RE Wolle
TERRORABWEHR Kontrollen in jedem Stadion Über 250 000 Bürger im Visier
Datenschützer kritisieren fehlende Rechtsgrundlagen. Allen Verdächtigen wird der Zugang verweigert.
BERLIN/SID - Datenschützer schlagen Alarm: Vor der Fußball-WM sind Massenüberprüfungen von Bürgern geplant. Bis zu 250 000 Menschen, die beruflich mit der WM-Endrunde vom 9. Juni bis 9. Juli zu tun haben, werden in den kommenden Monaten routinemäßig von Polizei und Verfassungsschutz auf ihre Vergangenheit überprüft. Damit solle die Sicherheit bei der WM gewährleistet werden, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums.
Das betrifft neben Sicherheitspersonal oder Journalisten auch Putz- und Klofrauen sowie Würstchenverkäufer. Finden die Behörden Hinweise auf terroristische Kontakte oder andere Aktivitäten, die man als Sicherheitsrisiko einstuft, wird den Betroffenen die Zulassung zu WM-Stadien und anderen zentralen Orten verweigert. Ein Widerspruch gegen das Ergebnis der Untersuchung ist nicht möglich: Den Grund der Entscheidung erfahren die Abgelehnten nicht. Auch die Kriterien, die zur Ablehnung führen, wollen die Behörden nicht bekannt geben.
Berlins Datenschutzbeauftragter Alexander Dix bezeichnete das Verfahren als nicht transparent und rechtsstaatlich nicht einwandfrei. Die Grünen im Bundestag sprechen von einem unzulässigen Eingriff in die Grundrechte. Das
Bundesinnenministerium verteidigt die außergewöhnliche Überprüfung. Das ist mehr als sonst üblich aber die WM ist eben auch eine Großveranstaltung in nie da gewesenen Dimensionen, sagte ein Sprecher.
Unterdessen wurde bekannt, dass wohl NATO-Aufklärungsflugzeuge (AWACS) den Luftraum über den WM-Spielorten überwachen werden. Innenminister Schäuble (CDU) hat der NATO diese Bitte übermittelt.
NWZ/OZ 6.1.06 Quelle
Datenschützer kritisieren fehlende Rechtsgrundlagen. Allen Verdächtigen wird der Zugang verweigert.
BERLIN/SID - Datenschützer schlagen Alarm: Vor der Fußball-WM sind Massenüberprüfungen von Bürgern geplant. Bis zu 250 000 Menschen, die beruflich mit der WM-Endrunde vom 9. Juni bis 9. Juli zu tun haben, werden in den kommenden Monaten routinemäßig von Polizei und Verfassungsschutz auf ihre Vergangenheit überprüft. Damit solle die Sicherheit bei der WM gewährleistet werden, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums.
Das betrifft neben Sicherheitspersonal oder Journalisten auch Putz- und Klofrauen sowie Würstchenverkäufer. Finden die Behörden Hinweise auf terroristische Kontakte oder andere Aktivitäten, die man als Sicherheitsrisiko einstuft, wird den Betroffenen die Zulassung zu WM-Stadien und anderen zentralen Orten verweigert. Ein Widerspruch gegen das Ergebnis der Untersuchung ist nicht möglich: Den Grund der Entscheidung erfahren die Abgelehnten nicht. Auch die Kriterien, die zur Ablehnung führen, wollen die Behörden nicht bekannt geben.
Berlins Datenschutzbeauftragter Alexander Dix bezeichnete das Verfahren als nicht transparent und rechtsstaatlich nicht einwandfrei. Die Grünen im Bundestag sprechen von einem unzulässigen Eingriff in die Grundrechte. Das
Bundesinnenministerium verteidigt die außergewöhnliche Überprüfung. Das ist mehr als sonst üblich aber die WM ist eben auch eine Großveranstaltung in nie da gewesenen Dimensionen, sagte ein Sprecher.
Unterdessen wurde bekannt, dass wohl NATO-Aufklärungsflugzeuge (AWACS) den Luftraum über den WM-Spielorten überwachen werden. Innenminister Schäuble (CDU) hat der NATO diese Bitte übermittelt.
NWZ/OZ 6.1.06 Quelle