Evtl. Spielabsage bei Union vs. BFC nach Erstürmung einer Disko

kopfnuss
BFC DYNAMO e. V.
Vorstandsbereich Marketing + Kommunikation

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Spielabsage Union vs. BFC Dynamo?

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Die Vereinsführung des BFC Dynamo versucht derzeit, nähere Auskünfte über
einen aus verschiedenen Quellen berichteten Polizeieinsatz in der
vergangenen Nacht zu bekommen. Präsidium und Wirtschaftsrat bemühen sich,
eine seriöse Stellungnahme zu erhalten.

Vorsorglich wurde unter Berücksichtigung des Sicherheitsaspektes Kontakt zum
NOFV aufgenommen. Dabei geht es in erster Linie darum, ob das Spiel unter
den gegenwärtigen Rahmenbedingungen durchgeführt werden kann oder ob der BFC
Dynamo einen Rückzug der Mannschaft entscheidet.

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Yiannis HD. Kaufmann
Pressesprecher / Wirtschaftsrat

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Zitat:

Wie ich soeben erfahren habe, wurde das Jeton gestürmt. Viele BFCer wurden darin fürchterlich zusammengeschlagen, es gibt viele Verletzte, einer soll angeschossen worden sein. Darin feierten die BFCer friedlich das gelungene Fanturnier. Die gesamte Frankfurter Alle ist gesperrt. Unsere Jungs sollen wie Vieh behandelt werden. Man erzählt, das alle festgenommen wurden durch einen richterlichen Beschluß. Es sollen sich im Jeton fürchterliche Szenen abspielen. Alles voll SEK. Auch Rainer ist verhaftet worden und soll ebenso mißhandelt worden sein.


Zitat:
Ich komme eben von da. Die ca. 150-200 ****** (ich spreche lieber nichts aus) haben uns wie das letzte Vieh behandelt. Der Grund der Razzia durfte offiziell nicht genannt werden. Wir durften nicht mal auf die Toilette, einer wollte das, ihm wurde angedroht, dass das Pfefferspray auf seinem Dödel ganz schön brennen würde. Im Endeffekt pinkelte er heimlich in eine Ecke, aus der dann alles richtig Hauptfläche lief.
Vielen von uns wurden unbegründet die Hände mit Kabelbindern auf dem Rücken zusammengebunden.

Gerüchteweise (nicht selbst gesehen) sind die Grünen oben mit gezogenen Knüppeln reingestürmt und haben einfach losgekloppt. Hab einige blutverschmierte Gesichter runterkommen gesehen.

Sorry, aber da muss man einfach verstehen, wenn man einen Hass auf unsere Freunde und Helfer entwickelt, beim besten Willen.


Bis heute Mittag...


Zitat:
Was da abgelaufen ist, ist eine Riesensauerei. Frauen wurden genauso wie Männer zu Boden geknüppelt, etliche Teilnehmer und Gäste des Fanturniers liegen in Krankenhäusern oder sitzen im PG.

Ich glaube, es ist nicht mehr angebracht, von Polizei zu reden, der Begriff Gestapo kommt dem wohl näher.

Kann nur hoffen, das meine Jungs (einer liegt auf jeden Fall im KH) ansonsten unverletzt im PG sind, das Gleiche wünsche ich allen anderen Mißhandelten und Festgenommenen.


Zitat:
Was ich da heut früh erlebt habe, war so ziehmlich dass krasseste Programm der letzten Jahre seitens der Polizei ! Wie soll man so eine Aktion überhaupt bezeichnen? Mir fällt dazu nichts ein! Ich wurde im Jeton überfallen, auf die übelste Art beleidigt, aufs schlimmste erniedrigt und körperlich misshandelt! Meine Freundin und andere Begleiterinnen erlitten schwere Schocks. Mir wurde-wärend meine Hände bis aufs Blut auf dem Rücken zusmmengeschnürt waren- mehrmals ins Gesicht, auf den Rücken und auf die Beine getreten! Im Folterjargon nennt mann so etwas wohl,milde gesagt, Misshandlung wehrloser Personen. Wie diese Personen mich und alle anderen Besucher dieser Feierlichkeit behandelt haben, kann mann kaum beschreiben. Wie Tiere! Wie Ungeziefer, welches zertrampelt werden muss ! Ich fühle nur noch dumpfe Leere, tiefste Enttäuschung, abrundtiefste Verachtung und -ich mag es selbst nicht glauben- bedrohlich brodelnden HASS ! HASS ist gar nicht gut, wirklich nicht gut. Aber mein Gefühl gibt mir eindeutige Signale! Es steigt in mir hoch und frisst sich fest. Es ist nicht mehr zu ignorieren! Ein dunkler Schleier von Ohnmacht, Verachtung,Abneigung und - Hass! So eine verdammte Scheisse !!!!


Mehr hier: http://www.bfc.nordostfussball.de/forum.php
Mareike
Das ist so heftig!!! Ich muß das jetzt erstmal alles komplett lesen...
RE Wolle
Wenn man das so liesst, denkt man, wir leben in einer Bananenrepublik oder in einer Rückkehr ins Mittelalter. ;(
winko
Möchte nicht wissen wieeviel Jahre Knast in der Disko waren, das wird sicherlich bis ins nächste jahrtausend reichen, trotzdem völlig unverständlich das die Coopers keine Angaben zum Grund der Erstürmung geben das wirft doch einige Fragen auf, die Willkür hat eine neue Dimension erreicht.

desweiteren wollte ich noch erwähren das selbst wenn ein dringender tatverdacht vorgelegen hätte, die Leute einzeln abgegriffen werden hätten, so wurde radikal Pauschalisiert und errstmal alles zusammengeknüppelt und die gute alde Cooper Mentalität ausgepackt.



More Fire!
kopfnuss
"BFC Dynamo spielt!
Nachem der 1. FC Union die absolute Sicherheit im Stadion garantiert und im Sinne der den BFC Dynamo leidenschaftlich unterstützenden Fans hat sich die Vereinsführung entschlossen, die Mannschaft n i c h t zurückzuziehen.

Zur Zeit ist das Team um Tainer Jürgen Piepenburg auf dem Weg in die "Alte Försterei".

Sicherlich werden Mannschaft und Fans ihren Protest in friedlicher Art und Weise artikulieren. Geben wir den anwesenden Sicherheitskräften keinerlei Chance, ihre Art der "ausgestreckten Hand" (Originalton des Einsatzleiters Ltd. PD Prof. Knape) zu demonstrieren!"

bfcdynamo.com
Lukas
kanzlerkarre-jan
und dann gibts natürlich wieder nen witterungsbedingten Stromausfall und 145
Personen sitzen um mittag noch im Knast ! Jede Wette, die sehen ihre Mannschaft heute nicht mehr! Ich mein beim BFC rennen bestimmt nicht wenig unbeschriebene Blätter rum , aber sie mit einer so wilkürlichen Aktion niederzuknüppeln und festzunehmen daß ist schon lächerlich ! Die EGH nimmt immer mehr Gestapo/Stasimanieren an!
~Sangue Verde~
Zitat:
Nach jetzigen Erkenntnissen wurden insgesamt fünf Hooligans leicht verletzt. Sie wurden noch am Einsatzort versorgt. Einige von ihnen kamen zur ambulanten Behandlung mit Rettungswagen der Feuerwehr in umliegende Krankenhäuser. Unbeteiligte Personen konnten nach Feststellung der Personalien die Diskothek verlassen.


Also auf dem Dynamoboard steht was von einigen Platzwunden und offenen Brüchen,sowie einem Angeschossenen. Ist für mich nicht "leicht verletzt".

Zum Einsatz sag ich mal garnix, Beleidigungen verstoßen ja gegen die Nettiquette.

Aber nur 4 Buchstaben: A.C.A.B.
Andree-UTB
In den VOX Nachrichten wurde das ganze grad ale gerechfertigte Aktion der Cops dar gestellt !

Angeblich wären in der Disko Unioner und Befis aufeinander getroffen und hätten sich übelste Schlägereien geliefert...


Es lebe die Presse !
Gremlin
Bei RTL wurde nur erzählt das die BFC'ler erheblichen wiederstand geleistet hätten.
Der Grund wurde gar nicht genau erwähnt.


Irgendwie alles komisch.
nucleo
Zitat:
Blendgranaten und Schüsse

Der Union-BFC-Ticker – live in jW. Im Kessel: Frank Willmann

Samstag, 20.8.

In Höhenschönhausen findet zum dritten Mal ein internationales Fanturnier statt, mit Fanmannschaften von St. Pauli und Lok Leipzig, es endet friedlich. – Ein Organisator bekommt einen Tip: Bei der Abschiedsparty gibt’s Ärger mit der Polizei. – In der Berliner Diskothek »Jeton« wird friedlich gefeiert. – Gegen 1.30 Uhr stürmt ein SEK-Kommando die Discothek. – Der BFC Fan-Fanbeauftragte: »Ich bin völlig geschockt. Ich habe so etwas noch nicht erlebt. Soviel Brutalität gegenüber unseren Fans, vor allem Frauen. Wir saßen beieinander, lachten, tranken und plauderten. Blendgranaten und Schüsse. Gebrüll und Aufruhr. Kaum Widerstand, alle mußten sich zu Boden schmeißen, auch die Frauen. Wer nicht schnell genug unten war, wurde zusammengemöbelt. Ich sah viel Blut und Verletzte. Es traf jeden. Alle wurden gefesselt, die Presse durfte herein und machte Fotos. Leute, die zur Toilette mußten, durften nicht. Die Frauen wurden isoliert und konnten wenig später gehen. Ich kann schwer abschätzen, wie viele es von uns waren, um die 150 sollten es sein. Um halb fünf begannen sie dann mit den Zuführungen. Jeder einzeln. – BFC-Fanforum Dynamo Friedrichshain: »Das ist wohl das Ende der Demokratie, Ich komme mir vor wie in einer Polizeidiktatur in Südamerika. Wehret den Anfängen!!!« – Aus dem Fanforum UFC: »Auch wir Unioner wollen nur einen gesunden Derbyhaß und keinen Staatsmacht-Test. Wir können alle froh sein, daß wir solche Spiele wie heute haben.«


Sonntag, 21.8.

10.32 Uhr: Die Vereinsführung des BFC Dynamo versucht, nähere Auskünfte über einen Polizeieinsatz in der vergangenen Nacht zu bekommen. – Präsidium und Wirtschaftsrat bemühen sich, eine seriöse Stellungnahme zu erhalten. – Unter Berücksichtigung des Sicherheitsaspektes wird Kontakt zum NOFV aufgenommen. – 11 Uhr: BFC-Fans fordern im Internet die Spielabsage und eine Demonstration gegen Polizeiwillkür – 11.23 Uhr: sid meldet »einen Testlauf für die Fußball-Weltmeisterschaft« der Berliner Polizei – 11.30 Uhr: BFC-Präsident Weinkauf diskutiert mit der Mannschaft eine Spielabsage. – 12 Uhr: Keine Entscheidung. – 12.30 Uhr: Der Besitzer von »Jeton« erklärt gegenüber jW, daß eine richterliche Entscheidung zur Räumung nachgereicht wurde, wegen »Gefahr im Verzug«, es wurden »Hooligans der Kategorie B und C« festgestellt. Sicherheitsabsprachen mit der Polizei wurden von dieser ignoriert. – 13 Uhr: Die Mannschaft entscheidet: Das Spiel findet statt. – 13.30 Uhr: die Stimmung im und vorm Stadion ist extrem aufgeheizt. – 14 Uhr: Treibhausstimmung, in der Alten Försterei sind 14 200 Zuschauer, Polizeihubschrauber kreisen. 14.28 Uhr: Anstoß, im Stadion große Derbystimmung. – 14.40 Uhr: Union führt 1:0, herrliche Fangesänge – 15.01 Uhr: 2:0 – 15.55 Uhr: 4:0. 16.16 Uhr: 8:0 – BFC-Fans sammeln sich vor dem Stadion.

* Morgen exklusiv in jW: Hintergründe zum Polizeieinsatz vor und nach dem Spiel


Quelle: http://www.jungewelt.de/2005/08-22/027.php


stefan
Schimmelspieler
Zitat:
Festnahmen vor Derby:Bei einer Razzia in einer Berliner Dicothek hat die Polizei in der Naht zu gestern mehr als 180 Fußballanhänger festgenommen. Ziel war es, vor dem Berliner Derby zwischen den Oberligisten 1. FC Unoin und BFC Dynamo Rädelsführer der gewaltbereiten Fanszene zu identifizieren. Das Spiel selbst fand gestern vor mehr als 14000 Zuschauern und 1500 Sicherheitskräften statt. Union gewann 8:0(2:0).
Quelle:Weser-Kurier
nucleo
mazzo
ich bin ziemlich überrascht ob der Dimensionen des Vorgehens. Allerdings sind im Umfeld des BFC einfach ne Menge Arschnasen inkl. Nazi(-Hools) dabei von denen man sich nicht oder nur sehr halbgar distanziert bzw. deren Auswüchse der BFC gerne herunterspielt.

Gegenüber Nazigruppen (ob die als Rocker, Musiker oder ganz unverhohlen auftreten ist da egal) fährt die berliner Polizei eine solche Strategie: Massives auftreten bei Versammlungen, Personenkontrollen und Leibesvisitationen, Festnahmen bei jeder Kleinigkeit (Symbole etc.) und das alles gerne schon im Vorfeld eines Anlasses.

Mit dieser Strategie wurden vorgestern wohl diverse BFCler angegangen. Ob das alles rechtstaatlich zugegangen ist, und inwiefern das wirklich das Bedrohungspotential exisiterte, weiss ich nicht. Mein Mitleid gegenüber den Betroffenen (so es die sind, die ansonsten für das "nette" Image des BFC sorgen) hält sich aber in Grenzen. Die BFC-Fanszene ist nicht wirklich repräsentativ für die Leute, denen ich das Ausleben einer positiven Fankultur unterstelle und die zu Unrecht schikaniert und kriminalisiert werden.

Das rechtfertigt aber noch nicht unbedingt eine pauschale Hetze gegen jeden, der dem BFC nahesteht und eine unkritische Berichterstattung darüber.
MrBucket
Zitat:
Original von mazzo
ich bin ziemlich überrascht ob der Dimensionen des Vorgehens. Allerdings sind im Umfeld des BFC einfach ne Menge Arschnasen inkl. Nazi(-Hools) dabei von denen man sich nicht oder nur sehr halbgar distanziert bzw. deren Auswüchse der BFC gerne herunterspielt.

Gegenüber Nazigruppen (ob die als Rocker, Musiker oder ganz unverhohlen auftreten ist da egal) fährt die berliner Polizei eine solche Strategie: Massives auftreten bei Versammlungen, Personenkontrollen und Leibesvisitationen, Festnahmen bei jeder Kleinigkeit (Symbole etc.) und das alles gerne schon im Vorfeld eines Anlasses.

Mit dieser Strategie wurden vorgestern wohl diverse BFCler angegangen. Ob das alles rechtstaatlich zugegangen ist, und inwiefern das wirklich das Bedrohungspotential exisiterte, weiss ich nicht. Mein Mitleid gegenüber den Betroffenen (so es die sind, die ansonsten für das "nette" Image des BFC sorgen) hält sich aber in Grenzen. Die BFC-Fanszene ist nicht wirklich repräsentativ für die Leute, denen ich das Ausleben einer positiven Fankultur unterstelle und die zu Unrecht schikaniert und kriminalisiert werden.

Das rechtfertigt aber noch nicht unbedingt eine pauschale Hetze gegen jeden, der dem BFC nahesteht und eine unkritische Berichterstattung darüber.


Ja ne is klar... Sind ja Rechte bei, dann ist es ja alles vielleicht nicht mehr angemessen, aber auf jeden Fall schon mal nicht mehr so schlimm... und Mitleid braucht man schon mal gar nicht zu haben. Heute die Rechten, morgen die Mittigen oder Brillenträger oder wen man sich als nächstes ausguckt. Schon interessant, wie hier einige ihre Vorstellung vom und ihre Kritik am Rechtstaat auslegen.... :effe:
chobolinse
Zitat:
Original von mazzo
ich bin ziemlich überrascht ob der Dimensionen des Vorgehens. Allerdings sind im Umfeld des BFC einfach ne Menge Arschnasen inkl. Nazi(-Hools) dabei von denen man sich nicht oder nur sehr halbgar distanziert bzw. deren Auswüchse der BFC gerne herunterspielt.

Gegenüber Nazigruppen (ob die als Rocker, Musiker oder ganz unverhohlen auftreten ist da egal) fährt die berliner Polizei eine solche Strategie: Massives auftreten bei Versammlungen, Personenkontrollen und Leibesvisitationen, Festnahmen bei jeder Kleinigkeit (Symbole etc.) und das alles gerne schon im Vorfeld eines Anlasses.

Mit dieser Strategie wurden vorgestern wohl diverse BFCler angegangen. Ob das alles rechtstaatlich zugegangen ist, und inwiefern das wirklich das Bedrohungspotential exisiterte, weiss ich nicht. Mein Mitleid gegenüber den Betroffenen (so es die sind, die ansonsten für das "nette" Image des BFC sorgen) hält sich aber in Grenzen. Die BFC-Fanszene ist nicht wirklich repräsentativ für die Leute, denen ich das Ausleben einer positiven Fankultur unterstelle und die zu Unrecht schikaniert und kriminalisiert werden.

Das rechtfertigt aber noch nicht unbedingt eine pauschale Hetze gegen jeden, der dem BFC nahesteht und eine unkritische Berichterstattung darüber.



Das habe ich dazu in einem anderen Forum geschrieben:

Zitat:
Ich denke man muss hier zwei Dinge unterscheiden. Das eine ist die Tatsache, dass es bei vielen Clubs nunmal rechtsextremes Potential gibt, dass man auch bekämpfen muss.
Das andere ist die Frage, ob man zur "effektiven Behandlung" des Problems, völlig undifferenziert eine Diskothek zerlegen, wahllos Leute zusammenschlagen und ernste Verletzungen in Kauf nehmen muss.
Wenn es in der Fanszene von BFC Dynamo wirklich diese Masse an Nazi-Hools gibt, dann hätte man auch ohne solch eine brutale Aktion auf die Leute aufmerksam werden und sie gezielt herausgreifen können.
Man verstehe mich nicht falsch, ich bin der Ansicht, dass man rechte Einflüsse mit einer ganzen Reihe von Mitteln aus den Stadien halten muss. Aber das als Rechtfertigung für nen Probelauf eines möglichen WM-Falles zu nehmen, ist in diesem Ausmaß abseits jeglicher vertretbarer Entscheidungen.
mazzo
@Bucket:
Ich hab zum einen nur beschrieben wie die Polizei in Berlin gegen Nazis vorgeht. Diese Strategie wurde offenbar auch auf die BFCler angewendet.

Meine Vorbehalte bzgl. des Einsatzes hab ich am Anfang und nochmal am Ende meines Posts klar geäussert. Kein Grund also, mir nen Stinkefinger zu zeigen.

Ich hab nur darauf hingewiesen, dass BFCler sich bisher häufig durch eigenes Verhalten disqualifizierten. Nochmal: Das ist keine Rechtfertigung für Polizeischikane.

Ich hab aber schon erlebt, dass die Leute, die am wenigsten auf irgendwas Rücksicht nehmen, Rassismen propagieren und damit letztlich Gewalt gegen Fremde und in Folge auch gegen Andersdenkende gutheissen, ganz laut bellen, wenn es sie mal ungerecht trifft. Solidarität von denen zu erwarten, die man bei nächster Gelegenheit umhaut, ist sicherlich nicht angebracht.

Anders formuliert wollte ich sagen: Ziemlich fragwürdiger Polizeieinsatz, aber nur weil es passierte muss ich die Opfer nicht gleich rechtfertigen.

Wenn ich also Kritik an der Sache äussere, dann unter rechtsstaatlichen Aspekten und nicht weil da arme wehrlose Kinder niedergeknüppelt wurden...
mazzo
Betroffenenbericht:

http://www.nordostfussball.de/forum/thre...?threadid=11954

hallo leute

nachdem ich mich in den letzten stunden halbwegs gesammelt habe (soweit das möglich ist), hier meine anmerkungen zum thema „polizeieinsatz am 21.08.04":

vorausgeschickt einige angaben zu meiner person: ich bin 40 jahre alt und in dieser zeit nie straffällig geworden oder sonstwie auffällig gewesen. meine „akte" vermerkt ein 4-wöchiges fahrverbot und einen punkt in flensburg. ich arbeite seit jahren als freier journalist/dolmetscher/übersetzer. Ich habe keine glatzte, bin nicht tätowiert und stehe politisch links (falls das hier überhaupt von bedeutung ist). am wochenende bestand meine aufgabe darin, unsere gäste aus schweden und schottland zu betreuen und für sie zu dolmetschen. das vor allem war auch der grund meines aufenthaltes im jeton.

bereits am freitag nachmittag, als wir die schotten vom flughafen tegel abholten, erschienen dort zivile kräfte der egh. die aberdeener wurden befragt, mussten ihre pässe vorlegen, die mit listen abgeglichen wurden. auch meine personalien wurde (erstmalig) erfasst. mir wurde gesagt, dass der einsatz mit dem derby am sonntag zusammenhängen würde und ich wurde darauf hingewiesen, dass wir beobachtet würden und dass jeder verstoß gegen gesetzliche bestimmungen geahndet werden würde. mal abgesehen davon, dass es dieser belehrung in meinem fall nicht bedurft hätte, habe ich unsere gäste über die lage informiert. für alle, sowohl für unsere „hools", unsere gäste, und für „normale fans", hieß die parole: keinen
stress, unter keinen umständen!!! und wenn am sonntag doch wider erwarten etwas passieren sollte, raushalten, versuchen, so schnell wie möglich von evtl. gefahrenherden wegzukommen!

der samstag verging, das wetter war toll, das turnier ein voller erfolg, unsere gäste hatten, trotz bescheidener sportlicher ergebnisse und einiger „ausfälle", einen heidenspaß. es gab keinerlei zwischenfälle.

gegen 00.00 erreichte ich mit einem in berlin wohnenden englischen freund das jeton. wir verbrachten noch ca. eine halbe stunde vor besagtem etablissement, um auf die schotten/ schweden zu warten. ca. gegen 00.30 zahlten wir dann unseren eintritt, erhielten dafür die gelben armbänder, die zum zutritt der 3. etage und zum kostenlosen verzehr von getränken berechtigten.

wir machten uns also auf den weg zur bar, begrüßten bekannte, sagten hier und da hallo, und bestellten uns an der bar die ersten drinks. irgendwann kamen unsere ausländischen gäste, ich dolmetschte, beantwortete fragen, stellte leute einander vor etc..

gegen 01.30 dann der einsatz, der aus meiner sicht folgendermaßen ablief (bemerkung, ich hielt mich zu diesem zeitpunkt in der 2. etage im bereich vor de toiletten auf): mit dem ruf: „alles auf den boden, ihr votzen!" stürmten vermummte einsatzkräfte die 2. etage. keiner wusste was los war, blankes entsetzen. wer die lage nicht erkannte und sich sofort hinschmiss, wurde sofort mit dem knüppel bearbeitet. es wurden keinerlei unterschiede gemacht zwischen männern und frauen, schmächtigen jugendlichen und kräftiger gebauten älteren semestern, kurz- und langhaarigen, tätowierten oder „unbefleckten" bürgern, es war egal. alles lag auf dem boden - der teilweise übersät war mit scherben - in den lachen der verschütteten getränke. es gab auch nicht den geringsten versuch des widerstandes, nach maximal 30 sekunden lag alles und die ersten bekamen auch schon kabelbinder verpasst.

so lag man dann ca. eine stunde. auf anfragen, was das alles zu bedeuten hätte, bekam man entweder keine auskunft oder antworten wie: „fresse halten, sonst kriegste richtig", „werdet ihr schon früh genug erfahren", „stell dich doch nicht dümmer, als du bist" etc. anfragen zu dienstnummern oder verantwortlichen wurden, unter höhnischem grinsen, mit „110" oder „polizeipräsident berlin" beantwortet. leuten, die auf dem bauch lagen, die hände auf dem rücken gefesselt, wurden als „antwort" auf ihre fragen mit dem gesicht auf den boden geschlagen. nach ca. einer stunde durften dann
einige leute, darunter auch ich aufstehen, man konnte sich umsetzen. mein hinweis an die beamten, dass wir ausländische gäste hätten, die keinerlei deutsch sprechen bzw. verstehen würden, das ich deren dolmetscher wäre und sie gerne informieren bzw. für sie übersetzen würde, wurden erst ignoriert, dann abgelehnt. ebenfalls ignoriert wurde mein hinweis, dass ich journalist sei und und mich auch als solcher ausweisen könne. nachdem ich irgendwann die ansage „halt jetzt endlich das maul, sonst legen wir dich zusammen!", gab ich auf. hin und wieder wurden leute von beamten zur toilette geführt, darunter auch eine, mir persönlich als union-fan (!) bekannte
person, dessen eine gesichtshälfte eine einzige blutige masse war. überhaupt sah ich mehrere personen, die deutlich gezeichnet waren.

nach ca. 3 stunden (alle zeiten sind geschätzt) durften dann die frauen gehen. etwa zur gleichen zeit erschien die presse und begann, fotos zu machen (soviel mal zur in der „bz" aufgestellten behauptung von „ 5 ½ stunden schlacht mit der polizei", schon zeitlich völlig absurd). gegen 6 uhr wurden alle leute, die noch gelbe armbänder hatten, einzeln nach unten geführt. mir wurden im eingangsbereich des jeton alle persönlichen gegenstände (brieftasche, papiere, handy, wohnungs- und kfz-schlüssel etc.) abgenommen, ich wurde fotografiert, irgendwann in eine gefangenentransporter gesteckt. dann ging es zur keibelstraße, dort musste man in einen anderen transporter umsteigen, der dann nach tempelhof fuhr. insgesamt dauerte die prozedur ca. 2 stunden. nochmalige anfragen zum grund der verhaftung wurden lapidar mit „gefahrenabwehr" und „befehl des
polizeipräsidenten" beantwortet, nachfragen zur art der „gefahr" und was ich damit zu tun hätte, wurden ignoriert.

ca. gegen 08.00 (d.h. nach 2 stunden im gefangenentransporter, immer noch gefesselt!) waren wir dann in tempelhof. die leute wurden einzeln aus den knastwagen geholt, es gab die üblichen fragen zur person, man wurde (zum wiederholten mal) durchsucht, musste schnürsenkel und gürtel abgeben, kam dann, nach einem aufenthalt in einer einzelzelle, in eine große zelle, bei uns belegt mit ca. 15 leuten. in unserer zelle saß u.a. ein junger mann, offensichtlich nicht aus berlin, der im jeton mit freunden einen polterabend
gefeiert hatte. da auch diese leute gelbe armbänder hatten, wurden sie wie wir bfcer kurzerhand einkassiert. die betreffenden person wusste nichts von einem ostberliner derby und hatte noch nie etwas von „bfc" oder „union" gehört!!!

die einsatzkräfte in tempelhof verhielten sich korrekt. wir durften rauchen, austreten gehen, es gab getränke und irgendwann auch essen. allerdings erhitzte sich die zelle im laufe des tages auf geschätzte 40 grad, die luft war wie in einer sauna, heiß, feucht, stickig. nach einigen stunden verlangte ich dann einen verantwortlichen zu sprechen, der mir auskunft über den grund meiner verhaftung geben könnte. erst hieß es: „das erfahren sie von unserem vorgesetzten", später dann. „das erklärt ihnen der haftrichter". weder den einen noch den anderen bekam ich je zu gesicht. nachfragen, wie lange wir in gewahrsam bleiben würden, wurden mit „wissen wir nicht"
beantwortet, bzw. es gab ansagen, die von „2 stunden nach derbyende" bis „ca. 21.00" reichten. der tenor der beamten vor ort war unisono: „so was wie euch haben wir hier noch nie gesehen, kommt ihr aus dem krieg?!" mehrere beamte meinten mir gegenüber: „lasst euch das auf keinen fall gefallen, erstattet anzeige!" ca. gegen 20.00 wurde wir dann entlassen, ohne je einem richter oder beamten vorgeführt worden zu sein. man bekam keine namen, kein schriftstück, dass den knapp 19-stündigen aufenthalt im polizeigewahrsam bestätigt oder begründet hätte. man bekam auch seine persönlichen gegenstände ausgehändigt, in meinem fall war allerdings der kfz-schlüssel verschwunden (das war zudem der zweitschlüssel, was bedeutet, dass der heutige tag für mich arbeitstechnisch fast ad acta gelegt werden kann, außerdem werde ich neue schlüssel anfertigen lassen müssen,
und es besteht die gefahr, dass mein kfz umgesetzt wird/ wurde).

mein fazit: was ich gestern erlebt habe, hätte ich nie auch nur im entferntesten für möglich gehalten. dabei sind die schilderungen anderer betroffener noch deutlich dramatischer. so war zu hören, dass sich leute in die glasscherben legen mussten, und man ihnen die ärztliche behandlung verweigerte. einem bekannten mit tourette-syndrom (!) soll der gang zur toilette verwehrt worden sein, so dass er sich in die hosen machte. weiter wurde berichtet, dass eine schwangere frau (!!!) die treppe runtergeprügelt wurde, sie soll sich dabei den arm gebrochen haben, es gibt zig weitere
augenzeugenberichte von leuten, die, obwohl schon gefesselt am boden
liegend, massivst misshandelt wurden.

der einsatz war unglaublich brutal. das, was die beamten da ablieferten, stelle ich mir unter „faschistischer soldateska" vor. mich erinnerte das an szenen, wie ich sie aus fernsehberichten über den putsch in chile in erinnerung habe, oder aus den schilderungen in walter jankas autobiographie (seine erlebnisse mit der stasi in den frühen 50ern) bzw. berichten aus der nazizeit kenne. mein englischer freund war früher als soldat in nordirland (!) stationiert - sein kommentar: „so etwas habe ich noch nie gesehen, nicht mal annähernd!"

innerhalb eines tages habe ich jegliches vertrauen in unseren „rechtstaat" und seine organe verloren. und wenn ich heute die presse lese (bz, tagesspiegel, berliner zeitung) wird mir kotzübel und ich schäme mich bis aufs blut für diese „kollegen". da wird gelogen, dass sich die balken biegen, werden leute, die völlig unschuldig opfer von extremster polizeiwillkür wurden, aufs übelste diffamiert und (bz) verhöhnt.

mein aufruf an alle betroffenen: lasst euch das nicht gefallen! wehrt euch, nehmt euch anwälte, klagt!!! diese nummer dürfen wir knape und seinen „beamten" auf keinen fall durchgehen lassen.

ich selbst werde alle rechtsmittel nutzen, die ich habe, um die betreffenden personen zur verantwortung zu ziehen. hier geht es nicht um gewaltbereite fußballfans, sondern um grundlegende bürger- und menschenrechte, die vom staat mit füßen getreten wurden, und das kann und darf einfach nicht sein!

mit dynamischen grüßen
steve winkler
Poke Paul
@ Mr.Bucket!
Du hast es genau richtig erkannt:Bei Rechten,sofern es denn welche waren,
braucht mann kein Mitleid haben!Haben die in ihrer(eventuel Deiner?)Idiologie
Mitleid mit irgend welchen Lebewesen?Nein haben sie nicht!Das Vorgehen der Polizei bleibt ntürlich sehr fraglich,da die Feier ein viel zu undifferenziertes treffen aller möglichen Fans war, um die geplanten Festnahmen zu vollziehen!!

Währe nett wenn Du das "(eventuell Deiner?)"mal beantwortest/klarstellst!!
blade76
Um es mit einem bekannten Lied zu beschreiben und zu hoffen: Die Stunde des Siegers kommt für jeden irgendwann......

Solidarität aus allen anderen Lagern ist da jawohl eine Ehrensache gegen diese Schnittlauchwillkür!!!