Fiedel43
Quelle: Kreiszeitung vom 6.12.05 auf WOL
4:0 oder 5:0 - wie hätten Sie es denn gerne . . .?
Schon beim Heimspielsieg gegen den VfL Wolfsburg war uns die hohe Erwartungshaltung unserer Fans aufgefallen. Und auch gegen den MSV Duisburg galt offenbar: Der Sieg war nur eine Frage der Höhe: 4:0 oder 5:0, wie hätten Sie es denn gerne?
Dabei war mir vor und während des Spiels sehr mulmig zu Mute. Nach Pasanen, Klasnic und Klose mussten wir auch noch Frings und Naldo ersetzen, von den Langzeitverletzten - wie Wiese, van Damme und Davala - gar nicht zu sprechen. Ein Blick auf unsere Ersatzbank sagte alles: Ich kann mich nicht erinnern, wann dort zuletzt nur noch vier "Ersatzspieler" plus Jerome Polenz, der am Abend vorher noch 90 Minuten in der Regionalliga auf St. Pauli gespielt hatte, saßen.
Die Konsequenz: In jedem Mannschaftsteil eine veränderte, ja neue Aufstellung. Aber nirgendwo konnte man Klagen der sportlichen Leitung über unsere Misere hören oder lesen. Die Situation wird bei Werder angenommen und Vertrauen in die elf Spieler auf dem Platz gesetzt. Diese Haltung von Thomas Schaaf und Klaus Allofs ist genau der Stil, wie wir unaufgeregt auf schwierige, problematische Situationen reagieren.
Nicht so jedoch viele Zuschauer am Sonnabend im Weserstadion: Enttäuscht darüber, dass ihre 5:0-Erwartung nicht erfüllt wurden, reagierten sie mit Hämebeifall gegen Andreas Reinke, mit Pfiffen gegen unser Team in der zweiten Halbzeit und kaum Beifall nach dem Abpfiff für unsere Mannschaft.
Wir selber waren zufrieden mit dem Sieg unter den oben geschilderten Umständen, ohne dabei die Fehler und Schwächen unserer Spieler zu verharmlosen. Aber jede Mannschaft hat während einer Saison Schwächephasen zu überstehen. Und außerdem: Natürlich erkauft sich unser Zuschauer, unser Kunde, mit seiner Eintrittskarte auch das Recht der kritischen Haltung gegenüber der Mannschaft. Leider aber nicht das Recht auf ein gutes Spiel und noch weniger auf einen Sieg. Solange es also bei den Missfallenskundgebungen bleibt, bleiben wir "werder-like" unaufgeregt. Nicht jedoch bei Gewalt und Zündeleien durch angebliche Fußball-Fans. Dieses Verhalten wird unnachgiebig verfolgt.
Wir haben bei Werder Bremen zum Beispiel einer Fan-Gruppierung die bisher gewährte Unterstützung entzogen, weil sie nicht bereit war, einen Gewaltverzicht zu erklären.
Wichtig ist aber auch, dass es auf dem Spielfeld ebenfalls nicht zu gewalttätigen Aktionen kommt. Vorsätzliche Ellbogenchecks gehören deshalb hart bestraft. Nur so wird die Bundesliga ihren Vorbildcharakter behalten.
Wer schreibt denn da bitteschön in der ICH-Form?
Und was ist das für eine ominöse Gewaltverzichtserklärung?
4:0 oder 5:0 - wie hätten Sie es denn gerne . . .?
Schon beim Heimspielsieg gegen den VfL Wolfsburg war uns die hohe Erwartungshaltung unserer Fans aufgefallen. Und auch gegen den MSV Duisburg galt offenbar: Der Sieg war nur eine Frage der Höhe: 4:0 oder 5:0, wie hätten Sie es denn gerne?
Dabei war mir vor und während des Spiels sehr mulmig zu Mute. Nach Pasanen, Klasnic und Klose mussten wir auch noch Frings und Naldo ersetzen, von den Langzeitverletzten - wie Wiese, van Damme und Davala - gar nicht zu sprechen. Ein Blick auf unsere Ersatzbank sagte alles: Ich kann mich nicht erinnern, wann dort zuletzt nur noch vier "Ersatzspieler" plus Jerome Polenz, der am Abend vorher noch 90 Minuten in der Regionalliga auf St. Pauli gespielt hatte, saßen.
Die Konsequenz: In jedem Mannschaftsteil eine veränderte, ja neue Aufstellung. Aber nirgendwo konnte man Klagen der sportlichen Leitung über unsere Misere hören oder lesen. Die Situation wird bei Werder angenommen und Vertrauen in die elf Spieler auf dem Platz gesetzt. Diese Haltung von Thomas Schaaf und Klaus Allofs ist genau der Stil, wie wir unaufgeregt auf schwierige, problematische Situationen reagieren.
Nicht so jedoch viele Zuschauer am Sonnabend im Weserstadion: Enttäuscht darüber, dass ihre 5:0-Erwartung nicht erfüllt wurden, reagierten sie mit Hämebeifall gegen Andreas Reinke, mit Pfiffen gegen unser Team in der zweiten Halbzeit und kaum Beifall nach dem Abpfiff für unsere Mannschaft.
Wir selber waren zufrieden mit dem Sieg unter den oben geschilderten Umständen, ohne dabei die Fehler und Schwächen unserer Spieler zu verharmlosen. Aber jede Mannschaft hat während einer Saison Schwächephasen zu überstehen. Und außerdem: Natürlich erkauft sich unser Zuschauer, unser Kunde, mit seiner Eintrittskarte auch das Recht der kritischen Haltung gegenüber der Mannschaft. Leider aber nicht das Recht auf ein gutes Spiel und noch weniger auf einen Sieg. Solange es also bei den Missfallenskundgebungen bleibt, bleiben wir "werder-like" unaufgeregt. Nicht jedoch bei Gewalt und Zündeleien durch angebliche Fußball-Fans. Dieses Verhalten wird unnachgiebig verfolgt.
Wir haben bei Werder Bremen zum Beispiel einer Fan-Gruppierung die bisher gewährte Unterstützung entzogen, weil sie nicht bereit war, einen Gewaltverzicht zu erklären.
Wichtig ist aber auch, dass es auf dem Spielfeld ebenfalls nicht zu gewalttätigen Aktionen kommt. Vorsätzliche Ellbogenchecks gehören deshalb hart bestraft. Nur so wird die Bundesliga ihren Vorbildcharakter behalten.
Wer schreibt denn da bitteschön in der ICH-Form?
Und was ist das für eine ominöse Gewaltverzichtserklärung?
