hendrik
Ein Werderaner auf Finalkurs
WM-Hauptgewinn für Bremens Stadionmoderator Christian Stoll: Er bekommt Berlin
BREMEN·HANNOVER. 9. Juli, Berliner Olympiastadion: der Tag des WM-Finales, ein großer Tag. Die Bremer Klose, Frings, Borowski oder Owomoyela wollen ihn unten auf dem Rasen mit dem deutschen Team erleben, genau wie auch Klasnic mit Kroatien oder Valdez mit Paraguay. Vielleicht schafft es ja einer von ihnen dorthin. Ein Werderaner aber hat seine Finalteilnahme schon so gut wie sicher: Christian Stoll. Auch er gehört zu einer Art Nationalteam, selbst wenn er den Fußball nicht spielt, sondern spricht: Stoll, der seit 2001 im Gespann mit Arnd Zeigler die Werder-Spiele im Weserstadion für die Zuschauer moderiert, gehört zu den 20 deutschen Sprechern, die von der FIFA auserkoren worden sind, im Sommer in den WM-Arenen anzusagen, was Sache ist. Und in diesem Team ist für den Mann, der in Bremen von allen nur "Stolli" genannt wird, eine Führungsrolle vorgesehen - von allen WM-Standorten hat Stoll mit dem Finalort Berlin den bedeutendsten abbekommen. Mehr geht nicht, so etwas nennt man Hauptgewinn. Nur nicht Stoll selbst. "Hauptgewinn ist mir zu anmaßend", sagt er, "ich empfinde es als eine Gnade, Berlin bekommen zu haben." Seit gut zweieinhalb Wochen, als der DFB den auserwählten Sprechern die Entscheidung im Namen der FIFA mitteilte, weiß er davon - und hat sich seitdem vor allem "still gefreut". Weil ihm sein Glück zu unglaublich erschien. "Ich wäre auch Putzfrau geworden, wenn ich nur bei der WM dabei gewesen wäre", sagt Stoll. Wobei seine Vorstellungen von der WM-Teilnahme dann doch seit längerer Zeit schon konkreter waren. Denn bereits 1999, er war gerade Hallensprecher bei der Tennis-WM in Hannover, wurde er in einem Interview nach seinem Traumziel gefragt. Stoll antwortete dem Reporter damals: Berliner Olympiastadion, Finale der WM 2006 in Deutschland. Viel trennt Traum und Realität nicht mehr. Die Vorrundenspiele dort hat er, jeweils mit einem der Hertha-Sprecher gemeinsam, sicher. Das Viertelfinale ist ihm ebenfalls zugesagt worden - und dann wird geschaut. "Über die Besetzung des Finales wird offiziell erst danach entschieden", erklärt Stoll, "aber es heißt, ich hätte gute Chancen. Wenn mir keine gravierenden Fehler unterlaufen, dürfte ich dabei sein." Die Erfahrung zur Vermeidung solch gravierender Fehler hat der 45-Jährige jedenfalls. 1996 trat Stoll erstmals als Moderator von Fan-TV im Weserstadion in Erscheinung, 2001 folgte der Wechsel in die Sprecherkabine - und schließlich 2003 das Länderspiel gegen Serbien-Montenegro, das zu seinem Einstand beim DFB wurde. Denn eigentlich war er nur als ortskundiger Assistent für DFB-Stammmoderator Andi Wenzel vorgesehen, letztlich aber machten sie den Job gemeinsam. "Das scheint beim DFB ganz gut angekommen zu sein", sagt Stoll. So gut jedenfalls, dass ihn der Verband im vergangenen Jahr gleich auch beim Confed-Cup, der WM-Generalprobe, beschäftigte. Und das mit stark steigender Tendenz: Zunächst sollte Stoll nur in Hannover, wo er auch seinem Hauptberuf als Leiter der Redaktion "Aktuelles" bei Hit-Radio Antenne nachgeht, am Stadionmikrofon sitzen. Im Turnierverlauf wurde er schließlich aber gleich noch nach Nürnberg und Leipzig beordert. "Und plötzlich hieß es: Jetzt machst Du auch noch das Finale", erzählt er. Ein Satz, den er ziemlich gerne gehört hat. Und am liebsten wieder hören will. Kurz vor dem großen Tag, im Juli in Berlin.
Quelle: Weser-Kurier
WM-Hauptgewinn für Bremens Stadionmoderator Christian Stoll: Er bekommt Berlin
BREMEN·HANNOVER. 9. Juli, Berliner Olympiastadion: der Tag des WM-Finales, ein großer Tag. Die Bremer Klose, Frings, Borowski oder Owomoyela wollen ihn unten auf dem Rasen mit dem deutschen Team erleben, genau wie auch Klasnic mit Kroatien oder Valdez mit Paraguay. Vielleicht schafft es ja einer von ihnen dorthin. Ein Werderaner aber hat seine Finalteilnahme schon so gut wie sicher: Christian Stoll. Auch er gehört zu einer Art Nationalteam, selbst wenn er den Fußball nicht spielt, sondern spricht: Stoll, der seit 2001 im Gespann mit Arnd Zeigler die Werder-Spiele im Weserstadion für die Zuschauer moderiert, gehört zu den 20 deutschen Sprechern, die von der FIFA auserkoren worden sind, im Sommer in den WM-Arenen anzusagen, was Sache ist. Und in diesem Team ist für den Mann, der in Bremen von allen nur "Stolli" genannt wird, eine Führungsrolle vorgesehen - von allen WM-Standorten hat Stoll mit dem Finalort Berlin den bedeutendsten abbekommen. Mehr geht nicht, so etwas nennt man Hauptgewinn. Nur nicht Stoll selbst. "Hauptgewinn ist mir zu anmaßend", sagt er, "ich empfinde es als eine Gnade, Berlin bekommen zu haben." Seit gut zweieinhalb Wochen, als der DFB den auserwählten Sprechern die Entscheidung im Namen der FIFA mitteilte, weiß er davon - und hat sich seitdem vor allem "still gefreut". Weil ihm sein Glück zu unglaublich erschien. "Ich wäre auch Putzfrau geworden, wenn ich nur bei der WM dabei gewesen wäre", sagt Stoll. Wobei seine Vorstellungen von der WM-Teilnahme dann doch seit längerer Zeit schon konkreter waren. Denn bereits 1999, er war gerade Hallensprecher bei der Tennis-WM in Hannover, wurde er in einem Interview nach seinem Traumziel gefragt. Stoll antwortete dem Reporter damals: Berliner Olympiastadion, Finale der WM 2006 in Deutschland. Viel trennt Traum und Realität nicht mehr. Die Vorrundenspiele dort hat er, jeweils mit einem der Hertha-Sprecher gemeinsam, sicher. Das Viertelfinale ist ihm ebenfalls zugesagt worden - und dann wird geschaut. "Über die Besetzung des Finales wird offiziell erst danach entschieden", erklärt Stoll, "aber es heißt, ich hätte gute Chancen. Wenn mir keine gravierenden Fehler unterlaufen, dürfte ich dabei sein." Die Erfahrung zur Vermeidung solch gravierender Fehler hat der 45-Jährige jedenfalls. 1996 trat Stoll erstmals als Moderator von Fan-TV im Weserstadion in Erscheinung, 2001 folgte der Wechsel in die Sprecherkabine - und schließlich 2003 das Länderspiel gegen Serbien-Montenegro, das zu seinem Einstand beim DFB wurde. Denn eigentlich war er nur als ortskundiger Assistent für DFB-Stammmoderator Andi Wenzel vorgesehen, letztlich aber machten sie den Job gemeinsam. "Das scheint beim DFB ganz gut angekommen zu sein", sagt Stoll. So gut jedenfalls, dass ihn der Verband im vergangenen Jahr gleich auch beim Confed-Cup, der WM-Generalprobe, beschäftigte. Und das mit stark steigender Tendenz: Zunächst sollte Stoll nur in Hannover, wo er auch seinem Hauptberuf als Leiter der Redaktion "Aktuelles" bei Hit-Radio Antenne nachgeht, am Stadionmikrofon sitzen. Im Turnierverlauf wurde er schließlich aber gleich noch nach Nürnberg und Leipzig beordert. "Und plötzlich hieß es: Jetzt machst Du auch noch das Finale", erzählt er. Ein Satz, den er ziemlich gerne gehört hat. Und am liebsten wieder hören will. Kurz vor dem großen Tag, im Juli in Berlin.
Quelle: Weser-Kurier