Kreiszeitung: Frings wütend über die Fehler: "Langsam reicht’s!"

Bömmel
Frings wütend über die Fehler: "Langsam reicht’s!"

Nach 1:3 in Barcelona sind die Chancen aufs Achtelfinale weiter gesunken

Aus Barcelona berichtet

Arne Flügge


BARCELONA Im Hinspiel hatten sich die Werder-Profis um das Trikot von Ronaldinho gerissen, am Dienstag aber blieb der Superstar des FC Barcelona unbehelligt. "Wir haben von Ronaldinho in diesem Spiel schon genug bekommen, da brauchten wir uns nicht noch das Trikot zu holen", stellte Stürmer Nelson Valdez nach dem 1:3 (1:2) beim spanischen Meister süffisant fest.

In der Tat machte der Weltfußballer aus Brasilien wieder einmal den ganz großen Unterschied aus. Ein Tor erzielte Ronaldinho per Freistoß selbst (26.), die beiden anderen von Gabri (14.) und Henrik Larsson (71.) bereitete er mit wunderschönen Pässen vor. Mit einem verwandelten Foulelfmeter (22.) zum 1:1 hatte Tim Borowski die Bremer Hoffnungen auf eine Überraschung im vorletzten Gruppenspiel der Champions League vor 67 200 Zuschauern im Stadion "Camp Nou" zwischenzeitlich noch am Leben gehalten. Am Ende aber mussten die Bremer einsehen, dass die Trauben für sie gegen diese Ausnahmemannschaft vom FC Barcelona einfach noch zu hoch hängen. Und so fiel die Kritik von Bremens Trainer Thomas Schaaf an der Leistung seiner Mannschaft auch eher verhalten aus. "Nach dem 1:1 hatte ich die Hoffnung, dass wir mehr an Sicherheit gewinnen. Das ist mit dem 1:2 dann nach hinten losgegangen. Barcelona hat uns zudem nie in Ruhe gelassen", erklärte der Coach, der sich von der Niederlage einen gewissen Lernprozess für seine Spieler erhofft: "Wir können aus dem Spiel einiges mitnehmen. Wir haben gesehen, wie ballsicher Barcelona ist, wie einfach und erfolgreich sie Fußball spielen."

Während Thomas Schaaf und auch Sportchef Klaus Allofs ("In Barcelona drehen sich größere Räder als in Bremen") die Niederlage verhältnismäßig gut wegsteckten, platzte Torsten Frings einmal mehr der Kragen. "Wir müssen hier nicht verlieren, doch wir sind selbst schuld, denn wir machen einfach zu viele individuelle Fehler. So etwas rächt sich auf diesem Niveau. Langsam reicht’s", schimpfte der Mittelfeldspieler, ohne zunächst Ross und Reiter nennen zu wollen: "Lassen wir das, es gehört sich nicht, Kollegen anzugreifen."

Dann ging der 29-Jährige aber doch ins Detail: "Das 1:2 war ein absoluter Torwartfehler, und beim 0:1 haben wir uns wieder viele Stellungsfehler geleistet", meckerte Frings. Schöne Grüße an Torwart Andreas Reinke sowie die Viererabwehrkette um den Brasilianer Naldo. Der sah sich gleich zur Retourkutsche veranlasst: "Ich bin es Leid, dass immer nur die Abwehrspieler verantwortlich gemacht werden. Die Fehler passieren oftmals schon im Mittelfeld!" Ein klarer Wink Richtung Frings, der erst vor kurzem nach seiner Kritik an Klose und Klasnic einen deftigen Rüffel vom "K&K"-Sturm einstecken musste. Kocht da jetzt wieder etwas hoch?

Frings’ Frust ist indes verständlich. Schließlich ist das Erreichen des Achtelfinals nun in weite Ferne gerückt. Werder muss am 7. Dezember gegen Panathinaikos Athen unbedingt gewinnen und ist auf Schützenhilfe von Barcelona angewiesen: Nur ein Sieg der Katalanen bei Udinese Calcio würde den Bremern helfen. "Wir haben uns in der Champions League unnötige Punktverluste geleistet", fasste der angesäuerte Frings zusammen: "Wir sind vom Potenzial her die zweitbeste Mannschaft in der Gruppe. Leider haben wir das nicht oft gezeigt. Jetzt müssen wir zittern und hoffen."

[24.11.2005]Kreiszeitung
Foerster
irgendwo hat er recht, bei aller liebe, so oft wie owo und schulz 100m vom gegner wegstanden konnte das nur schiefgehen. Aber ich finde das ist gegen leute wie ronaldinho auch die falsche taktik.. raumdeckung..
und was Reinke sich in letzter Zeit leistet finde ich auch nicht grade begeisternd.
mazzo
Lutscher verfällt wieder in seine paradoxe Logik "ich will ja keine Namen nennen, aber... ". Um dann der Reihe nach Namen zu nennen.

Woanders nennt man sowas einfach Dummheit. Zum Einen wird dem ein oder anderen Spieler, evtl. sogar dem Trainer aufgefallen sein, dass es spielerische Schwächen gibt, zum anderen bringt es nix, einer Zeitung Sachen zu sagen die offenkundig sind und am besten mit den Beteiligten besprochen werden.

Im übrigen muss man Werders Abwehrspielern Zeit geben, sich zur internationalen Spitze zu entwickeln. Einen auf Schalke zu machen ("ab jetzt wird Erfolg produziert") führt zu nix, besorgt nur unnötiges Interesse der Boulevardmedien und setzt völlig unrealistische Erwartungen beim Publikum.

Werder hat im Tor und in der Abwehr ein Problem, um im angestrebten Niveau sicher und konstant mitzuhalten. Für die BL reicht es meistens, aber gegen Barca eben nicht. Kein Grund zur Panik, da man nicht dauernd gegen die Bayerns oder Barcas dieser Welt spielt.
Fiedel43
Zitat:
Original von mazzo

Werder hat im Tor und in der Abwehr ein Problem, um im angestrebten Niveau sicher und konstant mitzuhalten. Für die BL reicht es meistens, aber gegen Barca eben nicht. Kein Grund zur Panik, da man nicht dauernd gegen die Bayerns oder Barcas dieser Welt spielt.


Genau das ist es ja, was ihn wurmt (und mich bei solchen Spielen natürlich auch). Nur weiss man nicht genau, wann er die Aussagen gemacht hat, in welchem Zusammenhang und ob da vielleich stilistisch feinkorrigiert wurde.
Ich vermute mal, dass er das Interview geführt hat, als der Puls noch oben war und er deswegen einfach mal losgepoltert hat. Und leider hat er mMn ja auch nicht unrecht, trotzdem bringt es natürlich nichts diesen Missstand(?) einem Reporter vorzuheulen, der vor seinem geistigen Auge schon seone Schlagzeile hat. Das kann man ihm vorwerfen, da muss er lernen auch mal die Klappe zu halten.