethnien. Im Jahre 2000 gewann Laurent Gbagbo Präsidentschaftswahlen, von denen der wichtigste Oppositionskandidat (Alassane Ouattara) ausgeschlossen worden war. Dies wurde damit begründet, dass Ouattaras Eltern aus dem Nachbarland Burkina Faso stammen. Der andauernde Streit darum, wer ein wahrer „Ivorer“ sei und wer nicht, führte schließlich 2002 zu einem bewaffneten Aufstand gegen Gbagbo und zu der aktuellen Krise.

Aktueller Konflikt

Im September 2002 erhob sich ein Teil der Armee gegen die Regierung und brachte die nördliche Hälfte des Staates unter ihre Kontrolle. Sie halten auch die zweitgrößte Stadt des Landes, Bouaké. Diese Entwicklung hat ihren Hintergrund auch in ethnischen Spannungen, in Côte d'Ivoire leben viele aus den angrenzenden Staaten eingewanderte Menschen. Es ist aber auch ein Konflikt um den Zugang zu Ressourcen.

Unter Vermittlung Frankreichs wurde eine „Regierung der nationalen Versöhnung“ gebildet. Diese stellte sich jedoch als brüchig heraus und wurde von den Vertretern des Nordens im September 2003 wieder verlassen. Am 26. März 2004 erklärte die Opposition nach blutigen Auseinandersetzungen am Vortag ihren Rückzug aus der Regierung der nationalen Einheit. Eine im Rahmen des Friedensprozesses geplante Entwaffnung kam nicht zustande.

Im Auftrag der UNO wurden zur Trennung der Rebellen im Norden und dem südlichen Landesteil mehr als 6.300 Blauhelme im Land stationiert. Zusätzlich sind etwa 4.500 französische Soldaten im Land. Letztere agieren ebenfalls im Auftrag der UNO, waren aber schon vor der Krise in Côte d'Ivoire stationiert. Frankreich hat in diesem Land seinen größten afrikanischen Stützpunkt.

Anfang November 2004 eskalierte die Situation neuerlich. Am 4. November begannen die Regierungstruppen Luftangriffe auf Ziele im Norden des Landes. Gleichzeitig wurden in Abidjan Büros von Oppositionsparteien und unabhängigen Zeitungen verwüstet. Am dritten Tag der Luftangriffe kamen neun französische Soldaten ums Leben. Als Reaktion darauf wurde von den französischen Streitkräften die gesamte Luftwaffe (2 Kampfflugzeuge, 5 Kampfhubschrauber) Côte d'Ivoires binnen eines Tages vernichtet. Letzteres wurde von der UNO nachträglich für gerechtfertigt erklärt.

Mitte November 2004 hatte Frankreich bereits 5.200 Soldaten im Land, die nochmals verstärkt wurden. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits rund 1.600 französische Zivilisten (zum Teil mit zwei Staatsbürgerschaften) evakuiert worden. Sie berichteten von Dutzenden von Plünderungen und Vergewaltigungen durch einen entfesselten Mob. Todesopfer gab es unter den Zivilisten keine. Die Angaben über Opfer unter den schwarzen Bürgern Côte d'Ivoires schwanken zwischen 25 und 70 Toten sowie mehr als 1.000 Verletzten. Diese Personen wurden meist Opfer der Luftangriffe der Regierungstruppen oder bei Auseinandersetzungen mit der französischen Armee, die sich selbst und weitere Ausländer schützte.

Die Rebellen im Norden hielten zwar weiterhin still, der Friedensplan war aber dennoch in einer schweren Krise. So sollten ihm zufolge die Entwaffnung der Truppen des Nordens bereits im Gange sein. Tatsächlich war dem aber nicht so. Letztlich war darin wohl ein Ursprung der neuerlichen Eskalation zu sehen. Dem südlichen Landesteil unter Gbagbo wiederum wird vorgeworfen, die Teilung der Macht nicht wirklich gewollt zu haben. Gbagbo destabilisiere die Lage seit längerem unter anderem mit Aufrufen zu Hass und Gewalt über TV und Radio. Bis 15. November wurden rund 6.000 Ausländer via Luftbrücke evakuiert.

Am 15. November 2004 verhängte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ein Waffenembargo gegen Côte d'Ivoire. Davon sind sowohl der südliche als auch der nördliche Landesteil betroffen. Außerdem wurde ein Reiseverbot über die Mitglieder der jeweiligen Führungen beider Landesteile verhängt und deren Auslandskonten eingefroren. Das Waffenembargo trat am gleichen Tag in Kraft, die anderen Maßnahmen erst am 15. Dezember, und nur dann, wenn bis dahin der Waffenstillstand nicht vollständig wiederhergestellt ist. Alle Maßnahmen waren vorerst auf 13 Monate befristet.

Armee und Rebellen einigten sich am 9. Juli 2005 auf ein Entwaffnungsabkommen. Dieses sollte den Weg freimachen zu Präsidentschaftswahlen am 30. Oktober 2005. An den Verhandlungen nahmen auch die UNO, Frankreich und Südafrika teil. Bereits in dem Friedensabkommen, das die Konfliktparteien im April 2005 unter südafrikanischer Vermittlung unterzeichneten, war das Niederlegen der Waffen vereinbart worden.

Weder die Entwaffnung noch Wahlen wurden jedoch umgesetzt. Mitte Januar 2006 eskalierte die Situation erneut. Es kam in mehreren Orten zu gewalttätigen Demonstrationen, bei Auseinandersetzungen zwischen Anhängern Gbagbos und Einheiten der UNO gab es in Guiglo einige Tote und Verletzte. Die dort stationierten UN-Soldaten zogen sich daraufhin in die wenige Kilometer nördlich gelegene demilitarisierte Zone zurück. In der Hauptstadt kamen bei Demonstrationen Tränengas und Warnschüsse zum Einsatz. Die Straßen Abidjans werden von - meist jugendlichen - Anhängern Gbagbos kontrolliert, unter anderem mittels Straßensperren.

Nach einem einschlägigen UN-Beschluss Anfang Februar 2006 wurden Konten von drei Gegnern des Friedensprozesses eingefroren. Die Sanktionen richten sich gegen Ble Goude und Eugene Djue, die als Anführer militanter Jugendgruppen und Anhänger von Staatspräsident Laurent Gbagbo gelten, sowie gegen Rebellenführer Fofie Kouakou. Die rund 7.000 im Land stationierten Blauhelme wurden ca. zur gleichen Zeit um rund 200 Mann verstärkt. Weiter befinden sich zusätzlich 4.000 französische Soldaten zur Friedenssicherung im Land.

Bisherige Präsidenten


* Felix Houphouet-Boigny (7. August 1960 – 7. Dezember 1993)
* Henri Konan Bédié (7. Dezember 1993 – 24. Dezember 1999)
* Robert Guéï (24. Dezember 1999 – 26. Oktober 2000)
* Laurent Gbagbo (seit 26. Oktober 2000)
* Charles Konan Banny (seit Dezember 2005) Ministerpräsident der Übergangsregierung

Verwaltungsgliederung

Côte d'Ivoire ist seit 12. Juli 2000 in 19 Regionen aufgeteilt. Diese sind (in Klammern die Hauptstadt):

* Agnéby (Agboville)
* Bafing (Touba)
* Bas-Sassandra (San-Pédro)
* Denguélé (Odienné)
* Dix-Huit Montagnes (Man)
* Fromager (Gagnoa)
* Haut-Sassandra (Daloa)
* Lacs (Yamoussoukro)
* Lagunes (Abidjan)
* Marahoué (Bouaflé)
* Moyen-Cavally (Guiglo)
* Moyen-Comoé (Abengourou)
* N'zi-Comoé (Dimbokro)
* Savanes (Korhogo)
* Sud-Bandama (Divo)
* Sud-Comoé (Aboisso)
* Vallée du Bandama (Bouaké)
* Worodougou (Séguéla)
* Zanzan (Bondoukou)

Wirtschaft

Landwirtschaft

Côte d'Ivoire ist größter Kakaoproduzent der Welt. Zudem werden insbesondere Kaffee, Ananas, Baumwolle und Holz exportiert.

Rohstoffe

Im Küstengebiet gibt es Erdölvorkommen, die gefördert werden. Die Elfenbeinküste ist das Land mit der größten Kakaoproduktion der Welt mit 1 Mio. Tonnen Kakaobohnen und produziert 34,2 % der weltweiten Ernte des Jahres 2002, die 2,922 Mio. Tonnen betrug.

Korruption

Ein großes Problem des Staates ist der hohe Grad an Korruption. Die Elfenbeinküste belegt einen der untersten Plätze in der Statistik von Transparency International.

Staatsausgaben für Gesundheit, Bildung und Verteidigung

Zwischen 1992 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben für

* das Gesundheitswesen bei 4%
* das Bildungswesen bei 21%
* das Militär bei 4%

Sport

Der wichtigste und meist betriebene Sport in der Republik Côte d'Ivoire ist der Fußball. Die Ivorische Fußballnationalmannschaft ist derzeit eine der zehn erfolgreichsten Nationalmannschaften Afrikas. Die größten Erfolge bei internationalen Turnieren waren bisher der Gewinn des Afrika-Cups 1992, ein vierter Platz beim Konföderationen-Pokal 1992, dritte Plätze bei den Afrika-Cups 1965, 1968, 1986 und 1994 und ein vierter Platz 1970. Am 8. Oktober qualifizierte sich die Mannschaft, neben den Mannschaften Tunesiens, Togos, Ghanas und Angolas, für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006, ein bedeutender Meilenstein in der Ivorer Fußballgeschichte. Das Trainingslager im Rahmen der Fußball-WM in Deutschland befindet sich in Magdeburg. Der Star der Ivorischen Fussballnationalmannschaft ist Didier Drogba vom FC Chelsea.

hej, hej wicki, hej wicki hej
Soeren1313
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Anfang November 2004 eskalierte die Situation neuerlich. Am 4. November begannen die Regierungstruppen Luftangriffe auf Ziele im Norden des Landes. Gleichzeitig wurden in Abidjan Büros von Oppositionsparteien und unabhängigen Zeitungen verwüstet. Am dritten Tag der Luftangriffe kamen neun französische Soldaten ums Leben. Als Reaktion darauf wurde von den französischen Streitkräften die gesamte Luftwaffe (2 Kampfflugzeuge, 5 Kampfhubschrauber) Côte d'Ivoires binnen eines Tages vernichtet. Letzteres wurde von der UNO nachträglich für gerechtfertigt erklärt.


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Frankreich interveniert in der Elfenbeinküste

von Monsineur - 08.11.2004 02:27

Nachdem neun französische Soldaten durch Regierungstruppen der des ehemaligen Kolonialstaates getötet worden sind, hat Frankreich die gesamte Luftwaffe des Landes ausgelöscht und weitere Truppen und Mirage-Flugzeuge in das Land verlegt. Der UN-Sicherheitsrat tagt
Frankreichs Verteidigungsministerin Michele Alliot-Marie kündigt Verstärkung der Truppen an.
Nach dem Tod von mindestens neun Franzosen in der Elfenbeinküste greift Frankreich als ehemalige Kolonialmacht massiv in den neu aufgeflammten Bürgerkrieg ein. Französische Truppen zerstörten am Wochenende die gesamte Luftwaffe des westafrikanischen Staates. Am Sonntag trafen 250 französische Soldaten aus Gabun in der Elfenbeinküste ein. Außerdem wurden drei Mirage-Kampfflugzeuge in das Land verlegt.


Französische Truppen zerstörten am Samstag zwei in Russland hergestellte Kampfflugzeuge und fünf Kampfhubschrauber. Diese waren bei den Luftangriffen auf Stellungen der Rebellen im Norden eingesetzt worden, mit denen der Bürgerkrieg nach einjähriger gespannter Ruhe in der vergangenen Woche von neuem begonnen hat. Bei dem letzten Luftangriff der Regierungsstreitkräfte kamen am Samstag mindestens neun französische Soldaten und ein Amerikaner ums Leben. Französische Soldaten hielten den internationalen Flughafen von Abidjan besetzt.


Empört über die Intervention Frankreichs und angeheizt von nationalistischen Parolen bewaffneten sich mehrere tausend Einwohner von Abidjan mit Macheten, Äxten und Knüppeln und setzten mindestens zwei französische Schulen in Brand. Eine große Menschenmenge belagerte am Sonntag den größten Militärstützpunkt der Franzosen in Abidjan. Soldaten gaben Warnschüsse ab. Parlamentspräsident Mamadou Coulibaly forderte in einem Interview des Rundfunksenders „France Inter“ den „Abzug der Besatzungsarmee“ und warf Frankreich vor, die Rebellen zu unterstützen.


Die französische Verteidigungsministerin Michele Alliot-Marie machte den Präsidenten der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, persönlich für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung in Abidjan verantwortlich. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen forderte nach einer Dringlichkeitssitzung die Einstellung aller militärischen Aktionen und betonte, dass die französischen Truppen autorisiert seien, alle erforderlichen Mittel zur Aufrechterhaltung des Friedens einzusetzen. In dem Land sind rund 4.000 französische Soldaten und 6.000 Mann einer UN-Friedenstruppe stationiert.

Die französische Armee hat rund hundert in Elfenbeinküste lebende Ausländer vor wütenden Einheimischen in Sicherheit gebracht. Die von Plünderungen und Gewalt bedrohten Ausländer verschiedener Nationalität seien im Quartier des Marineinfanterie-Bataillons in der Küstenstadt Abidjan untergebracht worden, sagte am Sonntag ein französischer Armeesprecher in Abidjan. Vor dem Quartier in der Nähe des Flughafens versammelten sich demnach einheimische Demonstranten. Die französischen Soldaten versuchten, sie mit Tränengas auseinanderzutreiben.


Die Elfenbeinküste, weltgrößter Produzent von Kakao, ist seit einem Putschversuch im September 2002 de facto geteilt. Im Norden herrschen die Rebellen, die Regierung hat nur noch den Süden mit der Wirtschaftsmetropole Abidjan unter Kontrolle. Das Friedensabkommen von 2003 scheiterte vor allem daran, dass die vereinbarte Allparteienregierung nicht zustande kam.


bss
Soeren1313
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Elfenbeinküste: Kroatien als Vorbild
"Schonfrist" für Eboué und Touré
Am Samstag wird’s ernst: In Basel treffen die Ivorer im ersten Testspiel auf den WM-Teilnehmer Schweiz. Eine Standortbestimmung für Trainer Henri Michel.

Der 58-jährige Franzose hat sein Team seit dem 19. Mai in Contrexville (Nähe Vittel) in seiner Heimat zusammengezogen, um der Mannschaft die schwüle Gluthitze und die aufgewühlt Stimmung in Abidjan zu ersparen.

In der ersten Woche des 16 Tage dauernden Trainingscamps ließ man es relativ locker angehen. "Die Jungs sollten sich erst mal von der anstrengenden Saison erholen", erklärt Henri Michel, "sie hatten keine Pause und sollen deshalb mit ihren Kräften haushalten." Leichte Laufarbeit am Morgen, freudvolles Balltraining am Nachmittag – so war die Arbeit der "Elefanten" in der ersten Woche aufgeteilt.

Beim Spiel in Basel wird Trainer Michel noch auf den Einsatz von Emmanuel Eboué und Abwehrchef Kolo Touré verzichten. Beide waren für den FC Arsenal noch beim Champions-League-Finale am 17. Mai im Einsatz und genießen noch eine gewisse Schonfrist.

"Wir sind uns bewusst, dass wir mit der ersten WM-Teilnahme vor einem wichtigen Ereignis stehen", bekennt Didier Zokora stellvertretend für alle, "wir wollen unseren Landsleuten, die unter schwierigen Umständen leben, mit der WM eine Freude bereiten."Wenn es nach den Spielern geht, soll die Reise nach Deutschland nicht schon nach der Vorrunde beendet sein. Die vermeintliche "Todesgruppe C" mit dem Auftaktspiel gegen Argentinien lässt die "Elefanten" nicht in Ehrfurcht erstarren.

Abergläubisch wie Fußballer sind, beziehen sie ihr Selbstvertrauen auch aus der Vergangenheit: 1998 bei der WM in Frankreich hatten die Kroaten das Quartier in Contrexville bezogen. Und die zogen damals ins Halbfinale ein und belegten schlussendlich den dritten Platz. Wenn das keine Hoffnung macht . . .


http://kicker.de/content/news/artikel.as...ielpaarung=3599

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Barnetta trifft für die Schweiz
Samstag, 27. Mai 2006

Schweiz - Elfenbeinküste 1:1
In einem unterhaltsamen Duell zweier FIFA-WM-Teilnehmer trennten sich die Schweiz und die Elfenbeinküste in Basel leistungsgerecht 1:1.

Barnetta trifft
Vor 30.000 Zuschauern im St. Jakob-Park, der Heimat des FC Basel 1893, brachte Tranquillo Barnetta die Gastgeber in der 32. Minute in Führung. Für den 21-jährigen Mittelfeldspieler von Bayer 04 Leverkusen war es das zweite Länderspieltor im zwölften Spiel für die Eidgenossen. Doch die WM-Debütanten von der Elfenbeinküste - immerhin diesjähriger Finalist bei der CAF-Afrikameisterschaft - glichen in der 47. Minute durch Mittelfeldspieler Emerse Faé vom FC Nantes Atlantique aus. Hakan Yakin, der vermutlich für den verletzten Johan Vonlanthen für die WM nachnominiert wird, saß nur auf der Tribüne.

Schwere Gruppe
Die Schweizer spielen bei der WM-Endrunde in der Gruppe G mit Ex-Weltmeister Frankreich - gegen die es auch schon in der Qualifikation ging - Südkorea und Debütant Togo. Die Niederlande, Serbien und Montenegro sowie Argentinien bilden neben der Elfenbeinküste die Gruppe C.


http://de.uefa.com/competitions/WorldCup...sId=425307.html
Soeren1313
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DROGBA ZUM ANFASSEN

Der Tag der Elefanten

Von Frank Patalong

Auch die Kicker der Elfenbeinküste sind in Deutschland angekommen. Die Afrikaner um Superstar Didier Drogba trainieren derzeit im Rheinland und geben sich dabei so volksnah wie kaum ein anderer WM-Teilnehmer.

Nein, hier ist alles kostenlos. Bettina Plugge, Pressesprecherin der Stadt Troisdorf, schaut ein wenig irritiert. Was soll auch so eine Frage? Ob man sich im nordrhein-westfälischen Troisdorf nicht auch überlegt habe, ein wenig Profit daraus zu schlagen, dass die Stadt der Elfenbeinküste während der WM Quartier gewährt? Diese Frage, sagt sie, habe sich nie gestellt.

Troisdorf feiert lieber ohne Eintritt. Bei den öffentlichen Trainingseinheiten der Elfenbeinküste im heimischen Aggerstadion, beim Freundschaftsspiel am kommenden Sonntag gegen die Sportfreunde Troisdorf, bei den Public Viewings in der Innenstadt. Gerne legt man da noch einen drauf: Vor dem Anpfiff des Testspiels musiziert die kölsche Band Brings, und dabei sein dürfen alle, die noch Platz finden. Nicht zu vergessen das Afrikafest. Kultur satt in Troisdorf.

Medienvertreter gibt es im Aggerstadion wahrlich zahlreicher, als Zuschauer bei einigen Spielen der heimischen A-Jugend. Eine kleine Heerschar von Fotografen und Kameraleuten stürzt sich auf die rund 3000 Zuschauer, betreibt ethnologische Studien und sucht die Weisheit der Experten im Publikum. Wer sich nicht rechtzeitig wegduckt, wird interviewt.

Ansonsten kleben gerade die Kollegen vom Fernsehen an jeder Bewegung von Drogba und Co, als verspräche dies Erkenntnisgewinn über den aktuellen Leistungstand der afrikanischen Profis. Das Publikum weiß es besser: "Natürlisch zeigen die hier nix von dem, was 'se draufhaben", erklärt da einer auf der Tribüne. "Würde doch gleisch weitergemeldet." Von den Medienleuten. Der Troisdorfer versteht das. Denn irgendwie sind die da unten auf dem Platz jetzt ja auch so was wie Troisdorfer. Die Elefanten, die Kicker von der Elfenbeinküste, denen die Stadt am Montag einen rauschenden Empfang bot. Für die hier Grün, Weiß und Orange geflaggt wird, fast häufiger als Schwarz-Rot-Gold.

Das Team der Elfenbeinküste, das am 10. Juni im ersten Gruppenspiel auf Argentinien trifft, dankt es mit zahlreichen öffentlichen Auftritten. Zum Beispiel dem Mannschaftstraining, Anlass zur städtischen Völkerwanderung. Familien bummeln die gesperrte Straße zum Stadion am Rand der Wahner Heide hinab. Das kleine Areal, eine blitzsaubere Anlage mit prächtigem Rasen, füllt sich mit 3000 Zuschauern. Das Trainingsprogramm kann sich sehen lassen: 1. Einlaufen. 2. Warmlaufen. 3. Rumlaufen. 4. lockeres Trainingsspielchen. 5. Hinsetzen, entspannen. 6. Autogramm-Marathon.

Dauer der sportlichen Betätigung: Nicht ganz eine Stunde. Das Publikum findet es trotzdem gut. Richtig Stimmung kommt aber auf, als Drogba Kurs Richtung Fans einschlägt. "Drogba Hier! Hier! Ich auch!" Der Chelsea-Star lässt sich nicht lange bitten und legt eine Handgelenk-Trainingseinheit der Extraklasse ein. Hendrik, zwölf Jahre, hat gleich zwei Autogramme, sein Kumpel dagegen eines auf dem T-Shirt. Von wem? "Keine Ahnung, wie die heißen".

WM-Chancen haben sie trotzdem, die Elefanten, das glauben in Troisdorf viele. Aber Geld auf den Titel zu setzten? "Gewagt" sei das, sagt Stadionsprecher Uwe Beister "echt risikofreudig". Aber so ein kleiner Geheimtipp seien die Jungs ja schon. Am Sonntag gegen die Sportfreunde sind sie wohl mehr als das, obwohl, wie Vereinspräsident Heinz-Werner Uerdingen einwirft, seine Mannschaft ja auch schon in vergangenen Spielen gegen Nationalteams gezeigt habe, was sie draufhat. Die Sportfreunde kicken in der Verbandsliga, und während des Confed-Cups ging es bereits zweimal gegen die ganz Großen des Weltfußballs. "In dem einen Spiel gegen Argentinien haben wir sogar vorne gelegen", unterstreicht Vereinssprecher Rainer Säbel.

Befürchtungen, dass es in der Stadt zu Ausschreitungen kommen könnte, haben die zuständigen Polizeibeamten keine. "Nein", sagt Burckhard Rick, Sprecher der Kreispolizeibehörde, "Probleme erwarten wir in einer Gemeinde wie Troisdorf nicht." Erkenntnisse über gewaltbereite Fans gäbe es gar keine.

Jetzt warten sie in Troisdorf gebannt auf das Testspiel gegen die Elefanten. "Für ein Tor", glaubt Präsident Uerdingen, "sind wir immer gut." An Publikum sollte es nicht mangeln bei Troisdorfs kleiner WM. Im Gegensatz zur Großen ist diese hier eine zum Anfassen. Fühlt sich gut an.


spiegel

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cuxhavener
Glaube an Gott schickte schwarze Magie zur Hölle
»Die Welt zu Gast bei Freunden« lautet das WM-Motto. Aber viele Menschen aus den 31 Teilnehmerländern sind mehr als Gäste - sie leben in Hamburg

SIM

Die MOPO hat sie besucht. Heute verrät Charles Gnaleko »Geheimnisse« über seine geliebte Heimat Elfenbeinküste.

Stellen Sie sich vor, Sie würden zur WM ein deftiges Ballack-Bier genießen und zum stürmischen Frings-Fox bitten. Was in Deutschland noch in weiter Ferne liegt, gehört seit ein paar Jahren in der Elfenbeinküste zur Tradition. "Zu Ehren von Superstar Didier Drogba wurde eigens ein Bier und ein Tanz kreiert", sagt Charles Gnaleko (47).

Fußball und Politik sind in der Elfenbeinküste eng verwoben. "Man muss zwischen den Verhältnissen vor 2002 und danach unterscheiden", verrät Charles. Ein fehlgeschlagener Putschversuch brachte tiefgreifende Einschnitte. In der ersten Phase war Fußball wichtig, aber nicht einflussreicher als anderswo. Politiker nutzten den Volkssport zur Eigenwerbung. Der Glaube an schwarze Magie spielte eine große Rolle.

"Nach dem Putschversuch entstand eine neue Nation", sagt Charles, "Fußball ist seither noch immer politisches Instrument - aber eher durch die Sportler." Nach jedem Match statten die "Elefanten" ihrem Präsidenten einen Besuch ab. Ein Zeichen des sicheren Zusammenhalts in einem verunsicherten Land. Der Glaube an Gott hat die schwarze Magie zur Hölle geschickt, "Gott ist der Kapitän. Die Fans werden Patrioten genannt", so Charles.

Charles Gnaleko aus Eimsbüttel kämpft als Mitglied der Aktion für unabhängige Presse in Afrika (A.U.P.A.) seit Jahren für die Pressefreiheit in der Heimat. Mit 22 verließ er Afrika, um an der Sorbonne in Paris Jura zu studieren, 1991 verschlug es ihn nach Hamburg. Zwei Jahre später kehrte er zur Verlagsgründung in die Elfenbeinküste zurück. Mit Folgen: Wegen angeblich "destabilisierender" Aufsätze wurde er inhaftiert. Danach emigrierte er "endgültig" nach Deutschland.

Sein WM-Tipp: "Die erste Hürde nehmen wir, ab dem Achtelfinale bin ich vorsichtig." Auf jeden Fall wird Didier Drogba nicht nur auf dem Rasen die Hauptrolle spielen.

Aufgepasst! Nicht nur Drogba ist super

Sie sind gewiss eine der am neugierigsten beäugten Teilnehmer, die Ivorer. Erstmals bei einer WM dabei, wird dem Team auch in der Hammergruppe C Überraschendes zugetraut. Die Stammspieler der Elfenbeinküste agieren überwiegend bei guten europäischen Klubs, Kolo Touré, Emmanuel Eboue (beide Arsenal) und Didier Drogba (Chelsea) gar auf höchstem Niveau. Wer die Ivorer unterschätzt, könnte sich übel die Nase stoßen.

Der Trainer:

Während seine Spieler Neuland betreten, ist Henri Michel in Sachen WM ein alter Hase. 1986 führte der Franzose sein Heimatland ins Halbfinale, 1994 und 98 scheiterte er mit Kamerun und Marokko jeweils in der Vorrunde. Der 58-Jährige gilt als ruhig und bescheiden. Warum, bewies er direkt im Anschluss an die erfolgreiche Qualifikation. Während sich sein Team in der Heimat feiern ließ, glänzte er durch Abstinenz. "Die Spieler sind die Helden, nicht ich", so seine lapidare Begründung.

Der Star:

Die Geschichte des Didier Drogba klingt wie ein modernes Märchen. Im Alter von fünf Jahren von seinen Eltern zu einem Onkel nach Frankreich geschickt, stieg der vielleicht kopfballstärkste Angreifer der Welt über Guingamp und Olympique Marseille die Karriereleiter empor. Seit zwei Jahren trifft er für den FC Chelsea - und erwägt wieder den Rückzug. Der Druck in London, so der 28-Jährige, sei ihm zu groß.

Die Wunschelf:

Jean-Jacques Tizié (Esperance Tunis) - Emmanuel Eboue (Arsenal London), Kolo Touré (Arsenal London), Blaise Kouassi (ES Troyes), Etienne Arthur Boka (Racing Straßburg) - Emerse Faé (FC Nantes), Didier Zokora (AS St. Etienne), Yaya Touré (Olympiakos Piräus), Kanga Gauthier Akalé (AJ Auxerre) - Didier Drogba (FC Chelsea), Arouna Koné (PSV Eindhoven) (sim)

Info:
ELFENBEINKÜSTE

Größe 322 460 km2 (knapp 30000 weniger als Deutschland)

Einwohnerzahl 17,1 Millionen

Hauptstadt Yamoussoukro (200000 Einwohner)

Bruttosozialprodukt 770 Dollar pro Kopf

Politik Seit mehr als dreieinhalb Jahren durchlebt die Elfenbeinküste einen Bürgerkrieg. Die Diskriminierung der aus dem Norden stammenden Ivorer und von Gastarbeitern veranlasste Teile des Militärs, sich gegen die Regierung zu erheben. Seitdem ist das Land zweigeteilt - in einen muslimisch geprägten Norden und eher christlichen Süden. 4000 französische Soldaten und 7000 Blauhelme der UNO patrouillieren zwischen den Linien. Ausschreitungen, Übergriffe und Plünderungen sind dennoch in weiten Teilen des Landes an der Tagesordnung.

Fußball Guy Demel, für den HSV spielender WM-Fahrer der Ivorer, weiß es genau "Der Fußball kann unserem Land ein wenig Frieden zurückgeben." Tatsächlich verursachte die Qualifikation zur WM landesweite Jubelfeiern - die Tanzlokale waren zwei Tage und Nächte lang durchgehend geöffnet. Superstar Didier Drogba nennt das Nationalteam als Vorbild für das gesamte Land "Wir sind so, wie dieses Land einmal war, wie es wieder werden soll - viele Volksgruppen und eine Einheit."

Fußballverband Fédération Ivoirienne de Football, Case Postale 1202, 01 Abidjan (Gegründet 1960)

Aktive Fußballspieler 96000

WM-Teilnahmen bisher 0

Ivorischer Fußball im Netz www.fif.ci

WM-Termine der Elfenbeinküste 10. Juni in Hamburg gegen Argentinien, 16. Juni in Stuttgart gegen Holland, 21. Juni in München gegen Serbien und Montenegro

Täglich übersetzt die MOPO Kauderwelsch in die Sprache des vorgestellten Landes. Heute eine Frage auf Französisch.

WIE SAGE ICH?

"Wo finde ich hier die beste Tanzschule?"

Die Übersetzung lautet "Où est-ce que je trouve la meilleure école de danse ici?"

Morgen Tunesien

mopo
Soeren1313
Zitat:
ELFENBEINKÜSTE

Drogbas starke Helfer

Von Matthias Greulich

Die Mannschaft der Elfenbeinküste gehört zum Kreis der Geheimfavoriten. Das Auftaktspiel gegen Argentinien heute wird mit Spannung erwartet. Wie stark sind die Ivorer um ihre Stars wie Drogba, Eboué und Touré, wenn selbst Guy Demel vom HSV zu Beginn nur auf der Bank sitzt?

Zum ersten Mal tritt die Elfenbeinküste bei einer WM-Endrunde an. Die Erwartungen an die Ivorer sind hoch, auch wenn das Team mit Argentinien, Niederlande und Serbien und Montenegro die wohl stärkste WM-Gruppe erwischt hat. "Die Elfenbeinküste ist zweifelsohne die beste Mannschaft Afrikas", sagt José Pekerman, der Trainer des ersten Vorrundengegners Argentinien (heute, 21 Uhr Liveticker SPIEGEL ONLINE). Ein weiteres Urteil Pekermans scheint noch schwerer zu wiegen: "Die Spieler gehören zu den besten der europäischen Ligen."

Wen der Argentinier meint, ist nicht schwer zu erraten. Emmanuel Eboué und Habib Kolo Touré standen mit dem FC Arsenal vor einigen Wochen im Finale der Champions League gegen den FC Barcelona (1:2), Didier Drogba stürmt beim englischen Meister FC Chelsea, in der französischen Liga hat sich Didier Zokora von AS Saint Etienne als Spielgestalter hervorgetan. Auch für Jürgen Klinsmann gehört die Mannschaft neben der Ukraine zu den Geheimfavoriten.

Der Auftritt beim Afrika-Cup, als die Elfenbeinküste im Finale gegen Ägypten unterlag, hätte diesen Respekt nur bedingt gerechtfertigt. Zu Beginn ließ Trainer Henri Michel lupenreines Kick and Rush spielen, über das sich die Taktikexperten des französischen Fußballmagazins "So Foot" als "Bumm-Bumm-Becker-Stil" lustig machten. Immer wieder wurde Drogba mit langen Bällen gesucht, zeitweise schien es nur um Raumgewinn wie beim American Football zu gehen. Michel, der als Spieler und Trainer für Frankreich WM-Erfahrung sammelte, rechtfertigte die eher glanzlosen Auftritte seines Teams beim Kontinentalturnier in Ägypten damit, dass die Vorbereitung auf die WM absolute Priorität habe.

Als Kritiker tut sich auch ein ehemaliger Teamkollege Michels in der "Equipe tricolore", Jean-Marc Guillou, hervor. Zehn Spieler des aktuellen WM-Kaders hat Guillou in seiner Fußballschule im gepflegten Kurzpassspiel ausgebildet. Seine Zuneigung verteilt der sehr selbst bewusste Guillou gerne einseitig auf seine ehemaligen Schüler - Guy Demel vom Hamburger SV gehört nicht dazu. "Ich frage mich, was Demel, der Holzkopf, in Hamburg will", sagt Guillou. Starker Tobak, denn beim HSV gilt der defensive Mittelfeldspieler als "Juwel und Beweis für die gute Qualität der Scoutingabteilung", so die "Süddeutsche Zeitung". Dass es für den 24-Jährigen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zu einem Platz in der Startaufstellung gegen Argentinien in seiner Heimat-Arena von Hamburg langt, könnte man als Beleg für die Stärke des ivorischen Mittelfeldes deuten.

Im Sturmzentrum scheint sich Drogba inzwischen von der strapaziösen Saison mit Chelsea erholt zu haben. Im letzten Test gegen Slowenien schoss er zwei Tore, das Team gewann 3:0. Und in der Heimat sprachen sie wieder von der "Drogbamania".

Drogba hat die teilweise etwas kindischen Wortspiele ("Drogbadaboum") selbst befeuert, als er sich bei EA Guingamp, seinem ersten Proficlub in Frankreich, "Drogbiche" auf die Laschen seiner Fußballschuhe malte, wobei "biche" für Schätzchen steht. Noch vor drei Jahren spielte der mittlerweile 28-Jährige bei dem Provinzclub in der Bretagne, eine Art SC Freiburg Frankreichs, ehe er über die Zwischenstation Olympique Marseille nach England wechselte. Drogbas Leistungsexplosion dient als Vorbild für die jüngeren Spieler, die sich seit dem Afrika-Cup enorm weiterentwickelt haben.

Im Testspiel gegen die Schweiz (1:1) spielte sich auf der linken Abwehrseite der 23-jährige Arthur Boka mit Tempodribblings und präzisen Flanken in den Vordergrund. Diese rasante Entwicklung selbst unbekanntere Spieler ist für andere Nationen schwer einzuschätzen. Doch wird das reichen, um in der Gruppe C bestehen zu können? Henri Michel erinnert an Senegal, das vor vier Jahren sensationell das Viertelfinale erreichte. "Frankreich verlor gegen Senegal, daraus entwickelte sich eine eigene Dynamik."

Streitigkeiten innerhalb des Teams scheint es nicht zu geben - im Gegenteil, wie die Geschichte des Angreifers Aruna Dindane vom RC Lens zeigt. Während des Afrika-Cups im Januar starb seine fünf Monate alte Tochter Raissa, Dindane flog auf der Stelle zu seiner Frau nach Frankreich. Nach der Trauerfeier kehrte er zu seiner Mannschaft nach Kairo zurück, wo ihm die Mitspieler Trost spendeten. Diese traurige Geschichte scheint das Team noch enger zusammengebracht zu haben, wie sich bei der Nominierung des WM-Kaders der Ivorer zeigte.

Der mit Übergewicht ins Trainingslager in Frankreich angereiste Dindane wäre nicht nach Deutschland gefahren, wenn sich nicht das gesamte Team für ihn stark gemacht hätte. Ohne ihn, sagten die Spieler zu Henri Michel, können wir nicht zur WM fahren, er gehört zur Mannschaft. Und diese Mannschaft kann während des Turniers weit kommen, wenn gegen Argentinien eine Überraschung gelingt.

quelle von der wand

die vorraussichtlichen aufstellungen vom kicker:

Argentinien
Abbondanzieri - Burdisso, Ayala, Heinze, Sorin - Maxi Rodriguez, Mascherano, Cambiasso - Riquelme - Saviola, Crespo

Trainer: Pekerman


Elfenbeinküste
Tizié - Eboué, K. Touré, Meité, Boka - Zokora, Y. Touré - Keita, B. Kalou, Akalé - Drogba

Das Spiel wird um 2100 auf ARD übertragen
Soeren1313
schade. punkt wär definitiv drin gewesen. viell. hätt michel dindane und kone jjeweils etwas früher bringen sollen. jetzt gehts gegen holland schon fast um alles. mit etwas abgeklärterem verhalten vor allem in der abwehr sollten sie schon noch ne chance haben, weiter zu kommen

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Gruppe C: Argentinien - Elfenbeinküste 2:1 (2:0)
"Gauchos" verteidigen knappen Sieg

Mit einem 2:1-Erfolg ist Mitfavorit Argentinien in das Turnier gestartet. Gegner Elfenbeinküste setzte die "Gauchos" zwar in der Schlussphase massiv unter Druck, doch mehr als Drogbas Anschlusstreffer sollte in einem temporeichen Spiel nicht mehr herausspringen.

Keine drei Minuten waren gespielt, da hatte Chelseas Superstar Drogba die erste große Chance für die Elfenbeinküste. Nach Querpass von Akalé war er per Kopf zur Stelle, doch der Ball ging über das argentinische Tor.

Es war in der Anfangsphase ein munteres Spiel mit einem selbstbewussten afrikanischen Team, das mit schnellen Kontern sein Glück versuchte. Die Südamerikaner hatten zwar mehr Spielanteile, waren in letzter Konsequenz jedoch zu einfallslos im Spiel nach vorne, um zu Tormöglichkeiten zu kommen.

In der 15. Minute war Ivorer-Keeper Tizié dann doch geschlagen - oder doch nicht? Der Torhüter konnte einen Kopfball von Ayala nicht festhalten, erst im Nachfassen konnte er das Leder sichern. Die Argentinier reklamierten, dass der Ball hinter der Linie gewesen sei, doch Schiedsrichter De Bleeckere ließ weiterspielen.

Die "Gauchos" schienen nun etwas den Faden verloren zu haben und die Elfenbeinküste kämpfte sich immer besser ins Spiel. Und doch konnte die Elf von Trainer José Pekerman in Führung gehen: In der 24. Minute zirkelte Riquelme den Ball per Freistoß in den Strafraum. Zwar konnte Heinze seinen Kopfball nicht vollenden, doch die Kugel rollte vor die Füße von Crespo, der eiskalt zum 1:0 vollendete.

Das Tor entmutigte die Ivorer keineswegs. Sie spielten weiter munter mit, kombinierten blitzschnell in der gegnerischen Hälfte, allein im Abschluss haperte es zunächst noch etwas. Kalou war in dieser Phase auffälligster Spieler, hatte eine eigene Einschusschance und bediente in der 32. Minute Drogba, dessen Schuss von Ayala noch im letzten Moment gerettet wurde. Drei Minuten später fast der Ausgleich, als Argentinien-Keeper Abbondanzieri in höchster Not einen Flugkopfball von Keita aus kurzer Distanz entschärfen musste.

Doch in der 38. Minute schlugen die Argentinier ein weiteres Mal eiskalt zu: Riquelme bediente mit einem Musterpass Saviola, der am herauseilenden Tizié vorbei das 2:0 erzielte. Crespo, der passiv im Abseits stand, griff nicht ein. Mit diesem Ergebnis ging es in die Pause.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie tempo- und abwechselungsreich. Maxi Rodriguez (48.) und Riquelme (55.) hatten auf argentinischer Seite Möglichkeiten zur Ergebnisverbesserung. Auch die Afrikaner hielten zunächst weiter dagegen, doch im Laufe der Partie schien ihnen die Puste auszugehen.

Die Pekerman-Elf bekam so den Gegner immer besser in den Griff. Henri Michel brachte zwar in der 56. Minute mit Dindane vom RC Lens einen frischen Stürmer, doch erst 20 Minuten vor Spielende zeigte die Maßnahme Wirkung und ein Ruck schien durch noch einmal durch das Team zu gehen. Insbesondere Drogba und Keita stemmten sich gegen die Niederlage und zeigten vor dem gegnerischen Tor vollen Einsatz. Ohne den in der 64. Minute ausgewechselten Crespo agierten die Argentinier nicht mehr mit der letzten Konsequenz und hofften, das Ergebnis über die Zeit bringen zu können.

Und das mit Erfolg: Zwar spielte sich das Spiel nun weitgehend in der Hälfte der Südamerikaner und die Ivorer drehten die Torschuss-Statistik noch zu ihren Gunsten, doch wirklich brenzlig wurde es für Keeper Abbondanzieri lange Zeit nicht.

Doch in der 82. Minute doch noch der Anschlusstreffer: Drogba stand nach Flanke von Dindane da, wo ein Torjäger stehen muss und schoss das Leder direkt mit links unhaltbar für Abbondanzieri zum 1:2 aus Ivorer Sicht ein.

Nun stand die Partie noch einmal auf des Messers Schneide, doch am Ende triumphierte doch noch das insgesamt cleverere Team.


kicker
Soeren1313
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Argentinien bestraft die Elfenbeinküste

Von Pavo Prskalo

Bei ihrem WM-Debüt hat das Team der Elfenbeinküste mit Offensivfußball begeistert. Dennoch musste sich die Elf in der Gruppe C Argentinien geschlagen geben. Die Südamerikaner agierten schlichtweg cleverer.

Hamburg - Sie rannten an und kämpften bis zum Schlusspfiff. Nach 93 Minuten, als Schiedsrichter Frank de Bleeckere die Partie beendete, war die Enttäuschung bei den Spielern der Elfenbeinküste allerdings groß. 1:2 (0:2) unterlag die Mannschaft dem Team aus Argentinien.

Das lag vor allen Dingen an der fehlenden Disziplin in der ersten Hälfte. Zwar zeigten die Ivorer den Fans in der Hamburger WM-Arena gute Kombinationen im Spiel nach vorn, die Defensive litt darunter allerdings. Die Argentinier spielten taktisch clever und nutzten die Fehler der gegnerischen Elf eiskalt.

"Ich denke, in diesem Spiel hat uns einfach die Erfahrung gefehlt. In den entscheidenden Situationen sind wir zu spät gekommen, das hat den Unterschied ausgemacht", klagte der Coach der Elfenbeinküste, Henri Michel.

So konnte der argentinische Torjäger Hernan Crespo in der 24. Minute eine Unachtsamkeit in der Hintermannschaft nutzen. Juan Roman Riquelmes Freistoß wehrte die Abwehr zu kurz ab und Crespo staubte zu seinem 30. Länderspieltreffer ab. Nach einem Traumpass des überragenden Spielmachers Riquelme hatte Angreifer Javier Saviola zwölf Minuten später keine Mühe, zum 2:0 zu erhöhen. Die im himmelblau-weißen Trikot auf der Tribüne sitzende Fußball-Legende Diego Maradona hatte allen Grund zum Jubeln.

Für Aufregung unter den 50.000 Zuschauern sorgte zudem eine Szene in der 14. Minute, als Torwart Jean-Jacques Tizie nach einem Kopfball von Roberto Ayala das Leder an den Innenpfosten lenkte und ihn sich anscheinend noch vor der Überquerung der Torlinie griff. Schiedsrichter de Bleeckere ließ weiterspielen, lag mit diesem Urteil aber daneben. "Wir sind wunderbar gestartet und sehr glücklich. Ich denke, dass es nun auch so weiter geht. Das war ein großer Schritt", sagte Crespo.

Sein Teamkollege vom FC Chelsea, Didier Drogba, konnte in der 82. Minute nur noch verkürzen und war dementsprechend enttäuscht. "Wir haben viele Chancen nicht genutzt. So etwas wird von Argetinien bestraft", sagte der 28-Jährige.

Vor allem in der ersten Hälfte hatten die Spieler von Trainer Henri Michel die gegnerische Abwehr vor Keeper Roberto Abbondanzieri einige Male in Verlegenheit gebracht. Bonaventure Kalou (30.), Drogba (32.) und Abdul Kader Keita (35.), der aus vier Metern Abbondanzieri per Kopf nicht überwinden konnte, ließen aber erstklassige Einschussmöglichkeiten aus.

In der zweiten Hälfte allerdings agierte die argentinische Defensive um die Innenverteidiger Ayala und Gabriel Heinze souverän und stand kompakt.

"Ich habe eine großartige Mannschaft, die dieses Spiel verdient gewonnen hat. Sie hat großes Selbstvertrauen gezeigt, die Elfenbeinküste war ein wirklich schwerer Gegner", sagte der Nationaltrainer Argentiniens, José Pekerman: "Dieser Erfolg war ein großer Schritt nach vorne, aber noch nicht mehr. An das Finale denken wir noch nicht", so der Coach, der auf Jungstar Lionel Messi nach dessen Verletzungspause noch verzichtete.

In zweiten Spiel der Gruppe C treffen am Sonntag die Niederlande und das Team aus Serbien und Montenegro aufeinander. Anpfiff in Leipzig ist um 15 Uhr.

Argentinien - Elfenbeinküste 2:1 (2:0)
1:0 Crespo (24.)
2:0 Saviola (38.)
2:1 Drogba (82.)
Argentinien: Abbondanzieri (34 Jahre/23 Länderspiele) - Burdisso (25/9), Ayala (33/101), Heinze (28/30), Sorin (30/72) - Maxi Rodriguez (25/14), Mascherano (22/16), Cambiasso (25/23) - Riquelme (27/32) ab der 90.+3 mit Aimar (26/41) - Saviola (24/32) ab der 76. Gonzales (25/28), Crespo (30/56) ab der 64. Palacio (24/3). Trainer: Pekerman
Elfenbeinküste: Tizie (33/25) - Eboue (23/12), Kolo Toure (25/43), Meite (25/19), Boka (23/24) - Keita (24/27) ab der 77. Arouna Kone (22/18), Yaya Toure (23/15), Zokora (25/39), Akale (25/23) ab der 62. Bakary Kone (24/17) - Kalou (28/50) ab der 56. Dindane (25/35), Drogba (28/33). Trainer: Michel
Schiedsrichter: de Bleeckere (Belgien)
Zuschauer: 50.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Heinze, Saviola / Drogba, Eboue



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Soeren1313
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INTERVIEW MIT BONAVENTURE KALOU

"Jetzt nur nicht den Kopf verlieren"

Effizienz hat über die Leidenschaft gesiegt. Bonaventure Kalou, der gestern mit der Elfenbeinküste ein tolles Spiel gegen Argentinien ablieferte, spricht über Grenzen und Möglichkeiten seiner Elf, den Unterschied zu Topteams und das wohl entscheidende Spiel gegen die Niederlande.

Frage: Herr Kalou, das Spiel zwischen Argentinien und der Elfenbeinküste war das wohl bislang beste dieser WM. Was hat den Unterschied zwischen den beiden Teams ausgemacht?

Bonaventure Kalou: Auch wenn wir verloren haben, der Unterschied zwischen Argentinien und uns war nicht allzu groß. Gerade zu Beginn des Spiels waren wir mindestens ebenbürtig. Wir haben doch phasenweise das Spiel in der Hand gehabt und dominiert. Am Ende haben die große Erfahrung und Cleverness der Argentinier den Ausschlag für unsere Niederlage gegeben.

Frage: War es wirklich nur die Erfahrung? Auch Sie sind sehr großzügig mit Torchancen umgegangen.

Der 28- jährige Bonaventure Kalou begann seine europäische Karriere 1997 bei Feyernoord Rotterdam. Seit 2003 spielt er für AJ Auxerre. Im selben Jahr verhalf der offensive Mittelfeldspieler dem Team mit dem entscheidenden Endspieltor zum französischen Pokalsieg. Seit 2005 ist er für Paris St. Germain aktiv. In 49 Partien für die Elfenbeinküste schoss er bisher 9 Tore.
Kalou: Das stimmt, ich kann heute nicht zufrieden sein. Ich habe versucht alles zu geben, aber es hat einfach nicht gereicht. Unsere Chancenverwertung ist ein Defizit, obwohl wir Didier Drogba haben. Wir sind nicht so abgeklärt wie es andere Spitzenteams sind.

Frage: Jetzt geht es gegen die Niederlande, gegen ein weiteres Topteam des Turniers. Diese Aufgabe wird nicht leichter, wenn man mit einer Niederlage in die WM startet.

Kalou: Das stimmt nicht. Wir gehen jetzt nicht deprimiert aus diesem Spiel heraus. Alle haben es doch gesehen: Argentinien ist nicht nur der Favorit auf den ersten Platz in unserer Gruppe. Ich bin überzeugt davon, dass wir die richtigen Schlüsse aus der Niederlage ziehen. Wir haben doch gar keine andere Möglichkeit: Wenn wir die Vorrunde überstehen wollen, müssen wir ein perfektes Spiel gegen die Niederlande hinlegen. Das wird nicht einfach, aber jetzt müssen wir zeigen, was wir drauf haben. Wir dürfen jetzt nur nicht den Kopf verlieren, dann werden wir unseren Weg bei dieser WM schon noch gehen.

Frage: In der Elfenbeinküste herrscht ein brutaler Bürgerkrieg, können Sie die Sorgen um Ihr Land während der Weltmeisterschaft verdrängen?

Kalou: Ach, wissen Sie, als Fußballspieler hat man einen sehr geringen Einfluss auf die politischen Angelegenheiten in unserem Land. Wir können hier zeigen, dass wir als ein Team, als eine Elfenbeinküste spielen. Wir Spieler kommen aus unterschiedlichen Regionen und arbeiten sehr gut zusammen. Wenn wir mit unseren Auftritten in Deutschland dazu beitragen könnten, dass es in der Elfenbeinküste mal ein paar Tage weniger Gewalt gäbe, wäre das schon ein Erfolg. Aber selbst wenn wir hier Weltmeister werden sollten, bezweifle ich, dass das meinem Land den Frieden zurückbringen würde.
spiegel
Soeren1313
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Elfenbeinküste: Didier Drogba im Interview
"Stuttgart ist wie ein Endspiel"

Der Stürmerstar der Elfenbeinküste vor dem entscheidenden Match in Stuttgart am Freitag gegen die Niederlande.

kicker: Elfenbeinküste gegen Niederlande, Drogba gegen Robben - das Duell der Chelsea-Profis. Ein besonderes Spiel?

Didier Drogba (28): Er ist schon ein beeindruckender Spieler. Er ist einer der besten Dribbler auf der Welt, der mit Leichtigkeit alle Gegenspieler schwindlig spielen kann.

kicker: Hat Sie Arjen Robbens Gala gegen die Serben überrascht?

Drogba: Nein, keineswegs. Wenn er seinen guten Tag hat, kann er Spiele ganz allein entscheiden.

kicker: Waren Sie schwer enttäuscht nach der Auftakt-Niederlage gegen die Argentinier?

Drogba: Wir haben gezeigt, dass wir auf diesem Niveau mithalten können. Leider haben wir unsere Chancen nicht so gut genutzt. Und wir dürfen uns in der Defensive nicht wieder so naiv anstellen.

kicker: Furcht vor den "Oranjes"?

Drogba: Respekt ja, Furcht nein. Aber wir dürfen uns nichts mehr erlauben. Stuttgart ist für uns wie ein Endspiel.

INTERVIEW: J. Dabah
Soeren1313
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Michel vor Abschiedsspiel mit der Elfenbeinküste
WM2006 - Michel vor Abschiedsspiel mit der Elfenbeinküste

Für Henri Michel, Nationaltrainer der Elfenbeinküste, ist nach der WM wohl Schluss. "Der Verband hat mich nicht gefragt, ob ich weitermachen will. Ich gehe davon aus, dass ich gegen Serbien und Montenegro letztmals auf der Trainerbank sitzen werde", sagte der Franzose, nachdem die "Elefanten" bereits nach zwei Niederlagen gegen die Niederlande und Argentinien (jeweils 1:2) das Weiterkommen verpasst haben. Der Vertrag von Michel läuft nach der WM ohnehin aus.

Michel hatte die Mannschaft 2004 übernommen und erstmals zu einer WM-Endrunde geführt. Zudem schaffte der 58-Jährige mit den Westafrikanern beim diesjährigen Afrika-Cup den Einzug ins Finale, scheiterte dort aber an Ägypten. Für Michel ist es in Deutschland die vierte WM-Teilnahme als Trainer. Zuvor hatte der Coach bereits Frankreich (1986), Kamerun (1994) und Marokko (1998) bei einer Endrunde betreut.

Wie seine weitere Zukunft aussieht, wollte Michel nicht sagen. Er ließ jedoch durchblicken, dass die Elfenbeinküste vorerst seine letzte Station in Afrika war. "Ich habe Afrika genug gegeben", sagte der Franzose. Für das unbedeutende Gruppenspiel gegen die Serben hofft Michel auf einen versöhnlichen Abschluss: "Ich hoffe, dass die Spieler die Partie für ihr Land gewinnen."

Kritik übte Michel indes an den Schiedsrichtern bei der WM. "Ich habe den Eindruck, dass die großen Nationen bei den Referees einen Bonus haben", monierte der Trainer vor allem einige Entscheidungen im Spiel gegen die Niederlande: "Wir hätten hier Großes leisten können. Aber für die Zukunft darf sich die Elfenbeinküste große Hoffnung machen."


http://focus.msn.de/sport/wm2006/michel-...pid_276762.html