Kreiszeitung: Das Drama um den Werder-Sturm

Bömmel
Das Drama um den Werder-Sturm

Nach Klose und Klasnic droht nun auch noch Valdez auszufallen / Hunt und Stier die Alternativen

Von Arne Flügge


BREMEN Das Drama um den Werder-Sturm hat seit gestern eine neue, noch erschreckendere Dimension erreicht: Nachdem der 21-Tore-"K&K"-Sturm mit Miroslav Klose (Jochbeinbruch) und Ivan Klasnic (Blinddarm-OP) ohnehin ausfällt, muss nun vermutlich auch Nelson Valdez, Stürmer Nummer drei, morgen (15.30 Uhr) im Bundesliga-Spitzenspiel bei Schalke 04 passen. Der Paraguayer erlitt in der Champions-League-Partie in Barcelona eine Oberschenkelprellung, konnte gestern nicht trainieren.

Die medizinische Abteilung der Bremer ist fieberhaft bemüht, den 21-Jährigen gesund zu bekommen, "doch sein Einsatz ist stark gefährdet. Wir müssen abwarten und hoffen, dass Nelson bis zum Abschlusstraining wieder fit wird", sagt ein momentan arg gebeutelter Trainer Thomas Schaaf.

Bisher hatte es Werder in dieser Saison aufgrund des ausgeglichen besetzten Kaders immer wieder geschafft, schwerwiegende Ausfälle ohne Qualitätsverlust zu kompensieren. "Jetzt wird es langsam eng", stöhnt Sportdirektor Klaus Allofs auch angesichts der vielen anderen Verletzen oder Kranken wie Ümit Davala, Petri Pasanen, Jelle van Damme, Daniel Jensen oder Tim Wiese. Trotz aller Sorgen hat Schaaf zumindest seinen Humor nicht verloren: "Es werden am Freitag schon noch ein paar in den Bus nach Gelsenkirchen steigen . . .". Auch im Hinblick auf die kommenden Wochen bleibt Schaaf cool: "Wir bleiben ruhig. Wenn das Wochenende vorbei ist, zählen wir einfach wieder die Indianer und sehen, wer noch dazukommen kann."

Obwohl ihm langsam die Spieler ausgehen, wird der Bremer Coach nicht von seinem taktischen System abweichen. "Keine Frage, die Ausfälle bedeuten für uns eine enorme Schwächung. Wir werden unserer Linie aber auch gegen Schalke treu bleiben und nach vorn spielen. Es ist eine prinzipielle Sache, dass man seine Philosophie beibehält", erklärt Schaaf. Sportchef Allofs schließt zudem personelle Umbesetzungen aus: "Wir werden Johan Micoud und Torsten Frings jetzt nicht zu Mittelstürmern machen."

Die Bremer Hoffnungen im Sturm ruhen somit jetzt auf einem 19-Jährigen: Aaron Hunt. Der U 21-Nationalspieler hat schon häufiger gezeigt, dass auf ihn Verlass ist. Jetzt aber muss er sich von Anfang an beweisen, ohne einen erfahrenen Mann wie Klose oder Klasnic an seiner Seite. Eine zu große Bürde? Erfahrung und Kaltschnäuzigkeit werden schließlich keinem Spieler mit in die Wiege gelegt. "Aaron kann natürlich noch nicht so weit sein wie die beiden anderen. Doch er ist ein super Spieler, der jederzeit in der Lage ist, ein Spiel zu entscheiden", vertraut Allofs seinem Nachwuchsstürmer voll und ganz.

Und Hunt gibt sich auch sehr selbstbewusst: "Ich freue mich riesig auf die Aufgabe. Darauf habe ich doch die ganze Zeit gewartet." Den Druck, jetzt der große Hoffnungsträger zu sein, spürt er nicht: "Ich weiß, was auf mich zukommt, Schließlich spiele ich nicht das erste Mal."

Während Hunt morgen gesetzt ist, bleibt die bange Frage: Wer stürmt an seiner Seite, wenn Valdez tatsächlich auch noch ausfallen sollte? Eine Alternative wäre Marco Stier. Doch der hat sich gerade erst selbst von einem komplizierten Jochbeinbruch erholt und nur wenig Spielpraxis bei den Amateuren gesammelt. Daher warnt Sportdirektor Klaus Allofs davor, Stier "jetzt als Retter Werder Bremens unter Druck zu setzen". Der Stürmer jedenfalls fühlt sich für die Aufgabe bereit und berufen. "Verletzungen haben mich zuletzt immer wieder zurückgeworfen. Jetzt bin ich fit, und es wäre meine große Chance. Ich bin heiß zu spielen, endlich mal auf dem Platz zu stehen", sprudelt es aus dem 20-Jährigen heraus.

[25.11.2005] Kreiszeitung
Bremer
Ich glaube auch ohne Klose und Klasnic wird unser SVW heute auf Schalke gut aussehen!!!

:schal: