Tobias
Panzer vor die Stadien?

Von Armin Fuhrer, Berlin
Wenn demnächst Steven Spielbergs Film "München" in die deutschen Kinos kommt, werden manche Innenpolitiker der Union an ihre schlimmsten Albträume erinnert. 13 israelische Sportler starben damals, nachdem palästinensische Terroristen 1972 das Olympia-Dorf in der bayerischen Landeshauptstadt gestürmt hatten.
Sorge um den Frieden in Berlin
Damit sich ein so schrecklicher Vorfall während der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland im Sommer nicht wiederholt, fordern Unionspolitiker vehement einen Einsatz der Bundeswehr im Notfall. Damit treffen sie aber auf heftigen Widerstand von SPD-Seite. Wie unter Koalitionspartnern läuft die scharfe Debatte nicht gerade ab - wohl auch deshalb beteiligen sich bisher in erster Linie Landespolitiker daran, um den Frieden in Berlin nicht zu gefährden.
Beckstein will die WM notfalls absagen
Am weitesten ging jetzt Bayerns Innenminister Günter Beckstein. Der CSU-Politiker sprach sich im Fall eines Terrorangriffs für die Absage oder den Abbruch der WM aus, sollte die Bundeswehr nicht die Möglichkeiten erhalten, in einem solchen Fall einzugreifen.
Unterstützung bekommt er von seinem brandenburgischen Kollegen Jörg Schönbohm. "Ich will keine Panzer vor den Stadien", versichert der CDU-Mann und ehemalige Bundeswehrgeneral. "Aber wenn wir feststellen, dass bei den vielen Veranstaltungen die Polizeikräfte des Bundes und des Landes nicht ausreichen, dann kann die Bundeswehr Aufgaben übernehmen - beispielsweise im Bereich des Objektsschutzes.
Ausgelöst hatte die neuerliche Debatte am Neujahrstag Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU), der ebenfalls einen Bundeswehreinsatz ins Spiel gebracht hatte.
Laut Körting "Panikmache"
Scharfe Geschütze gegen die Unions-Forderung fahren die Sozialdemokraten auf. So warnt Berlins Innensenator Ehrhart Körting vor "Militärfestspielen" und wirft Beckstein "Panikmache" vor. "Die WM ist keine Katastrophe, sondern ein Fest", so der SPD-Mann, der sonst durchaus gerne mal in Fragen der Inneren Sicherheit weiter geht als seine Parteifreunde. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck, der Ende März eine Landtagswahl zu bestehen hat, holt gar zum Frontangangriff aus. Er meint, wenn die Bundeswehr zur WM einsetzen würde, begrüße Deutschland seine Gäste wie eine Diktatur.
Es geht auch ums Geld
Pikant ist, dass mit Bayern ausgerechnet das Land für den Einsatz der Bundeswehr streitet, das ansonsten strikt auf die Einhaltung seiner Hoheitsrechte bedacht ist. Mit Blick auf die Verteilung der Kosten ist diese Tatsache schon weniger erstaunlich. Den Einsatz der Polizei müssen die Länder bezahlen - den Einsatz der Bundeswehrsoldaten der Bund.
FOCUS Online, 03.01.2006 15:21
http://wm.focus.de.msn.com/news/article4/

Von Armin Fuhrer, Berlin
Wenn demnächst Steven Spielbergs Film "München" in die deutschen Kinos kommt, werden manche Innenpolitiker der Union an ihre schlimmsten Albträume erinnert. 13 israelische Sportler starben damals, nachdem palästinensische Terroristen 1972 das Olympia-Dorf in der bayerischen Landeshauptstadt gestürmt hatten.
Sorge um den Frieden in Berlin
Damit sich ein so schrecklicher Vorfall während der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland im Sommer nicht wiederholt, fordern Unionspolitiker vehement einen Einsatz der Bundeswehr im Notfall. Damit treffen sie aber auf heftigen Widerstand von SPD-Seite. Wie unter Koalitionspartnern läuft die scharfe Debatte nicht gerade ab - wohl auch deshalb beteiligen sich bisher in erster Linie Landespolitiker daran, um den Frieden in Berlin nicht zu gefährden.
Beckstein will die WM notfalls absagen
Am weitesten ging jetzt Bayerns Innenminister Günter Beckstein. Der CSU-Politiker sprach sich im Fall eines Terrorangriffs für die Absage oder den Abbruch der WM aus, sollte die Bundeswehr nicht die Möglichkeiten erhalten, in einem solchen Fall einzugreifen.
Unterstützung bekommt er von seinem brandenburgischen Kollegen Jörg Schönbohm. "Ich will keine Panzer vor den Stadien", versichert der CDU-Mann und ehemalige Bundeswehrgeneral. "Aber wenn wir feststellen, dass bei den vielen Veranstaltungen die Polizeikräfte des Bundes und des Landes nicht ausreichen, dann kann die Bundeswehr Aufgaben übernehmen - beispielsweise im Bereich des Objektsschutzes.
Ausgelöst hatte die neuerliche Debatte am Neujahrstag Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU), der ebenfalls einen Bundeswehreinsatz ins Spiel gebracht hatte.
Laut Körting "Panikmache"
Scharfe Geschütze gegen die Unions-Forderung fahren die Sozialdemokraten auf. So warnt Berlins Innensenator Ehrhart Körting vor "Militärfestspielen" und wirft Beckstein "Panikmache" vor. "Die WM ist keine Katastrophe, sondern ein Fest", so der SPD-Mann, der sonst durchaus gerne mal in Fragen der Inneren Sicherheit weiter geht als seine Parteifreunde. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck, der Ende März eine Landtagswahl zu bestehen hat, holt gar zum Frontangangriff aus. Er meint, wenn die Bundeswehr zur WM einsetzen würde, begrüße Deutschland seine Gäste wie eine Diktatur.
Es geht auch ums Geld
Pikant ist, dass mit Bayern ausgerechnet das Land für den Einsatz der Bundeswehr streitet, das ansonsten strikt auf die Einhaltung seiner Hoheitsrechte bedacht ist. Mit Blick auf die Verteilung der Kosten ist diese Tatsache schon weniger erstaunlich. Den Einsatz der Polizei müssen die Länder bezahlen - den Einsatz der Bundeswehrsoldaten der Bund.
FOCUS Online, 03.01.2006 15:21
http://wm.focus.de.msn.com/news/article4/
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