Fango
| Zitat: |
| Ein Trainer, der sich ärgert. Ein Manager, der den Spielern droht. Eine Mannschaft, die alte Schwächen zeigt. Das Jahr begann für Werder Bremen mit einem kräftigen Gewitter. Ein Donnergrollen empfing die Bremer an der türkischen Riviera. Das Donnerwetter folgte wenig später nach dem verunglückten Jahresbeginn 2006. Erst ein heftiges Gewitter, das über dem Trainingsquartier in Belek tobte, wo erst am vierten Tag mal die Sonne schien, dann eine eindringliche Standpauke der Bosse. Die Werder-Profis, die sich schon beim Hallenturnier in Oldenburg mit dem Vorrunden-Aus blamiert hatten, bekamen auch in der Fremde nach dem Fehlstart beim Efes-Cup die Leviten gelesen. Auf dem Trainingsplatz versammele Thomas Schaaf seine Zöglinge, als der Himmel in der Türkei ausnahmsweise mal nicht weinte. Ein Monolog des Cheftrainers, knapp 20 Minuten lang. In gewohnt moderater Art wies Schaaf auf Fehler hin und korrigierte Verhaltensweisen. "Ich habe mich über einige Dinge geärgert", hatte er zuvor seine Sichtweise des unrühmlichen 2:3 gegen Besiktas Istanbul angesprochen. Die gewohnte Rollenverteilung bei den Hanseaten, die sich im Sommer höchstwahrscheinlich mit dem Leverkusener Clemens Fritz verstärken: Schaaf als "Papa Gnädig", der die Elf in Schutz nahm: "Alle ziehen mit." Der Manager indes als Hardliner, der deftige Worte fand. "Ein frühzeitiger Schuss vor den Bug" war es für Klaus Allofs. Er warf den Spielern mangelnde Cleverness vor und formulierte Sätze, die als Drohung interpretiert werden konnten: "Dies hier ist keine Spaßveranstaltung. Alle stehen unter Beobachtung. Es wird genau registriert, wer nicht mitzieht." Bei Werders schon traditionell schlappem Vorbereitungsstart lief die Hinrunde wie im Schnelldurchlauf ab: Mangelhafte Chancenverwertung, dann eklatante Abwehrschnitzer. Die Arbeit am Defensivverhalten sowie die Formation der Viererkette bilden einen Schwerpunkt der Schaafschen Anstrengungen in Belek. Erste Eindrücke: Der Belgier Jelle van Damme konnte seine erneute Chance nicht nutzen. In den weiteren Tests, so wie beim zweiten Turnierspiel gegen Dortmund am Sonntag (1:0), dürften Christian Schulz wie auch Erlend Hanstveit erprobt werden. Schaaf zurückhaltend über den Testspieler aus Norwegen: "Er bemüht sich." Da auch Frank Fahrenhorst patzte, erhöhen sich in der Innenverteidigung die Chancen für Petri Pasanen. Mit Spannung erwartet wird das Duell im Tor: Tim Wiese sollte schon gegen Besiktas sein Comeback feiern, fiel indes kurzfristig wegen einer Magenverstimmung aus. Der frühere Lauterer will sich nicht so unter Druck setzen wie im Sommer. Damals prophezeite er: "Ich stehe im Kasten." Diesmal sagte er nur: "Ich will und muss locker bleiben." Ehe er sich für 24 Stunden auf die Toilette verabschiedete. Aus Belek berichtet Hans-Günter Klemm www.kicker.de |