Berlin - Stadionverbot für Vorsänger

Phire
Zitat:
KURVENECHO
Hallo Herthaner!

Leider müssen wir euch mitteilen, dass nach den Ereignissen vom letzten Heimspiel gegen Wolfsburg ein Stadionverbot gegen unseren Vorsänger Kay verhängt wurde. Zusätzlich dazu wurde die Beschallungsanlage für die drei folgenden Heimspiele verboten! Von den Vereinsverantwortlichen wurden diese Verbote damit begründet, dass Kay seiner Verantwortung nicht gerecht geworden ist, da er die Fans dazu aufgerufen haben soll, die im Stadion verteilten Rasseln in den innenraum zu schmeißen. Jeder Kurvenbesucher weiß, dass dieser Vorwurf seitens des Vereins absurd ist! Während des gesamten Spiels gegen Wolfsburg gab es keine Aufforderung des Vorsängers die Rasseln irgendwohin zu werfen! Kay bat lediglich darum „den Scheiß weg zu schmeißen" und die Mannschaft mit aller Kraft zu unterstützen! Es war jedoch nie die Rede von gezielten Würfen in den Innenraum oder sonst wohin!

Diese Verbote treffen nicht nur Kay oder die Gruppe Harlekins Berlin, sondern die ganze Ostkurve. Sowohl das Stadionverbot von Kay als mittlerweile etablierten Einpeitscher, als auch das Verbot der Beschallungsanlage werfen die Entwicklung innerhalb der Kurve um Jahre zurück. Der Vorsänger soll nun der Sündenbock sein, weil der Verein jegliche Sicherheitsbedenken hinsichtlich einer Werbeaktion außer Acht gelassen hat und 40.000 Rasseln eines Sponsors genehmigt wurden??? Er soll die Verantwortung für die vielen Werfer in der Kurve und im ganzen Rest des Stadions übernehmen???

Bereits vor der Ansage von Kay flogen, etliche Rasseln durch den Block. Was wäre gewesen, wenn das Spiel einen ähnlichen Verlauf genommen hätte wie das Heimspiel gegen Kaiserslautern in der vergangenen Saison, bei dem unzählige Gegenstände (Becher, Feuerzeuge, Münzen, Handys, ...) in den Innerraum und auf das Spielfeld geworfen wurden??? Am Eingang werden uns aus Sicherheitsgründen Feuerzeuge, Lippenstifte, Kugelschreiber etc. abgenommen, doch 40.000 Plastikrasseln stellen keine gefährlichen Wurfgegenstande dar??? Hätten wir Fans eine ähnliche Aktion angemeldet, wäre diese mit Sicherheit verboten worden!

Wir, die Harlekins Berlin, werden deshalb solange auf jegliche Form der Unterstützung verzichten bis die Verbote aufgehoben werden. Die Entscheidung, den Verein bzw. die Mannschaft für einige Zeit nicht zu unterstützen ist uns sehr schwer gefallen, doch eine Reaktion auf die willkürlichen Sanktionen ist unserer Meinung nach unabdingbar. Dieser Protest richtet sich keineswegs gegen die Mannschaft! Unseren Kapitän Arne Friedrich haben wir über unseren Standpunkt informiert.

Wir hoffen dabei auf euer Verständnis für unser Handeln. Wenn ihr unsere Argumente nachvollziehen könnt, dann bitten wir um eure Unterstützung, indem ihr vom Aufhängen eurer Fahnen sowie vom Support abseht, um gemeinsam zu zeigen, dass wir Fans diese Schuldzuweisungen und die daraus resultierenden Verbote für falsch empfinden!

Wir fordern ein klärendes Gespräch mit den Verantwortlichen von Hertha BSC und die Aufhebung der Verbote!
Harlekins Berlin "98


Traurige Sache. Heute übrigens nur passiver Support der Harlekins in Köln. Banner hängen verkehrt herum und Support findet auch wenig statt. SInd die Worte "Willkommen im Club" passend?
LeHrAs
Wie werden wir uns verhalten? Wir sind ja die jenigen, die nächste Woche in Berlin sind.
MrBonde
Steine schmeissen. Oder sowas.
Schiller
ja genau steine schmeißen das wärs!
ChrisLiebing84
Zitat:
Original von MrBonde
Steine schmeissen. Oder sowas.


:mad:

sehr vorbildlich für andere User Herr Moderator
mazzo
Zitat:
Original von LeHrAs
Wie werden wir uns verhalten? Wir sind ja die jenigen, die nächste Woche in Berlin sind.


ich kenn Kay und der ist wirklich in Ordnung. Der hatte erst bis 2004 ein SV wegen ähnlichem Scheiss, ich glaub wegen Anstimmung eines "ACAB"-Gesangs in einem Bahnhof oder so. Es tut mir sehr leid, dass er schon wieder wegen einem "weichen" Vergehen (keinen umgehauen, nix kaputtgemacht) bestraft wird.

Vielleicht kann man ja was hochhalten wo so was in der Art draufsteht:
"Hertha braucht ´nen Vorsänger und keine Babyrasseln - Lasst Kay wieder in die Kurve. Pro Fankultur - Contra Commerz!"

ist nur so ein grober Einfall...
Flughamster
Zitat:
Original von mazzo
Zitat:
Original von LeHrAs
Wie werden wir uns verhalten? Wir sind ja die jenigen, die nächste Woche in Berlin sind.


...

Vielleicht kann man ja was hochhalten wo so was in der Art draufsteht:
"Hertha braucht ´nen Vorsänger und keine Babyrasseln - Lasst Kay wieder in die Kurve. Pro Fankultur - Contra Commerz!"

ist nur so ein grober Einfall...


ANTI Baby - Raseln ... Als Banner finde ich nee geniale idee...
So wie MAZZO schon sagt...
wäre dafür...
Finkos
Berlin – HERTHA BSC und seine Fans - die Betreuung der Fans, das Verhältnis untereinander und miteinander, der Dialog zwischen Fans und Verein gehört seit vielen Jahren zu den ganz zentralen Themen von HERTHA BSC.

Dieter Hoeneß, Vorsitzender der Geschäftsführung, betont stets den gleichen Satz: „Fans sind einfach wichtig!“ Gleich zu Beginn seiner Arbeit beim Hauptstadtklub formulierte er dieses Anliegen und verfolgt es seit dem mit großem Zeitaufwand und persönlichem Engagement. Der Aufbau und die Arbeit der Fanbetreuung - mittlerweile sind bei HERTHA BSC in diesem Bereich drei hauptamtliche und vier ehrenamtliche Mitarbeiter beinahe rund um die Uhr tätig - hatte und hat nicht nur für ihn, sondern für den gesamten Klub hohe Priorität.


Konstruktiver Dialog

Bei der Arbeit des Vereins mit seinen Fans, mit den Besuchern der Ostkurve speziell, legt der Klub größten Wert auf den konstruktiven Dialog. Bei allen Gesprächen oder Aktionen steht das Miteinander im Vordergrund. Fanbetreuung bedeutet keine Einbahnstraße sondern das Bemühen, auch die Vorschläge der Anhänger selbst mit einzubeziehen. „Wir wollen immer gemeinsame Lösungen erarbeiten, statt Maßnahmen zu verordnen“, sagt Donato Melillo, Leiter der Fanbetreuung.

„Gerade Dieter Hoeneß hat sich in dieser Beziehung immer für die Fans eingesetzt.“ Wobei zu beachten ist, dass diese Kooperation stets auch ein Stück Gratwanderung ist, gilt es doch Fanwünsche, Sicherheitsbelange und natürlich auch Sponsoreninteressen zu respektieren und in Einklang zu bringen.


Anerkannte Initiative

„In der Vergangenheit jedoch hat sich gezeigt, dass wir in der Zusammenarbeit aller Kräfte schon sehr viel erreicht haben“, betont Dieter Hoeneß. Eine Tatsache, die mittlerweile von vielen Seiten anerkannt und positiv bewertet wird.

Insofern nimmt HERTHA BSC die Vorkommnisse während des Bundesliga-Spiels gegen den VfL Wolfsburg auch sehr ernst. Im Verlauf dieser Partie waren aus der Ostkurve Sponsorenrasseln in den Innenraum geworfen worden, nachdem der Vorsänger der Ostkurve, Kay Bernstein, über die Fan-Beschallungsanlage einen dementsprechenden Hinweis gegeben hatte. Diese Rasseln trafen auch Personen im Innenraum. „Es tut mir leid, dass meine unbedachte Äußerung derartige Folgen nach sich zog. Das war ein Fehler von mir“, entschuldigte sich Bernstein später.


Dialog mit den Fans

Trotz dieser Vorfälle gegen Wolfsburg suchte HERTHA BSC vor dem nächsten Heimspiel gegen Duisburg sofort den Dialog mit Bernstein und den Fans. Ziel war es, die Dinge im Konsens zu lösen und nicht nur durch Sperren und Verbote zu reagieren. Dabei wurden beide – Bernstein und seine Freunde - aufgefordert, selbst konstruktive Vorschläge zur Überwindung des Problems zu erarbeiten. „Mittlerweile sind auch hier sehr konkrete Lösungen angeboten, gute Signale ausgesandt worden“, sagte Hoeneß.

Allerdings, und dies sei hier noch einmal betont, war die Reaktion von einem Teil der Ostkurve dann während des Duisburg-Spiels, also mitten in den Prozess der Problemlösung hinein, der Mannschaft die Unterstützung zu versagen, nicht zu verstehen und vom Verein nicht zu billigen. Dies erkennt auch Kay Bernstein: „Dies war eine Überreaktion, das war nicht richtig.“


Gemeinsame Lösungen

HERTHA BSC hat trotzdem das Gespräch mit Bernstein - auch nach der Duisburg-Begegnung - fortgesetzt. „Natürlich kann man generell über Aktionen wie die Ausgabe von Rasseln diskutieren, doch muss dies im Vorfeld geschehen und darf auf gar keinen Fall solche Reaktionen nach sich ziehen“, stellte Hoeneß klar. „Insgesamt jedoch bleibt es das Credo des Vereins, auf Dialog und gemeinsame Lösungen zu setzen und nicht auf Konfrontation und Verbote.“

In einem abschließenden Gespräch am Dienstag (27.09.05) hat man sich deshalb mit Kay Bernstein darauf geeinigt, dass die bisherigen drei Spiele Sperre als Strafe ausreichen. „Es kamen von Bernstein und seiner Gruppierung Signale, die uns gezeigt haben, dass sie alle ihren Fehler eingesehen haben“, betonte Hoeneß. Und auch Kay Bernstein zeigte sich einsichtig: „Ich bin froh, dass es zu dieser Lösung gekommen ist. Es ist gut zu wissen, dass es im Verein Menschen gibt, mit denen man konstruktive Lösungen erarbeiten kann

Schon Donnerstagabend beim UEFA-Cup-Spiel gegen APOEL Nikosia werden in der Fankurve wieder alle zusammen unser Team unterstützen – und das ist auch gut so!



Quelle