Fußball-WM 2006 in München: Plastikbecher-Skandal aufgedeckt

LeHrAs
München, Faschingsdienstag. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft werden die Fans in München ihr Bier und ihre Cola im Stadion und im Wirtshaus aus eckigen Plastikschalen trinken müssen. Bei einem Geheimtreffen testete der Wirtschaftsausschuss des Münchner Stadtrates jetzt die neuen Trinkgefäße. Hintergrund ist eine Auflage der FIFA, die eckige Becher vorschreibt, damit für die Aufdrucke der Sponsoren-Logos genügend Platz vorhanden ist.

Nach dem Plastikkrug-Skandal beim Oktoberfest 2005 (wir berichteten) bahnt sich nun ein Plastikbecher-Skandal zur Fußball-WM 2006 an. Bereits im letzten Jahr traf sich eine exklusive Runde im Münchner Rathaus, um Wiesn-Krüge aus Plastik zu testen. Damals mit dabei war der Wiesn-Stadtrat und Fraktionsvorsitzende der Münchener SPD im Rathaus, Helmut Schmid.

Auch diesmal ist Schmid wieder mit von der Partie. Der Redaktion vom Stadtmagazin muenchen24.info wurden Fotos zugespielt (siehe Bild), auf dem zu sehen ist, wie Schmid ein Muster des neuen Trinkgefäßes ausprobiert. Bei dem Geheimtreffen am Unsinnigen Donnerstag sollen neben Schmid auch die Mitglieder des Wirtschaftsausschusses im Stadtrat sowie Gregor Lentze, Geschäftsführer der Fifa Marketing & TV Deutschland GmbH, Oberbürgermeister Christian Ude, Wirtschaftsreferent Reinhard Wieczorek und Plastikkrug-Verfechter Wiggerl Hagn, Chef des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes, teilgenommen haben.

Während der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006 sollen die Fans im FIFA WM-Stadion (Anm. der Red.: "Allianz Arena" darf laut FIFA nicht verwendet werden) in München, im Fanpark im Olympiapark und in sämtlichen Münchner Gaststätten und Restaurants ihr Bier aus Plastikschalen trinken. Die eckigen Becher sehen ähnlich aus, wie die Schalen, in denen die Münchner Metzger ihren Fleischsalat verkaufen.

Die Fifa Marketing Gesellschaft soll diese Trinkbecher vorgeschrieben haben, damit die Sponsoren genügend Raum für ihre Logos haben. Hauptsponsor Hyundai (Automobile) soll dabei den größten Platz auf dem Boden des neuen WM-Trinkbechers bekommen. Die beiden breiten Seiten teilen sich Coca-Cola und Bier-Sponsor Anheuser-Busch. Auf die schmalen Seiten des Bechers sollen die Logos von Mc Donalds und Fly Emirates (Fluggesellschaft) kommen.

Aus unterrichteten Kreisen ist außerdem zu vernehmen, dass die Endversion des Bechers einen breiteren Rand haben wird, damit auch noch weitere Sponsoren untergebracht werden können. Die Deutsche Telekom soll angeblich außerdem fordern, dass die Farbe des Bechers Pink sein soll. Zudem soll ein passender Plastikdeckel für Souvenir-Jäger hergestellt werden, auf der das WM-Maskottchen Goleo abgebildet ist.

Die Teilnehmer des Geheimtreffens im Rathaus waren am Faschingsdienstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Lediglich WM-OK-Chef Franz Beckenbauer reagierte sofort sensibel auf den neuerlichen WM-Skandal. "Schau mer mal", sagte Beckenbauer in einer ersten Stellungnahme auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, dass dieses Trinkgefäß während der WM eingesetzt wird.


Quelle

hshb
Hahahahaha, die sehen aus wie die Salatbecher, die man in jedem guten deutschen Imbiss mitbekommt!
mazzo
schöner Scherz. Vor allem glaubt man das sofort, bei dem Gehabe der FIFA.
Würden sich Becher in Pyramidenform nicht noch besser machen? Die kann gefüllt man nicht abstellen und muss daher dauernd auf aufgedruckte Logos gucken.
hshb
In Pyramidenform passt gut und alle Spieler tragen die 23! Wer weiß wer dahinter steckt...