Suffältester
Polizei beobachtet Hooligans und Gewaltbereite
Mo 20 Mär, 09:33 Uhr
Düsseldorf (dpa) - Hinter der Fassade des nordrhein-westfälischen Landeskriminalamts in Düsseldorf glühen die Drähte. Dort bereitet sich die bundesweite «Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze» (ZIS) auf die Fußball-Weltmeisterschaft vor.
Aus allen WM-Teilnehmerländern treffen Daten über Hooligans ein. Die Polizisten sammeln Reisewege, Ziele, Reisedauer. 16 Beamte unter Leitung von Polizeidirektor Michael Endler besorgen zudem Autos und reichlich Hotelzimmer für die WM, wenn aus dem Ausland auch 33 Polizisten anreisen, die die Hooligan-Szene ihrer Länder genau kennen.
Überall im Lande werden sie ihre Mannschaften begleiten und Ausschau halten nach «alten Bekannten», die trotz aller Vorkehrungen die Reise nach Deutschland wagen. Wie viele Karten sind in welche Länder verkauft worden? Welcher gewaltbereite Fan hat sich möglicherweise über Sponsoren ein Ticket beschafft? Wer sitzt in Sonderzügen, Bussen, Flugzeugen? Tausende Daten werden bei der ZIS zusammengetragen. Mitte Mai dann wird die Zahl der Beamten auf 145 in die Höhe schießen. Die Stelle wird auf die andere Rheinseite ins benachbarte Neuss in größere Räume ausweichen und rund um die Uhr arbeiten.
Seit 1992 gibt es die länderübergreifende Anti-Hooligan-Zentrale der Polizei, 7000 deutsche Gewalttäter sind im Zusammenhang mit Sportveranstaltungen schon aufgefallen und in ihren Computern gespeichert. Insgesamt wird die Zahl allein der deutschen Hooligans und gewaltbereiten Fußballfans auf etwa 10 000 geschätzt, berichtet LKA-Sprecher Frank Scheulen.
Die Polizei unterteilt sie in B- und C-Fans. Während die B-Fans grundsätzlich an Fußball interessiert sind, sich aber in kritischen Situationen auch an Ausschreitungen beteiligen, sind die so genannten C-Fans der harte Kern - Hooligans, denen es nur um Gewalt geht. Sie müssen in den kommenden Wochen mit Besuch von der Polizei, Meldeauflagen und Platzverweisen rechnen. «Bei Missachtung winkt ein Tag im kargen Polizeigewahrsam.»
Zur Fußball-WM wird die ZIS täglich bis zu 1000 Daten sammeln und daraus auch ein tägliches Lagebild an die Bundespolizei und die örtlichen Polizeipräsidien weitergeben. «Die Stadien werden sicher sein», ist Scheulen überzeugt. Schwieriger wird es, öffentliche Plätze fernab der Spielorte im Auge zu behalten, an denen sich Hooligans kurzfristig per Handy oder über geschlossene Internet-Foren verabreden.
Während die Engländer bereits bis zu 4000 ihrer Fußball-Rowdys zur WM mit richterlichen Ausreiseverboten belegt haben, werden die meisten Länder die Reisefreiheit ihrer Gewalt-Klientel nicht einschränken. Ein Augenmerk gilt dabei auch der osteuropäischen Hooligan-Szene, die in den letzten Jahren erheblich größer geworden ist. «Wir sagen dazu nicht viel, aber wir sind nicht blind», sagt Scheulen.
Trotz allem soll das Sportereignis nicht durch massive Polizeipräsenz geprägt werden. «Es werden genug Kräfte da sein, aber martialisch aufgerüstete Hundertschaften müssen nicht vor dem Stadion Spalier stehen», versichert Scheulen. Natürlich hat die Polizei dabei auch einige der 64 Fußball-Spiele besonders im Auge. «Wir nennen sie nicht, um die Situation nicht noch anzuheizen, aber es gibt Spiele, auf die wir uns ausführlicher vorbereiten.»
Die Fußballfans aus aller Welt werden dabei auch auf Polizisten in der Uniform ihrer Länder stoßen. «Der englische Bobby wird hier gemeinsam mit deutschen Bundespolizisten unterwegs sein.» Dies ist auch ein Signal an die Fußballfans, dass das Auge des Gesetzes sie auch fern der Heimat im Blick behält.
Quelle: http://de.sports.yahoo.com/20032006/30/p...altbereite.html
Mo 20 Mär, 09:33 Uhr
Düsseldorf (dpa) - Hinter der Fassade des nordrhein-westfälischen Landeskriminalamts in Düsseldorf glühen die Drähte. Dort bereitet sich die bundesweite «Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze» (ZIS) auf die Fußball-Weltmeisterschaft vor.
Aus allen WM-Teilnehmerländern treffen Daten über Hooligans ein. Die Polizisten sammeln Reisewege, Ziele, Reisedauer. 16 Beamte unter Leitung von Polizeidirektor Michael Endler besorgen zudem Autos und reichlich Hotelzimmer für die WM, wenn aus dem Ausland auch 33 Polizisten anreisen, die die Hooligan-Szene ihrer Länder genau kennen.
Überall im Lande werden sie ihre Mannschaften begleiten und Ausschau halten nach «alten Bekannten», die trotz aller Vorkehrungen die Reise nach Deutschland wagen. Wie viele Karten sind in welche Länder verkauft worden? Welcher gewaltbereite Fan hat sich möglicherweise über Sponsoren ein Ticket beschafft? Wer sitzt in Sonderzügen, Bussen, Flugzeugen? Tausende Daten werden bei der ZIS zusammengetragen. Mitte Mai dann wird die Zahl der Beamten auf 145 in die Höhe schießen. Die Stelle wird auf die andere Rheinseite ins benachbarte Neuss in größere Räume ausweichen und rund um die Uhr arbeiten.
Seit 1992 gibt es die länderübergreifende Anti-Hooligan-Zentrale der Polizei, 7000 deutsche Gewalttäter sind im Zusammenhang mit Sportveranstaltungen schon aufgefallen und in ihren Computern gespeichert. Insgesamt wird die Zahl allein der deutschen Hooligans und gewaltbereiten Fußballfans auf etwa 10 000 geschätzt, berichtet LKA-Sprecher Frank Scheulen.
Die Polizei unterteilt sie in B- und C-Fans. Während die B-Fans grundsätzlich an Fußball interessiert sind, sich aber in kritischen Situationen auch an Ausschreitungen beteiligen, sind die so genannten C-Fans der harte Kern - Hooligans, denen es nur um Gewalt geht. Sie müssen in den kommenden Wochen mit Besuch von der Polizei, Meldeauflagen und Platzverweisen rechnen. «Bei Missachtung winkt ein Tag im kargen Polizeigewahrsam.»
Zur Fußball-WM wird die ZIS täglich bis zu 1000 Daten sammeln und daraus auch ein tägliches Lagebild an die Bundespolizei und die örtlichen Polizeipräsidien weitergeben. «Die Stadien werden sicher sein», ist Scheulen überzeugt. Schwieriger wird es, öffentliche Plätze fernab der Spielorte im Auge zu behalten, an denen sich Hooligans kurzfristig per Handy oder über geschlossene Internet-Foren verabreden.
Während die Engländer bereits bis zu 4000 ihrer Fußball-Rowdys zur WM mit richterlichen Ausreiseverboten belegt haben, werden die meisten Länder die Reisefreiheit ihrer Gewalt-Klientel nicht einschränken. Ein Augenmerk gilt dabei auch der osteuropäischen Hooligan-Szene, die in den letzten Jahren erheblich größer geworden ist. «Wir sagen dazu nicht viel, aber wir sind nicht blind», sagt Scheulen.
Trotz allem soll das Sportereignis nicht durch massive Polizeipräsenz geprägt werden. «Es werden genug Kräfte da sein, aber martialisch aufgerüstete Hundertschaften müssen nicht vor dem Stadion Spalier stehen», versichert Scheulen. Natürlich hat die Polizei dabei auch einige der 64 Fußball-Spiele besonders im Auge. «Wir nennen sie nicht, um die Situation nicht noch anzuheizen, aber es gibt Spiele, auf die wir uns ausführlicher vorbereiten.»
Die Fußballfans aus aller Welt werden dabei auch auf Polizisten in der Uniform ihrer Länder stoßen. «Der englische Bobby wird hier gemeinsam mit deutschen Bundespolizisten unterwegs sein.» Dies ist auch ein Signal an die Fußballfans, dass das Auge des Gesetzes sie auch fern der Heimat im Blick behält.
Quelle: http://de.sports.yahoo.com/20032006/30/p...altbereite.html