kicker: Borowski redet nicht vom Titel

Bibi86
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Ein Drachen zierte sein modisches Sakko. Ganz begeistert über dieses aufgestickte Symbol, dem in ihrem Kulturkreis enorme Bedeutung zukommt, zeigten sich die chinesischen Journalisten, die in Bremen die Werder-Nationalspieler für eine WM-Vorschau interviewten. Die Gäste aus Fernost überreichten dem Blondschopf einen Glücksbringer.

Ein passendes Geschenk für Borowski, gerade in diesen Tagen. "Es läuft noch nicht so rund", gibt der Mittelfeldspieler, einer aus der großen Schar der Frustrierten bei den Hanseaten, zu. "Wir haben noch nicht den Level des letzten Jahres erreicht."

Selbstkritische Worte des 25-Jährigen, der sich ausdrücklich einbezieht in dieses harte Urteil über das Schaffen in 2006. Wobei er für sich durchaus mildernde Umstände gelten machen darf. Leistenoperation im Dezember, dadurch bedingter verzögerter Start ins neue Jahr, keine optimale Vorbereitung. Natürlich wirke sich dies aus, sagt Borowski: "Es klappt noch nicht alles, doch ich sehe mich auf einem guten Weg."

Ein holpriger Start ins WM-Jahr. Für die nächsten Aufgaben hat sich der Spieler mit der Nummer 24 viel vorgenommen. In erster Linie will er den "Kopf frei bekommen". Für das Team empfiehlt er das Erinnern an "die grundlegenden Dinge". Borowski spricht von Elementar-Tugenden wie Einsatz und Willen, von Laufbereitschaft, von "letzter Konsequenz im Spiel".

Gedanken an den Titelkampf hat er dabei momentan nicht. Borowski schreibt die Meisterschaft ab: "Damit dürfen wir uns nicht beschäftigen." Allein die Qualifikation für die Champions League zähle. Ein Standpunkt, den auch Sportdirektor Klaus Allofs bei elf Punkten Rückstand auf die Münchner Bayern unterstreicht: "Unser erster Gedanke muss der Königsklasse gelten."

Werder spricht nicht mehr vom Titel, sondern von den Hausaufgaben. Erst Dortmund, dann Juventus Turin. Hochkarätige Gegner und andere Kaliber von der Papierform her als die letzten Kontrahenten, gegen die die Bremer Punkte eingebüßt haben. "Mannschaften wie Lautern, die 90 Minuten Mann gegen Mann spielen", so Borowski mit leichtem Unterton der Beschwerde, "das ist doch kein Fußball." Hans-Günter Klemm



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