„Ihr habt so hässliche Trikots!”

mazzo
Ich präsentiere einen Artikel, der dieser Tage in der Westdeutschen Zeitung abgedruckt wird. Hier also die exklusive Vorabversion. Änderungen können nur noch erfolgen, wenn Tino Polster sich falsch zitiert findet und seine Aussagen noch korrigiert (ich hab meine bereits beim Journalisten bestätigt).

Zitat:

„Ihr habt so hässliche Trikots!” Diesen Schmähruf bekommen Spieler und Fans von Werder Bremen seit der Saison 2003/2004 um die Ohren geschmettert. Mittlerweile wurde das Trikot „Papagei” durch „Papagei zwei” ersetzt. Ein großer Teil des Trikots ist in der grellen Modefarbe Orange gestaltet. Das verursacht auch bei eingefleischten Werderanern „Augenkrämpfe” und einigen wurde es jetzt wortwörtlich zu bunt: „Werder ist grün-weiss, und deutschland- und europaweit identifiziert man diese Farben mit unserem Verein. Wir sind neben Celtic Glasgow der bekannteste europäische Topklub in diesen Farben. Ich verstehe diesen Wechsel zu grün- orange nicht”, echauffiert sich Matthias Bettag, Mitglied des Bremer Fanclubs „Egal wie”. Viele andere Anhänger denken genauso und gründeten deshalb mit ihm die Initiative „norange!2005”.

„Es geht mittlerweile ja so weit, dass die gesamte Außendarstellung des Klubs mehr ins Orange-Grüne wechselt”, sagt Bettag. Vom Internetauftritt über Briefköpfe und Vereinskleidung bis hin zu Fanartikeln- überall ist Orange präsent. Dem widerspricht Werder Bremen-Mediendirektor Tino Polster: „Unsere Vereinsfarben sind und bleiben grün-weiß. Wir wollten damals die Mittelmäßigkeit und das Unscheinbare ablegen und haben uns deshalb für orange als Schmuckfarbe entschieden

Die Initiative „norange!2005” hat derweil ein eigenes grün-weißes Fantrikot entworfen und wirbt mit dem Slogan „Bremen ist grün-weiß!” für eine Rückkehr zu den alten Farben. Bisher wurden etwa 600 verkauft - Tendenz steigend.

„Wir wollen damit nicht in Konkurrenz zu Werder Bremen treten oder Gewinn erwirtschaften”, stellt Bettag klar. Es geht der Bewegung lediglich darum dem Verein zu zeigen, „dass Beliebigkeit bei den Trikotfarben nicht stillschweigend akzeptiert” werde.

„Wir spielen ja noch in grün-weiߔ, kontert Tino Polster, „das Trikot ist vorwiegend grün und die Hose ist weiß. Wir hätten das Trikot ja nicht so oft verkauft, wenn es der breiten Mehrheit nicht gefallen würde.” Das Argument, dass sich das Papageien-Trikot besser verkaufe lässt Matthias Bettag nicht gelten: „Wir sind mit dem ersten orange-grünen Trikot 2004 Meister geworden und Trikotverkauf ist immer erfolgsabhängig. Es wären mindestens genauso viele grün-weisse Trikots verkauft worden.”

Der Bremer befürchtet nun, dass die traditionellen Vereinsfarben aus kommerziellen Gründen verdrängt werden. Doch auch hier kann Medienchef Polster beruhigen: „Wir werden in der nächsten Saison ein anderes Trikot haben, dass auch die traditionellen Farben von Werder Bremen repräsentiert. Wir wollen dem Verein ja nicht die Farben nehmen, und ewig wird Werder auch nicht mit orange spielen.”

Wohin die Kommerzialisierung im Fußball führen kann zeigte jüngst das Beispiel des österreichischen Bundesligisten Austria Salzburg. Dort war die Freude noch groß als im Frühjahr Energy-Drink-Hersteller Red Bull ankündigte bei den Violett-Weißen einzusteigen. Doch als sich der Verein zur neuen Saison präsentierte kam der Schreck: Die traditionellen Farben sind den Konzernfarben blau-rot gewichen, das alte Wappen existiert nicht mehr und der Verein heißt jetzt Red-Bull Salzburg. Das Stadion wurde durch Lightshow, Nebelmaschinen, Animateure und Pausenshows zur „größten Bauerndisko Österreichs” (Spiegel). Anfangs kommentierte ein Sprecher das Spiel sogar live über die Lautsprecheranlage. Die daraufhin gegründete „Initiative Violett-Weiߔ versuchte mit Gesprächen und Kompromißvorschlägen wenigstens zu erreichen, dass die Vereinsfarben nicht ganz verschwinden, stieß bei Red Bull-Chef Dieter Mateschitz aber auf taube Ohren.

Ganz soweit ist es im deutschen Fußball (noch) nicht und der Fall Salzburg mit dem in Bremen nicht zu vergleichen. Aber auch hierzulande setzen Vereinsmanager und Marketingchefs immer mehr auf den zahlungskräftigen Eventfan, der jede Modeerscheinung mitmacht. Allerdings scheinen die Macher nicht bedacht zu haben, dass nicht jeder Fußballfan, alles blind konsumiert. Mittlerweile hängt fast in jeder Fankurve ein Transparent gegen den modernen, sprich den kommerziellen Fußball, und meistens stehen hinter diesen Plakaten und Spruchbändern diejenigen, die für die Stimmung sorgen und auch zum Verein stehen, wenn es mal richtig dicke kommt.

Dass ein gewisses Maß an Vermarktung sein muss, um sportlich und wirtschaftlich zu überleben, hat der gemeine Fan schon verstanden und nur wenig gemurrt als seine Stadien in Sponsoring-Arenen umbenannt wurden. Aber wenn Traditionen wie Vereinsfarben und -namen angetastet werden, hört für viele der Spaß auf. „Es geht beim Fußball um traditionelle regionale Erkennungsmerkmale. Die zu verändern kommt einem Identitätsverlust gleich”, meint Matthias Bettag und fügt hinzu: „Ein Verein verkauft sich unter Wert, wenn er sich nicht mit seinen Farben identifiziert.”
mazzo
Anmerkung: Der Satz mit der Ini klingt so als sei das mein Plan gewesen, das wäre falsch und das hab ich dem Journalisten auch gesagt. Korrekt ist, dass ich zu den Gründern gehörte, nicht aber der Erst-Gründer (oder sowas) war. Die erste Idee zu den Trikots hatte ja eh Hendrik.

Bemerkenswert im Artikel sind die fettgedruckten Stellen:

- Polster gibt sogar zu, dass Werder sich mittelmäßig fühlt obwohl der Verein dazu wahrlich keinen Grund haben sollte. Stichwort Selbstbewusstsein, Provinzialität und Komplexus Delmenhorstus..

- aus dem Satz, dass Werder (auch) in grün-weiß spielt, könnte man ableiten, die Nationalmannschaft spielt in schwarz-rot, nur weil Linien in den Nationalfarben auf dem Trikot sind...

- Der Satz zu den Trikots der nächsten Saison ist für mich eine echte Überraschung: Entweder Werder geht schon jetzt von dem Plan wieder ab, noch ein weiteres Jahr in orange zu spielen, oder das kleine Wörtchen "auch" hält die Hintertür offen. Dann wäre dasselbe gemeint wie oben drüber und lediglich ausgesagt, Werder würde das grün-weiss nicht komplett abschaffen.
drbob1988
Werder hält an Papageientrikots fest

27.10.2005


Werder Bremen läuft auch in Zukunft in Papageientrikots auf. Der Bundesligaclub verlängerte den Vertrag mit der Ausrüsterfirma Kappa um drei Jahre bis zum Ende der Saison 2008/09. "Wir können uns voll mit den Trikots identifizieren. Auch die Gegner sind heiß auf unsere Shirts", sagte Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs.

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Dr. Steif
Naja, wenn mit Mittelmaß der 6. Tabellenplatz aus der Vormeister- und Vororangesaison gemeint ist, dann bedeutet Mittelfeld wohl Mittelmaß.

Aber sein Satz zu den Trikots der nächsten Saison sagt absolut gar nichts aus. Weder die Aussage, dass Werder "nicht ewig" mit Orange spielen wird. Noch der Kommentar, dass es in der nächsten Saison ein anderes Trikotdesign geben wird. Ach nee... Und wenn er jetzt schon der Meinung ist, dass das aktuelle Trikot eigentlich grün-weiss ist ("vorwiegend grün"), dann kann doch auch nächste Saison wieder etwas schön buntes in "traditionellen Farben" dabei sein.
Dr. Steif
Was Schnitt, Qualität und sonstigen Service um den Ausrüstervertrag herum angeht mag das stimmen. Aber bei der Farbauswahl entscheidet wohl kaum der Ausrüster allein und über den Kopf des Kunden hinweg, dass Orange Trumpf ist ;-)

Zudem ist das doch auch 'ne kleine Stichelei gegen die Querulanten in unseren Reihen.
bastian
Bentuzt doch mal die editier-Funktion. Kann doch echt nicht so schwierig sein, oder?
mazzo
Zitat:
Original von drbob1988
Werder hält an Papageientrikots fest (...)


Quelle?
Jimmy
@ mazzo


Schau ma auf werder.de ...da ist das als Videobeitrag!
oberhausener
nur weil man einen ausrüstervertrag verlänegrt, heisst das noch lange nicht, dass man deswegen auch die trikotfarben so beibehält. der ausrüster liefert das, was der verein farblich wünscht.

zudem kann ich mich auch noch an zeiten in pumatrikots erinnern, wo es blaue auswärtstrikots mit gelben nadelstreifen gab, oder trikots in rot mit weiss gezackten streifen.
also abwarten und tee trinken. ich hoffe mal, dass man nach dieser saison wirklich wieder von orange abgeht und sich auf traditionelle dinge besinnt. allerdings gehe ich mal fest davon aus, dass im falle des falles, sollten wir wirklich wieder in grün-weiss spielen, ein eventtrikot kommen wird, welches garantiiert augenkrebs verursacht. den phantasien gewisser strategen im verein scheinen da ja keine grenzen gesetzt zu sein.
PAINKILLER
Zitat:
Werder Bremen GmbH & Co. KG aA - vertreten durch die ISPR GmbH/Sportfive GmbH - und Kappa Deutschland GmbH haben ihre erfolgreiche Partnerschaft um weitere drei Spielzeiten bis zum Ende der Saison 2008/2009 verlängert. In einer Pressekonferenz am Donnerstagmittag gaben die Werder-Geschäftsführer Manfred Müller und Klaus Allofs sowie der Geschäftsführer der Kappa Deutschland GmbH, Peter Schmidt, die weitere Zusammenarbeit bekannt. "Unsere Zusammenarbeit mit Werder Bremen ist seit der Saison 2000/2001 eine Erfolgsstory, die beide Partner unbedingt weiterführen wollen. Wenn ein Champions-League-Verein wie Werder Bremen uns vertraut, dann ist das als Sportmodehersteller eine der größten Auszeichnungen, die man erreichen kann!“", sagte Schmidt.

Auch Werder freut sich auf die Vertiefung der Partnerschaft: "Werder steht für Kontinuität insofern haben wir uns trotz anderer Angebote für Kappa entschieden. Wir haben mit unserem Ausrüster sehr gute Erfahrungen gemacht und profitieren nicht zuletzt beim Trikotverkauf vom modischen Design. Auch unsere Fans honorieren die innovativen Ideen. In den letzten Jahren verkaufen wir immer mehr Trikots, ich bin zuversichtlich, dass wir demnächst die Marke von 50.000 Stück knacken."

Aus sportlicher Sicht fügte Klaus Allofs an: "Mit Kappa spielen wir nicht nur gut Fußball, sondern wir sehen auch noch gut aus. Zusammen mit den Designern unseres Partners haben wir immer wieder neue Trends entworfen, die inzwischen ihre Nachahmer finden, wenn man bedenkt, dass die komplette deutsche Olympia-Mannschaft in grün-orange im Winter nach Turin fahren wird." Der ehemalige Nationalstürmer weiter: "Die Spieler sind froh, dass sie weiter in Kappa spielen können". Und das gilt laut Allofs nicht nur für die Bremer Bundesliga-Profis. "Wir beobachten, dass gerade in den letzten Jahren der Wunsch nach einem Trikottausch bei den Gegenspielern immer größer wird. Unsere Spielkleidung ist sehr beliebt. Sogar Ronaldinho wollte unbedingt eins mitnehmen", so Allofs.

Der Ausrüstervertrag ist weit reichend: Neben den Top-Stars wie Miroslav Klose, Tim Borowski, Johan Micoud, Torsten Frings und Ivan Klasnic werden auch alle anderen Sportler des Vereins, bis hin zu den Förder- und Jugendgruppen, die hochwertige Sportbekleidung mit dem berühmten Markenzeichen tragen. Über Details in Umfang und Höhe der einzelnen Vertragsleistungen wurde gegenseitiges Stillschweigen vereinbart; sie liegen jedoch im Gesamten deutlich über dem vorherigen Kontrakt und sind zudem vom sportlichen Erfolg der Lizenzmannschaft abhängig.

Die hautnahe Beziehung zwischen KAPPA und Werder Bremen wurde in der Saison 2000 begründet. Auffällig waren schon zu der Zeit die außergewöhnlich innovativen Designideen und die körperbetonte Schnittform der Trikots. Mit der nun fünften Evolutionsstufe der Trikots mit dem bezeichnenden Namen „Kool Kombat“ zählt dieser Artikel bei den Fans zu den begehrtesten Sammlerobjekten.

Die 1. Stufe im Jahr 2000 kam mit dem Slogan „Stop Stopping“ bei der italienischen Nationalmannschaft zum Einsatz. Dahinter steckt die Idee, dass die Spieler nicht mehr so leicht vom Gegenspieler am Trikot festgehalten werden können. In zweiter Linie spielen natürlich die besonderen designtechnischen Aspekte eine große Rolle, ganz nach dem KAPPA Motto „football goes fashion“.

So wurde für die Saison 2003/2004 mit dem Farbton Mandarin (leuchtendes Orange) eine attraktive Zusatzfarbe in die Outfits gebracht, die symbolisch für den erfrischenden Offensivfußball und die südländische Spielfreude der Hanseaten steht. Das Trikot avancierte zum Bestseller und mit der Kombination aus Grün, Weiß und Orange konnte Werder Bremen schließlich mit dem Double 2004 die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte feiern. Auch die Saison 2004/2005 mit dem Erreichen der Champions-League stand ganz im Zeichen des Offensivfußballs. Pate stand dafür das in der Bundesliga außergewöhnliche Trikot in weiß mit grünem Diagonalstreifen.

In dieser Saison brach das Trikot „Papageizwei" mit der Teilung auf der Brust bis zum jetzigen Zeitpunkt erneut alle Absatzrekorde und sorgte durch das auffällige Design für viel Aufsehen in den Medien und bei den Fans. Kurz vor dem Start der Champions-League wurden die Spieler von Werder Bremen mit einer Weiterentwicklung des silber/roten Eventtrikots überrascht. Dabei wurden die KAPPA-Logos großflächig auf den Ärmeln und auf der Short als Designelement ohne Outline direkt auf den Stoff gedruckt, um die Spieler noch dynamischer erscheinen zu lassen. In der Bundesliga kann diese Design-Variante aufgrund der Trikotrichtlinien leider nicht gespielt werden und findet sich hier leicht abgewandelt wieder.

„Auch für die nächsten drei Spielzeiten mit Werder Bremen werden wir gemeinsam mit der sportlichen Leitung, den Marketingabteilungen und den KAPPA Designteams wieder spektakuläre Spiel- und Trainingsoutfits entwickeln. Werder und KAPPA gehören auch aufgrund dieser engen, partnerschaftlichen Verbindung einfach zusammen.“, so Cornelia Schmidt, Geschäftsführerin KAPPA Deutschland.

KAPPA rüstet neben Werder Bremen momentan den UEFA Cup Teilnehmer Feyenoord Rotterdam, den FC Kopenhagen sowie den Londoner Traditionsverein Tottenham Hotspur aus. In der 1. Bundesliga kickt auch das Team vom 1. FC Kaiserslautern in den körperbetonten Dresses. International kämpfen die Nationalmannschaften von Wales und Slowenien in KAPPA Trikots um den Einzug in die Endrunden bei Europa- und Weltmeisterschaften.

Die Sportmodemarke KAPPA wurde in 1967 in Italien gegründet. Das weltweit bekannte Firmenlogo entstand bei einem Fotoshooting als sich zwei Models, Rücken an Rücken sitzend, vom Studiostress erholten. Heute steht dieses Logo symbolisch für die gegenseitige Fairness und Anerkennung im Sport und bei den alltäglichen Herausforderungen. Als weltweit agierende Sportmodemarke setzt sich KAPPA für diese positive Grundhaltung ein, die mit dem Slogan „Bleib sportlich“ bzw. „be a good sport“ kommuniziert wird.

Quelle. WOL



Naja Orange bis 2009 und vielleicht och länger
ace
mazzo, mazzo, als Foros-User musst du doch wissen, dass es Glasgow Celtic heißt!
mazzo
nur falsch zitiert, ich hab den Namen sogar in uralter keltischer Mundart ausgesprochen...
ace
Will ich doch meinen!