Fiedel43
Weser-Kurier:
Der vierte Versuch
Daniel Jensen vor seiner vierten Saisonhälfte bei Werder: Er ist schmerzfrei und will endlich Stammspieler werden
Von unserem Redakteur
Sebastian Stiekel
BREMEN. Im Verlauf der Hinrunde wurde publik, dass Daniel Jensens Frau ausgezeichnet Nudeln kocht. Leon Andreasen hatte das gegenüber der "Bild"-Zeitung erwähnt. Das ist eigentlich kaum der Rede wert, fand aber Beachtung - vielleicht, weil es viel mehr Neues nicht zu berichten gab über Jensen in den vergangenen Monaten.Nach der Hinrunde stand Daniel Jensen ungefähr da, wo er schon vor der Hinrunde stand. Er ist eine Art fünftes Rad an Werders Hochgeschwindigkeits-Gefährt. Ein hochwertiger Ersatz, falls ein anderes mal ausfällt, aber sofort wieder in der Reserve verschwunden, wenn Micoud, Borowski, Frings und Baumann einsatzfähig sind.Auf Dauer ist Jensen das zu wenig. Er will "endlich Stammspieler werden bei Werder". Sollte er das wieder nicht schaffen in den kommenden drei Monaten, "werde ich am Saisonende zum Trainer gehen und über meine Perspektiven reden". Im Klartext: einen Vereinswechsel forcieren. Obwohl sein Vertrag in Bremen noch bis 2008 läuft.Vor der Rückrunde ist der Däne immerhin einen Schritt weiter als im Juli oder Dezember. Er hat eine gute Vorbereitung gespielt. Er hat - was in seinem Fall von Bedeutung und Seltenheit ist - überhaupt eine Vorbereitung gespielt. Trainer Thomas Schaaf fand dafür lobende Worte. Jensen habe "seine Möglichkeiten verbessert". Er ist näher an der ersten Elf als jemals zuvor in dieser Saison. Weil ihn diesmal keine Verletzung im Trainingslager behinderte und weil mit Tim Borowski ein Konkurrent im offensiven Mittelfeld noch immer nicht ganz fit ist.Die Schwelle zwischen Stammelf und Reservebank erreicht zu haben, ist aber immer noch ziemlich wenig gemessen an den Möglichkeiten, die Jensen besitzt. Er ist ballfertiger als die meisten Spieler einer Mannschaft, die neben Bayern als die ballfertigste der Liga gilt. Jensen kann hinter den Spitzen spielen und auf beiden Halbpositionen, er spielte aber nur 16 Mal von Anfang an in der Bundesliga, seit er vor 18 Monaten nach Bremen kam. Das ist zu wenig für seine Ansprüche und zu wenig für seine Qualität. Das hat aber auch gleich mehrere Gründe.Zwei Mal verletzte sich Jensen im Vorfeld einer Saison, einmal an der Achillessehne, einmal am Gesäßmuskel. Die wichtigen physischen Grundlagen für eine langes Spieljahr wurden 2004 und 2005 jeweils ohne ihn erarbeitet. "Es war für mich ganz wichtig, vor dieser Rückrunde alles mitmachen zu können", sagt der 25-Jährige.Aus dem Verein dringt aber auch wiederholt heraus, dass es Jensen womöglich an der letzten Entschlossenheit mangelt, einer gern gesehenen Härte gegenüber sich selbst. Borowski, Micoud oder Frings sind nicht zwangsläufig die besseren Fußballer, aber die konstanteren. Ihre Bälle landen mit einer höheren Verlässlichkeit beim Mitspieler, im freien Raum oder gegnerischen Tor. Die Chancen, die Jensen bekam in der ersten Saisonhälfte, hat er nicht genutzt.Diese Defizite will er in der Rückrunde ausgleichen. Der Verein erwartet es auch von ihm. "Daniel hat herausragende Fähigkeiten, muss sie jetzt aber auch dauerhaft zeigen", sagt Sportdirektor Klaus Allofs. Das Trainingslager in Belek ist als Fortschritt zu werten, auch wenn Jurica Vranjes das gleiche für sich reklamieren kann. Der Kroate drängt genauso ins Bremer Mittelfeld, in dem Trainer Thomas Schaaf nach der erfolgreichen Vorrunde eigentlich keinen Grund vorfindet, etwas umzubauen.In der vergangenen Saison war die Ausgangslage nicht anders. Da profitierte Jensen ab April von einer Verletzung Frank Baumanns und reihte eine starke Leistung an die nächste. Bis zu nächsten eigenen Blessur. "Ich muss auf eine solche Chance warten und sie nutzen", sagt Jensen.Bei Werder und im Nationalteam. Dort ist seine Situation vergleichbar. Daniel Jensen ist ein Kandidat für die Stammformation, kein fester Bestandteil. Konkurrent Claus Jensen kommt beim FC Fulham in England häufiger zum Einsatz. "Nationalcoach Morten Olsen hat gesagt, dass ich Stammspieler werden soll im Verein", erzählt Jensen. Einfach ist das nicht. Aber nach der Vorbereitung wahrscheinlicher als davor.
Der vierte Versuch
Daniel Jensen vor seiner vierten Saisonhälfte bei Werder: Er ist schmerzfrei und will endlich Stammspieler werden
Von unserem Redakteur
Sebastian Stiekel
BREMEN. Im Verlauf der Hinrunde wurde publik, dass Daniel Jensens Frau ausgezeichnet Nudeln kocht. Leon Andreasen hatte das gegenüber der "Bild"-Zeitung erwähnt. Das ist eigentlich kaum der Rede wert, fand aber Beachtung - vielleicht, weil es viel mehr Neues nicht zu berichten gab über Jensen in den vergangenen Monaten.Nach der Hinrunde stand Daniel Jensen ungefähr da, wo er schon vor der Hinrunde stand. Er ist eine Art fünftes Rad an Werders Hochgeschwindigkeits-Gefährt. Ein hochwertiger Ersatz, falls ein anderes mal ausfällt, aber sofort wieder in der Reserve verschwunden, wenn Micoud, Borowski, Frings und Baumann einsatzfähig sind.Auf Dauer ist Jensen das zu wenig. Er will "endlich Stammspieler werden bei Werder". Sollte er das wieder nicht schaffen in den kommenden drei Monaten, "werde ich am Saisonende zum Trainer gehen und über meine Perspektiven reden". Im Klartext: einen Vereinswechsel forcieren. Obwohl sein Vertrag in Bremen noch bis 2008 läuft.Vor der Rückrunde ist der Däne immerhin einen Schritt weiter als im Juli oder Dezember. Er hat eine gute Vorbereitung gespielt. Er hat - was in seinem Fall von Bedeutung und Seltenheit ist - überhaupt eine Vorbereitung gespielt. Trainer Thomas Schaaf fand dafür lobende Worte. Jensen habe "seine Möglichkeiten verbessert". Er ist näher an der ersten Elf als jemals zuvor in dieser Saison. Weil ihn diesmal keine Verletzung im Trainingslager behinderte und weil mit Tim Borowski ein Konkurrent im offensiven Mittelfeld noch immer nicht ganz fit ist.Die Schwelle zwischen Stammelf und Reservebank erreicht zu haben, ist aber immer noch ziemlich wenig gemessen an den Möglichkeiten, die Jensen besitzt. Er ist ballfertiger als die meisten Spieler einer Mannschaft, die neben Bayern als die ballfertigste der Liga gilt. Jensen kann hinter den Spitzen spielen und auf beiden Halbpositionen, er spielte aber nur 16 Mal von Anfang an in der Bundesliga, seit er vor 18 Monaten nach Bremen kam. Das ist zu wenig für seine Ansprüche und zu wenig für seine Qualität. Das hat aber auch gleich mehrere Gründe.Zwei Mal verletzte sich Jensen im Vorfeld einer Saison, einmal an der Achillessehne, einmal am Gesäßmuskel. Die wichtigen physischen Grundlagen für eine langes Spieljahr wurden 2004 und 2005 jeweils ohne ihn erarbeitet. "Es war für mich ganz wichtig, vor dieser Rückrunde alles mitmachen zu können", sagt der 25-Jährige.Aus dem Verein dringt aber auch wiederholt heraus, dass es Jensen womöglich an der letzten Entschlossenheit mangelt, einer gern gesehenen Härte gegenüber sich selbst. Borowski, Micoud oder Frings sind nicht zwangsläufig die besseren Fußballer, aber die konstanteren. Ihre Bälle landen mit einer höheren Verlässlichkeit beim Mitspieler, im freien Raum oder gegnerischen Tor. Die Chancen, die Jensen bekam in der ersten Saisonhälfte, hat er nicht genutzt.Diese Defizite will er in der Rückrunde ausgleichen. Der Verein erwartet es auch von ihm. "Daniel hat herausragende Fähigkeiten, muss sie jetzt aber auch dauerhaft zeigen", sagt Sportdirektor Klaus Allofs. Das Trainingslager in Belek ist als Fortschritt zu werten, auch wenn Jurica Vranjes das gleiche für sich reklamieren kann. Der Kroate drängt genauso ins Bremer Mittelfeld, in dem Trainer Thomas Schaaf nach der erfolgreichen Vorrunde eigentlich keinen Grund vorfindet, etwas umzubauen.In der vergangenen Saison war die Ausgangslage nicht anders. Da profitierte Jensen ab April von einer Verletzung Frank Baumanns und reihte eine starke Leistung an die nächste. Bis zu nächsten eigenen Blessur. "Ich muss auf eine solche Chance warten und sie nutzen", sagt Jensen.Bei Werder und im Nationalteam. Dort ist seine Situation vergleichbar. Daniel Jensen ist ein Kandidat für die Stammformation, kein fester Bestandteil. Konkurrent Claus Jensen kommt beim FC Fulham in England häufiger zum Einsatz. "Nationalcoach Morten Olsen hat gesagt, dass ich Stammspieler werden soll im Verein", erzählt Jensen. Einfach ist das nicht. Aber nach der Vorbereitung wahrscheinlicher als davor.
In Bochum hätte TS ihn zur Pause rausnehmen müssen,so schlecht war er..Aber gegen Zagreb echt Top
Nur weiter so