München - Es ist etwa zwei Jahre her, da wirbelte ein 18-Jähriger aus Bergheim die Bundesliga durcheinander.
Torgefährlich, spielstark, unbefangen: So versetzte Lukas Podolski mit zehn Toren in 19 Spielen nicht nur die Fans des 1. FC Köln in Verzückung.
Mittlerweile scheint die Leichtigkeit aber abhanden gekommen zu sein. Podolski ist zwar immer noch ein absolutes Ausnahmetalent, doch beherrschen in dieser Saison eher die Spekulationen über seinen zukünftigen Arbeitgeber die Schlagzeilen.
Bayern, Hamburg oder Werder? Das Wechseltheater ist an Podolski nicht spurlos vorbeigegangen, was mickrige vier Tore in bisher 15 Saisonspielen belegen.
"Dieses Theater muss aufhören"
Deshalb geht der 20-Jährige jetzt in die Offensive: "Dieses Theater muss aufhören. Das hat mich in der Hinrunde belastet", verriet "Prinz Poldi" der Münchner "tz" und fügte hinzu:
"Permanent soll ich mich äußern, wo ich in Zukunft spiele. Ich will mich aber voll auf den FC konzentrieren."
Entscheidung bis April
Wann genau er sich für einen Verein entscheiden wird, lässt der Nationalspieler offen: "Ich habe mir keine Deadline gesetzt. Allerdings muss es bald geschehen, damit Ruhe reinkommt. Klar ist nur, dass ich mich bis April entscheiden möchte", erklärte er im "kicker".
Der Grund: "Im Mai fängt die unmittelbare Vorbereitung auf die WM an. Es kann nicht sein, dass ich da noch Gespräche über meine Zukunft führe."
"Jeder weiß, dass Bayern der beste Klub in Deutschland ist"
Welcher Bewerber momentan die besten Karten hat, lässt sich der Youngster nicht entlocken: "Ich habe mit den Verantwortlichen von Bayern, Hamburg und Bremen gesprochen. Das waren alles angenehme Gespräche."
Er lässt allerdings durchblicken: "Es weiß doch jeder, dass Bayern der beste Klub in Deutschland ist. Vor der sportlichen Seite traue ich mir das sehr wohl zu. Vor der Konkurrenz hätte ich aber auch anderswo keine Angst."
"Über Geld habe ich mit keinem Verein gesprochen"
Spekulationen, dass Bayern im Vorteil sei, weil dort sein Kumpel Bastian Schweinsteiger unter Vertrag steht, weist Podolski allerdings zurück: "Das ist doch Unsinn. Es ist vollkommen egal, ob mein bester Kumpel beim gleichen Verein spielt."
Der Kölner hält sich also weiterhin alle Möglichkeiten offen - auch aus finanzieller Sicht: "Über Geld habe ich noch mit keinem der Vereine gesprochen. Als erstes werde ich meine Entscheidung über den Klub fällen - dann regelt mein Berater das Finanzielle."
Verbleib in Köln nicht unmöglich
Auch die FC-Fans können sich noch Hoffnungen auf den Verbleib ihres Lieblings machen: "Es steht nicht fest, dass ich Köln verlasse. Mit dem neuen Manager und einem neuen Trainer wird es schon noch mal Gespräche geben." "
"Ich habe auch immer gesagt, dass ich die sportliche Entwicklung des Vereins abwarten will."
"Für mich zählt nur der Klassenerhalt"
Die ist momentan allerdings nicht gerade positiv: Mit zwölf Punkten aus 17 Spielen rangieren die "Geißböcke" auf einem Abstiegsplatz.
Da ist er verständlich, dass Podolski eventuelle Nebenkriegsschauplätze vermeiden möchte.
"Erst einmal zählt für mich nur der Klassenerhalt mit dem FC", sagt der Nationalspieler.
Der wäre mit einem Lukas Podolski in der Form von 2003/04 sicherlich leichter zu realisieren
Quelle: www.sport1.de</a>